Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 51 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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dr. Nwcv s Mocdenscvrln« Seite 909 Nr. 6H Da erblickt Fanes den unter einer Bank versteckten Rüben. Er lädt ihn hervorziehen und sagt zu ihm: „Elender, du kannst dein Leben retten, wenn du diese hier tötest." Rüben, halb besinnungslos, nimmt einen Dolch in die Hand und nähert sich Rachel. Bei seinem Anblicke ruft Rachel aus: „Schreckliche Rache, aber gerecht!" — Rüben stützt ihr den Dolch mehrmals in die Brust. Sie sinkt um, das an ihrem Halse hängende Bild des Königs rötet sich mit ihrem Blute. Fanes nimmt das Bild weg. Der König, bei der ersten Nachricht von den Vorgängen in der Stadt, gerät in Zorn und eilt zu Rotz, an der Spitze seiner Garden, zur Rettung Rachels herbei, erfährt jedoch bereits auf dem Wege, datz es zu spät sei. Das Volk von Toledo, mit der Geistlichkeit an der Spitze, zieht dem Könige entgegen. Er verzeiht allen und bestraft niemand, verspricht die Austreibung der Juden und versöhnt sich auch mit der Königin. Rüben lätzt er in den Kerker werfen, „damit die Welt von ihm befreit sei." König Alfons VIII überlebte diese Begebenheit und regierte noch 32 Jahre. Neue Bücher. Ost «nd West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegeben von Leo Win z. Verlag Ost und West. Berlin W 8. Organ der Deutschen Konferenzgemeinschaft der „Alliance Jsraölite Universelle". 8. Jahrgang.' Heft 12. Dezember 1908. Inhalt: Dr. Coblenz: Jüdische Religion. Max Schachert: Jakob Wassermann (mit Porträt). M. A. Klausner: Davids Totenklaze um Saul und Jonathan. Victor: Josef Rona (mit 13 Illustrationen). David Pinsky: Das Erwachen. Joses Lin: Gustav Karpeles (zu seinem 60. Geburtstage am 11. November 1908) mit Porträt. Mitteilungen aus dem D e ütsch e n Bureau der „Alliance Jsraölite Universelle": I. Die Handwerkerschule in Jerusalem (mit 14 Illustrationen). II. D i e j ü d i s ch e n Darlehens- und Sparvereine in Rußland. III. Notizen. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin und Dr. Bruno Bl au. Berlin-Halensee, Johann Sigmundsstraße 3. 4. Jahrgang. Dezember 1908. Heft Nr. 12. Inhalt: I. A b h a n d l u n g e n: 1. Dr. Maurice F i s ch b e r g, New-Uork: Die angeblichene Raffen-Immunität der Juden. 2. Dr. Arthur Ruppin, Jaffa: Altersgliederung und Gebrechliche in Rumänien. II. Statistisches Archiv. Die Eheschließungen im Jahre 1906 in Deutschland. Die Bevölkerungsbewegung der Juden in Leipzig 1907. Ehescheidungen in Galizien. Die israelitischen Gemeinden in Galizien im Jahre 1904. Zur jüdischen Jrrenstatistik. Jahresbericht der Jewish Colonisation Association für 1907. Jahresbericht der Alliance JsraSlite Universelle für 1907. III. Literatur. S a l o m o n A. R o s a n e s: Geschichte der Juden in der Türkei vom Jahre 1300—1520. Unsere Hoffnung. Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Redaktion und Administration: Wien, II/3, Scholzgasse .Nr. 11. V. Jahrgang. Heft Nr. 11 — Inhalt: Prof. O. Marburg: Unsere Palästinaarbeit. Dr. M. B e r(ow ic z: Talmudjudentum. E. Stark: Türkische Bahnen. F.,. Rutenstreich: Die goldene Kette. I. L. Perez: Aus „die goldene Kette". I. Ch. Brenne r: Ein wenig Ruhe. David P i n s k y: Arbeiterinnenlied. Wissensw e r t e s: Am Grabe Esra. — Nachrichten aus Paläfft ina. — Rundschau. Gustav Karpeles. Sitzung des Internationalen Bureaus. Die alten Juden und das Theater? Bücherschau: Simon Spira und sein Sohn von A. E. Brackivegel, besprochen von X. Lebensklaaen von S. Dembitzer, besprochen von L. S. Makebelh. Gang durch die Geschichte, besprochen von Pontifex. Aus Israels Geschichte von Fr. Bettex, besprochen von Pontifex. Korrespondenzen: Trvppau. Bielitz. Notizen. B r i e f k a st e n rc. Palästina. Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas. Herausgegeben vom „Verlag Palästina", München. Pettenkoferstraße 25. Preis im Inland und Oesterreich 2V2 Mark, Ausland 3 Mark pro Jahr. V. Jahrgang. Heft 11 und 12. Inhalt: Vorwort. — Palästina-Reisen. — Systematische Palästinaarbeit (Die Hochschulfrage). Dr. E. Müller: Die Schulfrage Palästinas. Dr. BrunoTannenwald: Kommunale Selbstverwaltung in der Türkei. Fritz Lorch: Die Weinkrise in Palästina. — Türkische Agrarreformen. — Aus den Hauptstädten. — Aus den Kolonien. — Aus der Türkei. Handel und Verkehr. — Aus der Schulwelt. — Literatur. — Eingesendet. — Briefkasten. Beda. GetaufteundBaldgetaufte. llmschlagzeichnung von Carl Josef. Druck von Moriz Frisch, Wien 1908. Oskar Baum: ,.U s e r d a s e i n". A b e n te u er u n d T ä gliches aus dem Bl: n den leben von heute. Mit einem Geleitworte vm M a x Brod. Axel Junker, Verlag Berlin- Stuttgart- Leipzig. 190t<. Der Verfasser, ein seit seinem elften Lebensjahre erblindeter junger Mann von genialer Begabung, tritt mit dem vorliegenden Bändchen, welches drei äußerst interessante Novellen: .»Grenzen", „Von den Tagen der Arbeitslosen" und „Uferdasein" enthält, zum ersten Male in die Oeffentlichkeit. Der bekannte Schriftsteller Max Brod hat diesem Erstlingswerke ein Geleitwort mit auf den Weg gegeben. Wer dieses Büchlein, in dem Meinche» und Milieu prägnant charakterisiert »nd lebensvoll dargestellt sind, mit Verständnis durchgelesen hat, wird wohl dem Antor das P ädikat „geistvoll" zucrkennen müssen und seinem Werke die Lebensfähigkeit nicht ob>p-echen können. Wer das Seelenleben eines Blinden studieren will, der gehe an Baums „Uferdafein" nicht achtlos vorüber. A. M. Haubrich F., Die Juden in Trier. Trier 1907. I. Lietz. 48 S. Mk. 0.50. Eine gut orientierende Zusammenstellung der bisher literarisch bekannt gewordenen Daten über diese alte deutsche Judengemeinde. Natürlich begegnen wir dem Meister Abryon von Trier, deffen Sprachenkenntnis in Goethes Reineke Fuchs gerühmt wird, sowie dem Finanzmann Jakob Daniels, über den Lamprecht Näheres berichtet, und ver von Magino Gabriel! gegründeten jüdisch-orientalischen Handelsgesellschaft, die (1597) für Trier und Koblenz ein Handelsprivileg erhalten hat. Solche Uebersichten ihrer Geschichte sollten wir von jeder älteren Gemeinde besitzen. M. Fürst A, Sitten und Gebräuche einer Judengasse. Skökesfehölvür 1908. Ed. Singer. 80 S. Jeder, den seine Jugenderinnerungen noch in das Ghetto zurückführen, wird dieses prächtige Büchlein wie einen liebvertrauten Freund aus der Zeit der Kinderträume begrüßen. Unserer heutigen Jugend soll es aber gerade, weil ihr das Leben in der Gasse eine unbekannte Welt ist, als ein Wegweiser in jenes wunderwarme Zauberland dienen, in dem der Jude, draußen der Spott des niedersten Straßenpöbels, ein König in seinem Reiche sich fühlen konnte. Das Büchlein ist zu Geschenkszwecken bestens geeignet. x Arthur Holitscher, Der Golem. Eine Ghettolegende (S. Fischer Verlag, Berlin.) Geh. 2 Mk., geb. 3 Mt. Wenn man sieht, mit wie geringen Variationen bekannter Typen sich das Drama behilft, so bedeutet ein Werk wie das von Holitscher schon durch seinen Stoff eine große Erfrischung für den Leser, und würde auch für den Theaterbesucher eine solche bedeuten. Eine alte jüdische Legende erzählt von einem Prager Rabbi, der sich einen Golem, das heißt einen künstlichen Menschen geschaffen hat und ihn durch ein Amulett, den vierbuchstabigen Namen Gottes, regiert und fich zu jedem Dienste zwingt. Diesem Golem hat Holitscher in den Mittelpunkt seines Dramas gestellt. Während der Rabbi seinen alttestamentarisch leidenschaftlichen Kampf mit Gott, um Gott