Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 28 (10.7.1908)
- Date
- 1908-07-10
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 28 Dr. Llocb's Mocvensedrm. Seite 511 Stedinger, die der Teufelsanbetung beschuldigt waren. Jedesmal, so wurde dem Papst Gregor IX. berichtet, wenn wieder ein Neuling in ihren Bund ausgenommen werde, erscheine der Teufel in Gestalt einer Kröte. Was man nicht für möglich gehalten hätte, nämlich die Verwandlung in ein kleines Insekt, hat der Teufel in der Phantasie der Gläubigen des Mittelalters doch fertig gebracht. Schon Loki, sein Vorfahre, hat sich ja einst zur Ausführung eines schlechten Streiches in eine Fliege verwandelt, warum sollte er es nicht ebenso können? In der Paulus Diaconus-Geschichte der Langobarden lesen wir: „König Kunimpert sah, während er mit seinem Stallmeister die Ermordung der beiden Edeln Aldo und Granso besprach, eine große Fliege am Fenster sitzen, wollte sie töten, schnitt ihr aber mit dem Messer nur einen Fuß ab. Darauf begegneten die beiden Edeln auf ihrem Weg zum Palaste einen hinkenden Mann mit abgenommenem Bein, der sie vor dem König warnte, worauf sie in die Kirche an den Altar flüchteten. Von dem König befragt, wer sie gewarnt habe, erzählten sie den Vorgang mit dem hinkenden Stelzfuß, und nun merkte er, daß die Fliege, der er einen Fuß abgeschnitten, der Böse selbst gewesen war." Damals zeigte sich der Teufel von einer besonders gemütlichen Seite, wenn man aber die Teufelsgeschichten des Mittelalters liest, so hat er gar oft mit der größten Hartnäckigkeit um die Köpfe von Mönchen und anderen braven Leuten herumgesummt, um sie in ihrer Andacht zu stören, und auf einem Stiche von G. Pevcz sieht man deutlich, wie er aus dem Munde einer Besessenen als mißgestaltete Fliege herausfährt. War ihm dieses Kunststück möglich, so konnte er sich auch noch kleiner machen. Noch im 17. Jahrhundert wurde ein Flohpräparat, das man in einem Mikroskop des verstorbenen Jesuiten Adam Tauner fand, für einen kleinen haarigen Teufel gehalten und dem Jesuiten deshalb das kirchliche Begräbnis verweigert. Neue Bücher. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statt st ik der Juden. Redaktion : Dr. Arthur Ruppin und Dr. Bruno Blau. Berlin-Halensee, Johann Sigmundsstraße 3. 4. Jahrgang. Juni 1908. Heft Nr. 7. Inhalt : I. Abhandlungen: 1. Dr. Jur. Jakob Thon, Jaffa: Aufnahmen von Juden in den österreichischen Staatsverband und Entlassung aus demselben. 2. Doktor Theodor Haas, Brünn: Die Juden in Oesterreichisch- Schlesien. 3. Dr. Otto Meller, Darmstadt: Die Juden im Königreiche Sachsen. II. S t a t i st i s ch e s Archiv: Eheschließungen in Deutschland im Jahre 1905. Die israelitischen Gemeinden in Ungarn im Jahre 1906. Verwandtenehen in Ungarn im Jahre 1906. Ehetrennungen von Juden in Ungarn. Die Zahl der Juden in Stockholm. Die argentinischen Kolonien der „Jca". III. Literatur: Verhandlungen des Vereines für Sozialpolitik über die berufsmäßige Vorbildung der volkswirtschaftlichen Beamten. Wirtschaftliche Tätigkeit in Palästina. Dr. Arthur Goldmann: Das Judenbuch der Scheffstraße zu Wien (1389—1420). IV. M i tteilungen. Chewra - Kadischa, Effek-Ob erftadt. V e rwaltungsbericht für das Triennium 1905, 1906 und 1907 nebst einem historischen Rückblick auf den fünfzigjährigen Bestand des Vereines 1858—1908. Verfaßt von Natan Schwarz, Sekretär. Jfraelitischer Frauen - Wohltätigkeitsverein in Efsek-Ob erftadt. Bericht für die Verwaltungsperiode 1905, 1906 und 1907. Nebst einem geschichtlichen Rückblick auf den fünfzigjährigen Bestand des Israelitischen Frauen- Wohltätigkeitsvereines 1858—1908. Jubiläums-Ze itung zu Ehren der Feier der sechzigjährigen glücklichen Regierung Sr. kaiserlichen und königlichen Apostolischen Majestät Franz Joseph I., herausgegeben von dem seinen fünfzigjährigen Bestand feiernden Israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereine zu Essek-Oberstadt. Krieskake«. A. F. in F. In diesem Jahre wurden in den beiden amerikanischen RabbinerseminarienNew-Dork und Cincinnati, im Ganzen 12 Kandidaten zu Rabbinern promoviert und zwar im konservativen Seminar von