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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-08-17 · 16 (17.8.1908) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
16 (17.8.1908)
Date
1908-08-17
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Dr. LloLb's Mocbenscbrttt. Nr. 16 Seite SOS Und blieb bisher verschont das Haus, Nun leucht es in die Nacht hinaus Den Unterjochten zum Fanale, Wie Freiheit sich die Gasse bahnt, Daß auch im Tode hell sie strahle Und Kinder noch und Enkel mahnt! Und heiß ergreift ihn Siegerstolz, Jehovahs Macht im Lied zu Preisen. Er zündet, und es flammt das Holz, Und jubelnd stürzt er sich ins Eisen. Die Nacht verrinnt. Der Morgen graut. Vorsichtig seine Brücken baut Der Römer auf verkohlten Wällen, Und dringt, das Schwert in fester Hand, Um jeden Gegner gleich zu fällen, Zur Feste sonder Widerstand. „Es liegt vielleicht die tapfere Schar Versteckt, um uns zu überfallen." Nichts! Nur am Himmel licht und klar Sieht man des Qualmes Wölklein wallen. Horch, dort in der Zisterne Grund Da flüstert es aus Weibermund: „So helft doch mir und meinen Knaben!" Mit schreckensstarrem Angesicht Gibt, was getan die Ihren haben, Das Weib den Heischenden Bericht. Sie redet irr! Es kann nicht sein! Zur Führung hat sie sich entboten. Man späht in den Palast hinein Und sieht gehäuft die Schar der Toten. Und Ehrfurcht überschleicht, den Feind. Das Weiblein aber steht und weint: „Mein Gatte lag mir längst erschlagen, Und keiner stand uns Aermsten bei! Nun müssen wir die Fesseln tragen Und werden nimmer wieder frei." Doch Silva: „Zieh des Weges still; Kein Römer soll dich je versehren! In dir ich und den Deinen will Die letzten der Sikarier ehren." Freiburg (Breisgau). Max C r o n e. Literatur. „Bon tote« Herzen" ist der Titel einer Gedichtsammlung, die unlängst im Verlage von Georg Rosenberg (Fürth) erschienen. Die Autoren sind Carl Pfeiffer und Alfred Nathan. Pfeiffers junges, hoffnungsvolles Leben ist bereits eine Beute des Todes geworden, Dr. Nathan kokettiert mit dem Tode. Seine Verse haben einen ergreifenden Klang, lassen oft vermuten, daß er bereits mit dem Leben abgeschloffen. Dem ist aber nicht so; der Autor steht noch mitten im Vollgenuß des Lebens, zählt zu den Glücklichen, die Vorsehung spielen, Wohltaten in reicher Fülle ausstreuen können. In seiner Vaterstadt Furch läßt er jetzt ein Säuglingsheim erbauen, in dem 150 arme Wöchnerinnen Aufnahme finden sollen, und wo immer eL gilt, Gutes zu tun, hat er offene Hand. Trotzdem, wenn diese Hand die Feder führt, weiß sie uns nichts von dem Guten dieser Welt zu erzählen; tieffter Seelenschmerz ist in den Nathan'schen Gedichten ausgeprägt. In der Widmung heißt es: „Nur Worte find's, zu schlichtem Kranzgewinde Aus eines Liegestuhles Einsamkeit gereiht, Ein blasser Traum aus Leid und Lust gewoben, In einer bangen, trauervollen Zeit. Nur Worte, die von Gram und Liebe sprechen, Von Sehnsuchtsgluten, heißem Drang und Schmerz, Nur schwarze Lettern! Und darin vergossen Und ausgeblutet eines Menschen Herz! Wahrhaft ergreifend sind die Verse, die Dr. Nathan seiner im Vorjahre-verstorbenen Mutter wecht. Das sind Perlen, dem tiefen Grunde eines edlen Menschenherzens entstammend, Gebete, die zur Andacht stimmen und in jedem Erbauungsbuche ihren Platz finden können. Wohlhat selten ein Sohn der Heimgegangenen Mutter so tief empfundene Worte gewidmet; an ihrem Geburts-, ihrem Todestage stimmt er seine Leier zu ergreifenden Akkorden; wir fühlen seinen Schmerz mit ihm, trauern mit ihm am Grabe der edlen Frau, deren Äben dem Wohltun, dem Dienste des Guten und Schönen geweiht war. Aber auch sarkastisch kann der Autor werden. Mutet uns sein Weltschmerz gar oft wie Heine'sche Poesie an, so auch sein Spott, wenn er in einem