Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 35 (28.8.1908)
- Date
- 1908-08-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette 618 sr. Lloev's Mscvenscbrltt. Nr. 35 Die jüdische Nationalflagge. Aus Husiatyn (Galizien) wird uns berichtet: Am 18. August, dem Geburtstage des Kaisers Franz Joseph, waren sämtliche Häuser der Stadt beflaggt. Ein Fremder, der an diesem Tage durch die Stadt gegangen wäre, hätte einen Beweis für die nationale Zerklüftung dieses Reiches erblickt in den verschiedenfarbigen Fahnen, welche von den einzelnen Dächern herabwehten. Neben der schwarz-gelben Fahne des Hauses Habsburg flatterte die polnische und ruthenische Nationalfahne, während von zahlreichen Häusern, in welchen Juden wohnen, neben den genannten Fahnen noch die blau-weiße, jüdisch-nationale Flagge in die Lüfte wehte. Die jüdischen Parteien in der Türkei. Dem „Lemberger Tagblatt" wird aus Konstantinopel geschrieben: Die jüngsten, politischen Ereignisse haben in der jüdischen Bevölkerung der Türkei eine Spaltung hervorgerufen. Der Antagonismus, der ohnedies zwischen den Sephardim und Aschkenasim besteht, wurde nur noch verschärft. Die Sephardim behaupten, sie seien die wahren türkischen Bürger unter den Juden, weshalb auch die den Juden zugedachten Sitze im Parlamente ihnen gebühren. Die Aschkenasim wollen dies nicht anerkennen und drohen, sich mit den Mohammedanern oder den Christen zu verbinden. Aber selbst unter den Aschkenasim herrscht nicht die erwünschte Einigkeit. Hier führen die Zionisten einen heftigen Kampf gegen die Orthodoxen. In vielen Städten der europäischen Türkei wurden jüdische Wahlkomitees eröffnet. Der Wahlkampf dürfte ein sehr scharfer werden. Interessant ist auch die Meldung, daß in manchen jüdischen Kreisen der Plan besteht, in Palästina zum Andenken an die Verkündigung der Verfassung einen nach dem Sultan zu benennenden Wald zu pflanzen. _ VerinLscbtes. Ar«mzablöfuugSspe«deu zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstetteugasse 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sei. Adolf P o l l a k: Von Markus Strumpf L 10.—, Viktor Löbl 10.—, S. Pick 10.—, Alfred (Brite K 20.—. Zusammen K 50.-. Anläßlich des Ablebens des fel. Adolf Eichberg: Von Sigmund Popper und Frau X 20.—, Julius Neustadt und Frau 20.—, Fritz und Mitzi Taußig K 10.—. Zusammen K 50.-. Anläßlich des Ablebens der sei. Josefine Braun: Von Max und Gisela Zirner X 20.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Katharina Toch: Von ihren Söhnen Karl und Alfred X 40.—, Familie Karl Zilzer 20.— Emil und Hermine Schwarz 10.—, Felix von Sonnenthal 20.— Stefan Ritter von Galltti X 20.—. Zusammen K HO.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Jacques Drucker: Von Julius Bellak X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Maximilian Bloch: Von Leopold Wolf und Söhne, Kismarton K 30.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa Schulz: Von Familien Schwarz-Popper-Spitzer K 20.—, Julie Wolkenfeld X 6.—. Zusam. X 26.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Eharlotte Marschik: Von Alois Lemberger X 30.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Gisela Schwarz: Von Albine und Gustav Deutsch K 10.—, Julius Rechnitz 20 —, Richard Rcschowsky 20 —, E. Zeiger X 10.—. Zusammen K 60.-. Zur Erinnerung an unseren teueren Papa zum 13. Juli K. 150.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Professors Dr. Eduard Spiegler: Von Professor Löwi X 20.—, Josef Löw, Budapest K 50.—. Zusammen L 70.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Josef Stern: Von Dr. B. Ziegler X 3 —, Dr. Isidor Braun X 3.—. Zusam. X 6.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moriz Altmann: Von I. Kremeneckh K 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Gisela Fuchs: Von Emma Md Regiue Eisner X 10.-, Fanny Stern K 2.—. Zusam. K 12.—. Anläßlich des Ablebens der sel. I u l i e T r e b i t s ch: Von L. Rosenthal X 20.-, A. Rosenthal 20.-, Vollak 20.-, Egon Frmckl 20.—, Rahel Marmarosch X 20.—. Zusammen K 100.