Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 39 (25.9.1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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N-. 89 Dr. Lloeb's MoebensebrlN. «rite 689 Kaiser Franz Joseph-Jrrbilärrms-Seehospiz. Am 14. September ist hier die zweite Serie der Kinder angekommen, welche der „Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Seehospizverein" nach Grado entsendet hatte. Die Kinder wurden am Südbahnhof von ihren Eltern und von den Mitgliedern des Vorstandes empfangen. Ihr gutes Aussehen verriet, daß die Kur erfolgreich war. Bei allen wurde ansehnliche Gewichtszunahme und eine wesentliche Besserung ihrer Leiden konstatiert. In Grado hatten sich die Kurkommisfion, der Bürgermeister, das Ospizio Marino, sowie auch die Kurgäste der Kinder mit größtem Wohlwollen angenommen. Die Aerzte Dr. Marinaz und Dr. Helfer haben ihnen die sorgfältigste Pflege angedeihen lässeNi Ermutigt durch die erzielten Erfolge, wird der Kaiser Franz Joseph-Seehospizverein im nächsten Jahre seine Tätigkeit auf eine längere Kurdauer Und eine größere Zahl von Kindern auszudehnen bemüht sein und sein Bestreben darauf richten, eine permanente Heilstätte an der See zu etablieren. Er rechnet dabei auf die Mitwirkung aller Kinderfreunde. Der Seehospizverein ist bekanntlich eine der ersten Gründungen, die aus Anlaß des 60 jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers und in Erfüllung des kaiserlichen Wunsches, daß sich die Wohltätigkeit vornehmlich auf die armen Kinder erstrecken soll, ins Leben gerufen worden. Zu besonderem Danke ist der Seehospizverein dem „Kaiser Franz Joseph-Ferienheim" verpflichtet, das die Kinder, die es in früheren Jahren nach Hall und Darkau entsendet hatte, nunmehr seiner Pflege anvertraute. Die erzielten hygienischen Resultate rechtfertigen in vollem Umfange das Vorgehen des „Ferienheim". Wien. (Heimkehr der Ferienkolonisten.) Knapp vor Schulbeginn ist nun die letzte Serie der in den Kolonien des „Kaiser Franz Josephs-Ferienheim" untergebrachten Schützlinge heimgekehrt. Insgesamt haben in diesem Jahre fast 600 Kinder Aufnahme gefunden, die durchwegs vorzügliche Erholungserfolge erzielten. Besonders günstige Resultate weist die Kolonie für Herzkranke Kinder und die Rekonvaleszentenkolonie auf. In den 17 Jahren seines Bestandes hat der Verein 7226 Kinder in Ferienkolonien und Heilbäder entsendet und für diese Zwecke sowie für den Ankauf und die Einrichtung seines eigenen Heimes in Tischnowitz 525.000 K verausgabt. Der Sitz des Vereines befindet sich Wien, IX., Türkenstr. 17. Wien. Am 17. d. M. fand im „Caf6 Stephanie" eine von Herrn Dr. Josef Zipfer einberufene Konferenz statt. Vertreten waren: Der Verein der Kleingewerbetreibenden (Klausner), Verein „Emes we Scholem" (Rosenkranz und Buxbaum), Verein der Kolomeaer (Knuh und Meininger), Verein „Ohawe Israel" (Dr. Hermann Drucker), Zionistisches Landeskomitee (Torczyner), Verein „Marpe Lafenesch" (Kaiser), Verein „Linath Hazedek" (Nagel und Lifczis), Verein der Brodyer (Dr. Rybaczewsky), Verein „Ohel Abraham" (Kohn und Rosenfeld), überdies erschienen die Herren Pappenheim und Dr. Rothblum. Herr Dr. Josef Zipfer leitete nach Begrüßung der Erschienenen die Tagesordnung mit einem ausführlichen Referate ein, an welches fich eine lebhafte Debatte knüpfte. Es sprachen die Herren Buxbaum, Dr. Drucker. Dr. Lifczis, Dr. Rybaczewsky und Pappenheim, und es wurde beschlossen, Schritte einzuleiten, um eine Aenderung des Kultusgemeindestatuts zu erzielen. Wien. Der Minister für Kultus und Unterricht hat den am k. k. Sophie n- Gymnas<um wirkenden Religionsprofessor Dr. Jakob Keiß in die VIII. Rangsklasse versetzt. Wien. (Privat-Turnschule.) Die Einschreibungen an der vom hohen k. k. Landesschulrate konzessionierten Privat-Turnschule für Knaben und Mädchen im II. Bezirk, Malzgasse 16, des städtischen Lehrers Leopold Richter finden im Monate September in dessen Wohnung, II., Leopoldsgaffe 6—8, statt. Es wird um rechtzeitige Anmeldung wegen Bestellung geeigneter Turnlehrer gebeten, da zu je 10 bis 12 Kindern eine Turnkraft nötig ist. Gleichzeitig werde« auch Anmeldungen *u den Damenriegen entgegengcnommen. Der Turnunterricht beginnt Mittwoch den 7 Oktober 1908 um b Uhr abends. Das Turnhonorar betragt 4 Kronen monatlich. Wien. Der