Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 51 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 61 Dr. Llocb's Moedenscdritt. Sette 899 saison im Heiligen Lande vorüber sein wird, soll die Arbeit wieder ausgenommen werden. Die Fortsetzung der Arbeiten wird der jüdische Professor Georg Reisner, auf dessen Namen auch die behördliche Erlaubnis für die Ausgrabungen lautet, leiten! Bevorstehende Massenauswanderung rumänischer Inden. Vor einigen Tagen fand in New-Iork eine Beratung des „Central Rumania Relief Comite", einer Körperschaft statt, die vor zwei Jahren aus Delegierten aller in Amerika bestehenden rumänischen Landsmannschaften, Synagogengemeinden, Logen, Gesellschaften rc. zu dem Zwecke ins Leben gerufen wurde, um ihren unglücklichen in Rumänien zurückgebliebenen Glaubensgenossen in ihrer Notlage behilflich zu sein. Die Beratung galt in erster Linie der Entgegennahme des Berichtes des Präsidenten Dr. F. A. S i e g e l st e i n, der während des letzten Sommers als Spezialemisfär des Komitees in Rumänien, Oesterreich und Deutschland geweilt hatte. Sowohl aus diesem umfangreichen Berichte, als auch aus einem vom rumänischen Komitee in Jassy eingelangten Briefe ist zu ersehen, daß im kommenden Frühjahre eine Massenauswanderung von Juden aus Rumänien zu gewärtigen fei, da diese Unglücklichen ihr bitteres Los in ihrer Heimat nicht länger zu ertragen vermögen. Auf Grund dieser Berichte wurde sofort ein Subkomitee eingesetzt, welches die notwendigen Vorkehrungen zu treffen haben wird. _ König Salomos Badezimmer. Das Badezimmer ist eine Erfindung des Königs Salomo, so schreibt die englische wissenschaftlich-literarische Zeitschrift „Chronicles". König Salomo besaß bereits ein luxuriös eingerichtetes Badezimmer 1000 Jahre vor Entstehung des Christentums. Es war sündhaft, das Allerheiligste zu betreten, bis der ganze Körper nicht frisch gereinigt war, und für die Priester waren auch am Eingänge in den Tempel Badewannen angebracht. Nach den bekannten Maßen, die uns von der Badewanne Salomos überliefert sind, hatte dieselbe einen Umfang von 45 Fuß und war ö1/* Fuß tief. Die Wanne ruhte auf geschnitzten Säulen, die die Figur eines Stiers trugen und bestand aus einem Stücke gegossenenen Stahles, versehen mit verschiedenartigen Verzierungen aus der Blumenwelt. Korrespondenzen. Oefferrtliche Plenarsitzung vom 13. Dezember 1908 unter dem Borsitze des Präsidenten Dr. Alfred Stern. Beginn 10 Uhr vormittags. Im Einlaufe besinden sich: An Spenden: Von Herrn Dr. Alfons Cohn noe. der Verlassenschast nach Dr. Samuel Cohn als Legat für Arme der israelitischen Kultusgemeinde.K 2065.— Von Herrn Dr. Gustav Eisinger uov. der Verlassenschast nach Dr. Ignaz Brunn für israelitische Arme.„ 343.93 Von Herrn Dr. Maximilian Piekarsky noe. eines Klienten als Geldbuße in einer Ehrenbeleidigungssache für das Rothschildspital.. 300.- Von Herren Alois und Fritz Tausky anläßlich des Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers: zur Ausspeisung armer Schulkinder im XV. Bezirk. K 100.— zur Bekleidung armer Schulkinder im XXI. Bezirk.-. * 100.— „ 200.— Entnahmen der Sammelbüchsen: Im Leopoldstädter Tempel: für die Chewra-Kadischa. „ 98.70 für die öst.