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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-08-14 · 33 (14.8.1908) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
33 (14.8.1908)
Date
1908-08-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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9>t. 33 PL. Vioch^s WocherrjÄrrM Sette 687 Vermischtes. Wien (Israelitische Kultusgemeinde.) Nach dem behördlich genehmigten Statute der Wiener israelitischen Kultusgemeinde find u. a. vom aktiven Wahlrechte für den Kultusvorstand jene Kultussteuerträger ausgeschlossen, welche am Tage des Ablaufes des kundgemachten Wahl-Reklamations- Termines, diesen Tag mitgerechnet, für das laufende Jahr die Kultussteuer nicht bezahlt haben. Im Hinblicke auf die in diesem Jahre stattfindenden Wahlen werden die P. T. Steuerträger, welche mit der Kultussteuer noch im Rückstände sind, eingeladen, diese bis zum angegebenen Zeitpunkte, d. i. bis spätestens 24. September 1908, zu entrichten, da andernfalls die Aufnahme ihrer Namen in die Liste der Wahlberechtigten im Hinblicke auf die obenzitierten statutarischen Bestimmungen unzulässig wäre. Wien. Anläßlich des Allerhöchsten Geburt sfestes Sr. Majestät des Kaisers finden Dienstag den 18. August d. I. in den Gemeindebethäusern der israelitischen Kultusgemeinde Wien feierliche Gottesdienste statt, und zwar: im Stadttempel, I., Seitenstettengosse 4, um V-ilO Uhr vormittags; im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 3, um 10 Uhr vormittags; im Fünfhauser Tempel. XV., Turnergasse 22, um 9 Uhr vormittags; im Ottakringer Tempel, XVI., Hubergasse 8, um 7 Uhr früh; im Währinger Tempel, XVIII., Schopenhauerstraße 39, um 7 Uhr früh; im Floridsdorfer Tempel, XXI., Schindlergasse 4. um 6 Uhr abends. > Im Tempel, VI., Schmalzhofgasse 3, um V28 Uhr vormittags; im Tempel der Josefstadt, VIII., Neudeggergasse 12, um Vs 11 Uhr vormittags; im Tempel, IX., Grünethorgasse 13, um 6 Uhr abends; im Brigittenauer Tempel, XX., Kluckygasse 11, um 11 Uhr vormittags; im Bethaus „Adaß Jisroel", II., Gr. Schiffgasse 8, um ya 7 Uhr. Der Vorstand des Tempelvereines des XHI. Bezirkes veranstaltet am Montag den 17. August 1908 um 7 Uhr abends den Festgottesdienst in seinem Bethause, XIII/2, Penzingerstraße 132, ebenso finden in sämtlichen Bethäusern Wiens Festgottesdienste statt. Wien. (Ein achtjähriger Komponist.) Der achtjährige Albert L i n s ch ü tz, Sohn des Musikalienhändlers I. Linschütz, hat einen Walzer, betitelt „Kaiserjubiläums-Walzer", komponiert, wofür ihm vom Oberstkämmereramte die volle Anerkennung ausgedrückt wurde. Wie». Die Loyalitätskundgebung des Jüdischen Humanitären Hilfsvereines „Treue Brüder" an den Kaiser wurde durch ein Dankschreiben der Kabinetskanzlei im Wege des Magistrats dankend zur Kenntnis genommen. Unter Einem wird den P. T. Herren ordentlichen und unterstützenden Vereinsmitgliedern, sowie den Förderern und Gönnern bekannt gegeben, daß der Vorstand des obigen Vereines Montag den 17. d. M.. abends 7 Uhr, anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät, in seiner Vereinskanzlei, II., Schreygasse 9, einen Festgottesdienst abhalten wird. Jubiläumswerk für das Kind. Der amerikanische Philanthrop Nathan Straus, der in jüngster Zeit das von ihm erfundene Milchpasteurisierungssystem in Wien zur öffentlichen Ausstellung brachte, hat anläßlich des Besuches seiner Exposition durch den Minister des Innern Freiherrn v. Bienerth diesem, wie wir bereits meldeten, die Ueberlaffung eines Apparates für öffentliche Zwecke in Aussicht gestellt. Ucber Ansuchen des Präsidiums der großen Kommission des Jubiläumswerkes für das Kind, die unter anderem auch Studien über die Organisation des Säuglingsschutzes anzustellen beabsichtigt, hat Minister Baron Bienerth sich bereit erklärt, das Nathan Straussche Modell der großen Kommission zur Verfügung zu stellen. Wien. Am 2. d. M. wurde Med. Dr. Josef Stern im Alter von 70 Jahren zu Grabe getragen und bekundete die zahlreiche Beteiligung seitens der Bekannten, Freunde und Koll-gen bei der Beerdigung, bei welcher auch der langjährige Hausfreund Gemeinderat Ferdinand Klebinder erschien, welch hoher Beliebtheit der Verblichene im Bezirke sich in allen Kreisen erfreute. Rabbiner Dr. Bach würdigte in einem warmen Nachrufe deffen Vorzüge und Verdienste — ebenso sprach namens der zahlreich anwesenden Aerzte Herr Dr. Ziegler ergreifende Abschiedsworte am Grabe. Austritte aus dem Judentum. vom 2. bis 8. August 1908. Blumenthal Elsa geb. Gutmann, Private, geb. 9. Februar 1881, Wien, Xlll, Einsiedeleigasse 9. Bodenstein Alfred, geb. 12. April 1875, Wien, Vli., Zullergasse 