Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 19 (8.5.1908)
- Date
- 1908-05-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 350 Vr. Blvch's Wochenschrift. Nr. 19 der Versammlung bei, und zwar: Als Präsident des Verbandes der genannten Vereinigungen B'nai B'rith für Oesterreich Herr Dr. Hammerschlag aus Prag mit den Mitgliedern des Verbandes, den Herren: Dr. Edmund K o h n, Dr. Siegmund Stein, Dr. Rudolf Bloch, Prof. Dr. Ehrmann, Doktor Sonnenschein und kais. Rat Perlhefter. Die B'nai B'rith haben bereits im Jänner v. I. zur Beratung dieser Frage eine Konferenz abgehalten, an welcher neben den Vertretern des genannten Verbandes die Vertreter des Allgemeinen österreichisch-israelitischen Bundes, der Israel. Allianz, der Zionistischen Organisation, des Galizischen Hilfsvereines und der Kultusgemeinde Wien teilnahmen. Und wenn auch das damals bestellte Komitee zu einem positiven Resultat nicht gelangt war, so unterließen es die Teilnehmer doch nicht, der Angelegenheit ihre fördernde Aufmerksamkeit zuzuwenden. Der Präsident des Allgemeinen österreichisch-israelitischen Bundes hat denn auch in seiner Ansprache an die Delegierten-Versammlung es nicht unterlassen, den B'nai-B'rith-Vereinigungen für diese tatkräftige Förderung der gemeinsamen Idee den besonderen Dank auszudrücken. In gleicher Weise hat der Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde Bielitz, kais Rat P o l l a k, den B'nai B'rith unter allgemeinem Beifall den Dank ausgesprochen. Die besondere Wichtigkeit des Beschlusses betreffend die Lehrerbildungsanstalt erhellt aus dem Wortlaut: „Es wird eine einheitliche Lehrerbildungsanstalt für Westösterreich in Wien in Aussicht genommen. Die Lehrerbildungsanstalt ist als ein Institut zur Heranbildung von Religionslehrern gedacht. Bei der Ausbildung der Zöglinge dieser Präparandie soll sowohl auf die in Westösterreich herrschenden Sprachenverhältnisse, sowie darauf Rücksicht genommen werden, daß die Zöglinge, soweit sie die Eignung dazu besitzen, auch für kantorale Funktionen und den Kanzleidienst die nötigen Kenntnisse erlangen." Schließlich sei aus dem Verlauf des Festbanketts der intereffante und geistreiche, mit rauschendem Beifall aufgenommene Trinkspruch des Präsidenten der Prager israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. Arnold R o s e n b a ch e r auf den Präsidenten des Bundes Herrn Dr. Alfred Stern erwähnt und zur Präsenzliste Herr Josef Läppert, Großhändler in Wien, als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Falkenau a. E. nachgetragen. Wien. (A d a ß I i s r o e l.) Am 19. April fand die Prüfung an der Privat-Religionsschule dieses Vereines unter Leitung Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Fürst statt. Erschienen waren: Herren Kultusvorsteher Dr, Alfred Berger und Dr. Markus Spitzer in Vertretung des Vorstandes, Herr Schulinspektor Prof. M. Kanitz, Herr Ortsschulrat Professor M. A n t s ch e r l, Vorsteher des Talmud-Thoravereines Herr Simon B u ch w a l d, vom Vorstande der Schule Herren H. B o n d i uud M. N e u m a n n, sowie zahlreiche Eltern der Schüler. Die Prüfungsresultate waren vorzüglich, wie man dies an dieser Schule seit Jahren gewöhnt ist. Die Meisterleistungen des bewährten Pädagogen Herrn N. D. O e st e r r e i ch e r, der von Herrn Wilhelm Braun bestens sekundiert wird, sind in den Kreisen, die sich für Religionsunterricht interessieren, dermaßen bekannt, daß nur zu wünschen ist, es mögen viele solcher Anstalten entstehen. Die Liebe, mit der die Lehrer ihrem Berufe obliegen, teilt sich an dieser Schule auch den Schülern mit, was zu einem harmonischen äußerst gedeihlichen Wirken führt. Herr Prof. Kanitz. der diese Schule mit besonderem Wohlwollen überwacht, oab der Anerkennung für die Lehrer in wärmster Weise Ausdruck. Herr Obmann Neumann dankte Herrn Rabbiner Fürst für die unendliche Mühe und Sorgfalt, die er der Schule, zuwendet und alle Anwesenden schieden mit der Anerkennung, daß hier Wertvolles für die Erhaltung des Judentums geleistet wird. Die Schule befindet sich in den vom Talmud-Thora-Schulverein