amerikanische Dichter Morris Rosen feld, der gegenwärtig Europa bereist, wird demnächst, wie wir vernehmen, im Verein zur Abwehr des Antisemitismus in Wien vorlesen. Nähere Bekanntgabe wird folgen. Wie«. Jaques Bergl, Mitglied der k. k. Hofoper, hat seine Lehrtätigkeit für Violine wieder begonnen. Wien. (Todesfall.) Am 13. d. M. verschied nach langem schweren Leiden Frau Sofie Lippe, geborene Zwinger, die Witwe des vor acht Jahren verstorbenen Wiener Buchhändlers und Bibliographen Ch. D. Lippe. In 45jähriger Ehe mit ihren auch durch seine hervorragende philanthropische Tätigkeit weit und breit geschätzten Gatten vereint, war sie ihm eine aufopferungsvolle Lebensgefährtin und ihren Kindern, dem Schriftsteller Dr. Adolf Lippe, Frau Amalie Leviusohn und Frau Jlka Staub, eine liebevolle Mutter. Das Leichenbegängnis fand am 15. d. M. statt. Austritte aus dem Judentum» Vom 13. bis 19. September 1908. Bader Emil, Redakteur, geb. 4. März 1874, Wien, IX., Porzellangasse 18. Baumgarten Alice, Private, geb. 8. Oktober 1874, Wien, IX. Bez., Dietrichsteingasse 6. Barbier Marie, geb. Ascher, Hebamme, geb. 23. November 1874, Wien, V., Bränhansgasse 43. Blau Moriz, Ingenieur, geb.' 25. März 1872, Wien, Brünn. Figdor Karl, Schriftsteller, geh. 31. Angust 1881, Wien, XVIII., Colloredogasse 34. Goldner Rosa, Private, geb. 10. April 1894, XVIII., Theresiengasse 10. Goldreich Elsa, Edle von Bronneck, geb. Kelemen, geboren 19. Dezember 1859, Raab, I., Fischhof 5. Goldreich Friedrich, Edler von Bronneck, geb. 14. Dezember 1851, Knekovic, I., Fischhof 5. Kohn Michael, geb. 13. September 1876, Lemberg, XVII., Geblergasse 60. Kutschera Viktoria, Schauspielerin, geb. 14. Jänner 1891, Wien, VI., Gumpendorferstrasse 93. Langstein Alice Lilli, geb. Kornblüh, Bnnkbeamtensgattin, geboren 15. Oktober 1880, Wien, IX., Grüne Torgasse 3. Lederer Richard, Mediziner, geb. 2. Jnni 1885, Karlsbad, IX., Rossauergasse 4. Lemberger Helene, Private, geb. 25. August 1894, XIII. Bezirk, Wambachergasse 8. Lilienfeld Sarah, geb. 3. April 1879, Holandry, Galizien, IX. Bez., Alserstrasse 18. Marchfeld Rudolf, Kaufmann, geb. 26 April 1879. Wien, Linz. Oroszy Isidor Alexander, Artist, geb. 22 Juli 1874, Wien, IX., Nussdorferstrasse 5. Rappaport Salomon Leib, Kommis, geb. 18. Oktober 1863, Drohobycz, II., Grosse Stadtgutgasse 14. Rode Otto Josef, Techniker, geb. 9. September 1888, Czernowitz, Bukowina, VI., Theobaldgasse 7. Schall Heinrich, Privatbeamter, geb. 3. März 1877, Wien, II. Bez., Grosse Pfarrgasse 5. Schwarz Julie, Private, geboren 3. März 1883, Wien, II., Untere Augartenstrasse 5. Schwitzer Emma, Private, geb 5. Februar 884, Wien, IV. Bez., Brahmsgasse 3. Wei8S Ella, Kontoristin, geb 16. Jänner 1882, Karlsbad, IX. Bez., Liechtensteinstrasse 47. Pilse«. Die 10'/,jährige Violin-Virtuofin Gert« Schloffer aus Brünn veranstaltete im Laufe des Monate» August d. I. in den Kurorten Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und Bad Elster Konzerte, welche sich überall eines enthusiastischen Beifalles erfrcuten. Aus den vorliegenden Kritiken sei folgendes hervorgehoben: Eine Stelle im „Karlsbader Badeblatt" lautet: „Oerta Schloffer ist ein Talent! Das interessante, kleine Mädchen mit den glänzenden Augen, in denen unruhige Flimmerlichter herumhüpfen, bietet Leistungen, die als Offenbarung eines bedeutenden Talentes erscheinen, wie es die Natur nur ganz vereinzelt hervorbringt." Das „Marienbader Tagblatt" schreibt: Ein reizend kleines Mädchen. Gert« Schloffer aus Brünn, gab im Kursaale ein selbständiges Violin-Konzert und eroberte im Sturm die Zuhörerschaft. Wir lernten da ein ganz außergewöhnliches Talent kennen, das zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Man mußte nur staunen, was für große, warme Töne sie mit ihren kleinen Händchen der Geige zu entlocken weiß; man mutz ihre eminente technische Fertigkeit bewundern, mit der sie die größten Schwierigkeiten bewältigt. Ebenso lobend äußert sich das „Franzensbader Tagblatt" und der „Anzeiger für Bad Elster" bemerkt am Schluffe seiner Kritik: „Unsere Erwartungen wurden in jeder Hinsicht weit übertroffen, und wir wünschen Gert« Schloffer zu ihrem weiteren künstlerischen Fortkommen nur einen Arthur Nikisch oder Max Fiedler als Protektor, und ein neuer Geigenstern geht am Kunsthimmel auf."