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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-05-29 · 22 (29.5.1908) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
22 (29.5.1908)
Date
1908-05-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 410 Dr. VlocD's MocbensMrM. Nr. 22 zu gebrauchen, sondern könnte ruhig sagen, Ihr Projekt ist phantastisch, wie alle anderen, von denen man bisher weiß. Das sage ich aber nicht, sondern im Gegenteil! Man nennt mich zynisch, aber Niemand hat es noch gewagt, mir darum die bindende Kraft meines Ehrenwortes abzusprechen, und mit meinem Ehrenworte erkläre ich Ihnen also, ich glaube, Sie habe« das Problem der Lenkbarkeit eines Luftschiffes gelöst. Aber nun hören Sie weiter: es wird mir nicht gelingen, den Ankauf desselben durchzusetzen — aber nicht wegen der Parlamente, die find lange nicht unser Unglück, sondern wegen der fachtechnischen Kommissionen, mit denen ich zu tun habe. Die kennen Sie nicht, ich aber kenne fie. Ueber die Einführung neuer Unterhosen aus Zwillich statt aus Drillich beraten bei uns jahrelang solche Kommissionen mit dem Resultate, daß der Soldat nach Jahren noch die Hose aus Zwillich statt jener aus Drillich schmutzig macht. Und Unterhosen sind doch etwas Bekanntes, ich möchte sagen, der Phantasie Entzogenes, worüber man, wie man meinen sollte, gar nicht mehr zu streiten braucht. Komme ich aber mit der Idee eines Luftschiffes, dann werden unsere Herren, die keine Ahnung von dem ungeheuren Weben und Blütentreiben in der heutigen Technik haben, einfach sagen: Der Schwarz ist verrückt, und der Krieghammer, der sich mit einem gewesenen Holzhändler einläßt, ist auch verrückt. Und mich, Herr Schwarz, werden die Herren außerdem noch herausbeißen, schon weil sich für Manchen dadurch die Aussicht auf ein Portefeuille eröffnen wird." Schwarz erwiderte: „Exzellenz, Sie scherzen. Frankreich verausgabt für die Versuche von Krebs und Renard jährlich ungeheuere Posten, der deutsche Kaiser kümmert sich auch persönlich und leidenschaftlich für die Frage, und wenn wir heute nicht dran wollen, müssen wir morgen sicher dran/ Darauf erwiderte Krieghammer: „Sie sprechen wie ein Mann von gesundem Menschenverstände, aber nicht wie einer, der die Kommission kennt. Denn wenn etwas noch so unabweisbar ist, bei uns sagt man: Wir können warten, übereilen wir uns nicht. Denn vielleicht ist der Erfinder so dumm, sich mit der Sache an Niemanden sonst zu wenden; oder vielleicht find die anderen so dumm, ihm die Sache nicht abzukaufen; und wenn der Dritte und Vierte ebenso dumm ist, dann wird der Erfinder vielleicht, müde der zwecklosen Wanderung von Hauptstadt zu Hauptstadt, einmal vom Schlage getroffen werden... Das, Herr Schwarz, ist die ewige Spekulation bei uns. Ich setz' es nicht durch." Da wendete sich Schwarz denn an Rußland, deffen kluger und technisch hochgebildeter Militärattache in Wien ihm auf die Sache einging, und stellte dort nach zweijährigem Bau ein Aluminiumschiff her, das bei zwei Probefahrten auch bei widrigem Winde die dem Lenker erst hoch oben in der Luft bekanutgegebenen Routen, Linien und Kurven beschrieb. Nur die dritte Probefahrt stand noch aus, da wurde dem Erfinder von einer Seite, deren Nennung hier nichts zur Sache tut, schwarz auf weiß der Beweis erbracht, daß er nach geglückter dritter Tour nach bekannter Methode als Spion festgenommen und irgendwo zum Verschwinden gebracht werden sollte — und wenn der in seinem Besitze befindliche Präliminarvertrag beseitet war, überschrieb man sein Recht auf Schiff und Vertrag auf eine andere Person . . . Und spät Nachts dann, im Novembernebel, unmittelbar vor dem dritten Termin, blieb Schwarz allein noch im Werkhause und vernichtete sein Werk, machte die Versteifungen unbrauchbar, zerriß die Ballonets, perforierte das Alumiuiumdach, lädierte die Motore und fuhr in aller Morgenftühe, vermummt und verkleidet, mit falschem Paß und unter falschem Namen aus Petersburg davon. (Fortsetzung folgt.) Reue Bücher. Palästina« , Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas. Herausgegeben vom „Verlag