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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-07-24 · 30 (24.7.1908) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
30 (24.7.1908)
Date
1908-07-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 540 Dr. Mock s MocdenscdrLtt. Rr. 30 Austritte aus dem Judentum. vom 12. bis 18. Juli 1908. Fehl Gertrude, Schauspielerin, geb. 13. Juui 1888, Wien, IX. Bez., Servitengas^e 5. Golwig Arnold, Fabrikant, geb. 6. September 1865, Wien, VI., Rahlgasse 1. Golwig Jakob Hans, Kaufmann, geb. 23. März 1876, Wien, VI., Rahlgasse 1 Grossmann Rudolf, Schriftsteller, geb. 16. April 1882, Wien, XIV.. Goldschlagstrasse 90. Hirsch Rudolf, Student, geb. 21. Dezember 1889, Wien, XIII., Trauttmansdorffgasse 5. Kranz Julius, geb. 6. Oktober 1874, Bielitz, Oesterr.-Schlesien, VII., Randgasse 32. Marbach Josef, technischer Beamter, geb. 19. November 1875, Stockerau, Am Tabor 28. Neubauer Therese, Private, geb. 2. Juni 1867, Wien, II., Zirkusgusse 52. Rostau Josef, Disponent, geb. 4. November 1879, Wien, XIV, Weiglgasse 17. Sandner Karoline geb. Löwy, geb 31. März 1866, Petzenkiechen Böhmen, XIV., Sechshauserstrasse 5. Seidler Rudolf, Buchbindergehilfe, geb. 5 September 1882, Wez, Böhmen, VIII., Stozzigasse 20. Schwarz Johanna geb. Milion, geb. 29 November 1879, Brünn, IV. Weyringergasse 37. Stiassny Bianca, Private, geb. 2. März 1886, Wien, III, Erdbergerlände 12. Strauber Leibisch, geb. 2. Mai 1883, Pistrow, Galizien, il Bez.. Sebastian Kneippgasse 9. Mähr.-Weitzk»rcheu. Am 8. Juli I. I. fanden in der Kultiisgemeinde Mähr.- Weißkirchen die Wahlen für den Ausschuß statt und wurden nachbenannte nenn Herren in den Ausschuß der Kultusgemeinde gewählt: Herr Samuel Kober, Herr Sigmund Beuisch, Herr Emauuel Sobek, Bürgermeister S. Schlesinger, Herr Rudolf Hans, Herrn Karl Baron, Herr Julius Gestler und die Herren Alois Rieseufeld und Leopold Riesenfeld. In der hierauf am 15. Juli stattgefundenen koustiluierenden Sitzung wmden zum Kultusvorsteher Herr Samuel Kober und zu Beiräten die Herren Sigmund Beuisch und Emauuel Sobek gewählt. Herr S. Kober wird in Bälde seinen 70. Geburtstag feiern und erfreut sich vollkommener geistiger und körperlicher Frische. Der bisherige Kultusvorsteher Herr JUDr. Josef Rein zieht sich nach, langjähriger, erfolgreicher,Tätigkeit als Advokat, während welcher er durch sein vornehmes Gebahren sich das Vertrauen und die Sympathien aller Bevölkerungskreise erworben bat, nach Wien ins Privatleben zurück und sieht die Gemeinde mit Bedauern ihn aus ihrer Mitte scheiden. Uugarisch-Brod. (Tod der Rabbiners Witwe Netti Hoffman n.) Vergangene Woche ist in der Ortschaft Lazy in Oesterr.- Schlesien die Witwe nach dem ehrwürdigen Rabbiner M. D. Hoffman« im Alter von 80 Jahren eines sanften Todes gestorben. Gemäß einem bei Lebzeiten wiederholt geäußerten Wunsche sind ihre sterblichen Ueberreste nach Ungarisch-Brod überführt und daselbst auf dem israelitischen Friedhöfe an der Seite ihres Mannes, der ihr vor 19 Jahren im Tode vorangegangen war, zur ewigen Ruhe gebettet worden. Die große Zahl der Trauergäste, welche ihr von dem Trauerhause in Lazy bis zur Bahnstation Orlau und dann von der Zeremonienhalle in Ungarisch- Brod bis an das offene Grab das letzte Geleite gaben, lieferte den untrüglichen Beweis der außerordentlichen Wertschätzung und innigen Verehrung, deren sie sich in weiten Kreisen erfreute. Sie stammte aus der hochaugesehenen Familie Latzko aus Waog-Neustadtl und stand von dieser Seite her in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Herren Wilhelm und David Ritter v. Gutmann, deren Gattinnen Leni bezw. Sophie gebürtige Latzkos waren. 37 Jahre war die Verstorbene in glücklichster Ehe mit ihrem Manne vereint, in dessen patriarchalischem Hause sie als Muster einer frommen und wohltätigen Frau waltete, mit aufopfernder Liebe für ihre Angehörigen, voll Stolz auf den erhabenen Beruf ihres Mannes. Nach seinem Tode widmete sich die in der tiefsten Seele schwer getroffene Frau nur dem pietätvollen Andenken ihres Mannes und feiner Verherrlichung. Mit seltener Energie und ungewöhnlicher Umsicht ging sie daran, das hinterlossene Manuskript Rabaus Machschuwans dem Druck zu übergeben. Im Jahre 1891 sind unter ihrer Leitung zwei Bände dieses von der Kritik äußerst günstig beurteilten Werkes im Urtexte erschienen. Nur der Eingeweihte kann ermeffen, wie schwierig dieses Unternehmen für eine Frau war. Sehr bezeichnend bleibt der Ausspruch des verstorbenen Lektors am Wiener Rabbinerseminar I. H. Weiß „Sie wollen ein Sepher