Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 26 (26.6.1908)
- Date
- 1908-06-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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öttte 478 9l?6ui der wissenschaftlichen Arbeit sollen Annehmlichkeiten mannigfacher Art geboten werden. Eine eingesetzte Kommission wird speziell mit dieser Aufgabe betraut sein. Die Nachmittage, die von Vorlesungen frei gehalten sind, sollen besonders dazu benutzt werden, Breslau, seine Museen, gemeiuuützige Institute, Sehenswürdigkeiten rc. unter sachverständiger Führung sowie die nähere und weitere Umgebung kennen zu lernen. Anmeldungen zur Teilnahme an dem Kursus sind an Lehrer Mooses, Breslau, VII., Sadowastraße 69 zu zu richten, der gern geneigt ist, weitere Auskunft zu erteilen und sich angelegen sein lassen wird, den Teilnehmern Wohnung mit und ohne Beköstigung nachzuweisen. Der Preis eines Zimmers mit Frühstück dürste sich für einen dreiwöchentlichen Aufenthalt nicht höher als auf 25 Mk. stellen. Der allgemeine Studienplan wird den sich anmeldenden Kollegen rechtzeitig zugehen. Wir bemerken zum Schluß noch, daß den Teilnehmern, um ihnen den Aufenthalt zu erleichtern, größere Subventionen in Aussicht gestellt werden können. Wie ein jüdischer Arrestant das Reichenbergcr Gefängnis reformierte. Geehrte Herr Redakteur! Unter vorstehender Ueberschrist bringen Sie einen Bericht aus Reichenberg, welcher dem „Freigeist" entlehnt ist. In unserer Gemeinde erachtet man es nicht für notwendig, eine falsche und tendenziöse Darstellung im „Freigeist" richtigzustellen und so kam es denn, daß auch der in Rede stehende Artikel wie bei mehreren ausländischen Blättern, so auch bei der „Oesterr. Wochenschrift" Eingang gefunden hat. Nichtsdestoweniger enthält der Artikel zahlreiche Unrichtigkeiten. In der Darstellung des „Freigeist" heißt es, daß der polnische Jude E. H ohne Arbeitsgelegenheit sich an den Kaufmann Lazansky, der die jüdische Unterstützungskassa verwaltet, gewendet hat und von diesem als lästiger Schnorrer der Polizei überliefert worden sei. Allein Herr Lazansky verwaltet keine Unterstützungskassa, sondern eine Krankenkassa, aus deren Mitteln kerngesunde Leute zu unterstützen er absolut nicht befugt ist. Nachdem mehrere kerngesunde Schnorrer, die bereits an der Armenkassa einen namhaften Betrag erhielten, auch von der Krankenkasse unterstützt werden wollten, er dies jedoch verweigerte, benahm sich einer in so frecher Weise, daß die Hausmeisterin, welche den Lärm hörte, den Polizeimann hottender ihn mitnahm. Daß man gegen gewalttätige exzedierende Professionsbettler oft genug gezwungen ist, polizeiliche Hilfe zu requirieren, — das geschieht nicht bloß bei uns in Reicheuberg, — sondern häufig auch in Wien und in Paris, und zwar in jenen Instituten, die vermöge ihres Namens und ihrer ruhmreichen Tradition vor jedem Verdacht hartherzigen Vorgehens geschützt sind. Wenn aber jeder, der in selbstloser Verwaltung eines Ehrenamtes mit abgefeimten Schnorrern in Konflikt gerät, in öffentlichen Blättern sofort an den Pranger gestellt wird, dann werden wir dazu gelangen, daß kein Mann, der auf feine Reputation hält, zu einem solchen Ehrenamte sich mehr hergeben wird. Herr Josef Lazansky verwaltet sein schweres Amt opferwillig und selbstlos, er verdient für seine rastlose Mühewaltung aufrichtige Anerkennung und Dankbarkeit und dieser sollen diese Zeilen Ausdruck geben. Ein treuer Jude, wenn auch kein „Freigeist". Vermischtes. Svjähriges Amtsjubilänrn des Chordirigenten Julius Heimanu. Samstag den 20. Juni b. I. feierte der Chordirigcnt des Lcopoldstädter Tempels Herr Julius Hei mann das Jubiläum seiner 50jährigen Tätigkeit an der genannten Synagoge. Beim Gottes- Nr. 26 dienste bemerkte man Vertreter des Kultusvorstaudes, mehrere Bethausvorsteher, den Präses der türkisch-sephardischen Gemeinde, Berufskollegen, Beamte der Kultusgemeinde und eine große Schar persönlicher Freunde und Verehrer des Jubilars. Herr Heimann — aus dem Stamme Levi — wurde feierlichst zur Thora gerufen, bei welchem Anlasse Oberkantor G u t t m a n » einen von ihm in klassischem Hebräisch verfaßten Llisebeberaetr meisterhaft rezitierte. Hierauf hielt Rabbiner Dr. Schmiedl, in gewohnt geistreicher Art, auf die Zugehörigkeit des Jubilars an den Levitenstamm