Palästina", München, Pettenkoferstraße 25. Preis im Inland uud Oesterreich 2l/% Mark, Ausland 3 Mark pro Jahr. V. Jahrgang, Rr. 1. Inhalt: An unsere Leser. Dr. phil. Strauß: Das Interesse an Palästina. Die Entwicklung der Industrie. Wert und Wertsteigerung des Bodens im Orient. Aus den Hauptstädten. Palästinensischer Hilfsverein. Aus den Kolonien. Umschau. Arbeiterheimstätten. Aus der Schulwelt. Heft 2. Inhalt: Dr. Adolf Friedemann: Die jüdische Kunst in Palästina. Dr. med. Georgopulos, Athen: Die Behandlung der Malaria mit Atoxyl. Direktor Dr. M e t h m a n n, Jaffa: Die hebräische Sprache in Palästina. Ein jüdisches Technikum in Palästina. Aus den Hauptstädten. Äus den Kolonien. Bericht der Anglo-Palästina- Bank. Aus der Schulwelt. Umschau. Adolf Heinrich Landau, Wiener-Neustadt. Abraham Goldfaden. Sein Leben und Wirken. Vortrag, gehalten am 1. März 1908 in der jüdischen Toynbeehalle in Wien, XX. Bezirk. Preis K 2.—. Der gesamte Reinertrag fließt dem „Kinderhort" der Toynbeehalle, dem „Waisenhaus" und der „Volksküche" in Jerusalem zu. Selbstverlag, Wien 1908. Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg und der Gesellschaft zur Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums in Wien. Herausgegeben von Dr. M. G r u n w a l d. 10. Jahrgang. 2. Heft. Leipzig 1908. M. W. Kaufmann. 47 Seiten. (Preis des Jahrganges — vier Hefte — 4 Mark.) Die im 1. Heft dieses Jahrganges begonnenen und hier sowie an anderen Stellen („Jewish Chronicle" und in reichsdeutschen Zeitungen) rühmend hervorgehobenen Beiträge: „Das Kind bei den Juden" von R. Lilienberg und Dr. A. Landau und „Der Traum in der jüdischen Literatur" von Dr. A. Löwinger werden in dem neuen Hefte beschlossen. Privatdozent Dr. Felix Falk beginnt mit einer großangelegten Arbeit: „Die Bücher Samuelis in deutschen Nibelungenstrophen des XV. Jahrhunderts", der er „Einleitende Bemerkungen zur jüdisch-deutschen Literatur" vorausschickt. Den Schluß bilden Buchbesprechungen von Dr. S. Weißenberg und L. Schloß. Dus Heft empfiehlt sich, abgesehen von der Gediegenheit des Inhaltes, durch vorzügliche Ausstattung. R. L. Briefkasten. K. F. Das Bild des Malers A. Liachowski „Hiob und seine Freunde", das auf der Petersburger Frühjahrsausstellung so viel Aufsehen erregt und einen ersten Preis davon getragen hat, wurde von dem Moskaucr Großgrundbesitzer I. Neiditsch angekauft. X* Z. Im April laufenden Jahres wurden in allen deutschen Krematorien zusammen 343 Leichen eingeäschert Von den Eingeäscherten waren 266 evangelisch, 33 katholisch, 4 altkatholisch, 16 jüdisch, 6 freireligiös, 5 Dissidenten, von 13 war das Bekenntnis nicht angegeben. Nervöser. Nehmen Sie Kaltwasserbäder und lesen Sie nur „Das Blatt der Hausfrau". Dort wird meines Wissens die Lehrkanzelmisöre nicht besprochen. Eine Klage auf Schadenersatz können Sie gegen den Innsbrucker Profeffor jetzt nicht einbringen, da er derzeit unbekannten Aufenthaltes ist. Wenn Sie keine Broschüre geschrieben haben, können Sie einen Freiplatz in einer Wasserheilanstalt eventuell bekommen. Wenn ja, dann schauen Sie sich doch lieber um eine Lehrkanzel um. Justitia ohne Binde. Gnädige Frau werden sich doch eine Brille anschaffen und einmal selbst um Ihre Sachen umschauen müffen. Die Herren vom Kassationshof bringen Sie noch einmal um Ihren guten Ruf. Ihre Affaire mit dem Jakob Stern ist doch ein bischen zu arg. Und dabei sind Sie eine Frau in den besten Jahren, die von diesen Dingen doch schon etwas verstehen sollte. Also aufpaffen! An mehrere Einsender. Weitere Anfragen in der Sache Wahrmund trete ich der Staatsanwaltsäiaft ab. Ihre steten Anfragen involvierten das Vergehen gegen die Sicherheit meiner Geduld. Gibt's denn keine Rettung? F. in P. Konfirmationsfeierlichkeiten wurden auch in jeder Wiener Synagoge vollzogen. Berichte darüber publizieren wir nicht, schon aus Rücksicht auf den Umfang des Blattes. I. S. in Z. Nächste Nummer. A. Auschlowitz. emer. Rabbiner, Jägerndorf. Sie finden diese Stelle als letzte Zeile Tosesta Sabbath Kap. 6, Ausg. Zuckermandl, Kap. 7, S. 118.

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