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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-05-01 · 18 (1.5.1908) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
18 (1.5.1908)
Date
1908-05-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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6ett< 328 Dr. Llocb's MocvenscbrLN. Rr. 16 Des weiteren beteiligen sich an der Debatte die Delegierten Dr. Brande, Dr. Kraus (Teplitz), Dr. Rosenbacher, Abeles (Mistelbach), Dr. Dilles, der anschließend an die Anträge des Dr. Bloch den Vorschlag macht, zwei Vertreter der Orthodoxie in Galizien zu kooptieren, deren Namhaftmachung dem Kultusvorstande in Lemberg und Krakau überlassen bleiben soll, Dr. Körbel, Wollner und Rabbiner Dr. Oppenheim (Olmütz). Böhm konstatiert im Namen der zionistischen Organisation, daß bei Aufstellung der drei zionistischen Delegierten von Wien und den Kronländern die Wiener zionistische Organisation jedoch nicht gehört wurde. Del. Vorsteher Dr. F i a l l a (Brünn). Vor allem sei die Einigkeit unter uns nötig. Trotzdem heute die verschiedensten Strömungen, nicht nur in Galizien, sondern im Allgemeinen hier per louxum «t latum erörtert worden seien, so sei heute doch der erste Schritt zu einem einheitlichen Vorgehen getan woÄen. Das Komitee wird nur die Aufgabe haben, der Regierung zu sagen: So stellen wir Juden uns unsere Organisation vor und so halten wir diese Organisaticn für eine unserer Glaubensgenossenschaft entsprechende. Sache der Regierung und des Parlamentes wird es dann sein, einmal sich mit dieser Angelegenheit überhaupt zu befassen und den Gesetzentwurf zu akzeptieren. Was die Wahl in das Komitee anbelange, so teile Redner den geäußerten Wunsch des verehrten Rabbinats, wenn auch das Komitee zunächst vorwiegend juristische Arbeit zu leisten hat. Weil es sich diesbezüglich höchstens darum handeln kann, unseren geistlichen Führern die gebührende Achtung zu bekunden, beantragt Redner, in das zu wählende Komitee den Wiener Oberrabbiuer Dr. Güdemaun zu entsenden. (Lebhafter Beifall.) Präsident bemerkt, er begrüße es mit Freude, wenn sich im Komitee auch ein Vertreter des Rabbinats befinde, doch habe auch die andere Anschauung ohne Verletzung des Rabbinerstandes ihre Berechtigung. Wir schätzen die hochbedeutende Persönlichkeit des Rabbiners, den wir beratend überall beiziehen, auf dessen Worte wir sehr viel Gewicht legen, den wir aber nicht abstimmen lassen wollen, damit er nicht in der Minorität bleibe, noch auch uns alle dominiere. Dieses Bedenken hat offenbar das Komitee veranlaßt, von der Zuziehung der Rabbiner Umgang zu nehmen. Hierauf wird zur Abstimmung geschritten. Der Wahlvorschlag des Referenten Dr. Sonnenschein wird nunmehr in folgender Form angenommen: Für Wien: Dr. Alfr. Stern, Dr. Gustav Kohn, Baurat Marmorek, Oberrabbiner Güdemann. Für Niederö st erreich: Ludwig Abeles, Mistelbach. Für die Bukowina: Dr. Straucher, Czernowitz; Dr. Vierer, Radautz. Für Böhmen: Dr. Rosenbach er, Prag; Dr. Kraus, Teplitz-Schönau; Dr. Schauzer, Pilsen. Mähren: Dr. Fialla, Brünn; Dr. Hilf, Mährisch- Ostrau. Schlesien: Dr. Sonnenschein, Troppau. Triest: Richetti. Graz: Beruh. Biller. Galizien: Samuel v. Horowitz, Dr. Schaff, Lemberg; Dr. Tilles, Dr. Rafael Laudau, Krakau; Dr. Brande, Abg. Stand, Abg. Gabel; Dr. Riugelheim. Tarnow; kaiserl. Rat Rauch, Stauislau. Ferner zwei Vertreter der galizischeu Orthodoxie, deren Namhaftmachung den Kultusvorstäudeu von Krakau und Lemberg auheimgestellt wird. Präsident: Bevor ich die Sitzung schließe, fühle ich mich verpflichtet, den geehrten Teilnehmern meinen Dank für ihr Erscheinen und die geleistete Arbeit auszusprechen. Ich hoffe, daß es uns gelingen wird, hier ein Werk zustandezubringen, welches unserer Judenschaft zum Heile gereicht. (Stürmischer Beifall ) Schluß der Sitzung 3/43 Uhr nachmittags. Sitzung vom Dienstag, 28. April vormittags. Der Präsident eröffnet die Sitzung und bringt zur Kenntnis, daß aus der Kabinettskanzlei Sr. Majestät folgendes Telegramm cingelangt ist: Telegramm der Kabinetts-Kanzlei. Wien, Schönbrunn. Seine k. und k. apostolische Majestät haben die Huldigung der am Bundestage des Allgem. österr.