anspielend, die Festrede, in welcher er die seltene Pflichttreue und die große Tüchtigkeit Heimanns kennzeichnete. Nun trat der Gemeinderat F. Kl e bind er, der in Begleitung der Bezirksräte Helbig, Heß, Pöchhacker und Mensch im Tempel erschienen war, vor den Jubilar und verdolmetschte iu beredter Weise die Gückwünsche des Bürgermeisters der k. k. Reichsbaupt- und Residenzstadt Wien. Hierauf stimmte der Chor, dirigiert vom Sohne des Jubilars, Herrn Rudolf Hermann, den Sulzer'schen Festpsalm „Hallelujah" an. Nach dem Gottesdienste fand im Hause des Jubilars, die offizielle Gratulation statt. In Vertretung des Kultus- und Bethausvorstandes drückte Herr Kultusvorsteher Dr. Markus S p itzer in einer mit geistreichen Apercus geschmückten Ansprache die Glückwünsche des Gesamtvorstandes aus und überreichte das Ehrengeschenk des Vorstandes und das Angebinde des Bethausvorstandes. Herr Sekretär Doktor Adler verlas die anerkennende Zuschrift des Kultusvorstaudes und knüpfte hieran die herzlichen Glückwünsche des Beamtenkörpers der Kultusgemeinde, während der Amtsleiter Braun als Sekretär des Bethausvorstandes die schmeichelhafte Zuschrift desselben zur Verlesung brachte. Oberkantor Singer, in Begleitung des Oberkantors Bauer, überbrachte in launiger Rede die Glückwünsche des Oest.-ung. Kantoren- Vereines. Oberkantor Guttmann übergab den künstlich reproduzierten Llisebeberaeb und nach seinen innigen Worten sprach HerrGrodzensky namens des Männerquartetts, das einen Silberpokal dem Jubilar überreichte, worauf der Männerchor die Hymne „Die Himmel rühmen" meisterhaft zum Vortrage brachte. Im Namen des „Vereines zur Bekleidung armer alter Männer", dessen langjähriges Mitglied Herr Hei mann ist, sprach dessen Präsident Isidor Schwarz herzliche Glückwünsche als Geleite zum sinnigen Geschenke dieses Vereines. Ein Mitglied des Knabenchores. Armin Weltner, richtete innige Worte an den Jubilar und übergab das Gruppenbild des Knabenchors, der den ..Tag des Herrn" zu Gehör brachte. Die Glückwünsche des Männerchors vom Stadttempel, der unter Führung seines Dirigenten Herrn Josef Zellnik erschienen war, brachte letzterer in herzlichen Worten zum Ausdruck und überreichte das Ehrengeschenk. Im Namen des Synagogensänger-Vereins brachte Obmann S. Lemberg er als sinniges Geschenk einen schön verzierten Taktstock und beglückwünschte den Jubilar. Herr Prof. Joseph S u l z e r übersandte seinem beliebten Mitarbeiter ein wertvolles Geschenk. Als Beweis der großen Sympathien und Wertschätzung, deren sich Julius Heimann in den weitesten Kreisen erfreut, dienen die zahlreichen Kundgebungen, die ihm von Nah und Fern zugekommen. Eine besondere Auszeichnung ward dem Jubilar zuteil durch das persönliche Erscheinen des greisen Seelsorgers Dr. Schmiedl. Wien. (Trauung.) Sonntag, den 28. Juni l. I., um 3 Uhr nachmittags, findet im Tempel, XX., Kluckygasse, die Trauung des Fräulein Berta Eltbogen, Tochter des Herrn Hermann E l t b o g e n, Obmann des Brigittenauer Tempelvercines, mit Herrn Richard D u b s k y statt. Wien. (Trauung.) Sonntag, den 5. Juli, halb 2 Uhr, findet im Stadttempel die Trauung des Fräulein Olga H o r w i tz, Tochter des Herrn Simon Horwitz, Amtsleiter der israelitischen Kultusgemeinde, mit Herrn Horace Berliner. Urenkel des früheren Londoner Rabbiners, statt. Wien. Samstag, den 27. Juni l. I., um halb 9 Uhr vormittags, feiert Herr Rabbiner Dr. I. Ta glicht im Tempel, VI., Schmalzhofgasse, dieBarmizwa seines Sohnes Felix. Kaiserlicher Rat Alois Lemberger. In seltener Frische beging am 22. d. M. der Großindustrielle kaiserlicher Rat und Kommerzialrat Alois Lemberger seinen siebzigsten Geburtstag. Aus diesem Anlasse gratulierten unter Anderen das Zensorenkollegium der Niederösterreichischen Eskompte-Gesellschaft, deren Vizepräses der Jubilar ist, durch kaiserlichen Rat N e u b e r, die Direktoren dieser Bank durch Direktor Kux, von der Oesterreichischungarischen Bank Gouverneur B i l i n s k i, Generalrat von Wiesenburg, Generalsekretär Hofrat v. Pranger, Generalsekretär-Stellvertreter S ch m i d, Zentraldirektor F r e y e r, das Gremium der Wiener Kaufmannschaft, Vorstand ' und Beamtenschaft der Wiener Kreditgesellschaft, der Vorstand des Vereines reisender Kaufleute, der Vorstand des Ersten kauf- Wr. Llocb s MocbenscvrM.