Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 49 (4.12.1908)
- Date
- 1908-12-04
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 49 Dr. Llocv s MocdenscvrM. Seite 871 enger Zusammenhang von Schrift- und Zahlsymbol. Auf diese Erscheinung wird oft in den agadischen und midraschischen Schrifterklärungen hingewiesen. So findet der Midrasch beispielsweise im Worte vn (Genesis 422), dessen Zahlenwert 210 ist, die Dauer de« Aufenthaltes der Israeliten in Egypten, im Worte nsn 410 (Leviticus 163) die Bestehungszeit des I. Tempels, im Worte ----- 852 (Deuteron. 4,4) die Jahresanzahl, von der Besitznahme Palästinas unter Josüa bis zur Zerstörung des I. Tempels, angedeutet. (Bgl. Sanhedrin 38 a.) Was nun den Gottesnamen anbetrifft, so sei nur auf die Erklärung Raschis zu Sukka 45 a hingewiesen, wonach drei V^rse in der Thora Exodus 14, 19, 20, .2)-/aus lauter Gottesnamen bestehen. Die Kabbalisten gingen noch weiter und lehrten, daß nach einer Tradition der ganze Pentateuch aus Gottesnamen bestehe (S. Nachmanldes Vorrede zur Thora). Nun der Verfasser vorliegender Schrift ist nichts weniger als Mystiker. Seine Ausführungen sind klar und präzise und streng wissenschaftlich begründet, und die Erklärungen für so manche stilistische Eigentümlichkeiten in der Thora, die die Bibelkritiker zur Annahme einer Quellenkomposition verleitet haben, sind überraschend und bewunderungswürdig Die Schrift kündigt sich als eine Vorarbeit zu einem großen, demnächst zu erscheinenden Werke an. wo das Material des gesamten Pentateuch verarbeitet wird. Sie wirkt ungemein anregend und ist bestimmt, die Bibelforschung auf ganz neue Bahnen zu lenken. Sie verdient daher, von jedem Bibelfreunde gelesen oder vielmehr studiert zu werden. M ä h r. - S ch ö n b e r g, 26. Oktober 1908. Rabbiner Dr. G. R 0 s e n m a n n. Neue Bücher. Graf von Hoensbroech. „Das Papsttum in seiner sozial-kulturellen Wirksamkeit". I. Teil: Inquisition, Aberglaube, Teufelsspuk und Hexenwahn 41. bis 50. Tausend. II. Teil: Die ultramontane Moral. 1. bis 10. Tausend. Preis 1 Mark pro Band. Verlag von Breitkopf u. Härtl, Leipzig, 1906 und 1907. Israel Nobel, Rabbiner der Synagogengemeinde Filehne. Offenbarung und Tradition. Eine religions-philosophische Betrachtung. Preis M. -—.60. Verlag von I. K a u f f m a n n, Frankfurt a. M. 1908. Adolf Mottek Israels Sendung. Ein Festspiel. II. Auflage. Verlag von M. W. Kaufmann, Leipzig 1908. Liberales Judentum. Monatsschrift für die religiösen Interessen des Judentums, herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland unter der Redaktion von Caesar Seligmann, Rabbiner in Frankfurt a. M. 1908. Jahrgang I. Heft 3. Mitteilungen der „Israelitischen Allianz" zu Wien. November 1908. Nr. 7. R. W. Emerson, „Natur und Geist." Aus dem Englischen übertragen von Wilhelm M i e ß n e r. Buchausstattung von Fritz Schumacher. Preis broschiert Mark 3.—, geb. Mark 4.—. Eugen D i e d e r i ch s, Jena. 1907. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Inden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Redaktion: Dr. Arthur Ruppin und Dr. Bruno Blau. Berlin-Halensee, Johann Sigmundsstraße 3. 4. Jahrgang. November 1908. Heft Nr. 11. Inhalt: I. Abhandlungen: Dr. Elias Auerbach, Berlin: Die Sterblichkeit der Juden in Budapest 1901 bis 1905. (Schluß.) 2. N. W. G 0 l d st e i n, New- Jork: Ein Beitrag zur wirtschaftlichen Geschichte der polnischen Juden im Mittelalter. 