Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 18 (1.5.1908)
- Date
- 1908-05-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021764-3021783--17315-3042182- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
€>eut 340 wt. LLocv s VNocöeKscvttLL. Nr. 18 redner, sondern auch literarisch tätig und ist der Autor mehrerer wissenschaftlicher Werke, welche in der Gelehrtenwelt die sympathischeste Aufnahme fanden. Ferner war er Ausschußmitglied der SüdungÜrischen historisch-archäologischen Museum-Gesellschaft und Mitglied des slädt. Münizipal-Ausschusses, in welcher Eigenschaft er den kommunalen Angelegenheiten ein reges Interesse entgegenbrachte. Am 15. November 1904 feierte Dr. Moriz Löwy auch sein 25jähriges Jubiläum als Oberrabbmer, bei welcher Gelegenheit er der Gegenstand der herzlichsten Ovationen war. Dr. Moriz Löwy, der sich Zeit seines Lebens der besten Gesundheit erfreute, erkrankte schon vor Jahresfrist an Neurasthenie, so daß er schon längere Zeit seinen Agenden als Oberrabbiner nicht mehr Nachkommen konnte. In letzterer Zeit zeigten sich indessen so erfreuliche Symptome einer Besserung, daß berechtigte Hoffnung auf eine gänzliche Genesung des Oberrabbiners vorhanden war. Um diese zu beschleunigen, begab sich Dr Moriz Löwy am 4. März in Begleitung seiner Gattin nach Abbazia und kamen von dort noch in den letzten Tagen die befriedigendsten Nachrichten über das Befinden des Patienten. Umso überraschender und schmerzlicher wirkte daher die Samstag eingetroffene Hiobspost von dem plötzlichen Ableben des beliebten Oberradbiners. Vernuscbtes. Wieu. (Auszeichnung.) Der Vize-Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, Gemeinderat Baurat Theodor Ritter v. Goldschmidt wurde durch Verleihung des Offizierskreuzes des Franz Joseph - Ordens ausgezeichnet. Herr Baurat Ritter v. G o l d s ch m i d t hat sein ganzes Leben dem Dienste der Oeffentlichkeit gewidmet und. seine wohlverdiente Auszeichnung wird in allen Kreisen mit ungeteilter Genugtuung begrüßt werden. Wieu. (Auszeichnung.) Die „Wiener-Zeitung" veröffentlicht die Verleihung des Kommandeurkreuzes des Leopold- Ordens an Hofrat Dr. K. S. G r ü n h u t, Profeffor des Handels¬ und Wechselrechtes an der Universität in Wien. Wieu. (Jubiläum.) Der städtische Lehrer und israelitische Religionslehrer Herr Alexander Neubauer begeht am 1. Mai d. I. das Jubiläum seiner vierzigjährigen Lehrtätigkeit. Aus diesem Anlasse sind dem in weiten Kreisen geschätzten Pädagogen von seinen gegenwärtigen und ehemaligen Schülern große Ehrungen zugedacht. Wie». (Spende.) Das Spital der israelitischen Kultusgemeinde bestätigt eine Spende von V V. X 20.—. Wieu. (Todesfall.) Sonntag den 26. April, vormittags um halb 11 Uhr, fand das Leichenbegängnis der Frau Rosa Trintscher, Vorstandsdame des Brigittenauer Frauenvereines, unter großer Beteiligung der Leidtragenden und in Anwesenheit sämtlictier Vorstandsmitglieder, mit den beiden Präsidentinnen Frau Dr. Weiß und Frau Marie Kohu auf dem Zentral-Friedhofe statt. Der Vorstand erleidet Durch den Tod dieses aufopfernden und pflichteifrigen Mitgliedes einen herben Verlust. Die Heimgegangene war eine pflichttreue Mitarbeiterin, die stets ein fühlendes Herz und eine offene Hand für die Armen hatte. Vorstandsmitglied Frau Katharina Kohu hielt der Hingeschiedenen am offenen Grabe folgenden Nachruf: „Bevor die Erdscholle Deine sterbliche.t Ueberreste deckt, will ich Dir treue Berufsschwester im Namen des Vorstandes des Brigittenauer Frauenvereines einige Worte zum Abschiede widmen. Sowie Deine Angehörigen, schmerzerfüllt, stehen wir vollzählig an Deinem Grabe und mit von Trauer durchdrungenem Herzen bedauern wir, daß Du. verklärte Seele, sobald aus unserer Mitte scheiden mußtest. Du warst uns ein ehrenwertes Mitglied, Du warst uns eine aufopfernde, pflichttreue Mitarbeiterin. Schon wühlte die tückische Krankheit in Deinem Körper und Du nahmst es doch mit den Pflichten auf dem Gebiete der Humanität sehr ernst. Es war Dir eine Befriedigung, für die Armen zu schaffen, den Witwen zu helfen, die armen, kranken Wöchnerinnen zu unterstützen und zu trösten. Kurz jedoch war leider nur die Spanne Zeit, die Du teure Dahingeschiedene zu diesem Zwecke ausnützen konntest. Denn jäh und herb griff der Tod ein und raffte Dich aus unserer Mitte hinweg. Das Eine, treue Verblichene, will ich Dir am Rande Deines Grabes versprechen, daß Du im Kreise edle.' jüdischer Frauen fortleben wirst. Wir werden Dir im Vorstand des Brigittenauer Frauenvereines ein ehrendes und ewiges Andenken bewahren. Rosa Trintscher, treue Kollegin, ruhe sanft, Friede Deiner Asche! Wien. (Ehrung eines jüdischen Kommunallehrers.) Der städtische Lehrer Lazar L e i p e n, der 35 Jahre in Ottakring verdienstvoll gewirkt hatte, wurde in den Ruhestand versetzt. Aus diesem Anlaffe hat der k. k. n.