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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-07-24 · 30 (24.7.1908) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
30 (24.7.1908)
Date
1908-07-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 536 m. Zswco'L- WLrrcvLnscorllu hl. 30 aufs beste. Die Mädchen liefern bereits nach Wien s-'hr schöne Arbeiten und sind mit ihrem Verdienste zufrieden. Infolgedessen haßen wir uns veranlaßt gesehen, in Rzeszow ebenfalls eine solche Schule zu errichten, und haben am 1. Juni d. I. eine Lehrerin dorthin entsendet. Netze für Zerstäubungsapparate. Für einen Exporteur in Böhmen haben wir eine kleine Quantität grüner Netze für Zerstäubnngsapparatc nach einem von ihm mitgeteilten Muster in Jaryczow bei Lemberg anfertigen lasien. Die Probe ist gut ausgefallen und wir erwarten von ihm nunmehr eine größere Bestellung für die dortige Bevölkerung. Ueber die Einführung der Maschinstrickerei und der Erzeugung von Arbeiterwäsche schweben derzeit Verhandlungen mit Unternehmern; Verhandlungen über die Einführung der Erzeugung von Leder- und Hunyaschuhen, die uns mehrfach in Anspruch nahmen, haben ein positives Ergebnis nicht gezeitigt. II. Sonstiges. Sozial-ethische Aktion. Im Laufe dieses Jahres baden wir uns auch eingehend mit der Frage beschäftigt, wie unsere. Tätigkeit, die bisher in erster Reihe darauf gerichtet war, „die materielle Lage der Juden in Galiüen zu verbessern", dahin ausgedehnt werden könnte, „das Kulturniveau dieser Juden nach Möglichkeit zu heben", nm auf diese Weise auch die andere, im § 1 unserer Statuten als Zweck des Hilfsvereines angegebene Richtung unserer Tätigkeit intensiver zu pflegen. Wir sind im Begriffe, eine Anzahl Gutachten darüber einzuholen, durch welche Veranstaltungen die Hebung des Kulturniveous herbeigeführt werden könnte, um sodann ein Programm für diese Tätigkeit aus zuarbeiten. Wie wir hören, wird vom Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin im Laufe des Herbstes eine Konferenz zusammenberufen werden, die aus Oesterreichern und Deutschen bestehen und sich ebenfalls mit der Aufstellung eines Programms für diese Aktion befassen soll. Organisation. In Durchführung des § 21 unserer Statuten hat die Vereinsleitung Veranlassung getroffen, daß in Lemberg und Krakau aus der Mitte der dort wohnhaften Vereinsmitglieder je ein Beirat bestellt werde. Diesen Beiräten wird Gelegenheit gegeben werden, sich über wichtigere Vereinsangelegenheiten, insbesondere über solche von grundsätzlicher Bedeutung, zu äußern. Sie können auch Jnttiativ-Anträge stellen und Anregungen geben. Da in Wien mehrere Körperschaften rc. bestehen, deren Wirksamkeit darauf gerichtet ist. Juden in Galizien kulturell zu fördern (Galizischer Hilfsverein, Jsr. Allianz, Baron Hirschstiftung, Vertretung der „Jca"), ohne daß diese Körperschaften mit einander bisher in regelmäßiger Verbindung standen, wurde von uns die Anregung gegeben, durch zeitweilige Konferenzen der Sekretäre dieser Körperschaften eine solche Verbindung herzustellen, eine Anregung, die überall günstig ausgenommen wurde und demnächst verwirklicht werden wird. Propaganda. Behufs Zuführung neuer Mitglieder wurde in Lemberg die Einsetzung eines Agitationskomitees veranlaßt, dem es bereits gelungen ist, eine große Anzahl Mitglieder neu anzuwerben. Es isi zu hoffen, daß auch in Krakau eine derartige Agitation entfaltet werden wird, und es wäre überhaupt zu wünschen, daß unsere Ortsgruppen einen ernstlichen Versuch unternehmen, die mit jedem Jahr naturgemäß abnehmende Mitgliederzahl zu erhöhen. In Tarnow ist die Bildung einer Ortsgruppe im Zuge, in anderen Orten Galiziens, wo eine Ortsgruppe nicht errichtet werden kann, wird versucht, einzelne Mitglieder zum Beitritte zu unserem Vereine zu gewinnen. Das Präsidium des Hilfsvereines für die notleidende Der Sekretär: jüdische Bevölkerung in Galizien: gez. Dr. Wilh. Liiwy. gez. Adolf Pick, Sigmund Mayer. Jubiläums Hilfst)ereiu für Waisen und verwahrloste Kinder aus den österreichischen Alpen- und Karstländern. Am 19. d. M. fand in Wien, in Guths Hotel, die Gründung des obigen, vom Herrn Lehrer Heinrich Moses im israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereine in Neunkirchen beantragten Vereines statt, welcher viele Vertreter von Kultusgemeinden und Frauen-Wohllatigkeitsvereinen aus den benannten Landern anwohnten. Auch zahlreiche schriftliche und telegraphische Begrüßungen liefen ein. Die Versammlung wurde in erhebender Weise eröffnet. Die Einberuferin, Frau Charlotte Preis, gedachte in begeisterten Worten des sechzigjährigen Regierungsjubilaums des Kaisers, welche Ansprache die Versammlung stehend anhörte. Nach Genehmigung der vom Referenten Herrn Moses verlesenen Statuten wurde zur Wahl geschritten und gehören der Vereinsleitung folgende Damen an: Julie Lettner und Schneider (Baden), Reichsfeld (Groß-Enzersdors), Sofer (Korneuburg), Mahler (Kemmelbach), Bardowitz (Mödling), Charlotte Preis, Helene Gerstl und Seiden (Neunkirchen), Weißkopf und Rosa Maier (Wr.