Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 25 (19.6.1908)
- Date
- 1908-06-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 46 ö 0u Zöwcv s MocdenscvrtN. Nr. Sk Hof- und Gerichtsadvokat; Dr. S. E h r m a n n, k. k. Univerfitatsprosestor; Max Frank, Kaufmann; Egon Frankl, Großindustrieller; Frau Adele Friedmann, Arztensgattin; Dr. Julius Graf, Sekretär der „Assikurazioni Generali“; Frau Sophie Grünfeld, Arztensgattin; Dr. Moriz Güdem a n v, Oberrabbiner; Rudolf H e r r m a n n, k. k. Baurat; Friedrich Herrnfeld, Redakteur; Benno K a h a n e, Prokurist; Dr. Edmund Kohn, prakt. Arzt; kais. Rat Johann Lichten sta dt, Redakteur; Univ.-Doz. Dr. Artur Mahler, Reichsrats-Abgeordneter; Philipp Porges, Generaldirektor; Dr. Benno R a p p a p o r t, k. k. Hofrat; kais. Rat Leopold Sachs, Prokurist; Dr. I. Samuely, prakt. Arzt; Doktor Moriz Schnabl, Hof- und Gerichtsadvokat; Univ.-Profestor Dr. Julius Schnitzler, k. k. Primarius; Dr. Alfred Stern, Präsident der israel. Kultusgemeinde; Dr. Luzius Stolper, prakt. Arzt; Univ.-Priv.-Dozent Dr. Julius ZapPert;Frau Adele Zins. Zu Revisoren: Karl Freund, Privatier; Wilhelm Freyberg, Privatier; Dr. Ludwig Sachs, Hof- und Gerichtsadvokat. Zu Ersatz-Revisoren: Dr. Julius Dreh, prakt. Arzt; Dr. Heinrich Löwenstein, prakt. Arzt; Adolf Schwadron, Ingenieur. Im Verlaufe der Versammlung wurden dem neuen Vereine gespendet von: Herrn General-Direktor Porges K 1000, Frau Helene Porges K 1000, Herrn Egon Frankl X 1000, Frau Sofie Grünfeld K 500, Frau Helene Lederer K 300. Nachdem noch Herr Rabbiner Dr. David in einer mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede das Werk nicht nur als ein humanes, sondern auch als ein religiöses charakterisiert hatte, fand die Versammlung mit den herzlichen Dankesworten der Vorfitzendeu ihren Abschluß. In der hierauf abgehaltenen konstituierenden Sitzung des „Zentralausschuß" beziehungsweise des Kuratoriums wurden folgende Wahlen beschlosien: Die Stelle des Präsidenten bleibt vorläufig unbesetzt. I. Vize-Präsidentin: Frau Sophie Grünfeld; II. Vize- Präsident: Herr Philipp Porges; Schriftführer: kaiserl. Rat Joh. Lichten st adt; Stellvertreter: Red. Friedrich Herrnfeld; Kassier: Benno Kahane; Stellvertreter: Egon Frankl. Mitglieder des Exekutiv - Komitees: Dozent Dr. Zappert, Adele Zins. Weitere Mitglieder des Kuratoriums: Die fünf Delegierten der hohen k. k. Behörden, ferner die Herren: Max Frank, Dr. Edmund Kohn, Hofrat Dr. Rappaport, Frau Adele Friedmann. Obmann des Schiedsgerichtes: Dr. Alfred Berger; Stellvertreter: Dr. Ludwig Sachs; Schiedsrichter: Dr. Julius Dreh, Prof. Dr. S. E h r m a n n, Wilhelm F r e y b e r g, Baurat R. Herrmann; Ersatzmänner: Dr. Heinr. Löwenstein, Dr. I. S a m u e l y, Dr. Moriz Schnabl, Ingenieur Ad. Schwadron. Zum Sekretär der Institution wurde Herr Guido Fuchsgelb bestellt. Die Vereinskanzlei befindet sich: Wien, IX., Türkenstraße 17 Kede des Abgeordnete« Dr. Mahler i« der 83. Sitzung des osterr. Abgeordnetenhauses vorn 1L Juni 1908. Präsident: Ich erteile nunmehr dem Herrn Abgeordneten Dr. Mahler das Wort. Abgeordneter Dr. Mahler: Meine Herren! Wer denkend den Weg überblicktden im Laufe der letzten Jahrzehnte die moderne Kulturmenschheit zurückgelegt hat, wer sich darüber Rechenschaft ablegt, daß die Forschungsergebnisse sowohl auf dem Gebiete der Kunstwissenschaften wie der naturhistorischen Disziplinen einen Umsturz und eine Umwertung aller wissenschaftlichen Werte herbeigeführt haben, und wer diese Erscheinungen nicht bloß als Tatsachenals Spiel des Zufalls hinzunehmen sich begnügtsondern deren tieferen Sinnnachgeht, wird sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß diese-mächtige Metamorphose nicht der bloßen Mehrheit wissenschaftlicher Arbeiter, auch nicht der größeren Genialität der schaffenden