Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 22 (29.5.1908)
- Date
- 1908-05-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 402 SK. 22 Dr. Llocv's MocbenscbrM. zieht. Ich kann ihm sagen, aus welchen ehrlichen und arbeitersich in seiner Gekränktheit zu sehr gehen ließ. Hoffentlich wird freundlichen Gründen ich aus einem Zentrumsmann ein Sozialdie Wiener Akademie jetzt nach dem Tode Glasers dieses ihres demokrat geworden bin, aber ich weiß nicht, ob er mir sagen bedeutenden Landsmannes gedenken und die Herausgabe seines kann, aus welchen Gründen er aus einem Juden ein Protegroßen wiffenschaftlichen Nachlasses übernehmen, stant geworden ist. (Stürmischer Beifall.) _ Korrespondenzen. Eduard Glaser. Aus der öffentlichen Plenarsitzung des Borstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde vom Mittwoch den 20. Mai 1908 unter dem Borsitze des Präsidenten Herrn Dr. Alsred Stern. Der am 8. Mai in München in seinem 54. Jahre verstorbene Arabienforscher Eduard Glaser war zweifellos der bedeutendste Kenner der minaosabäischen Sprache und Kultur und der bahnbrechende Reisende für Südarabien. Bon seinen, zwischen 1883 und 1894 dort unternommenen Reisen ist eine Präsident Dr. Alfred Stern eröffnet die Sitzung und neue Epoche in der Kenntnis Alt- und Neujemens ausgegangen, konstatiert die Beschlußfähigkeit derselben. Vor Eingang in die — mit Recht hat daher Otto Weber (1907) den Titel eines Tagesordnung widmet der Präsident dem verstorbenen Obmann Büchleins über frühere Entdeckungen in Südarabien „Forschungsdes Bethausvereines für den IV. und V. Bezirk kaiserl. Rat reisen in Südarabien bis zum Auftreten Eduard Glasers" ge- Lichtblau, sowie dem dahingeschiedenen ehemaligen Mitgliede nannt. Man kann die Resultate der Glaser'schen, unter größten des Vertreterkollegiums Emanuel Baumgarten warm Lebensgefahren und unter unendlichen Mühseligkeiten vorgenomempfundene Nachrufe, welche von den Anwesenden stehend anmenen Reisen in folgenden Darlegungen zusammenfaffen: Nach gehört werden. Ferner macht der Präsident die erfreuliche Mit- Wellstadt (1834/5), dem Apotheker Arnaud (1843), Josephe teilung, daß der vor kurzer Zeit schwer erkrankte zweite Vize- Haltzvy (1869/70) tritt Eduard Glaser auf den Plan, der auf Präsident Baurat Ritter von Gold schm idt sich bereits auf seinen vier Reisen (1883/1.894) mehr als 2000 Inschriften dem Wege der Rekonvaleszenz befindet. Der Vorstand möge sammelte und zwar solche, die am meisten unsere Kenntnis seiner Freude hierüber in einem Brief an seinen verdienstvollen SüdarabieuS vermehrt haben. Die Publikation der Glaser'schen Vizepräsidenten Ausdruck geben. (Allgemeine Zustimmung.) Inschriften als Ganzes steht noch aus; andere Gelehrte haben Hierauf erstattet Kultusvorsteher Max Frank das Referat von den teils in die Wiener und Berliner, teils an das Lritisd über den Rechnungsabschluß für das Jahr 1907, der Gesamt- Ilnssnm verkauften Jnfchriftenabklatschen viel — aber nicht einnahmen von X 2,645.677'70 und Gesamtausgaben von zur Befriedigung des ursprünglichen Besitzers — publiziert. Er K 2,578.150 77 (K 2,433.027 83 ordentl. und K 145.122 94 selbst hat aber sein Korpus altjemenischer Inschriften als maßaußerordentl. Ausgaben) ausweist. Der Referent, Herr Max gebendster Südarabist so wohl vorbereitet, daß eine Herausgabe Frank, knüpfte an die Vorlage folgende einleitende Beauch nach seinem Tode der Welt den vollen Begriff von seiner merkungen: Bedeutung geben kann. Aber was jetzt schon durch anderer uud,,-r „Ich beehre mich, Ihnen hiemit den Bericht über den seine Teil-Publikationen seiner Inschriften, wofür er sich zuletzti i Rechnungsabschluß für das Jahr 1907 vorzulegen, der mit eines eigenen Organs im Selbstverlag, der „Altjemenischen Nach-i l seinem Gebarnngsüberschuß von K 67.526 schließt. Der Vorrichten", bediente, bekannt ist, gibt uns schon eine Idee von , Anschlag für das gleiche Verwaltungsjahr hatte, einen Fehlbetrag dem alten Saba-Reich. Erst Glaser hat auch die von Arnaud.' von