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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-07-03 · 27 (3.7.1908) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
27 (3.7.1908)
Date
1908-07-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Pr. Vloch's WochrnsttzrM Seite 498 Sk. 2? deutsch Rosa, geh. 1874, Wien, V., Ramperstorffergasse 48. Fischer Ludwig, Kaufmann, geb. 1868, Wien, IX., Wiederhofergasse 5. Fink Sidonie, Privatbeamtin, geb. 1871, Wien, IX., Harmonieg. 9. Grafe Felix, Hörer der Exportakademie, I., Reichsratsstr. 15. Hermann Ignaz Albrecht, Schuhmacher, geb. 1869, Neudorf, Wien, II., Gabelsbergergasse 3. Kätscher Richard. Gymnasiast, geb. 1889, Wien, Graz. Kirschner Sofie, geb. 1862, Wien, VII., Breitegasse 14. Lindner Max, Jurist, geb. 1885, Wien, IX., Maximilianplatz 3. Löffler Siegfried, geb. 1888, Wien, XVI., Wichtelgasse 7. Steiner Irma, Privatbeamtin, geb. 1885, Gloggnitz, XVII., Hernals, Hauptstrasse 55. Weiss Regine, geb. 1885, Wien, XVI., Lerchenfeldergürtel 24. Weiss Dr. Friedrich, Rechtspraktikant, geb. 1883, Klein-Boritz bei Nachod, Böhmen. Preßburg Das Exekutivkomitee des Ahawat Zionvereins veranstaltet Sonntag den 12. Juli im Prachtetablissement „Bellevue" ein großangelegtes „Blau-Weißes Sommerfest ', zu welcher Veranstaltung die Wiener Zionisten und auch andere Vereine ihren Besuch ankündigten. Das Fest beginnt um 3 Uhr nachmittags und dürfte bei einem Massenbesuch ein Separatdampfer ab Wien-Weißgärber abfahren. Nähere Information erteilt „Verein Ahawat Zion", Preßburg, oder aus Liebenswürdigkeit „Zionistischer Zentralverein, Wien, IX., Türkenstraße 9. Bisenz. (Religionsprüfung.) Am 21. Juni fand an der hiesigen Kaiser Franz Joseph-Volksschule eine Schlußprüfung aus der Religion, den hebräischen Fächern und dem Pentateuch statt, welcher der Kultusvorsteher und zahlreiche Gäste beiwohnten. Die Prüfung dauerte fast 3 Stunden. Die Schüler beantworteten die an sie gerichteten Fragen mit einer Präzision und Schlagfertigkeit, die allgemein überraschte. Die vorzüglichen Unterrichtserfolge sind in erster Reihe dem unermüdlichen und tüchtigen» Pädagogen Sr. Ehrwürdcn Herrn Rabbiner Dr. Josef Hofs zu verdanken. Sichtlich befriedigt und herzlichst dankend verließen die anwesenden Gäste die Schule. Prag. Professor Dr. Salo Ehrenfeld, klassischer Philologe, Sohn unseres Herrn Oberrabbiners, bisher am Gymnasium in Gablonz, wurde dieser Tage vom Unterrichtsminister an das Gymnasium in Prag-Weinberge befördert. Verband der israel. Religionslehrer an den Mittelschulen Böhmens. Die angekündigten Ferialkurse werden am 8., 9. und 10. September 1908 in nachstehender Weise abgehalten werden. 1. Rabbiner S. Knöpf!macher: Ausgewählte Kapitel aus dem Pentateuch mit älteren Kommentaren; von 9—10. 2. Prof. Dr. A. Kisch: Jüdisches und staatliches Eherecht für die Praxis in Oesterreich; von 10—12'/,. 3. Prof. Dr. I. Hirsch: Die Religionsdisputationen im Mittelalter; von 3—4. 4. Rabbiner M. Freund: Methodik des Religionsunterrichtes; von 4—5. Diejenigen Herren, welche an diesen Kursen teilzunehmen gedenken, werden höflichst ersucht, vordem 12. Juli 1908 beim Obmann Rabbiner S. Knöpfelmacher oder berm Obmann des israel. Landeslehrervereines S. Springer unter Bekanntgabe eventueller Ansprüche auf Reise- und Aufenthaltsentschädigung sich zu melden, da nur bei genügender Beteiligung die Vorttäge stattfinden werden. Riga. In Riga (Rußland) ist die Stelle eines Oberrabbiners (Kronrabbiners) vakant. Die Unterzeichnete Kommission, gewählt, um die Interessen der Gemeinde bei der Neubesetzung des Rabbineramtes-wahrzunehmen, fordert hiedurch geeignete Kandidaten auf, sich zu melden. Es ist erwünscht, daß die Bewerber Hochschulbildung haben, das jüdische Schrifttum beherrschen, als Rabbiner, eventuell als Prediger oder Religionslehrer Erfahrung besitzen und der russischen und deutschen Sprache mächtig sind. Die Bewerber müssen russische Staatsangehörige sein. Auskunft über die Formalitäten der offiziellen Bewerbung, über, die Obliegenheiten des Amtes, über das Honorar und die Einnahmen werden geeigneten Bewerbern gern erteilt. Zuschriften find zu richten an die Kommission für die Rabbinerwahl in Riga, Paulucci-Str. 11, Qu. 3. Feuilleton. Gin moderner Schriftsteller in Jerusalem. Von Israel Zangwill.