38. Buchsbaum Leb, Infanterist, geb. 31. Dezember 1882 zu Rozhadow, Galizien, XIII., Intanterie-Kadettenschnle Breitensee. Klein Edith, Private, geb. 3. Dezember 1883, Wien, I, Graben 28. Kohn Sigmund, Kaufmann, geb. 8. April 1870, Wien, XVIII, Schwendenweingasse 6. Thenen Salvator Maximilian, Dr., Privat, geb. 25. Februar 1872 zu Könnend, Komitat Vas, Ungarn, XII., Rosenhiigelgasse 3. Wengraf Karoline, öfientliche Gesellschafterin der Firma Wengraf- Platzer, VI., Schmalzhofgasse la. Pohrlitz. Der Nestor der Israel. Lehrerschaft, der durch seine pädagogische und schriftstellerische Tätigkeit rühmlichst bekannte Herr Emannel Bondi, emer. Schuldirektor und Ehrenbürger der israel. Gemeinde Pohrlitz, ist am 7. d. M. in Göding, wo er seit dem Ableben seiner Gattm domizilierte, nach kurzem Leiden verschieden. Der Verblichene, im Jahre 1819 in Zohorov in Böhmen geboren, widmete sich frühzeitig dem Lehrstande und wurde im Jahre 1850 als Leiter der Schule in die rsr. Gemeinde Pohrlitz berufen. Ein Lehrer, der in seinem Berufe voll und ganz anfaing. brachte er die Schule auf eine Höhe, daß dieselbe zu einer mustergültigen in ganz Mähren wurde. Zwei Bischöfe (Schaafgotsche und Nöttig), welche die Schule inspizierten, waren des Lobes voll über die Leistungen der Schüler und letzterer bezeichnete dieselbe als „Oase im Bezirke". Unter Stremahr erhielt er den Titel eines „Musterlehrers" und später den Titel eines Schuldirektors. Als Gründer des Mährisch-schlesischen israelitischen Lehrervereines war er bis zu seinem Hintritte Präses desselben und die meisten seiner hebräischen und Religions-Lehrbücher waren dem Vereine gewidmet, so daß der Fond zur Unterstützung von israelitischen Lehrerswitwen und Weisen ziemlich anwuchs. Die irdische Hülle des Verblichenen wurde in feierlicher Weise zum Gödinger Bahnhof geleitet und nach Pohrlitz überführt, wo er seinem Wunsche gemäß an der Seite seiner seligen Gattin zur Ruhe gebettet wurde. Der Kultusausschuß trat sofort nach Einlangen der Trauernachricht zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, in welcher Herr Kultusvorsteher Schnabl Mitteilung von dem Ableben des Direktors Bondi machte und demselben einen würdigen Nachruf hielt. Die Versammelten hatten sich zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen erhoben und wurde oiese Trauerkundgebung dem Sitzungsprotokolle einverleibt. Weiters beschloß der Kultusausschuß, zur Ehrung des Dahingeschiedenen eine Kranzablösungsspende von 50 K für wohltätige Zwrcke zu erlegen, durch 30 Tage im Tempel ein Seelenlicht brennen zu lassen und den Namen des Verewigten für immerwährende Zeiten in die Haskara behufs üblicher Verlesung an den Ftsttagen aufzunehmen. Am Leichenbegängnisse beteiligten sich korporativ der Kultusausschuß mit dem Kultusvorsteher Herrn Herrn. Schnabl, der Vorstand der II. Stadtgemeinde mit dem Bürgermeister Herrn Heinr. Ellinger, der Vorstand der „Chewra-Kadischa", der Vorstand des israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereines, der Männergesangsverein „Frohsinn" mit der Fahne, Herr Bürgerschuldirektor Tichy, Herr Oberlehrer Schuberts, Herr Lehrer S. Spielmann aus Jglau, in Vertretung des Vereines der Pohrlitzer in Wien Herr Direktor B. Nassau und Herr Doktor Karl Steiner und auch die Schuljugend unter Führung der Lehrerin Fräulein Koberz und des Religionslehrers Herrn Adler. In der Friedhofshalle hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner I. Weiß dem Dahingeschiedenen einen tiefempfundenen Nachruf, welcher sowohl durch seinen Inhalt als auch durch den Schwung der .'>iede auf die Zuhörer den nachhaltigsten Eindruck ausübte. Am offenen Grabe sprachen Herr Oberlehrer Schuberts namens der Lehrerschaft und Herr Dr. Carl Steiner namens des Vereines der Pohrlitzer in Wien. Die kantoralen Funktionen besorgte in bekannt vorzüglicher Weise Herr Oberkantor Roth, der Männergesangverein „Frohsinn" sang einen Trauerchor. Für wohltätige Zwecke wurden anläßlich dieses Leichenbegängnisses als Kranzablösungsfpenden gewidmet: Israel. Kultusgemeinde Kronen 50, Chewra-Kadischa 20, Frauen-Wohltätigkeitsverein 10, II. Gemeinde Pohrlitz 10, Männergesangsverein „Frohsinn" 10, Verein der Pohrlitzer Wien 10, S. Bondi 10, Dr. Emil Ellinger 10, Wilhelm Bader 4, Karl Seidl , Elias Ellinger 4, zusammen Kronen 142.—. 8. A. Lemberg. Die philosophische Fakultät der hiesigen Universität erläßt ein Preisausschreiben für die beste in polnischer Sprache verfaßte Arbeit über „die ökonomischen Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung in den polnischen Ländern".

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