Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 39 (25.9.1908)
- Date
- 1908-09-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021764-3021804--17679-3042567- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
s>t* Llocv's Mocvenscvrirr. Seite 679 nt. ss Sachs-Wien, Dr.-Med. Schnabl-Wien, k. k. Baurat Wilhelm S t i a ß n Y-Wien, Dr. Bela T a u s s i g-Wien zusammensetzte, fand bereits am 29. März d. I. unter dem Vorsitze von Justizrat Dr. Maximilian H o r w i tz eine vertrauliche Konferenz jüdischer Notabeln aus verschiedenen Ländern statt, an der u. a. teilnahmen: Justizrat Dr. Blau-Frankfurt a. M., Josef Chischin- Moskau, M. Dorn-Berlin, I. Dreyfus - Brodsky-Basel, Kommerz.-Rat H. EiSner-Berliu, Dr. Garkavy.MoSka», Ch. Hallgarten-Fraukfurt a. M., K-mmerz. Rat M. Halperin. Kiew. Jakob Herz (i. F. Poznanski).Lodz. Julius Jaeoby- Berlin, Justizrat Dr. E. Lachmanu-Berlin, Geh. Mediziualrat Prof. Dr. Landau»Berlin, Weh-Rat Dr. Maretzki-Berli«, Dr. Paul Nathan-Berlin, Prof. Dr. Philippsou» Berlin, S. Nheinhold.Hannover, Prof. Dr. Simonsen-Kopenhagen, Prof. Dr. Steiu»Bern, Moritz Warburg-Hamburg, Prof. Dr Warbnrg»Berlin, Dr. Weisl-Wien, David Wissotzki- Moskau. Diese Versammlung nahm zunächst folgende, von Justizrat Dr. Eugen F u ch s-Berlin beantragte Resolution an: „Die Versammlung erachtet die Begründung einer Gesamtorganisation für erforderlich, welche vor allem die jüdischen, auf dem Gebiete der Ansiedlung tätigen Vereinigungen undKräfte zu gemeinsamer Arbeit zusammenfaßt, und setzt zu ihrer Schaffung ein vorbereitendesKomitee ein." Ferner votierte die Versammlung einstimmig nachstehende, von den Herren Justizrat Dr. Edmund Lachmann- Berlin, Prof. Dr. Ludwig Stein- Bern, Dr. Paul Nathan-Berlin, Moritz Marburg -Hamburg, Justizrat Dr. Blau-Frankfurt a. M. eingebrachte und von Dr. Bela Taussi g-Wien amendierte Resolution: „Die Versammlung, die von Glaubensgenossen aus einer Reihe von Ländern besucht war, erachtet eine fortlaufende V e r st ä n d i g u n g z w e ck s g em ei n sa m er Aktion auch in der Kolonisationsfrag e bei entsprechendem Anlaß zwischen den bestehenden Organisationen' für notwendig. Zu diesem Zwecke ist von den bestehenden Organisationen ein Ausschuß zu bilden, der nach Bedürfnis Zusammentritt. Das vorbereitende Komitee wird beauftragt, in diesem Sinne die Verhandlungen mit den großen Organisationen zu führen. Der Vorsitzende der heutigen Versammlung, Justizrat Dr. Maximilian Horwitz, wird ersucht, dieselben zu leiten." In Durchführung des ihm erteilten Auftrages hat sich das vorbereitende Komitee einerseits mit Fachmännern auf dem Gebiete des Kolonisationswerkes, sowie mit den leitenden Persönlichkeiten der großen, jüdischen Organisationen hinsichtlich des Tätigkeitskreises der zu gründenden Kolonisationsgesellschaft ins Einvernehmen gesetzt, andererseits ein Memorandum in Sachen der ständigen Kooperation der jüdischen Organisationen an sämtliche in Betracht kommenden Körperschaften verschickt. Nachdem die vorbereitenden Studien genügend weit gediehen waren und eine Reihe von Körperschaften dem Kooperationsantrag in prinzipieller Weise zugestimmt hatte, berief das Komitee eine neuerliche Konferenz jüdischer Notabeln nach Berlin ein, um über seine Tätigkeit Bericht zu erstatten. Für diese Konferenz, die Sonntag den 20. September 1908 im Verwaltungshause der Jüdischen Gemeinde Berlin, Rosenstraße 2—4 tagte, hatten ihre Beteiligung u. a. angemeldet: Sanitätsrat Dr. Apfel-Köln, Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Aron-Berttn, Geheimer Kommerzienrat Aronfohn, Landtagsabgeordneter Bromberg, Advokat Dr. L. Bendiener, Vizepräsident der israel. Kultusgemeiude Prag, S. Berget» Berlin, Oskar Berlin-Berlin, B. Birnbanm-Londo», Geheimer Sanitätsrat Dr. Blumeuthal-Berlin, Prof. Dr. E. Blnmenthal- Berlin. I. Chischin-Moskau, R.-A. Dr. Cohn. Landtagsabgeordneter, Dessau, I. Dreyfns-Brodsky, Großindustrieller, Basel, Rabbiner Dr. Eschelbacher-Berlin, Max Elb-Dresden, Dr. Feilchenfeld-Berli«. Konsul A. Fleischl-Budapest, Doktor A. Friedmann-Berlin. Justizrat Dr. E. Fuchs-Berlin, Advokat Dr. Gabel, Reichsratsabgeordneter, Wien, R.