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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-08-07 · 32 (7.8.1908) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
32 (7.8.1908)
Date
1908-08-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 32 Dr Llscb's Mlocvenscvrm« Sette 571 Löw 20.—, G. Fried 20.—, Oskar Fürst 20.—, Dr. Fritz Todesko 10. , Josef Kaufmann 40. - , kais. Rat Julius Stern 20.—, Familien Steinhof-Horowitz 50.—, Julius Epstein 50.—, Benno Löwber50.—, Heinrich Spiegler 50.—, Sandor Latzko, Budapest X 50.—. Zusam. K 750.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Helene Albrecht: Bon Eduard Freyberg, Reichenbera K 20.—, Josef Freyberg, Reichenberg 20.—, A. Lötvenstein 20.—, Fritz und Ela Rosenbaum 2<>.— , Doktor Ernst Schwarz K 10.—. Zusammen K 90.—. Wien. Montag den 10. August findet die Trauung des Herrn Malkiel Kramer, Sohn des Herrn Rabbiner Kramer, mit Fräulein Mathilde Tauber. Tochter des Herrn Moritz Tauber, Weinhändler in Budapest, in Savanyukut (.Sauerbrunn) statt. Baden. An die Präsidentin des Israelitischen Frauen- Wohltätigkeitsvereines in Baden, Frau Julie Lettner, Gemahlin des verdienstvollen Kultuspräsidenten Moriz Lettner, langte am 1. d. M. von der Badener k. k. Bezirkshauptmannschaft auf Allerhöchstem Auftrag folgendes Dankschreiben herab: „Zufolge Statthalterei-Erlasses vom 30. Juli l. I., Pr. Z. 2613/20, wird im Allerhöchsten Aufträge für die mit dem Huldigungstelegramme vom 16. Juli 1908 zum Ausdrucke gebrachte Loyalitätskundgebung aus Anlaß des 60. Jahres der Regierung Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät den Beteiligten der Allerhöchste Dank bekanntgegeben. Für den k. k. Bezirkshauptmann: R. Czyhlarz. Austritte aus dem Judentum. vom 26. Juli bis 1. August 1908. Fischl Georg, Friseurgehilfe, geb. 26. Jäuner 1880, Wieu, XV., Rosinagasse 9. Hochwald Lydia, Lehrmädchen, geb. 5. Juli 1893, Triest, XIX., Heiligenstädterstiasse 9. Neuhaus Anna, Private, geb. 19 Oktober 1881, Kagran. II. Bez., Sterneckplatz 13. Paunzen Josef, Schlossergehilfe, geb. 15. November 1878, Wieu, III.. Löwenherzgasse 13. Politzer Karl, geb. 16. Juni 1875, Wieu, VI, Garbergasse 10. Pollitzer Lotti verw. Löwy, geb. 28. Mai 1875, Wien, XVI., Abelegasse 7. * Bant Max, geb. 9. Dezember 1893, Wien 1 Baumann Hermann, geb. 23. Februar 1894, Wien { -2 ... Bild Adolf, geb. 14. Februar 1894, Wieu I L Fisier Abraham, geb. 26. Juni 1894, Wien i '--Z LH Hudes Hegina, geb. 4. April 1894, Wien < L jj Milion Mina, geb. 3. Dezember 1893, Wien I Rycker Hermann, geb. 4. Dezember 1893, Wien { 5 Steuer Martha, geb. 10. Juli 1894. Wien ) ** Dr. Hinko Fürst. Am 30. Juli wurde der Präses der israel. Kultusgemeiude Sisak und langjährige Stadtphysikus Dr. Hinko Fürst zu - Grabe getragen. Der in seinem Leben als Arzt und Menschenfreund so vielen geholfen, so viele Qualen, so viel Not gelindert hatte, fand auf seinem letzten Wege das Geleite dankbarer Verehrung, wie er es verdient. Die ganze Stadt nahm teil, Magistrat und Gemeinderat, die Beamten aller hiesigen Behörden, die angesehensten Bürger, alle städtischen Vereine, ebenso wie die jüdischen Korporationen folgten dem Trauerwagen. Vor dem Tempel wurde der Sarg niedergesetzt und nachdem der Sisaker Oberkantor Herr M. DarvaZ den ergreifenden Trauerchoral beendete, feierte der hiesige Rabbiner Herr Doktor A. Heisz in einer formschönen und gehaltvollen, von warmer Empfindung durchdrungenen deutschen Rede die hohen Verdienste des Verblichenen als Mensch und Jude. „Und seine Arme wurden nicht müde, bis seine Lebenssonne sank", dies könne man gleichwie von Mose auch von diesem Edlen in Israel sagen, der unermüdlich, bis ihn die Krankheit bezwang, für das Judentum ebenso wie für das Wohl seiner Mitbürger ohne Unterschied des