herausgeben?", frug er mit dem Ausdrucke des höchsten Erstaunens und Zweifelns, indem ein satirisches Lächeln seine Lippen umspielte. Als aber der erste Baud broschiert vorlag, faßte er, der damalige Nestor der hebräischen Schriftsteller, nach erfolgter Durchsicht des Buches sein Urteil in den Worten zusammen, „das ist ein schönes Werk". Als Witwe lebte Rabbinerin Hoffmann in den letzten Jahren bei ihrer verheirateten Tochter in Lazy in stiller Zurückgezogenheit, von ihren Kindern und Kindeskindern abgöttisch verehrt. Der Tod hat sie vollends überrascht, noch morgens verrichtete sie ihr Gebet, dann häusliche Arbeiten, begoß den Leander und bestellte das Frühstück. Als ihre Enkelin mit dem Frühstück um 7 Uhr früh in das Zimmer trat, zählte sie nicht mehr zu den Lebenden. Drei Söhne, zwei Töchter und die Schwiegerkinder gaben ihr das letzte Geleite zu dem Ehrengrabe, welches der Kultusvorstaud von Ungarisch-Brod in anerkennenswerter Weise beistellte. Besonders hervorgkhoben muß werden die Leichenrede welche Rabbiner Dr. Jung hielt, und die Beteiligung des Kultusvorstandes und der Chewra-Kadischa. In das Grab wurde etwas Erde aus Jerusalem versenkt, welche Rabbiner Hoffmann mit der ausdrücklichen Zweckbestimmung hinterlassen hatte. Klosterneuburg. Verehrliche Redaktion! Zufolge der in Ihrem letzten geschätzten Blatte gebrachten Notiz, unsere Kultusgemeinde betreffend sind uns von N. N. K 20 zugekommen. Dem Spender sagen wir den besten Dank. Hochachteud für die israelitische Kultusgemeinde Tulln Alois Fischt. St. Georgen. (Todesfall.) Hier ist in seinem 78. Lebensjahre der allgemein hochgeachtete Rabbiner Samuel Rosenbaum gestorben. Derselbe war wegen seiner tiefen talmndischen Gelehrsamkeit in ganz Ungarn eine bekannte Persönlichkeit und bedeutet sein Tod für die Kultusgemeinde St. Georgen einen großen Verlust. In seiner Vaterstadt Preßburg stellte diesem gelehrten Manne die isralitische Gemeinde e n Ehrengrab bei und wurde derselbe bei imposanter Beteiligung und würdigem Nachrufe des gelehrten Oberrabbiners Schreiber und seines Schwiegersohnes, des Güssinger Oberrabbiners, bestattet. Nach vorangegangenen, rituellen Zeremonien in St. Georgen wurde dem Dahingeschiedenen von Seite seines Sohnes und seiner Schwiegersöhne ein würdiger Nachruf gewidmet und beteiligte sich an seinem Ehrengeleite an der Spitze des Magistrates auch Bürgermeister Julius von Jünoska. Seine Gemeinde war bei der Beerdigung durch den Gemeiudevorstand, nnd zwar den Herren Oehler, Endler, Boinitzer und Hübsch vertreten. Morris Rosenfeld. Aus Karlsbad wird gemeldet: Der berühmte Jargondichter Morris Rosenfeld weilt zur Erholung gegenwärtig in Karlsbad. Gegen Ende dieses Monates wird der Dichter im Kursalon mehrere seiner Gedichte in englischer Sprache und im Jargon zum Vortrage bringen. Der Ofener Oberrabbiner Dr. Arnold Kiß, welcher die Gedichte Rosenfelds ins Ungarische übertragen hat, wird die Rezitation durch einen Vortrag einleiten. Saisonbrief aus Sanerbrnnn. Aus dem Kurorte Sauerbrunn in Ungarn (Savanyukut) wird uns geschrieben: Die Saison hat nun ihren Höhenpunkt erreicht. „Komplett" ist die Devise. Was Wunder, da Allmutter Natur diese Sommerfrische mit so köstlichen Gaben ausgestattet! Die alten Stammgäste sind der Perle des Rosaliengebirges" treu geblieben — selbstverständlich kann man füglich ausrufen — und neue Gesichter gibt es in Hülle und Fülle. Man zählt hier Wiener Familien, die bereits im Wonnemond dem Dunstkreise der Millionenstadt entfliehen, um so zeitlich wie nur immer im Waldesrauschen und Tannenduft sich zu ergehen und nicht minder von dem erfrischenden, prickelnden, heilbringenden Naß der Paulsquelle, so „Sauerwasser" genannt, zu schlürfen. Lag da nicht der Gedanke nahe, den unsere Glaubensgenossen schon seit mehreren Jahren reiflich erwägen, ein ständiges Gotteshaus hier zu errichten? Bis jetzt behalf man sich mit einer Betstube, die sich aber des öfteren nur zu klein erweist. Eine im Kaffeehause des Herrn Bank ad hoc einberufene Besprechung der maßgebenden Persönlichkeiten hat sich denn auch mit der Tempelfrage gründlich beschäftigt. Ueberhaupt verficht der Jude hier energisch sein gutes Staatsbürgerrecht und wenn ein Oedenburger Gymnasiastlein sich erfrecht, auf offenem Platze eine antisemitische Bemerkung zu machen, flugs wird das naseweise Bürschchen am Kragen gefaßt und dem strafenden Atme der Gerechtigkeit zugeführt. Mag es hier ferner — leider auch unter den Glaubensgenossen — gewisse Opportunisten geben, welche die just in der Sabbathnacht

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