-A. Dr. Garkavy- Moskau, Rechtsanwalt Dr. Guggenheim-Offenbach. Doktor Goldflamm-Warfchau. Kommerzienrat M. Halperm-Kiew, Dr. H. G. Heymann-Berlin, Dr. Hirsch Hildesheimer-Berlin, Rabbiner Dr. Horoviy-Frankfurt a. M.. S. v. Horowitz. Großgrundbesitzer, Lemberg, Justizrat Dr. M. Horwitz-Berliu, Aron Hirsch-Berlin, Kommerzienrat Benjamin Hirsch-Halberstadt, Dr. Hirsch. Präsident der Synagogengemeinde Hannover. Stadtrat Kalisch-Berlin. R.-A. Dr. A. Klee-Berlin, Dr. Edmund Kohn-Wien. Paul Laskar-Hambnrg, Martin Lebrecht-Niiruberg, Levin Epstein-New-Uork, Justizrat Dr. Lippmann-Hamburg, Kommerzienrat A. Löwenberg-Berlin, Dr. N. Löwenstein, Reichsratsabgeordneter, Wien, Hermann Landau - London, Geheimer Rat Prof. Dr. Landsberg-Berlin. Lippmann-Bloch- Breslau, Grigory Lurie-Piusk, Fabriksbesitzer Magnus, Präs, der Syuagogengemeinde Leipzig, Dr. Mahler. Reichsratsabgeordneter, Wien, Prof. Dr. Mandelstamm-Mew. k. k. Banrat O. Marmorek-Wie«, Prof. Dr. Maybanm-Berli«, Doktor Mittwoch-Berlin, Dr. Alfred Rosfig-Berliu, Professor Doktor M. Philippsou-Berlin, Geheimer Regiernngsrat Prosesior Dr. Pinner-Berlin. Exz. wirk! Geheimer Rat L. S. Polliakow- Moskan, Dr. H. Rappaport-Trantenau, kaiserl. Rat Leopold Sachs-Wien, Dr. Schaff, Präsident der israel. Kultusgemeiude, Lemberg, Direktor A. Schwarz-Mährisch-Ostrau, Moritz Simon- Wiesbaden, Adv. Dr. Adalbert Skall-Prag, Dr. Sonnenschein, Präsident der Kultnsgemeinde Troppau, Prof Dr. L. Stein- Bern, Meyer A. Spielmann-Londo«, Dr. A. Stand, Reichsratsabgeordneter, Wien, Dr. A. Stern-Bukarest, k. k. Baurat W. Stiaßny-Wien, M. A. Strauß, Bankier, Karlsruhe, Doktor Tansfig-Wien, Dr. Dilles. Präsident der israel. Kultusgemeiude Krakau, Justizrat Dr. Timendorfer-Berliu, Dr. Otto Thon, Rabbiner, Krakau, Kommerzienrat R. L. Trier-Darmstadt, Gustav Tuch-Hamburg, Prof. Dr. O. Warburg-Berli». Oskar Waffermanu-Berliu, Dr. F. E. Weißl-Wieu, Rabbiner Dottor Werner-München. Ueberdies stellte eine Reihe von Persönlichkeiten der geplanten Aktion ihre Kräfte zur Verfügung und sandte Begrüßungsschreiben ein, die in einem folgenden Bericht veröffentlicht werden sollen. Die Konferenz, deren Beratungen durch Justizrat Dr. Maximilian Horwitz eröffnet und geleitet werden, nahm zwei Referate von Dr. Alfred Nosiig: „Der Zusammenschluß der jüdischen Organisationen" und „Leitende Ideen und Arbeitsplan einer Allgemeinen Jüdischen Kolonisations-Or ganisation",zur Kenntnis und votierte hierauf folgende, von Dr. Paul N a t h a n-Berlin beantragte und von Prof. Dr. Martin Philipps on-Berliu amendierte Resolution: „Die am 20. September 1908 in Berlin tagende Versammlung erklärt ihre Uebereinstimmung mit dem einmütigen Beschlüsse der Versammlung am 29. März d. I. und bezeichnet demgemäß den Zusammenschluß der großm jüdischen Organisationen zu einer Gesamtorganisation mit einer ständigen Zentrale, unbeschadet der selbständigen Betätigung jeder einzelnen Organisation auf ihrem Sondergebiet, als dringend geboten. Der Gesamtorganisation wird es obliegen, Aufgaben des Judentums, deren Lösung die Organisationen in ihrer Vereinzelung nicht herbeiführen können, nach gemeinsamer Verständigung auf Grund einheitlicher Gesichtspunkte in Angriff zu nehmen. Die Versammlung erklärt es als Notwendigkeit, daß an dieser Gesamtorganisation alle großen jüdischen Körperschaften mit entsprechenden Zielen Anteil nehmen und es wird zugleich zu erstreben sein, daß alle Länder, in denen ein reges, jüdisches Leben vorhanden, in dieser Gesamtorganisation vertreten sind. Schließlich spricht die Versammlung die Hoffnung und den dringenden Wunsch aus, daß die noch abseits stehenden Organisationen sich möglichst bald anschließen. Mit den Verhandlungen zu diesem Zwecke, insbesondere auch zur Herbeiführung eines Ausgleiches zwischen den heutigen Beschlüssen und den ein verwandtes Ziel verfolgenden Vorschlägen der „Jca", sowie mit den detaillierten vorbereitenden Festsetzungen über die Zusammensetzung und über den Arbeitsmodus der Gesamtorganisation wird ein