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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-10-02 · 40 (2.10.1908) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
40 (2.10.1908)
Date
1908-10-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Rr. 40 Dr. Blocb’s MocbenscdrtN. Seite 707 werden, welche das Zentralkomitee den neuen türkischen Regierungsanstalten gegenüber zu befolgen habe. Der Ruf nach einem neuen außerordentlichen Kongresse wird auch von anderer Seite laut. Der „Hed Hasman" ist auch ein Fürsprecher desselben und ist der Ansicht, daß der Kongreß in Jerusalem selbst abgehalten werden müßte. Juden im türkische« Heere. Mit der neuen türkischen Verfassung wird für die Juden, welche ottomanische Untertanen find, in Kürze auch die Persönliche Militärdienstpflicht zur Einführung gelangen. Es ist begreiflich, daß man im Kreise der religiös Gefinnten die Frage vorlegt/welche Vorsorge für die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der Mischen Soldaten getroffen wird. Zwei der hervorragendsten Führer der Jungtürken betonten übereinstimmend, daß fie die Berücksichtigung der religiösen Pflichten der jüdischen Soldaten für eine berechtigte und auch leicht ausführbare Forderung hielten. Man müsse den jüdischen Soldaten die Wahl solcher Garnisonen freistellen, wo fie rituelle Kost erhalten können, und sie ferner am Sabbat von jeder militärischen Dienstleistung dispensieren. Es wird natürlich rechtzeitig eine generelle Verfügung des Kriegsministers im angedeuteten Sinne erfolgen, damit sämtliche Militärbehörden seinerzeit entsprechend instruiert werden. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Julius Stiaßny: Von Alexander Selikowsky K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. G e z a Hirsch: Dr. Julius Heller und Frau K 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Grün selb: Von Heinrich Grätzer und Frau L 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Sigmund Sonnenschein: Ignaz Scheiber und Frau K 1>>.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Käthe Abeles: Von Jakob Morberger und Frau K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Daniel Neurath: Von Dr. M. H. K 5.—, Dr. K. P. 20.-, M. Mechlowitz K 10.—. Zusammen K 35.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Wilhelm Mayländer: Von G. und S. Singer K 20. - , Adolf Jellinek 20.—, Emilie Mayländer 50.—, Armin Fleischmann 10.—, A. Rotier 10.—, Familie Mayländer, Fiume K 40.—. Zusammen K 150.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Josef Kraus: Von Wilhelm Kux K 30.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Anna Modern: Von Dr. Josef und Elise Winternitz K 30.—, Familie Sigmund Blau 30.—, Ing. Karl I. Thal K 20.—. Zusammen K 80.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Erwin Schnabl: Von Familie Jakob Schnabl X 30.—, Max und Rosa Eisenberger 20.—, Louise Eisenberger 10.—, Dr. Arthur und Otto Bleyer X 10.—. Zusammen X 70.—, Anläßlich des Ablebens der sel. Franziska Rechnitz: Von Familie Samu Wellesz L 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. James Moser: Von Dr. Max Reiner und Frau K 20.—. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Oeffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien I. Seitenstettengaffe 4, II. Stock. Dienst a g, den 6. Oktober 1908, 6 Uhr abends. Tagesordnung: 1. Präsidialbericht. Wahlangelegenheiten und mehrere andere Angelegenheiten, welche Gegenstand öffentlicher Besprechung waren. 