Gedicht, daS den Titel „Frei nach Heine" trägt, sagt: „'s ist ein Gemüsegarten Dein neuer Frühjahrshut! Ich schau dich an und zähme meine Wut. Mir ist, als ob ich die Hände Zusammenschlagen sollt, Wünschend, daß deine Modistin Recht bald der Kuckuck holt!" Die Gedichte „Von toten Herzen" werden Freunden stimmungsvoller Poesie manch' weihevolle Stunde bereiten und zum Denken anregen. I. B a r b e r. Kriefkaften. St. B. Die Entscheidung darüber hängt ausschließlich von dem Willen des Kuratoriums ab, auf welches wir keinen Einfluß besitzen. Dr. S. B. in E. Viel zu unwesentlich. E. St. in L. Dr. Gol d, Rudolf Galt, Dr. G r o ß, Doktor K o l i s ch e r, Dr. L ö w e n st e i n, Dr. Diamant, Dr. Liebermann, Hofrat Dr. Kuranda, Dr. Straucher, Dr. Ofner. Ad. Bl. in Wien. Ihr. Abonnement ist bis 30. September d. I. beglichen. Besten Dank. B. S. Wie aus Rom gemeldet wird, wurde kürzlich der Pater Valeriano verhaftet, weil er den verstorbenen Herzog Monfort um kolossale Summen und Juwelen bestohlen hatte. Da . vor dem Herzog auch seine Gattin und die Haushälterin im Laufe weniger Wochen plötzlich verstürben, nimmt die Polizei an, daß der Diebstahl mit den Todesfällen im Zusammenhang stehe und daß der Mönch alle drei Personen aus dem Wege geräumt habe, um sich in den Besitz des Vermögens zu setzen. Fra« T., Klasno. Besten Dank, doch widerstrebt es uns, einen öffentlichen Skandal zu provozieren. B. H. in Z. Wir haben die betreffenden Nummern der „Oest. Wochenschrift" dem Hof- und Gerichts-Advokaten Dr. F. zustellen lassen. »Bnrgermeister 6." Zöglinge jüdischer Konfession werden derzeit nicht ausgenommen; die Kadettenschulen.-in Wien nndPreßburg-- sind judenrein. Jul. Steinbach, Neubidschow. Ein Kantor ohne Rabbinatsbefähigung hat kein Recht, einen „Hechscher" auszustellen. Anton Schüler. Wir notieren, daß Sie die Publikation der Austretenden als schädlich mißbilligen. Uns hat die Erfahrung eines anderen belehrt. Kundmachung. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln zur „H a s k a r a" am achten Tage des diesjährigen Passahfestes (Donnerstag den 23. April) werden vom Vorstande der israel. Kultusgemeinde Wien im Saale des „Hotel Po st", Wien, I., Fleischmarkt 16, und im Saale des „Hotel Zentral", II., Taborstraße 8, I. Stock, um halb 9 Uhr vormittags anläßlich der Maskir-Andachteu feierliche Gottesdienste veranstaltet. Der Eintritt ist frei. Karten werden nicht ausgegeben. Wien, im April 1908. Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde Wien. Isak Kaffler’scbe Mädchen-Stiftung, Seitens des Vorstandes der israel. Kultusgemeinde Wien gelangen die Jahreserträgnisse obiger Stiftung zur Ausheiratung eines armen, würdigen Mädchens in Wien, israel. Konfession im Betrage von K 420.— zur Verleihung. Die Bewerberinnen haben nachzuweisen, dass sie 1. der israelitischen Konfession angehören, 2. streng sittlich und arm sind, 3. sich im Brautstande befinden und 4. in Wien wohnhaft sind. Mit dem seligen Stifiter, Herrn Isak Kuffler, verwandte arme und sittsame Bräute, unter diesen aber insbesondere die Kinder seiner Nichte Regine Wichs, verehelichte Dr. Kohn, erhalten den Vorzug. Derartige Einschreiterinnen sind von dem Nachweise, dass sie in Wien wohnhaft sind, befreit. Bewerberinnen, die sich vor der Verleihung verehelichen, verlieren den Anspruch auf die Verleihung. Die Gesuche sind bis 30. ApFÜ 1908 im Einreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich zu beheben sind, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags einzureichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungiuud Sterbematriken der israel. Kultusgemeinde W ien sind als Gesuchshelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt.

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