freundlichst zur Verfügung gestellten Lokalitäten II., Malzkaffe 16. Wien. (Jüdischer Verein „Einigkei t".) Dieser Verein hielt am Sonntag seine 24. Generalversammlung in der Vereinsrestauration. Der zahlreiche Besuch und die lebhafte Diskussion zeugten von der warmen Teilnahme der Mitglieder. Nach dem Rechenschaftsberichte wurden vom 15. September 1906 bis 31. Dezember 1907 120.000 Mahlzeiten verabreicht. Ein Mittagmahl kostet 40 Heller, ein Nachtmahl 30 Heller. Der größt: Teil der Konsumenten hatte bis zur Gründung dieser streng rituellen Küche, die unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Fürst steht, von Brot gelebt. Der Erlös betrug K 38.570*07, die Ausgaben für Lebensmittel K 36.349*30, für Regie K 10.276*17, so daß nach Abzug der Beiträge und Spenden per X 3629*14 ein Abgang von K 4200 rund resultiert, dessen Deckung die Aufgabe des laufenden Jahres ist. Die Restauration ist eine Notwendigkeit, ihre Führung allgemein belobt, und es ist nötig, daß unsere Glaubensgenossen bei jeder Gelegenheit des Vereines gedenken. Seinen Statuten entsprechend geht der Verein an die Gründung eines Emigrationsbureaus zum Schutze und Beistand der Auswanderer, wozu die behördliche Genehmigung erteilt wurde. Auch hier wird der Verein, ohne irgend Jemanden zu Liebe oder zu Leide, nur das Interesse der Armen und Hilfesuchenden fördern. Herr Hofbauer präsidierte anstatt des Obmannes Herrn S. M e i s e l s; dieser resignierte wegen seines Alters und Gesundheitszustandes, was in Würdigung der Gründe bedauernd zur Kenntnis genommen wurde. Herr M e i s e l s wurde in Würdigung seiner Verdienste um den Verein (dem er neuerdings einen Jahresbeitrag von K 50 widmet) zum ersten Ehrenm i t g l i e d e desselben ernannt. Die Generalversammlung votierte allen Spendern den Dank, speziell Herrn Aron Weil, der zu jeder Zeit der Küche gedacht. Den Vorstandsmitgliedern Hofbauer, Felsenburg, Kanigel, Komet und Pappenheim wurde besondere Anerkennung ausgedrückt. Bei den Wahlen wurden mit Akklamation gewählt: Obmann Herr B. H o f b a u e r (I., Tuchlauben 20), an welchen Zuschriften zu richten sind, I. Stellvertreter Moritz Felsenburg, II. Stellvertreter Direktor Dr. Krenberger, Schriftführer Dr. D. R y b a c z e w s k i, I. Kassier Fritz Fischer, II. Kassier A. Klein, Vorsteher Nathan Schi f f, Adolf Schwamm, G. H o f b a u e r. Die Restauration (II., Floßgasse 9) ist im höchsten Grade der Förderung wert und steht zu hoffen, daß das Emigrationsbureau nicht minder segensreich wirken wird. „Lügenmaul". Im „Deutschen Volksblatt" vom 5. Mai d. I. liest man: „Das Prager Organ der tschechischen Katholiken, „Cech", brachte die Nachricht, daß unter der Judenschaft Wiens und Prags eine Geldsammlung für Professor Feilbogen eingeleitet worden sei, deren Ergebnis den Hostienentweiher Feilbogen für den Verlust seiner Lehrstelle entschädigen soll. Einzelne Juden in Prag haben sich auf der Subskriptionsliste mit Beträgen von 500 bis 1000 Kronen eingetragen! Hiezu bemerkt die Prager „Lokalkorrespondenz" des Juden Simon Pollak: „Wie wir versichern können, ist diese Nachricht des „Cech" vollkommen verläßlich; einer unserer Gewährsmänner hat selbst eine Subskriptionsliste gesehen." Natürlich ist das eine gemeine Lüge und der „Jude Simon Pollak" ein Täufling, der seit Jahren den Antisemiten Handlangerdienste leistet. Großhändler Elias gestorben. Am 1. d. M. nachts verschied hier nach langem schweren Leiden der in den weitesten Kreisen bekannte türkische Großhändler Herr Abraham M Elias. Der Verstorbene, welcher Seniorchef des weltbekannten Bankhauses Gebrüder A. ,H. Elias war, war wegen seiner hervorragenden Eigenschaften des Geistes, des Charakters und des Herzens allgemein geachtet und von seinen Intimen verehrt. In früheren Jahren nahm er dank seines umfassenden Wissens und seiner ungewöhnlichen Arbeitsenergie eine maßgebende Stellung im merkantilen Verkehre mit dem Balkan und dem Orient ein, er hat viele Industriezweige in Oesterreich eingeführt und zur Blüte gebracht. Der Verblichene war unter anderem Präsident des Verwaltungsrates der