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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-09-11 · 37 (11.9.1908) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
37 (11.9.1908)
Date
1908-09-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 37 Dr. Llocb's Mlocvenscdrln. Seite 655 Leichenbegängnis der Rabbinersgattin Frau Charlotte Schmiedl. Am 9. d. M. wurde die fromme, edle, hochbetagte Gattin des Rabbiners Dr. Adolf Schmiedl, Frau Charlotte geb. Fischer, unter außergewöhnlicher Teilnahme, welche sowohl der Verblichenen als dem allverehrten Gatten galt, zu Grabe getragen. Lange vor der festgesetzten Trauerfeier hatte sich eine imposante Schar von Trauergästen in dem Trauerhause eingefunden, um dem schwergeprüften greisen Gatten und den Angehörigen der Verblichenen Worte herzlichster Teilnahme zu entbieten. Dann erschien der Gesamtvorstand unter Führung der beiden Präsidenten, der Herren Dr. Alfred Stern und Dr. Gustav K o h n, ferner sämtliche in Wien anwesenden Rabbiner und Kantoren, Oberkantor Guttmann und der Tempelchor. Im Trauergemach sprach Rabbiner Dr. Schmiedl der. entschlummerten Gattin tieferschütternde Worte des Abschiedes. Dann wurde der Sarg gehoben und unter Trauerchören in den Leichenwagen gebracht. Der größte Teil der Anwesenden gab der verblichenen edlen Frau, die sechzig Jahre in frommer Hingebung Leid und Freud des Gatren teilte, das Geleite zum Zentralfriedhof. Hier fungierte Oberkantor Guttmann unter Assistenz des ersten Kantors Jurberger und des Tempelchores in erhebender Weise, worauf Oberrabbiner Dr. Güdemann in ergreifender Rede den Schmerz des schwergeprüften Gatten, seines Amtskollegen, schilderte, und die seltenen Frauentugenden der Dahingeschiedenen kennzeichnete, der allgemeinen Teilnahme der Kultusgemeinde und ihres würdigen Vorstandes überzeugende Worte leihend. Der Trauerzug setzte sich in Bewegung, die sterblichen Reste der frommen Frau wurden ins Grab gesenkt, Kantor und Chor stimmten den ergreifenden Trauerchoral an, der trauernde Gatte streute schluchzend eine Handvoll Erde ins Grab, Scholle um Scholle fiel auf den Sarg, und mittags 12 Uhr war die Trauerfeier zu Ende. Wien. (T a l m u d - T h o r a - V o l k s s ch u l e, Wien, II., M a l z g a s s e 16.) Die Schülereinschreibnngen für das Schuljahr 1908/09 finden am 13., 14. und 15. September von 8 bis 12 Uhr vormittags statt. Kinder, welche für die erste Klasse angemeldet werden, haben Geburts- und Jmpfzeugnis, solche aus anderen Schulen die Schulnachricht mit der Uebersiedlungsklausel beizubringen. Für Kinder, welche noch nicht sechs Jahre alt sind, muß rechtzeitig bei der Sektion II des k. k. Bezirksschulrates um die Bewilligung zur Aufnahme angesucht werden. Bücher und Befreiung vom Schulgeld werden nur bei nachgewiesener Armut bewilligt. Der Vorstand. Wien. Unser geschätzter Freund und Mitarbeiter, der gelehrte Rabbiner Dr., M. L. Ster n, wurde nach längerem Leiden aus seinem nur der Wissenschaft, Gottesfurcht und Verwandtenliebe gewidmeten Leben in ein besseres Jenseits abberufen. Ueber den Heimgegangenen, der sowohl durch seine hohe Gelehrsamkeit und seine philosophische Bildung eine Zierde seines Standes war, wird uns geschrieben: Dr. M. L. Stern in Waag-Neustadtl geboren, widmete sich frühzeitig der Pädagogik und diente demselben zum Vorbild der ausgezeichnete jüdische Pädagoge Rabbiner Josef W e i s s e in W.-Ujhely. Doktor Stern bekleidete, auch bevor er Rabbiner wurde, hervorragende Hofmeisterstellen zu Wartberg und Colloredow, wo auch dessen guter Ruf fortlebt. In der alten Gemeinde Triesch, wo einst der als Koryphäe berühmte Gelehrte Rabbi Eleasar, genannt Schemen-Rokeach, wirkte, war dieser treffliche Seelsorger bestrebt, mit Erfolg die unversiegbaren Quellen des Wahren und Schönen durch Wort und Schrift zu erwecken. Körperlich leidend, war Dr. Stern, geistvoll rüstig, ein Stern erster Größe am Horizont vielfältig jüdischen Wissens, ein treuer Jude, ein Muster der Seelsorger. Sein Andenken sei zum Segen! Albert L ö w. Austritte aus dem Judentum. Vom 30. August bis 5. September 1908. AStschul Pauiine, Private, geb. 21. Juni 1880, Wien, XX., Wasnergasse 27. Burger Sigmund Leopold, geb. 18. April 1873, Wien, XIV., Pillergasse 6. Fessler Gustav, Eisenbahnbediensteter, geb. 25. August 1881, Gänserndorf. III., Kolouitzgasse 10. Fischer Ottilie, Private, geb. 24. März 1886, Pfraumberg, Böhmen, XIX, Gatterburggasse 21. Geiringer Adele, Private, geb. 11. Februar 1886, Wien, I., Wallnerstrasse 9. Geiringer Ella, Gymnasiastin, geb. 25. April 1890, Wien, I., Wallnerstrasse 9. Meitner Rosa, Private, geb.