Männer, sondern einer tiefgreifenden Aenderung im Grundwesen unseres Denkens zuzuschreiben ist. Es ist das Prinzip der Entwicklung, welches die moderne- Naturforschung in jenes hineingetragen, hat' und das es, den meisten vollkommen unbewußt, umbildete, so zwar, daß es davon vollständig beherrscht wird. Dieses Prinzip der Entwicklung, es beherrscht nicht nur das Gebiet der uns umgebenden Innenwelt, sondern auch das ganze politische Leben und darum muß jeder, der nicht den Vorwurf des Dilettantismus auf sich laden will, versuchen, die Erscheinungen vom Gesichtspunkt dieses beherrschenden Prinzips zu betrachten, besonders bei uns in Oesterreich, wo-wir es nicht nur mit einer einfachen Entwicklungsreihe zu tun haben. Es klingt vielleicht paradox, ohne es doch zu sein, wenn man behauptet: Die'gedämmten Schwierigkeiten unseres iünerpolitischen Lebens, welche dieses zu einem so abwechslungs- und aufregungsreichen gestaltensind Entwicklungshemmungen, Entwicklungshemmungen in nationaler, kultureller, wirtschaftlicher Hinsicht, und da ergibt sich ganz von selbst als oberste Regierungsmaxime:- Entwicklungs- Möglichkeiten zu schaffen und Entwicklungshemmungen aus dem Wege zu schaffen. , Demgegenüber ist es Aufgabe dieses hohen Hauses, Tempo und Entwicklungsrichtung zu bestimmen, seinen Willen klar darzutun, wie die Entwicklungsmöglichkeiten auszunützen find, und dieses Zusammenarbeiten von Haus und Regierung kann ich allein als das wahre Wesen eines parlamentarischen Regimes betrachten. Wenn wir nun mit unserem österreichischen Parlamentarismus von diesem allein logischen und gesunden Zustand noch: sehr weit entfernt find, wenn wir es bisher auf der einen Seite mit einer Personalunion der Führer, auf der andern, mit. einer eaeietas ieenina zu tun haben, so liegt, wie ich'glaube, die Schuld hauptsächlich daran, daß dieses Haus es bisher ängstlich vermieden hat, seinen Willen klar auszusprechen, vielleicht aus dem Grunde, weil ihm trotz der Personalunion ein solcher einheitlicher Wille mangelt. Ja, mehr noch, man hat es bisher ängstlich vermiedenes zu einer solchen Willensbildung kommen zu-lassen, eine Platform zu schaffen, auf der die Vorgänge sich abspielen können, und wenn man bei. diesem geistigen Versteckenspiel mit der harten Notwendigkeit des Tages: in Konflikt kam, so hat die Regierung sich wohl gehütet, zu verlangen: durch Wahrheit, zur Klarheit, sondern sie hat, statt zu einem mannhaften Kampf für ihr Programm die Kräfte, nur Stimmen gesammelt, wobei man ihr allerdings nachfagen muß, daß ihr kein Opfer zu groß war, das die: anderen brachten. Die Regierungsbrillen, von denen auch Seine Exzellenz -: der Herr Ministerpräsident in seiner Rede vom 2.. Juni d. I. sprach, sie gleichen auffallend einem umgekehrten Opernglase, das die Kraft besitzt, selbst die größten Dinge klein erscheinen zu lasten, und find sie erst einmal auf diese Weise kleingemacht/, dann erscheinen unsere ministeriellen Elefantenjäger, um sie zahmlastbar und zahnlos in die Umzäunung der ministeriellen; Majorität zu sperren. (Beifall.) Meine Herren! Drei große Prinzipien find es,: die« iw: diesem Volkshause um die Anerkennung ringen ' und - deren geheimer Kampf keine Gesundung zuläßt> Es? fiM dies das ' nationale, das wirtschaftliche und das Richtungsprinzip, wenn, ich. so sagen darf. Jeder von uns hat in jeder dieser Beziehungen eine ganz bestimmte, gebundene: Marschroute und. ich-; glaube, daß im Wahlkampfe jeder einzelne, die Zumutung^ eines - dieser Prinzipien zu verleugnen, mit Verachtung cheit von? sich - gewiesen hätte. Es liegt mir aber auch vollkommen ferne-« an* zunehmen, als ob irgend jemand in diesem hohen Hause diese Verpflichtungen nicht vollkommen, ernst, nehmen würde- Die^Er^ fahrung aber hat uns - gezeigt, daß- , was--in. der Theorie mühelos