*) I. Vor den Mauern Jerusalems auf dem öden pfaolosen Wege zum Oelberge, wo man Aussicht auf die Kuppeln und Minarets der heiligen Stadt hat und den Blick auf die Omar- Moschee — die anmaßend glänzt auf der Stelle des salomonischen Tempels — da haust zwischen schwarzen kahlen Felsen eine Kolonie arabischer Juden aus Jemen. Höhlenbewohner find sie. Gestalten in schmutzigen Kaftanen. mit schwarzbraunen Gesichtern, kohlschwarzen Locken und dürstenden Augen. Als einzigen gemeinsamen Schatz besitzen sie eine Synagoge, bestehend aus einem kleinen Raum, der nur ausgestattet ist mit der Bundeslade und der nicht einmal Bänke hat. Dort stand ein Schriftsteller der Jetztzeit, der geringste in Israel, doch mit Einsicht begabt, über die wenigen alten Bücher gebeugt, die dort umherlagen; ein seltsam angespültes Strandgut der großen Weltströmungen, die Israel hin und her getragen haben. Als er gerade über eine Abschrift des mystischen „Sohars" gebückt war — jenes kabbalistischen klassischen Werkes des dreizehnten Jahrhunderts, das von einem Juden Spaniens ins Chaldäische umgedichtet wurde und dem „türkischen Messias" die Wege geebnet — wurde ein kleines Kind hereingebracht. Ein kleiner Knabe in den Armen des Vaters. Dessen Miniaturabbild, mit demselben schmutzigen Kaftan und den kohlschwarzen Locken unter dem kleinen schwarzen Käppchen. Man rechnete auf dieses menschliche Kuriosum, um den Fremden zu bewegen, seinen „Backschisch" zu erhöhen. Denn siehe! Der kleine Knabe hatte an seiner rechten Hand sechs Finger. Das Kind hielt sie scheu zusammengeballt, doch der Vater riß sie mit Gewalt aus einander, um sie zu zeigen. Da erhob das Kind seine Stimme und weinte bitterlich. Und so kam es, daß in späteren Tagen, wenn der Schriftsteller an Jerusalem dachte, er sich nicht an diejenigen Dinge erinnerte, von denen ihm gesagt worden, daß sie ihm im Gedächtnis ewig haften würden, nicht an Propheten, Engel und Kreuzfahrer — nein, nur an das Weinen jenes kleinen, sechsfingerigen, jüdischen Kindes, das von den gewaltigen Fluten menschlicher Geschichte an jene schwarzen Felsen nahe dem Fuße des Oelberges gespült worden war. II. Jerusalem — du Wallfahrtsziel für drei große Religionen — du unheiligste Stadt unter der Sonne! „Denn von Zion soll das Gesetz ausgehen und das Wort Gottes von Jerusalem." — Ausgegangen fürwahr, dachte der Schriftsteller. Aber in Jerusalem selbst hat es nur das Sektenwesen zurückgelaffen, das den Leichnam der Religion umschwärmt. Kein prophetischer Mittelpunkt ist dieses Zion, selbst für Israel nicht; einzig nur das stockende, stereotype Betätigungsfeld bannschleudernder Rabbiner und die launenhafte Almosenverteilung der lähmenden „Chalukah", die eine erschreckende ungeheure Armut hinterläßt, die in den steilen, mit Abfall beladenen Straßen in Elend verkommt. Eine verfluchte Stadt, beherrscht von Priestern und von der Armut; mit Krüppeln, die um ihre Kapellen herumlungern, und Aussätzigen, die an Zions Tore in Erdhöhlen wohnen. Aber eine Stadt zugleich, die unendlich pathetisch, unendlich romantisch ist. Ein Knotenpunkt, durch den *) Dieses Kapitel, das unter dem „modernen Schriftsteller" den Verfasser selbst vorführt, entnehmen wir dem neuesten Werke von Israel Zangwill, welches im Verlag Siegfried Cronbach, Berlin, erscheint und betitelt ist „Träumer des Ghetto". In dem Buche werden behandelt unter anderem Urtel Acosta, Sabbathai Zewi, Spinoza. Moses Mendelssohn, Heinrich Heine, Ferdinand Laffalle, Benjamin DiSraeli, Lord Beaconsfield, Theodor Herzl, Max Nordau rc.

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