‘i6. Juni 1886, Wien, L, Esslinggasse 15. Reicher Friederike, geb. Reicher, Arztensgattin, geb. 10. Juli 1879, Wien I., Sehottenring 14. Strauss Richard, Dr., Advokat, geb. 19. April 1872, Horie. Böhmen, XIX, Blasstrasse 10. Strauss Stefanie, Private, geb. 10. September 1880, Wien, XIX., ßlasstrasse 10. Salzburg. A» dem Leichenbegängnis des so unerwartet schnell dahingeschiedenen Landespräsidenten, Sr. Exellenz Graf St. Julien- Walliee, hat auch unsere israelitische Gemeinde die Ehre gehabt, des amtlichen Programms gemäß, deputativ teilzunehmen, und zwar für Gemeinde und Vorstand: Herr Rabbiner Adolf Ullmann, Herr Vorsteher Rudolf Löwy, Herr Tempelvorsteher Gustav Schwarz, Herr Kaffier Heinrich Anninger und Herr Ludwig Fischer. Pribram Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde in Pribram hat einstimmig beschlossen, aus Anlaß des 60. Regierungsjahres Seiner Majestät des Kaisers und Königs Franz Joseph I. einen Betrag von 500 Kronen für die Anstalt für israelitische Idioten vom Flachlande des Königreichs Böhmen zu widmen. Auch die hiesige Beerdigungsbrüderschaft „Chewra- Kadischa" hat 250 Kronen und der „vamskv ävbroeiuv spolek;‘ 250 Kronen für diesen Zweck gewidmet. Tarnow. Einen vortrefflichen Mann haben wir Freitag den 4. d. M. zu Grabe getragen: Herrn Joachim M a s ch l e r, der im 42. Lebensjahre in Breslau verschieden ist und dessen sterblichen Reste hieher überführt und dem Schoße der Erde übergeben wurden. Er war Gemeinderat, Mitglied im Bezirksausschuß, Assessor im Kreisgerichte, Vorstand in vielen Vereinen. Nie hat man sich vergeblich um Hilfe au ihn gewendet. Die ungewöhnliche Achtung, welche der so jäh aus dem Leben gerissene Mann genoß, manifestierte sich bei seinem Leichenzug, bei welchem der Wiederhall tiefgehender Trauer von einer nach Hunderten zählenden Menge zu ergreifendem Ausdruck gelangte. Innsbruck. Eine hochgeachtete Familie ist in tiefe Trauer versetzt worden. Herrn Kultusvorsteher Louis Bauer ist seine Gattin, Frau Anna Bauer, geb. Ellinger, im 53. Lebensjahre entrissen worden. Die Heimgegangene erfreute sich in allen Kreisen wegen ihres Geistes und ihrer Tugenden außerordentlicher Achtung, die sich auch in der zahlreichen Beteiligung bei der Mittwoch den 9. September stattgefundenen Beerdigungsfeierlichkeit zeigte. Dem trauernden Gatten und der Familie sind aus diesem Anlasse zahlreiche Kundgebungen der Teilnahme zugekommen. Binkobce. Slavonien. (R a b b i n e r i n st a l l a t i o n.) Am 1. September nurde Se. Ehrw. Herr Bezirksrabbiner Dr. Artur M a r m o r st e i n, bisher Rabbiner in Jamnitz, Mähren, in sein neues Amt feierlichst eingeführt. Der junge gelehrte Rabbiner, Schüler des Hildesheimerschen Rabbinerseminars, der einer weitverbreiteten Rabbinerfamilie entstammt und sich trotz seiner Jugend wegen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in Fachkreisen einen guten Namen und vorzüglichen Ruf erworben, wurde von seiner Gemeinde mit großen Ehren empfangen. Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde, unter Leitung des Vorsitzenden, des Herrn Bankdirektors Ignatz Löwy, ging dem neuen Rabbiner bis zur Station Dalja entgegen, wo er ihn aufs herzlichste begrüßte. In Vinkovce wurden der Herr Rabbiner und seine Begleitung von der ganzen Gemeinde, Jung und Alt, Männer und Frauen, am Bahnhofe erwartet und mit Eljen-Rufen empfangen. Nach kurzen Begrüßungen begleitete man den neu angekommenen Rabbiner in die Stadt. Nachmittags 4 Uhr fand die eigentliche Amtseinführung in der festlich geschmückten und vollen Synagoge statt, im Beisein der politischen Behörden. Im Vestibül der Synagoge begrüßte der Vorsteher Herr Ignatz Löwy Se. Ehrw. Herrn Bezirksrabbiner Doktor Marmor st ein und begleitete ihn und die anwesenden Gästen zu den Ehrenplätzen. Nach dem Minchagebet führte Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Alex. Jordan aus Szatmär mit einer überaus geistreichen gelungenen Rede seinen Amtskollegen in sein neues Amt ein. Hierauf ergriff Se. Ehrw. Herr Bezirksrabbiner Dr. Marmorstein das Wort zu seiner inhaltsreichen und erhebenden Antrittsrede, die auf die Gemeinde einen nachhaltigen Einruck ausgeübt hat Zuletzt sprach noch Se. Ehrw. Herr Bezirksrabbiner Dr. Marmorstein

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