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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-06-26 · 26 (26.6.1908) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
26 (26.6.1908)
Date
1908-06-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 26 2)r Llocd's Mocvenscdnn. ®eMe 479 männischen Waisenhauses, der Vorstand des Kaiserin Elisabeth- Lehrmädchenhortes. Die Gemeinde Drösowitz ernannte kaiserlichen Rat Lemberger zu ihrem Ehrenbürger. Herzliche Glückwünsche übersandte die Gemeindevertretung Grottan u. a. m. Sämtliche Angestellten und Beamten aller Fabriken vereinigten sich zu besonderen Ovationen für den Chef, der an diesem Tage eine Reihe von Stiftungen, machte. Erhebung des Ritter von Gutmann in den Freiherrnstand? Wie dir „Lidove Noviny" aus verläßlicher Quelle erfahren, gelte die Reise des Handelsministers Dr. Fiedler nach. Witkowitz hauptsächlich nur dem Zwecke, um sich an Ort und' Stelle zu informieren, welche Persönlichkeiten der Verwaltung der Witkowitzer Werke für die anläßlich des Kaiserjubiläums in Aussicht genommenen Auszeichnungen vorgeschlagen werden sollen. Ritter von Gutmann, der Besitzer der Witkowitzer Werke, soll aus diesem Anlasse am 18. August d. I. in den Freiherrnstand erhoben werden. Seehospiz sür jüdische Kinder. Seine Majestät der Kaiser hat gestattet, daß der Verein „Oesterreichisches Seehospiz", über dessen Konstituierung in der Vorwoche berichtet wurde, den Titel „Oesterreichisches Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Seehospiz" führen dürfe. In das Kuratorium dieses Vereines hat das hohe k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht den Herrn k. k. Ministerialrat Dr. Sigmund P i l a t delegiert. . Wien. (Fünfzig Jahre Meister.) Am 18. d M. feierte der Bürger und Spenglermeister Gabriel Singer das fünfzigjährige Jubelfest seiner Meisterschaft. Er gehört zu den wenigen Wiener Meistern, die noch in der Zeit des Zunftzwanges ihren Gewerbebetrieb eröffneten. Herr Singer, der durch viele Jahre Armenrat der Stadt Wien und Ausschußmitglied der Genossenschaft war. wurde vielfach ausgezeichnet. Anläßlich des Jubeltages wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Herr Singer war der e r st e Jude, der Meister wurde nach 1848. Erster Wiener Jüdischer Turnverein, IX. Liechtensteinstraße 20. Am 30. v. M. htt der Erste Wiener Jüdische Turnverein sein neues Heim eröffnet. Das Lokal war reich geschmückt und zahlreiche Gäste hatten sich zur Eröffnungsfeier eingefunden. Nach dem Aufmärsche der Turner und einer kurzen Begrüßungsansprache des Vereinsobmannes Herrn Dr. Ludwig Werner, in .der das volkserzieherische Moment des Turnens und die nationale Bedeutung der Tätigkeit des I. W. I. T.-V. besonders betont wurde, fand das Anturnen der Turner und sodann der Turnerinnen an zahlreichen Gerät« n statt. Das Lokal selbst präsentiert sich dank der hingebungsvollen Arbeit des Vereinszeugwartes Herrn Ingenieur Otto Stiaßny als ein wahres Schmuckkästchen; es dürfte eines der schönsten Turnlokale Wiens'sein. Die reiche Einrichtung der Turnsäle, die glänzende Beleuchtung, die schönen Garderobe- und Waschräume entsprechen nicht nur allen Anforderungen in turnerischer und hygienischer Beziehung, sondern bieten auch einen Komfort, der selbst einen verwöhnten Geschmack befriedigt. Nun hat der fast seit 10 Jahren rrstlos tätige Verein ein würdiges Heim, nun kann er sich weiter entwickeln und seiner Aufgabe entsprechend für die körperliche Hebung der Juden wertvolle Dienste leisten. Wenn der I. W- I. T.-V. die großen Kosten des Lokales und seiner Adaptierung nicht gescheut hat, so darf er auch erwarten, daß er in allen jüdischen Kreisen nun auch volle Unterstützung findet und so eine Sammelstätte aller sebstbewußten Wiener Juden wird. Wer den hohen Wert der körperlichen Uebung für das jüdische Volk erkennt, wer es ermöglichen will, daß Juden ohne Opfer an Ehre und Intellekt unter jüdischer Fahne turnen, der trete als ausübendes oder förderndes Mitglied dem 1. W. I. T.-V. bei. Anmeldungen: IX., Liechtensteinstraße 20, schriftlich und mündlich in den Turnzeiten: Montag und Donnerstag für Herren, Mittwoch und Samstag für Damen, Abends 7—9 Uhr. Wie». („Mikwe".) Für die Bauherstellung liefen 8 -Offerte ein, und ging aus dieser Konkurrenz der Stadtbaumeister Arnold B a r b e r hervor, der auch im Vorjahre den kürzlich eröffneten Erweiterungsbau des alten Bersorgungshauses in der Seegaffe ausgeführt hat. Die Anstalt, welche mit großem Kystenaufwande hergestellt wird, soll im Mai n. I. ihrer Bestimmung übergeben Werden. Wien. (Spende.) Laut Aufruf aus Zmigrod in Nr. 23 unseres Blattes sind uns für die arme Witwe Jenty Siendel aus Zmigrod (Galizien) mit ihren sechs Kindern, deren Mann ermordet worden, unter X. L. 10 K zngrkommen. Austritte aus dem Judentum. vom 14. bis 20. Juni 1903. Finkeislein Samuel, Rubin v. Rudolf, Privatier, geb. 1849, Fogaras, (Ungarn) XIII., Fenzlgasse 35. Fischer Paul, Schauspieler, geb. 1885, Wien, VIII., Lerehenfelderstrasse 124. Kral Stefanie, Kleidernäherin, geb. 1888, Wien, III., Pragerstr. 