Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 41 (9.10.1908)
- Date
- 1908-10-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 41 »♦ Slvch's WochemchrM» Sette 735 Vermischtes. Wien. Die Einschreibungen für den Unterricht an der Bibel- und Talmudschule * der israelitischen Kultusgemeinde, II., Tempelgasse 3, finden Mittwoch den 14. und Donnerstag den 15. Oktober zwischen 5 und 6 Uhr abends im genannten Lokale statt. Der Vorstand. Wien. Die Einschreibung zum Unterrichte an der Bibelschule, II., Rembrandtstraße 34, findet Mittwoch den 21. Oktober von 2 bis 4 Uhr nachmittags und Sonntag den 25. Oktober von 10 bis 12 Uhr vormittags im Schullokale daselbst statt. Einschreibung und Unterricht find unentgeltlich. Der Vorstand. ' , Wählerversammlung des Israel. Wählervereines. Anläßlich der im November d. I. stattfindenden Kultuswahlen berief der Israelitische Wählerverein für den XVI. und XVII. Bezirk Donnerstag den 1. Oktober 1908 in Horvats Saallokalitäten, XVI., Hubergasse 10, eine Wählerversammlung ein. Die rege Beteiligung, sowie die ungemein lebhafte Diskussion liefert das beste Zeugnis für das rege Interesse der breitesten Massen der Bevölkerung in Kultuswahlangelegenheiten. Der Obmann H. Trnka eröffnete die gut besuchte Versammlung und begrüßte den Sekretär der Kultusgemeinde, Herrn Doktor Emil Adler, der in Vertretung des Präsidiums der israel. Kultusgemeinde erschienen war. Nach Verlesung des Passus aus den Statuten, der besagt, daß es Aufgabe des WählervereineK sei, durch rege Beteiligung an den kommenden Wahlen ähnliche Mißstände, wie sie wiederholt in den früheren Wahlkampagnen sich ereigneten, zu verhindern. Das Zentralwahlkomitee möge Rücksicht nehmen auf die einzelnen Bezirke, man möge Sorge tragen, daß nicht einzelne Bezirke jahrelang ohne Vertreter im Kultusvorstande seien. Auch sollten die Kandidaten veranlaßt werden, sich in den einzelnen Bezirken vorzustellen, um die Wünsche und Beschwerden der Wähler kennen zu lernen. In eingehender Weise erörterte Herr Goldblatt, der Referent des Abends, die im heutigen Regime der Kultusgemeinde bestehenden Mißstände. Die gegen die Kultusgemeinde erhobenen Vorwürfe, betreffend der Wählerlisten und der Freigebigkeit mit Bethauslizenzen an Privatpersonen, entkräftete Herr Dr. Adler an der Hand statistischer Daten. In später Abendstunde wurde die Versammlung geschlossen. Wie». (Eingesendet.) In einem Berichte der „Neuen National-Zeitung" in der Nr. 39 vom 2. Oktober 1908, betreffend die Sperrung des Bethauses „Linath Hazedek", kommt ein auf mich Bezug habender Passus vor, als ob ich mich um Intervention an Herrn Lorenz Müller gewendet hätte. Ich bitte freundlichst, der Mitteilung Raum zu geben, daß nicht ich es war. der bei Herrn Lorenz Müller intervenierte und daß ich auch eine solche Intervention nicht veranlaßt habe. Mit bestem Danke und vorzüglicher Hochachtung Dr. Karl Lifczis. Mädchen-Unterftützungsverein. An der von diesem humanitären Vereine unterhaltenen Fachschule für Kleidermachen sind noch einige Plätze in der Abteilung für Kleidermachen und für Weißnähen frei. Der mit der Schule verbundene Spezialkurs für Spitzenausbessern und Waschen beginnt Mitte Oktober. Der Unterricht wird durchwegs unentgeltlich erteilt. Aufnahmsbewerberinnen (arme israelitische Mädchen, die der Schulpflicht genügt haben) können sich unter Beibringung des Geburts-, Impf- und Schulentlassungs-Zeugnisses in der Schulkanzlei, II., Pillersdorfgasse 8, melden. Austritte aus dem Judentum. Vom 27. September bis 3. Oktober 1908. Adel Emil, k. k. Postamts-Praktikant, geb. 11. August 1888, zu Lhota, IV., Weyringergasse 4. Blatt Elsa, Hofopernsängerin, geb. 15. April 1880, Wien, I., Opernring 7. Heller Amalle, Journalistenstochter, geb. 9. Juni 1881, Wien, laut Zuschrift des Stadtrates Brünn. Hirschfeld Friedrich, Disponent, geb. 2. Juli 1883, Linz (Ober- Oesterreich), XVI., Lerchenfelderstrasse 58. Hofmann Josef, Kontorist, geb. 12. Dezember 1883, Strakonitz (Böhmen), IV., Margarethenstrasse 31. Pollak Artur, Fabrikant, geb. 5. Juni 1864, Prag, III., Gärtnergasse 5. Pollak Franz Gustav, Gymnasiast, geb. 17. September 1894, Wien, III., Gärtnergasse 5, Eibeuschitz. Der unerbittliche Tod hat eine schwer auszufüllende Lücke in unser hierortiges Kultusgemeindewesen gerissen. Herr Jsaias Steiner, welcher durch mehr als 30 Jahre als erster Kultusrat unserer Kultusgemeinde