3. Dr. Rudolf Wassermann, München: Kritische und ergänzende Bemerkungen zur neuen Literatur über die Kriminalität der Juden. II. Statistisches Ar ch i v. Juden unter den Hörern der Akademie in Posen. — Juden unter den Abiturienten der höheren Vollanstalten. — Die Reichszugehörigkeit der Juden in Dresden im Jahre 1905. — Die Wiener Kultusgemeinde im Jahre 1906. — Ehescheidungen in Wien. — Zur Statistik der Juden in Italien. — Die jüdische Auswanderung nach New-'Iork. -- Die Fruchtbarkeit in Mischehen. III. Literatur. Josef Max: Das Judentum am Scheidewege. S. Krenberger: Zionismus von heute. F. C 0 b l e n z: Jüdische Religion. Fr. B e t t e x: Aus Israels Geschichte. M. Friedländer. Synagoge und Kirche in ihren Anfängen. Preis broschiert Mark 5.—. Verlag von Georg Reimer, Berlin, 1908. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegeben von Leo Win z. Verlag Ost und West. Berlin W 8. Organ der Deutschen Konferenzgemeinschaft der „Alliance Jsraslite Universelle". 8. Jahrgang. Heft 11. November 1908. Inhalt: B. Jacob: „Jüdische Religion." O. Eberhard: Die Synagogenruinen Galiläas (mit sieben Illustrationen). P. B a r ch a n: „Tolstoi und die Juden." Dr. M. L. B a m b e r g e r: Der Alenu-Erlaß König Friedrichs. I. Lin: Die Berliner Jüdische Lesehalle in ihrem neuen Heim (mit vier Illustrationen). M. A. Klausner: Simsons Tod. M itteilungen aus dem Deutschen Bureau der „Alliance I s r a 6 l i t e Universelle": I. Beschluß des Zentralkomitees der „Alliance Jsraelite Universelle" in der Plenarsitzung vom 21. Oktober 1908. II. Erleichterung im russischen Auswandererverkehr. III. Die jüdische Bevölkerung und die Alliance-Schulen in Kairo II (mit. 8 Illustrationen.) IV. Die Institute der I. C. A. in Rußland. V. Die Beisetzung des Dr. Salomon Neumann (mit Porträt). VI. Notizen. Inserate. §vitfkafttn* Marikns. Die Geschichte erzählt ein englisches Blatt wie folgt Als Mischa Elmann. der berühmte jüdische Sängerknabe aus Rußland, seine ersten Triumphe feierte, ließ die steinreiche Fürstin Urussow den Later des Wunderkindes zu sich bescheiden und bat ihn, dem Sohne zu gestatten, daß er ihr etwas vorsinge. Der Vortrag des kleinen Mischa entzückte die Fürstin so sehr, daß sie dem vor Glück strahlenden Vater den Antrag stellte, sie möchte den Jungen adoptieren und für seine Ausbildung sorgen, wenn er zum Christentume übertreten wollte. Der Vater lehnte ohne lange Ueberlegung das Anerbieten dankend ab nnd meinte.: „Durchlaucht, Sie sind so reich und ich und das Judentum sind so arm, warum wollen Sie uns diesen kleinen Schatz nehmen?! . . ." Dr. H. in B. Dr. Hommel's „Haematogen" enthält animalische Stoffe und ist deswegen rituell zum Gebrauche unzulässig. Jehnda, Krakau. Der 13. Dezember 1883 war der 14.Kislev 5644. An unsere jüdischen Mitbürger. Aufopfernde Liebe nnd zärtliche Fürsorge für das Wohlergehen seiner Angehörigen, da? ernste Bestreben, seine Teuren zu versorgen, wenn das unerbittliche Schicksal den Ernährer den Arinen seiner Familie entreisst, bilden einen hervorragenden Grundzug des jüdischen Familiencharakters. Im Einklänge mit diesen traditionellen Gefühlen hat sich eine Reihe von jüdischen Männern aller Stände zusammengefunden und den Kaiser-Jubiläums-Wohlfahrts-Verein ins Leben gerufen, der nach dem Muster ähnlicher Institutionen, auf dem Prinzipe der Gegenseitigkeit fassend, der Versorgung der hinterbliebenen Familienglieder Rechnung trägt. Wie zweckentsprechend diese Neugründung ist, beweist die stattliche Zahl von Männern, die, der Einladung des Vereines folgend, trotz der wenigen Wochen seines Bestandes bereits als Mitglieder beigetreten sind. Jüdische Mitbürger! die Ihr die Versorgung Eurer Familie anstrebt, und wer wäre derjenige, dem dieses Ziel nicht stets vor Augen schwebt, tretet dem „Kaiser-Jubiiäums-Wohlfahrts-Verein“ zahlreich bei. Die ehrenwerten und unabhängigen Männer, welchen die Leitung des Vereines obliegt, Vorstand und Funktionäre, die jeder einzelne ihr Amt als ein Ehrenamt im wahrsten