2. Verlassenschaft Seidel. Wien. (Trauung.) Donnerstag, den 8. Oktober l. I., halb 3 Uhr nachm., findet im Tempel, II., Tempelgaffe, die Trauung des Fräulein Olga Lemberger, Tochter des Bethausvorstehers Herrn Carl Lemberger, mit Herrn Adolf Böhm, in Firma M. Böhm u. Sohn, Wattafabrik, statt. Eine wichtige Jto-Konferenz in Wie«. Israel Zangwill hat vorige Woche seine Reise nach Amerika angetreten, um in Washington der Premiere seines Stückes „The Melting-Pot" (Der Schmelztiegel) beizuwohnen und wird natürlich auch die Gelegenheit benützen, um mit den amerikanischen Freunden der Jto-Bewegung Konferenzen zu pflegev. In einer Unterredung, die der Redakteur des „Jewish Chronikle" mit Zangwill am Tage vor deffen Abreise hatte, machte dieser auch über die abgesandte Expedition einige interessante Bemerkungen: „Unsere Expedition" sagte Zangwill, ist soeben zurückgekehrt und ihr Bericht ist auch schon fertiggestellt. Die endgiltige Abfassung des Berichtes wird dadurch verzögert, daß die Erdproben, welche der landwirtschaftliche Experte mitgebracht hat, erst hier analyfirt werden sollen und das dürfte einen Monat in Anspruch nehmen. Es dürfte demnächst in Wien eine Konferenz der auswärtigen Mitglieder des Jnternationalrates stattfinden, deren Hauptzweck die Beratung über den Bericht der Expedition sein wird. Die englischen Mitglieder werden ihn natürlich hier in London diskutieren. All dies wird jedoch erst in einem Monate nach meiner Rückkehr aus Amerika geschehen". Ein verdienstvoller Schulmann. Herr Samuel I. P o l l a k, Lehrer an der städtischen Knabenschule, II., Kleine Sperlgasse 2, vollendet am 9. Oktober d. I. sein siebzigstes Lebensjahr. Herr P o l l a k steht seit 1861 im Lehramte und wirkt seit 1874 als städtischer Volksschullehrer und israel. Religionslehrer an obengenannter Anstalt. Seit 1895 ist er Mitglied des Ortsschulrates im II. Bezirk. Der Jubilar, dessen Tüchtigkeit und Gewissenhaftigkeit im Lehramte von den Schulbehörden wiederholt Anerkennung gesunden, erfteut sich infolge seines regen humanitären Wirkens und wahrhaft edler Menschenliebe allgemeiner Verehrung und zählt zu den populärsten Schulmännern Wiens. Bon Seiten zahlreicher Freunde und Kollegen, wie auch von seinen nach Tausenden zählenden Schülern find dem verdienstvollen Jubilar höchst ehrende Ovationen zugedacht. Sch. Wien. Morris Rosenfeld wird, laut einer uns zugekommenen Information, nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, im „Verein zur Abwehr des Antisemitismus", sondern in der „Gesellschaft zur Erhaltung jüdischer Altertümer rc." rezitieren. Im „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" wird der bekannte Schriftsteller Jork-Steiner einen Bortrag über Arthur Schnitzlers „Weg ins Freie" halten. Die erste jüdische Akademikerin in Wien. Bekanntlich ist es nach jahrelangen Anstrengungen unserer nationalbewußten akademischen Studentenschaft in Wien gelungen, von den akademischen Behörden die Anerkennung der jüdischen Nationalität. zu erlangen. Die heurige Inskription aus der Wiener Universität brachte nun die erste Anmeldung einer A k a d e m i k e r i n, die im Nationale „Mische" Nationalität bei deutscher Umgangssprache angab. Es ist dies die ordentliche Hörerin der Philosophie, Fräulein Marianne Weisl, die 18jährige Tochter eines Wiener Advokaten, welche übrigens die hebräische Sprache auch als Konversationssprache vollständig beherrscht. Daß das Studium der hebräischen Sprache die junge Dame nicht an den übrigen Studien behinderte, ist der beste Beweis, daß fie das erste Mädchen in Wien war, das an einem Knabengymnafium als Externistin die sämtlichen Gymnafialklaffen vom Beginne bis zur Matura glänzend absolvierte. Dies unserer weiblichen Jugend als Beispiel einer nationalbewußten Betätigung. Wien. (Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk, Grün e-T h o r g a s s e 19. VIII. Jahrgang.) Der Unterricht hat bereits am 30. d. M. begonnen und finden die Einschreibungen Sonntag vormittags von 10—12 Uhr, Montag und Mittwoch abends von 5—7 Uhr statt.

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