vorgestanden, ist Montag am 38. September l. I. in seinem 68. Lebensjahre in ein befferes Jenseits abberufen worden. Montag am 28. September abends haben sich über Einladung die Kultusgemeinde-Ausschußmitglieder vollzählig in der Gemeindekanzlei eingefunden, woselbst seitens des Kultus-Vorstehers Herrn Gustav Neubauer-Samek den Anwesenden offiziell von diesem herben Verluste Mitteilung gemacht wurde. In Würdigung der allseitig anerkannten hervorragenden Verdienste des Dahingeschiedenen um das gedeihlich fortschreitende Prosperieren unseres Kultusgemeindewesens, wurde einhellig beschlossen, dem Verstorbenen ein Ehrengrab zu widmen. Unter einem wurde auch beschlossen, die Leiche im Tempel aufzubahren und dortselbst einen Trauer-Gottesdienst abzuhalten. Das Dienstag am 29. September nachmittags 4 Uhr stattgehabte Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer erhebenden Trauerkundgebung, welche deutlich von der Hochachtung Zeugnis ablegte, deren sich der hochgeachtete Dahingeschiedene im Kreise seiner Mitbürger zu erfreuen hatte. Lange vor der für die Beerdigung angesetzten Zeit war schon das Haus des Verstorbenen mit Trauergästen überfüllt. Am Leichenbegängnisse beteiligten sich korporativ die Kultusgemeinde-Ausschußmitglieder mit dem Kultusvorsteher Herr Gustav Neubauer-Samek. Die Ausschußmitglieder der israelitisch-politischen Gemeinde mit dem Bürgermeister Herrn Samuel I e l l i n e k, der Vorstand der Chewra-Kadischa, der Vorstand des israelitischen Frauen-Wohltätigkeits-Vereines, sowie zahlreiche Repräsentanten der Stadtgemeinde. Im Tempel, wohin die Leiche von Chewra-Kadischa-Mitgliedern getragen wurde, nahm die Trauerfeier mit einigen vom Oberkantor Herrn Wilhelm Löwensohn tief ergreifend rezitierten Psalmen ihren Anfang. Hierauf bestieg Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Hermann H a n d l die schwarz drapierte Kanzel und hielt eine schwungvoll formvollendete Gedenkrede, worin er der seltenen Tugenden des Verstorbenen als Mensch. Gatte, Familienvater, Glaubensgenosse und als unermüdlich, utiverdrofsenen, eifrigen Förderer unserer Kemeindeinstitutionen gedachte, welche Gedenßrede auch auf das Auditorium einen mächtig nachhaltigen Eindruck übte. Am offenen Grabe hielt der Kultusvorsteher Herr Gustav Neubauer-Samek dem Verstorbenen in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um unsere Gemeinde in tiefempfundenen Worten einen Nachruf mit der Gelobung, daß dessen Angedenken von der Gemeinde für und für hoch in Ehren gehalten werden wird. Franzensbad. (Israelitische Kultusgemeinde.) In der Ausschuß-Sitzung vom 1. Oktober 1. I. wurde Herr Theodor S p i e g l zum Vorsteher gewählt. Derselbe bekleidete dieses Amt schon in den Jahren 1899—1904 Zum Vorsteher-Stellvertreter wurde Herr Ernst Pick gewählt' Oberhollabrnnn. Am Tage des Namensfestes unseres erhabenen Monarchen, Seiner Majestät Kaiser Franz Joseph I., fand die Feier der Stadterhebung von Oberhollabrunn von einer Marktzur Stadtgemeinde statt, welcher auch die feierliche Grundsteinlegung der Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Lehrerbildungsanstalt sich anreihte. Zu Ehren dieser Feier veranstaltete die Stadtgemeinde ein Festbankett, zu welchem sämtliche Spitzen der Behörden, darunter auch der Präses der Kultusgemeinde Herr Max W a l l i s ch und Religionslehrer Herr Sigm. I e l l i n e k, Einladungen erhielten. Sofia. Der erste Dankgottesdienst für den neuen König in der Hauptstadt des Reiches hat am Versöhnungstag im Tempel der Deutsch - israelitischen Kultusgemeinde stattgefunden. Nachdem um 2 Uhr der Finanzminister Herr Sallabaschew aus Tirnowo, der alten Königsstadt, an seinen Generalsekretär depeschiert hatte, daß er den Beamten Mitteilen solle, daß soeben Bulgarien zum unabhängigen Königreich proklamiert wurde, begab sich Herr Dr. Ehrenpreis, der Großrabbiner von Bulgarien, in den Tempel der Deutsch-israelitischen Gemeinde. Wir hatten gerade das Muffafgebet beendet. Unter Affistenz des Herrn Dr. Rosenwaffec sprach sodann Herr Dr. Ehrenpreis bei offener Lade ein Dankgebet in bulgarischer Sprache und drückte den Wunsch aus, daß^f das neue Königreich einer friedlichen, gedeihlichen Entwicklung entgegengehen möge. Herr Dr. Rosenwaffer verrichtete dann in deutscher Sprache ein Gebet für den König und schloß mit dem Wunsche, daß die Königskrone nicht zu hart auf dem Haupte des Landesvaters lasten möge. M. Adler.