3, I. Stock, Tür 8. Mautner Malvine, Schriftstellerin, geb. 1870, Komotau, Rühmen, XVIII., Gentzgasse 88. Pisiing Leonora Julia, Private, geb. 1877, Haag, III., Neulinggasse 9. Pisling Sigmund, Privatier, geb. 1869, Wien, III., Neulinggasse 9. Pistol Friedrich, Schauspieler, geb. 1871, Wien, II., Mathildenpl. 3. Gewitsch Unser ehrwürdiger Rabbiner Herr David Keßler wurde Mittwoch, den 24. d. M. an der k. k. Universität in Wien zum Doktor der Philosophie promoviert. Lemberg. Fräulein Lola Stäuber, Tochter des Groß-Konfektionärs Herrn Ch. Stäuber, hat sich mit Herrn Joses Peretz aus Berlin verlort. Eger. Am 18. d. fand in dm Räumen der Volks- und Bürgerschule in Anwesenheit einer zahlreichen distinguierten Zuhörerschaft die Schlußprüfung der Volksschüler statt. Die Kinder begrüßten die Erschienenen mit dem üblichen Gruße: dorucd habbo! Herr Rabbiner Dr. Proßnitz richtete eine kurze Ansprache an die Schüler und Schülermnen und sagte: Die Prüfung werde Euch zu einem freudigen Anlaß, bei welchem Ihr alles, was Ihr Euch im verflossenen Schuljahre durch redlichen Fleiß zu eigen machtet, mit Stolz und Fi ende — zur Freude Euerer Eltern — aufsagen dürfet. Nun begann das Lrsen und Ueberfetzen der Gebetstücke und mit Begeisterung und großer Reinheit floß die heilige Sprache vom kindlichen Munde. Mit Genugtuung vernahm man von den Schülern der ersten Volksschulklasse die Segenssprüche (Braehos) korrekt vortragen. Auch in der biblischen Geschichte wußten die Kinder präzise Bescheid. Herr Kultusvorsteher Jakob Zuckermann richtete zum Schluffe Worte des Dankes und der Anerkennung an den Religionslehrer. Herrn Oberkantor Wilkowitsch» und an die Schüler, welche er aufforderte nur weiter mit gleichem Eifer den Religionsunterrrcht fortzusetzen, die Bedeutung des znlrtzr gesprochenen Gebetstückes „Schema“ sich stets vor Augen zu halten, wodurch es ihnen einst möglich sein wird, mit Innigkeit und Verständnis das Gebet zu verrichten und gute Juden also auch gute Menschen zu werden. Herr Knltusvorsteber erflehte den Segen Gottes für unseren allergnädigstell Monarchen und forderte zuletzt die Kinder wie auch die Erwachsenen auf. unserem geliebten Kaiser anläßlich seinrs 60-jährigen Regierungsjubiläums durch das Verrichten des Kaisergebetes und der Volkshymne zu huldigen, worauf eine Schülerin das Kaisergebet „Hanosen t’schuo“ übersetzend rezitierte. Mit dem Absingen der Volkshymne von allen Anwesenden schloß die schöne Prüfungsfeier. Neben den ermordeten Bankdirektor Isaak Mol ho wird uns aus Salonichi Folgendes berichtet: Isaak Molho war ein hervorragendes Mitglied der jüdischen Gemeinde in Galata. Der Mörder ist einer der Diener der Bank von Salonichi, namens Abeddin.. Als Molho am kritischen Tage, den 26. Mai, wie gewöhnlich morgens in die Bank kam, gab er dem Diener Auftrag, irgend eine leichte manuelle Arbeit zu verrichten und als dieser den Gehorsam verweigerte, erklärte ihm Molho. den Dienst sofort zu verlassen. Abeddin tat so. wie wenn er die Schlüssel vom Gürtel losschnallen wollte, um sie abzuliefern, anstatt dessen holte er einen Revolver aus der Tasche unh feuerte auf den Direktor, der den Wunden erlag, bevor ärztliche Hilfe zur Stelle war. Isaak Molho, der italienischer Untertan war, gehörte zu den bedeutendsten- Finanziers der Levante und war anch als Philanthrop sehr bekannt. An dem Hilfsweik zugunsten der von der Fenersbrunst in Haskenny Betroffenen hatte er in hervorragender Weise teilgenommen. Molho erreichte das 48. Lebensjahr und hinterläßt eine Witwe und drei Kinder. Feuilleton. Die vergessene Geschichte. (Schluß.) Das geöffnete Fenster aber, das uns nun den freien Blick gewährte, ging nicht in die enge Gaffe, durch die wir angekommen waren, sondern auf jenen großen Platz, dem die Giebelseite des Hauses angehörte. Inmitten sah ich eine Kirche aus weißem, edlem Gestein, die zwei schlanke, spitze Türme gegen oben sandte. Gerade unserem Fenster gegenüber, an der Außenseite des Gemäuers, war eine Kanzel angebracht^ wunderbar anzuschauen, wie ein geöffneter Blütenkelch; Sie

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