-ung. G meinden in Jerusalem 62.18 für die Armenanstalt. „ 48.44 für den Waisenverein. * 13.74 „ 223,06 Im Matrikelamte der Kultusgemeinde: für den Waisenverein. Im Tempel XVI.. Hubergasse 8: für Arme. K 70.26 , 24.06 Spenden für die Schulküche in der Brigittenau: Sammlungsergebnis des Herrn Dr. Alfred Berger: Von N. N.K 150.— „ A. Deutsch . 6.- „ Jda Hoffmann . . *.* 2.— Von T. W. „ Herrn Josef Joseph: . „ Herrn Ing. Heinrich Socholer. „ Egon, Grete Kurt. „ Anonymus. „ Herrn Hermann Reich. „ Herrn S. Singer. K 16t.— » io— . 10.— „ s- „ 3.— „ 3.- » 3.- Spenden für das Jeiteles s che Versorgung Shaus: Von Anonymus.K 100.— n n . 40.— n n ... 20. » n .* » „ 20.— .. .* 10.— » » ... 10«— Von Frau Leopold Kramer eine Schulchandecke für den Betpavillon im k. k. Allgem. Krankenhause. Weiters: Die Mitteilung über die Errichtung einer Jubiläumsstiftung des Herrn Oskar Straus aus Anlaß der Barmizwah seines Sohnes für einen Mittelschüler mit einem Bedeckungskapitale von K 1500.—. Eine Mitteilung des Herrn Baurat S t i a ß n y, daß bezüglich des anläßlich des Regierungsjubiläums vom Waifenvereine unter namhafter Subventionierung der Kultusgemeinde und Heranziehung verschiedener Stiftungen und Legate zu errichtenden Knabenwaisenhauses die Baukommisfionen stattgefunden haben, daß von Seite der Kommisfionsmitglieder weder in technischer noch in sanitärer Hinsicht Einwendungen erhoben und auch von den Vertretern des Sanitätsdepartements der k. k. n.-ö. Statthalterei, des Bezirksschulrates, des Ortsschulrates und des Bezirksrates den vorgelegten Plänen die Genehmigung erteilt wurde. Ein Dankschreiben des akademischen Malers Isidor Kaufmann für die Gratulation des Kultusvorstandes anläßlich seiner silbernen Hochzeit. Ein Dankschreiben des jüdischen Vereines „Einheit" für die bewilligte Subvention. Präsident Dr. Stern: Bevor wirin die Tagesordnung eingehen, obliegt mir die traurige Pflicht, des Hinscheidens des Lektors Mayer Friedmann zu gedenken. Sein direktes Verhältnis zu unserer Gemeinde bestand darin, daß er lange Jahre als ihr Gefangenhausseelsorger fungierte. Die zartfinnige, feinfühlige Art, in welcher er dieses Amt versah, wie er die Herzen der Unglücklichen, die zu trösten er kam, in Dankbarkeit an sich kettete, charakterisiert so recht den Mann, der im persönlichen Verkehr von bestrickender Anziehungskraft für alle war, die ihm nur einmal nähertraten. Auch seines segensreichen Wirkens an unserer höheren Bibelschule wollen wir gedenken, an der er nicht nur seine Schüler aus dem reichen Born seines Wissens schöpfen ließ, sondern auch in ihre Herzen Lust und Freude zu ihrem Studium pflanzte. Was aber Lektor Friedmann der jüdischen Wifsenschaft bedeutete, das gebührend zu würdigen, müffen wir Berufeneren überlaffen. Unsere Gemeinde, deren Mitglied er war und in deren Mitte er durch Jahrzehnte als Forscher und Lehrer tätig war, erMt sein Verlust mit tiefer Trauer, aber wir empfinden auch berechtigten Stolz auf die Größe feines Namens. Wo immer Lektor F r i e d m a n n fein segensreiches Wirken entfaltete, sei es als Lehrer der Jugend am theologischen Seminar, sei es als Lektor am Bethamidrasch, wo jung und alt mit Begeisterung seinen Worten lauschte, überall zog er durch den Glanz seines Vortrages, durch die künstlerische Art, wie er für Laien und Gelehrte den Weg von der trockenen Gedanken-