Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 18 (1.5.1908)
- Date
- 1908-05-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 18 Sr. Llocvs Mocvenscbrin. Sette 337 Pick, Brandeis a. d. E.; Leopold Popper. Kömginhof; Max Rosenblatt, Welka; Max Roth, Zwittau; Nathan Zerkowitz, Ignaz Schiller. Felix Signer, Baden; Oberrabbiner Sabatte Raffaelli Melli, Triest; B. Silbiger, Mährisch-Weißkirchen; Bernhard Schönhauser, Wlschau; Adolf Skrainka, Holleschau; Dr. Hermann Stein, Tarnopol; Simon Stein, Pilsen; Dr. I. Stransky, Melnik; Heinrich Tausstg, Smichow; Ernst Wriseles, Reichenberg. Die geehrte Generalversammlung hat durch Erheben von den Sitzen das Andenken der Verstorbenen geehrt und wir erbitten uns die Ermächtigung, diese Trauerkundgebung dem Protokolle einverleiben zu dürfen. Schließlich gereicht es uns zur angenehmen Pflicht, allen Vertrauensmännern der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union", ferner den Anwälten und Abgeordneten, die in selbstloser Weise unsere gemeinnützigen Bestrebungen gefördert haben, sowie der Presse unseren innigsten Dank auszusprechen Die Verlesung des Berichtes wurde mit lebhaftem Beifalle ausgenommen. Im Namen des Vorstandes der „Union" beantragte sodann Vizepräsident Dr. O r n st e i n unter eingehender Würdigung der Verdienste des Präsidenten Sigmund Mayer um das öffentliche Wohl und um die Interessen der österreichischen Judenschaft insbesondere, die Ernennung des Herrn Sigmund Mayer zum E h r e n m i t g l i e d e des Vereines. Der Antrag wurde unter stürmischer Akklamation einstimmig angenommen, worauf Herr Mayer tief gerührt für diese unerwartete Ehrung seinen innigsten Dank abstattete. An der Diskussion über den Rechenschaftsbericht beteiligten sich die Herren kaiserl. Rat P o l l a k (Bielitz), Kultusoorsteher Geist (Wr.'Neustadt), Max Markus, Lucian Brunner, Steiner (Kolin), Bergmann, Dr. Weisengrün und kaiserl. Rat Anninger. Der Rechenschaftsbericht und der Kassabericht wurden einstimmig genehmigt und dem Vorstande das Absolutorium erteilt. In den Vorstand wurden die Herren kais. Rat Anninger und Sigmund Mayer wieder-, die Herren Dr. Felix Hönigsmann und Dr. I. Samuely neugewählt. Korrespondenzen. Wien. (Verein zurErrichtung vonVolksküchen nach israelitischem Ritus.) Mittwoch den 18. d. M. wurde die israelitische Volksküche. II., Krummbaumgasse 8, für die Osterfeiertage eröffnet und beweisen nachstehende Ziffern, in welchem Maße dieselbe von den breitesten Schichten der jüdischen Bevölkerung in Anspruch genommen wird. In den ersten 3 Tagen wurde die Küche von 2600 Personen, in den anderen 6 Tagen von 4200 Personen besucht und war das Menu während der 9 Tage immer ein vorzügliches, so daß von keiner Seite auch nur die geringste Klage erhoben wurde. Das Personal, die Küchenvorsteherin und die Vorstandsdamen waren stets auf ihren Posten, so daß jeder Gast die Küche befriedigt verließ. Sehr zu bedauern ist es jedoch, daß die vielen, großherzigen Wohltäter, welche früher dem Vereine Barmittel zur Verfügung stellten, um Unbemittelte gratis ausspeisen zu können, sich bereits seit längerer Zeit nicht mehr des Vereines erinnern, sowie es im Allgemeinen sehr lebhaft zu bedauern ist, daß das warme Interesse, welches dem seit 35 Jahren bestehenden Volksküchen-Vereine entgegengebracht wurde, sehr nachgelassen hat. Aus diesem Grunde, wie auch infolge der Lebensmittelteuerung wurde ein großer Teil des Vereins-Fondes aufgebraucht und ist bei einer andauernden Teilnahmslosigkeit unserer Glaubensgenoffen die Existenzfrage desselben bedroht. Gütige Spenden und Beitrittserklärungen werden unter Adreffe: Verein zur Errichtung von Volksküchen nach israelitischem Ritus, II., Krummbaumgaffe 8 oder an die Administration dieses Blattes erbeten. Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder in Wien. IX., Nniverfitätsstraße 4. Der Anregung und dem Beispiele des Herrn Oberrabbiners Dr. Güdemann folgend, haben sämtliche Gemeinderabbiner der Wiener israelitischen Kultusgemeinde in ihren Paffah-Predigten auf die eminent segensreiche Wirksamkeit dieses Vereines hingewiesen. Vom Vereine „Eintracht B'nai Brith" vor 2 Jahren begründet, hat derselbe derzeit 3 Knaben- und 2 Mädchenhorte in seinem Betriebe, in welchen nahezu 300 arme Schützlinge vor Verrohung und Entsittlichung bewahrt, den schädlichen Einflüssen der Straße entzogen, zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft herangebildet werden. Durch Kooperation mit den bezüglichen Ausspeisevereinen ist für die vollständige Verpflegung und in ähnlicher Weise für die Bekleidung der Hortzöglinge gesorgt, während erholungsbedürftige Kinder, dank dem Entgegenkommen des Vereines „Ferienheim" in den Sommermonaten in dessen Kolonien Aufnahme finden. Im XX. Bezirke Othmarg a s s e 46 befindet sich ein Knabenhort, im XV. Bezirke Herklotzgasse 21 und im XVI. Bezirke Grüllem a y e r g a s s e 5 je ein Knaben- und ein Mädchenhort. Bon bewährten Pädadogen geleitet und unter Mithilfe eines rührigen Damenkomitees weisen die Horte höchst befriedigende Erziehungsresultate auf. Anläßlich des Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers soll nun durch Aufbringung eines „Kaiser Jubiläums Horterrichtungs-Fondes" die weitere Ausgestaltung dieser Institution ermöglicht werden. Als Grundstock für diesen Fond hat der Verein „Eintracht B. B." zehntausend Kronen gewidmet. Es ergeht an alle unsere Glaubensbrüder die dringende Bitte, bei Spenden, welche fie in Betätigung ihres patriotischen Sinnes gemäß den Intentionen Sr. Majestät „der Wohlfahrt des Kindes" widmen, dieser Institution zu gedenken und an die Vereinskanzlei IX., Universitätsstraße 4 gelangen zu lassen. Generalversammlung der Chewra-Kadischa Fünfhaus. Am 19. d. M. fand im Sitzungssaale der Kultusgemeinde XV., Turnergasse, die zahlreich besuchte 43. ordentliche Generalversammlung statt. Unter den Anwesenden waren die Kultusvorsteber Samuel Steiner und der Obmann der Bezirkskommisfion XV., Samuel Mohr in Vertretung der Kultusgemeinde, ferner Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Gruuwald. Der Präses Herr Heinrich Neufeld eröffnete die Generalversammlung, begrüßte die erschienenen Gäste und Mitglieder und erstattete den Rechenschaftsbericht. Der Verein bat in diesem Vereinsjahre gegen 6000 Kronen an Kranke, Arme, Witwen und für Medikamente verausgabt. Der Vorstand der Chewra hat sich an einer überaus großen Zahl von Leichenbegängnissen persönlich beteiligt. Redner gedachte der verstorbenen Mitglieder in diesem Jah"e, unter diesen auch des Gründers dieser Chewra. Ehrenpräses Adolf Grünspau. Die Versammlung erhob sich zum Zeichen der Trauer. Der Vorsitzende teilt mit, daß der Vorstand der Chewra den einstimmigen Beschluß gefaßt babe, den Kultusvorsteher und Präsidenten der Chewra-Kadischa Herrn Salo Cohn, in Würdigung seines großen humanen Wirkens, insbesonders für seine wiederholten, großen Spenden zugunsten des Vereines zum Ehrenmitglied zu ernennen. Der Antrag wurde mit begeisterter Zustimmung beschlossen. Ebenso wurde auf Antrag des Vorstandes auch unser geschätzter Herr Rabbiner Dr. Grunwald in Würdigung seines Wohlwollens für die Chewra zum Ehrenmitglied ernannt und der Beschluß gefaßt, daß in Anbetracht und Würdigung des Wunsches Sr. Majestät, aus Anlaß seines 60. Regierungsjahres nur humane Werke anszuüben, die Chewra in diesem Jubeljahr bis X 300 als in den Statute enthaltene Unterstützungen gewähre. Bei der Ersatzwahl von fünf Vorstandsmitgliedern wurden die Herren Jakob Dnschinsky, Leopold Landeis. Arnold Landsberger, Alexander Simon auf drei Jahre und Herr Jnlius Jritz auf ein Jahr gewählt. Als Revisoren die Herren Anton Pick, Ignaz Zeißberg, Jfidor Spitz. Der Vorsitzende dankte für das zahlreiche Erscheinen und schloß die Versammlung. Der alte jüdische Friedhof in Preßbnrg. Geehrter Herr Redakteur! Ich erlaube mir. Sie Wichst um Aufnahme folgender Zeilen in Ihrem geschätzte» Matte zu ersuchen. Unlängst hatte ich Gelegenheit, den alten jüdischen Friedhof in Preßburg zu besuchen, und konnte wahrnehmen, daß