Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 29 (17.7.1908)
- Date
- 1908-07-17
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 39 Dr. Llocb's MocvenscdriN. Seite 527 Neue Bücher. Festschrift zum 2-rjährigen Jubiläum des Oesterreichisch-ungarischen Kanloren-Bereines in Wien 1883 bis 1908. Redigiert von Dr. Moriz L ö w y. Das Reinerträgnis ist dem Witwen- und Waisenfonde des Vereines gewidmet. Unsere Hoffnung. Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Redaktion und Administration: Wien, Il/3, Scholzgasfe Nr. 11. V. Jahrgang. Heft Nr. 7. — Inhalt: Sch. Gorelik: Theodor Herzl. — Siegm. Fried: Drama ohne Bühne. — Leo Goldhammer: Sabbatai Zewi. — Dr. E. Müller: Im Bezalel. — Hugo Zuckermann: Prolog zur Herzlfeier. — Schalom Asch: Aus „Sabbatai Zewi". — Frida Heilpern: Der Vater sagt immer. — I. Berschadski: Gedankensplitter. — Wissenswertes: Bibel und Technik. — Kaukasische Bergjuden. — Ein Jude Gewinner eines Athletenpreises. — Rundschau: Eine hebräische Mittelschule in Palästina. — Die höchsten mathematischen Ehren von Cambridge. — Das jüdische Schulwesen in Rußland. — Bücherschau: Der Weg ins Freie von Artur Schnitzler, bespr. von S. B. E. — Hubert Auhagen: Beiträge zur Kenntnis der Landesnatur und Landwirtschaft Syriens, bespr. von E. M. — Literarische Monatsschriften, bespr. von L. S. M. — Nachrichten aus Palästina. — Korrespondenzen: Lemberg, New-Aork rc. — Briefkasten rc. Oft und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegeben von Leo Winz. Verlag Ost und West. Berlin W 8. Organ der Deutschen Konferenz- Gemeinschaft der „Alliance Jsraelite Universelle". 8. Jahrgang. Heft 7. Juli 1908. Inhalt: B. Samuel: Die Juden in Oesterreich (II.). — Dr., A. Coralnik: Herschels Ostopoljer. — Regina Mundlak: Beim Talmud (Originalzeichnung). — Dr. G. Kutna: Jakob in der bildenden Kunst, I. (mit 10 Jllustr.). — Dr. M. Steif: Der Kampf gegen den Minhag. — A. Pinski: Die Gaffer. — Leon Scheinhaus: Älenu leschabeach (.mit 1 Jllustr.). — I. B. Perez: Die Kabbalisten. — Ein englisch-jüdischer Stipendiat. — M i tteilungen aus dem Deutschen Bureau der „Alliance Jsraelite Universelle": I. Die Generalversammlung der A. F. U.; II. Notizen, Inserate. 59. Bericht der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag 1907. Selbstverlag Prag 1908. Krirfkasterr. A. F. Im Reichsrat sprach jüngst der große Staatsmann der christlichsozialen Partei Bielohlawek folgende bedeutungsvollen Worte: „Wir fragen nie, ob jemand ein Jude oder ein Christ oder Sozialdemokrat ist und kennen in der Verwaltung des Landes keine Politik." Und doch: Wer nicht seinem Gesuche um eine Stelle als Beamter, Lehrer oder Diener im Wiener Stadt- oder im niederösterreichischen Landesgebiete den Taufschein beizufügen vermag, ist von einer Anstellung ausgeschlossen und die bereits angestellten Juden wurden aus ihrem Amte hinausgeekelt. Und keinem jüdischen Gewerbsmann kann es gelingen, einen geschäftlichen Auftrag von der Kommune zu erhalten. Bei öffentlichen Konkurrenzausschreibungen werden die Angebote von Juden, gleichviel ob sie für die Kommune noch so günstig sind, einfach beiseite gelegt und nur die offerierenden arischen Parteigenossen berücksichtigt. Ja, selbst die Aermften der Armen, die unschuldigen Schulkinder, werden, wegen ihrer jüdischen Abstammung bestraft, können weder eine Befreiung vom Schulgeld, noch unentgeltlich Schulbücher erlangen. Den christlichsozialen Parteiführern ist es gegeben, öffentlich der Wahrheit ins Gesicht zu schlagen ohne zu erröten. B. St. Die Lehrerbildungsanstalten in Niederösterreich weisen nicht einen einzigen jüdischen Schüler oder Schülerin aus; kein jüdischer Bewerber und keine jüdische Bewerberin finden Aufnahme und das nennt man christlich-arische Gerechtigkeit. L. B. Das Attentat des Schneidergehilfen Libenyi .auf den Kaiser Franz Joseph wurde am 18. Februar 1853 verübt. Der Attentäter wurde durch den Adjutanten Grafen O'Donnel und den Bürger Ettenreich festgenommen. Der Kaiser erhielt einen Stich am Halse, der jedoch durch die Krawatte abgelenkt wurde. Die Wunde war nicht gefährlich. K. F. Ueber die Zahl 13 schreibt der bekannte Altertumsforscher Prof. A. Berthold in Basel in den „Basler Nachrichten": „Wenn es heutzutage Mode geworden ist, möglichst viel