Glaubens und Standes wirkte. Auch Rabbiner Prof. Dr. Gavro Schwarz aus Zagreb, der hierauf in kroatischer Sprache das Wort ergriff, wußte in begeisterter Weise den Tugenden des Verblichenen gerecht zu werden, sein jüdisches Wissen und Empfinden, sein vierzigjähriges Wirken im Dienste der Stadt, welche ihre meisten sanitären Institutionen, insbesondere das Spital, seiner Tatkraft und Initiative verdankt, seine Uneigennützigkeit und selbstlose Hilfsbereitschaft zu schildern. — Vor dem Tempel und am offenen Grabe trug der kroatische Gesangverein „Danica" weihevolle Trauerchorale vor. Die Kultusgemeinden in Zagreb und Karlovoc hatten Vertreter gt schickt und von Brod a. d. Save war Rabbiner Herr Dr. Stern erschienen. Der Verblichene wurde — wie er es auch verdiente auf Kosten der Kultusgemeiude und der „Chewra-Kadischa" — in einem Ehrengrabe zur ewigen Ruhe bestattet. Nach der Trauerzeremonie erschienen im Trauerhause verschiedene Korporationen unter Führung ihrer Vorsteher und Präsidenten, um der trauernden Familie ihre Kondolenzen zu übermitteln. Dr. Hinko Fürst wurde im Jahre 1840 in Zala-Egerszeg in Ungarn geboren und wirkte seit dem 4. Juni 1867 bis zu seinem Lebensende als Arzt resp. Stadtphysikus in Sisak. Unermüdlich stand er also volle 40 Jahre im Dienste der Stadt und seiner leidenden Mitbürger. Sein Hauptaugenmerk richtete et auf die Gründung eines Spitals, was ihm auch im Jahre 1870 teilweise gelang, indem in einem Privathause ein Spital mit sehr bescheidenen Mitteln errichtet wurde, bestehend aus nur sechs Betten. Die nötigen Instrumente schaffte Dr. Fürst aus eigenen Mitteln an, wie auch der größte Teil der Betriebskosten von ihm selbst bestritten wurde. Im Jahre 1879 zählte das Spital bereits 36 Betten und im Jahre 1897 wurde sein sehnlichster Wunsch ganz erfüllt, indem ein prachtvolles, allen hygienischen Anforderungen entsprechendes großes Spital aufgebaut wurde. Volle 27 Jahre wirkte Dr. Fürst im Spital als leitender Direktor, in welcher Periode zirka 15.000 Personen die Wohltaten eines modernen Spitals genossen haben. Im Jahre 1907 wurde der Verblichene für seine großen Verdienste auf sanitärem und humanitärem Gebiete durch Seine Majestät mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet. Ehre seinem Andenken! V. Kobsa. Auszeichnung Prof. Dr. Ludwig Geigers. Aus Berlin, 3. d., wird uns telegraphiert: Prof. Dr. Ludwig Geiger ist Geheimer Regierungsrat geworden. Feuilleton. Eine Kabbiirerwahl Ein Kulturbild der Gegenwart von Dr.. Armin Schnitzer, Oberrabbiner in Komürom.*) I. Kapitel. An einem heißen Sommernachmittag fuhr ein Wagen die staubige Straße von dem Bahnhofe in K. nach dem zwei Stunden entfernten Städtchen P. Müde und verdrossen zogen die alten Gäule, die wohl einst bessere Tage gesehen haben mochten, den schwerfälligen, wenig Komfort bietenden Wagen. Die P'erde lenkte ein kleines Männchen, das infolge dar drückenden Schwüle und vielleicht auch, weil es die Ansicht des *) Ich muss gestehen, dass ich nur mit Widerstreben an die Veröffentlichung dieser Arbeit gehe. Es dürfte nach der Ansicht Vieler eines alten Rabbiners nicht würdig sein, Erzählungen und nicht die Resultate seiner wissenschaftlichen Forschungen zu bieten; aber ich, der ich seit nahezu siebenundvierzig Jahren in ein und derselben Gemeinde wirke, die Erscheinungen der Zeit mit Aufmerksamkeit verfolge und auf dem Gebiete des jüdischen (lemeindelebens so manche Erfahrungen gesammelt, habe das Streben, diese Erfahrungen zum Nutzen meiner Zeitgenossen zu verwerten Und darum habe ich die Form der Erzählung gewählt, die aber für den aufmerksamen Leser manche ernste Wahrheit enthält und die sich glatter und angenehmer liest als eine Sammlung trockener Sentenzen.

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