-ö. Landesschulrat dem Lehrerveteranen die Anerkennung für sein pflichttreues, vieljähriges und unter schwierigen Verhältnissen erfolgreiches Wirken ausgesprochen. Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien. Samstagden 9. Mai d.I., 8 Uhr abends, findet in Guth's Saal-Lokalitäten, II., Stefaniestraße Nr. 14 die 18. ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Präsidenten über das abgelaufene Vereinsjahr. 2. Kaffabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Vortrag unseres Mitgliedes des Herrn Stadtbaumeisters und Bezirksratesj Edmnnd Melcher: „Ueber die Unterfangung eines 4 Stock hohen, bewohnten Hauses im IX. Bezirke." 5. Diskussion, anschließend an den Vortrag. 6. Anträge und Interpellationen. — P. 8. Anträge müssen 5 Tage vorher eingebracht werden. Hebräischer Konversationsklub. Samstag den 2. Mai, 7 Uhr abends, tritt der hebräische Konversationsklub nach zweiwöchentlichen Osterferien im Cafs Bramer, IX., Liechtensteinstraße 1, wieder zusammen. Gäste herzlich willkommen. Hebräischer Sprachkurs. Anfangs Mai beginnt unter Leitung des Herrn S. Gelb ein hebräischer Kurs für Erwachsene (Anfänger) nach der bewährten Jbrisbe Jwris Methode. Alle Damen und Herren, die an demselben teilnehmen wollen, werden ersucht, Sonntag den 3. Mai l. I. um 11 Uhr früh zu einer Besprechung behufs Regelung der Unterrichtszeit im Lokale, II., Floßgasse 9/6, zu erscheinen. Honorar monatlich 6 Kronen, Studenten 4 Kronen. Anmeldungen nimmt Herr Gelb, II., Gr. Mohrengasse 27, Tür 6, entgegen. Warnung. Auf Grund eines die Unterschriften: Philipp Graf Saint Genois, Gemeiuderat Ludwig Graf und Karl Frötschl tragenden Aufrufes einer „Kaiser-Jubiläums Israelitische Knaben- und Mädchenwehr", der mit dem Vermerke „Für jüdische Kinder. Subvention von der Kultusgemeinde" versehen ist, werden in den letzten Tagen von einem Nichtjuden, der sich als „Direktor Rudolf Nimmervoll." bezeichnet, Geldsamlungen bei jüdischen Wohltätern und Firmen veranlaßt. Wir werden ersucht, festzustellen, daß der „V e r e in zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder" mit diesem Unternehmen nichts zu tun hat. Austritte aus dem Judentum vom 19. bis 25. April 1908. Albert David, Arzt, geb. Wien 1882, XVII., Veronikagasse 16; Naschitz Wilhelm, Revident der k. k. Staatsbahnen, geb. Wien, 1871. Wien, II, Volkertplatz 2. In Trantenau hat Paul Winter aus Tuchan bei Sobotka in Böhmen, geb. 1882, seinen Uebertritt zur kath. Kirche angemeldet. Israelitisches Schülerheim, Graz. Mit 1. Juli 1908 wird in Graz ein jüdisches Schülerheim eröffnet. Die Anstalt ist im gesündesten, gartenreichen Stadtteil gelegen. Villa mit Garten. Vorzügliche Verpflegung, sorgfältigste Beaufsichtigung durch bewährten Pädagogen. Unterricht durch approbierte Professoren. An Lehranstalten bestehen in Graz: Universität, sämtliche Mittelschulen, Handelsakademie, Privatobergymnasium mit Oeffentlichkeitsrecht. Französisch, Musik, Turnen in der Anstalt. Während der großen Schulferien Vorbereitungskurs und Erholungsheim. Aufnahme in nur beschränkter Zahl und sind Vormerkungen ehestens zu treffen. Referenzen erteilt Universitätsdozent Landesrabbiner Dr. Herzog, Graz. Näheres Prospekte. Anmeldungen anRabbinerFranzLöwy, k. u. k. Feldprediger, Graz, Rösselmühlgasse 22. Kutteuberg. (Todesfall.) Unter ganz ungewöhnlicher Beteiligung seitens aller Bevölkerungskreise wurde Sonntag einer der geachtetsten Bürger unserer Stadt, Moses Milrad, zu Grabe geleitet. Es war eine Leichenfeier, wie sie unsere Stadt noch selten sah, und für die Wertschätzung des Verblichenen spricht am deutlichsten der Umstand, daß sich an der Trauerkundgebung neben der ganzen Judengemeinde auch die Angehörigen der anderen Konfessionen zu Hunderten eingefunden hatten. Unter den Trauergästen befanden sich der Bürgermeister Herr Machaeek mit mehreren Gemeinderäten, die Beamten der kaiserlichen Behörden, zahlreiche Vereinigungen in corpore, auch von auswärts waren Leidtragende und Vereinsdeputationen eingetroffen. Neben dem Schützenkorps war auch der Veteranenverein mit Fahne und Musik ausgerückt. Ein großer Teil der Trauergäste geleitete in etwa 40 Wagen die Leiche von Kuttenberg nach Kolin, wo am offenen