—. Ferner als Spende von F. Z., Wien X 4.—. Wien. Der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Stern, feiert am 29. d. M. in vollster Rüstigkeit seinen 77. Geburtstag. Ein Sonnenthal-Jubiläum. Hofschauspieler Adolf Ritter v. Sonnenthal feiert in der kommenden Saison ein seltenes Jubiläum. Am 19. Februar 1909 find es fünfzig Jahre, seit er zum Hofschauspieler ernannt wurde. Das Burgtheater plant aus diesem Anlasse eine große Sonnenthal-Ferer. Wie«. An den Verein zur Ausspeisung israelitischer Schulkinder des XVI. und XVII. Bezirkes und des damit verbundenen Kinderhortes ist eine Zuschrift des Bürgermeisters eingelangt, in welchem dem Vereine der Allerhöchste Dank für die Loyalitätskundgebung an den Kaiser übermittelt wurde. Veranlassung hiezu war ein Huldigungstelegramm an Se. Majestät den Kaiser, welches gelegentlich eines Jubiläumskinderfestes an die k. u. k Kabinettskanzlei gerichtet wurde. Um das Zustandekommen dieses Festes hat sich Herr Ottomar Katz der Schriftführer des Vereines ganz besondere Verdienste erworben. — Der genannte Verein beteilt während des ganzen Schuljahres 140 Kinder mit warmem Mittagessen und unterhält gleichzeitig einen Kinderhort, in welchem 70 Kinder untergebracht sind. — Obwohl uns noch mehrere Wochen vom Schulbeginn trennen, mehren sich die Gesuche um Aufnahme derart, daß, wie seit den zehn Jahren des Bestandes, auch in diesem Jahre eine Steigerung zu erwarten ist. Um diesen Anforderungen voll und ganz entsprechen zu können, bittet die Vereinsleitung um die Unterstützung edler Menschenfreunde. Sitz des Vereines: Amtslokal der israel. Kultusgemeinde für den XVI. und XVII. Bezirk, XVI. Hubergasse 8. Austritte aus dem Judentum. vom 16. bis 22. August 1908. Beck Oskar, geb. 6. März 1878 zu Budapest, XVI., Abelegasse 3. Biach Wilhelm, Spänglergehilfe, geb. 8. Dezember 1884, Nikolsburg Mähren, XII., Herthergasse 18. Grüner Richard, Privatbeamter, geb. 17. Oktober 1882, Wien, II., Hofenedergasse 2. Hochwald Siegfried, Privatbeamter, geb. 9. November 1866 zu Olmiitz, XIX., Heiligenstädterstrasse 9. Kress Josefine, Näherin, geb. 23. März 1881, Wien, XIII, Iheringgassg 23. Mayer Karoline, geb. zu Wien, Mauer, Rosenhügelpark 1. Stromek Rudolf, Privatbeamter, geb. 5. Oktober 1875, Wien, VI., Schmalzhofgasse 12. Abbazia. (B a r-M i z w a h-F e i e r.) Am 15. August wurde der Sohn des Herrn Berthold Fischer, Likörfabrikanten aus Wien, Franz Fischer, anläßlich seiner Bar-Mizwah während des Samstag-Gottesdienstes in der Pension Breiner zur Thora gerufen und trug die Haftora exakt und mit Verständnis vor. Bad Reichenhall (Trauung.) Dienstag den 8. September d. I. findet die Trauung des Fräuleins Flora Steiner, Tochter des Herrn Heiprich Aork- Steiner aus Wien, mit Herrn Meh.-Dr. Alexander Muszkat statt. Kostel. (R a b b i n e r-J n st a l l a t i o n) Samstag, den 22. August fand die feierliche Installation unseres neugewählten Rabbiners, Sr. Ehrw. Herrn Jakob H o f f m a n n, statt. Nach der herzlichen Begrüßung seitens des Kultusvorstehers Herrn Baruch Kohn betrat Herr Rabbiner H offmann die Kanzel und hielt eine von konservativ-jüdischem Geiste durchtränkte Antrittspredigt, die mit großem Beifall ausgenommen wurde. Butschowitz. Vergangenen Sabbat feierte hier das greise Ehepaar Ignatz und Hanni Jellinek das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlasse war das Jubelpaar sowohl im Gotteshause als auch im eigenen Heim der Gegenstand herzlichster Aufmerksamkeiten. Teplitz-Schönau. (Sanitätsrat Dr. Ignaz Hirsch gestorben.) Am 10. d. M. ist hier der Geheime Sanitätsrat Dr. Ignaz Hirsch nach langer schwerer Krankheit im 74. Lebensjahre verschieden. Der Verblichene, welcher bis zur letzten Wahlperiode durch 30 Jahre ununterbrochen dem Stadtverordnetenkollegium und 25 Jahre dem Stadtrat angehörte, war einer der verdienstvollsten Männer der Stadt, der sich insbesondere um die Ausgestaltung des Kurortes große Verdienste erworben hat, die auch bei seinem heuer erfolgten Ausscheiden aus dem Stadtverordnetenkollegium durch einstimmige Wahl zum Ehren-