New-Aork, besten Direktor Professor Schechta ist, 7 und in dem Reformseminar in Cincinnati Es ist nun interessant, festzustellen, daß von den 12 neuen Rabbinern 6 aus Rußland, 4 aus Ungarn und nur 2 aus Amerika stammen. M. R. Ihre Frage läßt sich dahin beantworten, daß in der Tat, bei der Revaler Entrevue zwischen König Eduard von England und dem Kaiser von Rußland auch die Judenfrage berührt wurde. So schreibt Lucien Wolf im „Graphic": Ein Freund von mir. der in alles, was in Reval geschehen ist, genau eingeweiht ist, gab mir eine recht auschauliche Schilderung der Vorgänge bei dieser historischen Monarchenzusammenkunft. Er versicherte mich, daß der unbeugsamste Radikale zufrieden wäre, wenn er die Wahrheit kennen würde. Alles wurde frank und frei besprochen und die Russen machten kein Hehl aus ihrem Wunsche, sich den liberalen Anschauungen des britischen Volkes zu akkommodieren. Herr Stolypin hofft permanent mit der Duma auf Basis der jetzt verbesserten Oktoberverfastung zu arbeiten, aber gesteht es offen, daß er wenig Aussichten habe, in naher Zukunft die Erweiterung des Wahlrechtes oder der Macht der Gesetzgebung in Vorschlag bringen zu können. Nach meinen Informationen beabsichtigt Stolypin, in kurzer Zeit die Kriegsgerichte und die Ausnahmegerichtsbarkeit außer Kraft zu setzen und eine teilweise Erleichterung für die Inden herbeizuführen. Viel deutlicher ist die wie ein offiziöses Kommunique klingende, mit auffallender Schnft gebrachte Mitteilung des „Jewish Chronicle". Sie lautet: „Wirerfahren, daß im Verlaufe der Zusammenkunft in Reval festgestellt wurde, daß Maßnahmen für die Verbesserung der Lage der Juden des russischen Reiches eine Zeit lang in Betracht gezogen waren. Wir glauben, daß Stolypin den Auftrag hat, solche Maßnahmen in ernste Erwägung zu ziehen, die Nahrscheinlich die Form einer bedeutsamen Milderung der gegenwärtigen Gesetze, betreffend den jüdischen Ansiedlungsrayon, annehmen werden. R. H. Wien. Eine ausführliche Aufklärung erhalten Sie bei Rabbiner Dr. G r u n w a l d in Wien, der Ihnen auch über die hebräischen Quellen Mitteilungen machen kann. Dr. G. in B. Die Adreste lautet: XVlll., Edelhofgaste 36. Dr. M. F. in D. Der 2. Ab 5599 war Samstag der 13. Juli 1839. G. H. Diese Frage bildet einen Streitpunkt zwischen den jüdischen Parteien der Gegenwart und wird je nach dem Parteistandpunkt anders beantwortet. Löbl. Präsidium A. Der 2. Tag Chanuka 1820 fiel auf den 2. Dezember. lüsrese Wert&eimstein’sc&e HeiratsausstaJtungs-Stlftung. Die Zinsen der obigen Stiftung per K 320.— sind an ein armes, mütterlicher- oder beiderseits verwaistes Mädchen der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, das sich zu verehelichen im Begriffe ist, als Ausstattungsbeitrag zu verleihen. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts-, Armuts¬ und Sittenzeugnisse, sowie dem Nachweise, dass ihre Mutter oder beide Eltern verstorben seien und dem Brautstandszeugnisse belegten Gesuche bis 31. Juli 1908 im Einreichungsprotokolle der Israel Kultusgemeinde, Wien, I., Seiteuatettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsbiankette unentgeltlich beho ben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Metriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Nähere Auskünfte werden im Stiftungsamte der Kultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 2, II. Stock) erteilt. Ignaz Klepetasch Helratsausstattungs-Stlftung. Aus obiger Stiftung werden die Zinsen im Betrage von K 200.— an ein armes, verwaistes Mädchen jüdischer Konfession, das sich zu verehelichen im Begriffe steht, als Ausstattungsbeitrag verliehen. Die mit einem Geburts-, Armuts- und Sittenzeugnisse, wie auch mit einem Verwaisungs- und Brautstandsnachweise versehenen Gesuche sind bis 31 Jüll 1908 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsbiankette während der Amtsstunden (9 bis 12 Uhr vormittags) unentgeltlich behoben werden können, einzureichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Nähere Auskünfte werden im Stiftungsamte der israelitischen Kultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 2, II. Stock) erteilt.