-Neustadt), Wallisch (Oberhollabrunn), Leicht (St. Pölten), Munk und Maier (Stockerau), Singer und Graf (Waidhofen a. d. Th.), Biller und Stern (Graz', Richetti (Triest). Der Verein bezweckt die Errichtung eines Waisenhauses in Baden. Baden. Unsere Kurstadt hat eindn edlen Toten zur letzten Ruhe gebettet, einen Mann, wie er in unserer Zeit zur Seltenheit geworden ist. Der verewigte Gyrimastakpvofestor Dr. Franz Süß war den Lesern der „Oesterr. Wochenschrift" nicht fremd und sie erinnern sich gewiß mit Bewunderung des Feuereifers, mit welchem er für Wahrheit und Gerechtigkeit einzutreten gewohnt war. Ein edles Denkmal hat sich der Verblichene gestiftet in einem merkwürdigen Testament mit Legaten und Stiftungen für arme Schüler ohne Unterschied des Volksstammes und des Glaubensbekenntnisses. Er stiftete ein Legat für das Landskrvner Gymnasium, bezw. für den Unterstützungsverein, sofern ein solcher für das Gymnasium besteht und zwischen den Schülern in volklicher und glaubenssächlicher Hinsicht keinen Unterschied macht, 600 Kronen. Für die armen Schüler des St. Pöltener Gymnasiums in derselben Weise wie in Landskron 400 Kronen. Für die armen Schüler des Badener Gymnasiums in derselben Weise wie in Landskron 400 Kronen. Für die sogenannte Kalcher'sche Knabenanstalt in St. Pölten, unter der Voraussetzung, daß sie Knaben ohne Rücksicht auf Volksstamm und Glaubensbekenntnis, auch konfessionslose, aufnimmt, 500 Kronen. Für den Deutschen Schulverein in Wien, wenn er noch auf nichtantisemitischem Boden steht, d. h. Deutschen mosaischen Glaubens (deutschen Juden) den Beitritt gestattet, 600 Kronen. Für die armen Studenten der Wiener Universität unter gleicher Bedingung wie beim Landskrvner Gymnasium 500 Kronen. Für die armen Studenten an der Prager deutschen Universität wie bei Landskron 500 Kronen. Für die Armen der Stadt Landskron ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses einschließlich der Konfessionslosen 600 Kronen. Der Stadlgemeinde Landskron behufs Errichtung eines Waisenheims 1000 Kronen. Dem Verein „Kinderheim" in Baden 300 Kronen. Der jüdischisraelitischen Kultusgemeinde in Baden und der protestantischevangelischen. Psarrgemeinde in Baden je 400 Kronen. „Das Bestehen dieser Gemeinden halte ich für sördernswert im Interesse der Ausklärung und des Freisinnes; denn, wenn sich neben dem katholischen Gotteshanse ein jüdisches und protestantisches erhebt, so wird der Katholik (und ebenso der Protestant und Jude) am ehesten zum Denken im allgemeinen nud zum Neberprüsen seiner Glaubenslehren im besonderen angeregt und dadurch vor Stolz und Eigendünkel bewahrt." Eine weitere größere Stiftung vermachte er letztwillig der Stadt Baden für in Baden wohnende Arme ohne Unterschied des Geschlechtes, der Zuständigkeit, des Glaubensbekenntnisses (auch Konfessionslose zählen mit). Die zu beteilenden Armen bestimmt im Laufe des Monates April des 1., 2. und 3. Jahres nach Errichtung der Stiftung der Bürgermeister von Baden nach Anhörung des Gemeindevorstandes, im 4. Jahre der Rabbiner der Badener israelitischen Kultusgemeinde nach Anhörung der Vorsteher dieser Gemeinde und seiner Beiräte, und im 5. Jahre der Pfarrer der Badener evangelischen Pfarrgemeinde nach Anhörung des Pfarrpresbyteriums. Dann beginnt die Reihe von vorne, also im 6., 7 und 8. Jahre wieder der Bürgermeister, im 9. Jahre der Rabbiner usw. Falls die Stadt Baden aus irgend einem Grunde dieses Vermächtnis nicht annimmt, so fällt, dasselbe der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde zu; sie hat diese Armenstiftung zu verwalten und ihr Rabbiner hat mit dem Pfarrer der hiesigen evangelischen Gemeinde — jährlich abwechselnd — nach den oben angeführten Gesichtspunkten in der angegebenen Weise die zu beteilenden Armen namhaft zu machen. Die Leichenfeierlichkeit fand in einfacher würdiger Weise unter zahlreicher Beteiligung aller freisinnigen Kreise des Kurplatzes statt. Direktor Benes und Reichsratsabgeordneter Freiherr von Hock widmeten dem Dahingefchiedenen rührende Worte des Abschiedes. Dann wurde der Sarg in den mit Kränzen geschmückten Fourgon gehoben und der Zug setzte sich in Bewegung. Auf der Wienerstraße, vor dem Gymnasium, der Stätte seines ehemaligen Wirkens, bildeten die Leidtragenden ein Spalier und entblößten Hauptes

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