-israel. Bundes versammelten Vertreter von Kultusgemeinden aus ganz Oesterreich mit dem Ausdrucke des Dankes allergnädigst entgegenzunehmen geruht. Kabinettskanzlei Sr. k. und k. apostol. Majestät. Die Verlesung dieses Telegrammes wird von der Versammlung stehend angehört und mit stürmischen Beifallsbezeugungen begleitet. Den ersten Gegenstand der heutigen Tagesordnung bildet eine Kundgebung gegen den im Budgetausschuß angenommenen Antrag des Abgeordneten Schmid auf Konstatierung des Zahlen Verhältnisses der jüdischen zu den nichtjüdischen Mittelschulen. Der Vorsitzende bringt die vom Vorstande des Bundes vorgeschlagene Resolution zur Verlesung. Del. Dr. I. Z i P s e r führt aus, daß seiner Meinung nach ein solcher Beschluß nur in Wien gefaßt werden konnte, weil die Christlich-Sozialen der Ansicht sind, daß die Wiener Judenschaft nicht so in sich geeinigt ist, um einen solchen Anschlag genügend kräftig abzuwehreu. Die einhellige Annahme der Resolution werde die Unrichtigkeit dieser Anschauung erweisen. Del. Dr. Im a l i s (Brody) erinnert daran, wie dieser Beschluß zustande gekommen sei. Die jüdische Politik im Abgeordnetenhause war bisher eine solche, daß derartige Ueberraschungen leider nicht ausgeschlossen waren. Redü'er hält'öafür, daß es besser wäre, wenn die jüdischen Abgeordneten, allerdings den einzelnen einflußreichen parlamentarischen Klubs angehörend, unter der Benennung eines jüdischen Verbandes gemeinsam für spezielle jüdische Interessen wirken würden. Nach den bestehenden Verhältnissen ist zu befürchten, daß unsere Feinde bei der Abstimmung vollzählig, unsere lauen Freunde hingegen, zu denen er hauptsächlich die Polen und Jungtschechen rechnet, sehr lückenhaft sich beteiligen werden. Demgemäß muß das Abstimmungsresultat auch im Plenum als sehr zweifelhaft bezeichnet werden. Er empfiehlt die Annahme der Resolution. Dr. Steiner (Marienbad) empfiehlt, daß die Resolution auch den auswärtigen Tagesblättern, mindestens auszugsweise, zur Veröffentlichung übermittelt werde. (Beifall). H i ck l (Brünn) hält es nicht für genügend, wenn die Vorstände oder Repräsentanzen von Gemeinden solche Resolutionen fassen. Man müsse die Bewegung in das jüdische Volk tragen, erst dann werde die Resolution den richtigen Nachdruck erhalten. Abg. Dr. Groß bestreitet, daß sämtliche Parteien für den ° Antrag Schmid waren; die Deutschnationalen haben dafür gestimmt, die Deutschfortschrittlichen waren nicht anwesend, der Polenklub war durch den Referenten dagegen. Im Plenum des Abgeordnetenhauses könnte ein solcher Antrag nicht angenommen werden; im Hinblicke darauf halte er es nicht für entsprechend, diese Angelegenheit allzubreit zu treten. Kustos Dr. Frankfurter glaubt gleichfalls, daß die Sache nicht übertrieben werden soll und hält es aus pädagogischen Gründen für ausgeschloffen, daß das Abgeordnetenhaus oder die Regierung in der Sache ■ etwas machen werde. Aus einer statistischen Zusammenstellung ergibt sich, daß in Wien einige Mittelschulen mit jüdischer Majorität find. Es find deshalb nicht mehr jüdische Mittelschullehrer angestellt, es gibt auch keinen jüdischen Direktor, man nimmt auch an solchen Schulen auf jüdische Feiertage keine Rückficht. Man darf es nicht unterlassen, zu betonen, daß der Antrag Schmid eigentlich so töricht

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