K 122.138 vorgesehen und so könnte denn auf den ersten bereits gesehenen Ruinen des Haram Bilkis, des Palastes oder Blick die Meinung aufkommen, als ob hier ein besonders günstiges Tempels einer sagenhaften Königin Bilkis, die als die aus der und für die Zukunft vielversprechendes Ergebnis vorläge. Ein Geschichte Salomos bekannte Königin von Saba gilt, richtig detailliertes Studium der einzelnen Einnahme- und Ausgabeaufgenommen. Das alte sabäische Reich lag ungefähr 300 Kilo- ' Posten, wie sie nun in endgiltiger Gestalt vorliegen, zeigt jedoch, mcter nördlich von dem modernen Aden; seine Hauptstadt war daß nur der Entfall in Aussicht genommener größerer Aus- Marib, das Mariaba Strabos. Inschriften und andere Funde gaben und Verschiebung solcher auf die folgenden Rechnungszeigen, daß die Einwohner auf hoher Kulturstufe standen. Eine abschluß-Jahre, nicht in letzter Linie zufällige Erhöhung der Dynastie von Priesterkönigin (MakLrib) hat ursprünglich hier Einnahmen, deren Wiederkehr nicht regelmäßig zu erwarten ist, geherrscht, der später weltliche Könige folgten; die Inschriften das befürchtete Defizit gebannt haben, allerdings ohne die haben die Namen beider bewahrt. Glasers Chronologie läßt die Voraussicht, dies auch für das Jahr 1908 zu bewirken. Von MakLris von 1050 bis 820 v. Chr. regieren. Eine Fülle von allgemeinem Interesse dürfte es sein, daß, während die Ge- Publikationen Glasers, darunter starke Bände, haben Einzelsamteinnahmen um den Betrag von K 36.000 gegen das heiten aus seinen Studien- und Forschungsreisen der gelehrten Jahr 1906 gewachsen find, die Gesamtausgaben, ganz ab- Welt geboten, darunter „eine Skizze der Geschichte und Geogesehen von der Gehaltsregulierung, eine Steigerung von zirka graphie Arabiens von den ältesten Zeiten bis zu Muhamed" K 74.000 aufweisen. Es ist also das Plus der Einnahmen (II. Band 575 S.; vom ersten Band ist nur eine Lieferung gegen das Anwachsen der Ausgaben um K 37.000 zurückgedruckt); „die Abessinier in Arabien und Afrika" (211 S.); geblieben, welche Tatsache allein schon geeignet erscheint, allzu „Mitteilungen über sabäische Inschriften". Mehrere Publikasanguinische Hoffnungen im Keime zu ersticken. Hiezu kommen tionen beschäftigen sich mit dem Weihrauchland Sokatra, dem noch die zirka K 57.000, welche die Gehaltsregulierung unseres Goldland Purt und Ophir, mit dem semitischen Ursprung des Beamtenkörpers erfordert und die naturgemäß eine weitere Wortes „Kirche" und viele mit sprachlich-dialektischen Eigenständige Belastung unserer Leistungen darstellt. Drei große tümlichkeiten der von Glaser gesammelten Inschriften. Glaser Posten sind es hauptsächlich, denen das Schwinden des Defizites war als Arabist und als Reisender der denkbar zuverlässigste zu danken ist und deren Anführung genügt, um zu zeigen, daß Forscher. Als Mensch war der in Deutsch-Rust in Böhmen wir es hier mit zufälligen Ergebnissen zu tun haben. Mit geborene Gelehrte gutmütig, liebenswürdig und rührend bescheiden, anderen Worten, wären diese Posten budgetmäßig zur Ber- Es wäre verkehrt, den Menschen Glaser von der Art seiner Wendung gelangt, so wäre der Gebarungsüberschuß bereits in wiffenschaftlichen Polemik aus zu beurteilen. Da war er heftig einen Fehlbetrag verwandelt. Es sind dies K 60.000, die als uud oft maßlos; denn er war bis ins Innerste verbittert, daß Ausgabe für den Tempelverein I V. u. V. Bezirk präliminiert, ihm, dem anerkannten Gelehrten, dem bahnbrechenden Forscher, aber als Darlehen gegeben wurden und deshalb derzeit noch die äußeren wiffenschaftlichen Ehren, als: Profeffur und Akademieals Aktiva figurieren. Ferner K 12.000 für bauliche Hermitgliedschaften, versagt blieben und daß man andere die Früchte stellungen in der Mikwah, deren Inanspruchnahme und Ausseiner Vorarbeiten einheimsen ließ. Doch war seine Verbitterung zahlung aus bekannten Gründen unterblieb, und endlich als übertrieben, und viele Gegner sind ihm erst entstanden, weil er reine Zufallsftyft eine Mehreinnahme von K 24.000 von.