Kulturerrungenschaften von Babel abzuleiten, wenn diese Neigung zum „Panbabylonismus" in gewissen Kreisen sogar alles Maß überschreitet, so ist im speziellen Falle wohl wirklich einmal auch das besagte Stück Aberglaube ein babylonisches Erbe. Zur Zeit des jüdischen Exiles nämlich war das in Babylon gebräuchliche Kalenderprinzip ein Mondjahr von abwechselnd 29 und -0 Tagen, was für 12 Monate 354 Tage ausmachte. Um nun den Ausgleich mit dem Sonnenjahr zu erreichen, wurde in entsprechenden Zeiträumen ein weiterer, dreizehnter Monat eingeschaltet; als überschüffiger aber galt er als eigentlicher Unglücksmonat, der seine Zahl 13 in Verruf brachte. Und damit hängt gleich ein Weiteres zusammen: Wie jeder der gewöhnlichen 2 Monate einem der bekannten Tierkreiszeichen entsprach, so entsprach dem Schaltmonat das Tierkreiszeichen des Raben, weshalb der Rabe der Unglücksvogel wurde. In diesem Zusammentreffen von Unglückszahl und Unglücks- Vogel liegt gerade die beste Gewähr, daß diese Erklärung des Aberglaubens von der 13. Zahl das Richtige trifft. Dem Christentum wäre er somit durch das Judentum übermittelt worden." Uns Juden Ui von alledem nichts b.kannt und befindet sio, so viel wir wissen, nichts darüber in unserem Schriftlum. M. F. M.-Ostrau. Abonnement war bis 30. Juni 1907 beglichen. Notiz. Atelier-Eröffnung. Herr Heinrich Rapp, langjähriger technischer Leiter der Firma Wulkan & Neubruun, hat sich ein Spezialatelier moderner Gruft-Denkmäler, III/4, Rennweg 62, errichtet. In bezug auf künstlerische Ausführung wird das neue Atelier Hervorragendes leisten, und ist dasselbe soeben mit der Anfertigung eines größeren Grabdenkmales für einen bekannten Großindustriellen sowie anderer größerer Monumente betraut worden. Ettel Goldschmldt fromme Stiftung, Stipendium für Krankenwärter und -Wärterinnen. Aus dieser Stiftung ist ein Stipendium per K 60.— an einen Krankenwärter oder eine Kranfeenwärterin ohne Rücksicht auf das blaubensbekenntnis des Bewerbers zu verleihen. Die mit dem Geburtsscheine, dem Armutszeugnisse und Zeugnissen über zufriedenstellende Krankenwärterdiel)ste versehenen Gesuche sind bis längstens 31. Juli 1908 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeiude Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. St., woselbst auch Geaucbsblankette während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags verabfolgt werden, einzureichen. Auszüge aus den Geburts-, Traunngs- und Sterbematriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche finden keine Berücksichtigung. Ettel Goldsßtamidt fromme Stiftung, Stipendium für einen Lehramtspräparanden. Aus dieser Stiftung gelangt ein Stipendium von K 200.— an einen in Frankfurt a. M. oder im österreichischen Kaiserstaate gebürtigen, in Wien studierenden Lehramtskandidaten israelitischer Konfession zur Verleihung. Die Bewerber haben ihre mit den Studienzeugnissen, dem Armutszeugnisse und dem Geburtsscheine belegten Gesuche bis 31. Juli 1908 im Einreichungsprotokolle der i-raelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengesse 4, III. Stock, woselbst während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormitta-rs Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, zu überreichen. Verwandte des Stifters, Herrn Horiz Ritter von Goldschmidt, oder dessen Gattin, Frau Nanette, geb. Landauer, geniessen ein Vorzugsrecht. In dem Gesuche ist weiters anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüsse eines Stipendiums steht, bezw. wie hoch der Betrag desselben ist. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Katharina und Lazar Goldstoin’sehe Stiftung. Am 15. Oktober 1908 gelangen aus obiger Stiftung drei Plätze, jeder mit dem Betrage von K 394.— (dreihundertneunzigvier) an solche arme, in Wien wohnhafte israelitische Witwen aus dem Zivilstande zur Verleihung, deren Gatte in der Zeit vom 16. Juli 1907 bis 15. Juli 1908 vermögenslos verstorben ist. Bevorzugt sind solche arme Witwen, deren Gatte dem Rabbiner¬ oder Lehrerstande angehört har. Bei gleicher Dürftigkeit sind besonders Witwen, welche die grössere Anzahl unversorgter Kinder besitzen, zu berücksichtigen. Die Gesuche sind bis 31. Juli 1908 im Einreichungsprotokolle der Magistratsabteilung XIII zu überreichen und müssen mit nachstehenden