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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-04-03 · 14 (3.4.1908) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
14 (3.4.1908)
Date
1908-04-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr.fl4 Sr. Llocb s Mocbenscvrw. Gatte m - förderungsdienst eine oder die andere Maschine beistellt, so daß sie nicht nur besser und billiger, sondern auch nutzbringender erzeugen - können. Unsere.Tätigkeit, die Errichtung von A nalphabete nkursen in Galizien anzuregen, dürfte künftighin dadurch systematischer betrieben werden können, daß zwei angesehene Männer, von denen der eine in Krakau, der andere in Lemberg seinen Wohnsitz hat, die Abficht ausgesprochen haben, von diesen zwei Mittelpunkten aus die Aktion zur Errichtung von Analphabetenkursen in die Hand zu nehmen. Diese Frage wird übrigens Gegenstand einer Konferenz sein, die vom Hilfsverein der deutschen Juden in Berlin einberufen und auch von uns beschickt werden wird. Bei dieser Konferenz soll überhaupt die sozial-ethische Frage, die Hebung des kulturellen Niveaus der Juden in Galizien, einer eingehenden Erörterung unterzogen werden. Wie aus dem II. Teile unseres Tätigkeitsberichtes pro 1907, der heute zur Ausgabe gelangt, zu entnehmen ist, haben sich im Jahre 1907 zwei Ortsgruppen, und zwar in Zolkiew und Stryj neu konstituiert, während die schon früher bestandene, aber seit 5 Jahren nicht mehr tätig gewesene Ortsgruppe in Rzeszow zu neuem Leben erweckt wurde. Leider müssen wir auch von der Auflösung einer Ortsgruppe berichten; es ist dies die Ortsgruppe Tachau in Böhmen, die, wie es scheint, wegen der unrichtigen Besetzung des Vorstandes bald nach ihrem Entstehen einging. Es gab daher zu Ende des Jahres 1907 47 Ortsgruppen, um 2 mehr als zu Ende des Jahres 1906. Der Sekretär gibt auch aus diesem II. Teil des Jahresberichtes einige finanzielle Daten bekannt, aus denen hervorgeht, daß die Ortsgruppenvorstände nicht überall den für die Erhaltung und Vergrößerung der Mitgliederzahl erforderlichen Eifer entwickeln. Es wird daher notwendig sein, eine zielbewußte Agitation zur Anwerbung neuer Mitglieder einzuleiten. Schließlich bemerkt der Sekretär, daß der Ausschuß fich entschlossen habe, künftighin auch während des Jahres zeitweilig kurz gefaßte Berichte über die Tätigkeit des -Hilfsvereines den Ortsgruppen mitzuteilen. Nach diesem Berichte entwickelt fich eine längere Diskussion, an der fich die Herren Prof. Feuerstein (Bielitz), Sigmund Königsgarten (Brünn), Dr. S a m u e l y (Wien), der Vorsitzende und der Sekretär beteiligen und in der der Vereinsleitung nahegelegt wird, insbesondere die Errichtung von gewerblichen Schulen (Lehrwerkstätten) ins Auge zu fassen. Vom Vorsitzenden und vom Sekretär wird bemerkt, daß diese Frage schon seit einiger Zeit im Ausschusse des Vereines zur Beratung steht und auch in der Berliner Konferenz besprochen werden dürste. Hierauf erstattet der Obmann des Auffichtsrates, Herr Dr.. Wilhelm Knöpfmacher, Bericht über die Gebarung der Vereinsleitung und beantragt, ihr das Absolutorium zu erteilen, ein Antrag, der einstimmig angenommen wurde. Ebenso wurde derAntrag derVereinsleitun g, die Zahl der Mitglieder der Vereinsleitung auf 42 und die des engeren Ausschusses auf 15 zu erhöhen, angenommen. Der Antrag der Wiener Ortsgruppen, den Titel des Vereines in „Verein zur wirtschaftlichen und kulturellen Hebung der Juden in Galizien" zu verändern, damit sofort aus dem Titel der Pereinszweck hervorgehe, wird auf Wunsch der Vereinsleitung mit Rückficht darauf, daß der gegenwärtige Titel fich bereits eingelebt habe und eine Titeländerung besonders in Galizien Verwirrung anrichten könnte, abgelehnt. Die Vereinsleitung wird jedoch zu dem bisherigen Titel stets den Zweck des Vereines beifügen. Bevor zu dem Punkte 6 der Tagesordnung: „Wahlen" übergegangen wird, gibt der Vorsitzende bekannt, daß die Herren kais. Rat Gottlieb Lederer, Dr. Edmund- K o h n und Dr. Wilhelm Pappenheim trotz aller Bemühungen, sie der Vereinsleitung zu erhalten, erklärt haben, eine Wiederwahl nicht mehr annehmen zu können. Er ersucht die Versammlung, diesen Herren, die seit der Gründung des Vereines der Leitung angehören und stets ihre besten Kräfte in den Dienst des Vereines gestellt haben,, den Dank für ihre unermüdliche und überaus ersprießliche Tätigkeit arrszudrückm. (Zustimmung.) ' Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden mit Stimmeneinhelligkeit gewählt und zwar: In die Vereinsleitung die Herren: Adolf Baer, Men, Max Frank, Wien, Dr. Adolf Kapralik, Wien, Moriz Koritschoner, Wien, Adolf Pick, Wien, Siegmuud P i e s e n, Wien, Wilhelm Stiaßny, k. k. Banrat, Wien, Jos. I. Leinkauf, Wien, Moriz Sonnenschein, Wien, Dr. Ludwig Lustgarten, Krakau, Dr. Adolf Ringelh e i m, Tarnow, Dr. Theodor Sonnenschein. Trappau. In den Auffichtsrat die Herren: Julius Granichstädten, Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Dr. Leopold K och n, Ferdinand L ö w y, Wilhelm Pappenhe iM, Doktor I. Samuely, Theodor W a n t o ch, sämtlich aus Wien. Endlich in das Schiedsgericht die Herren: kais. Rat Wilhelm Anninger, Michael Benies, Dr. Julius Berm a n n, Oberrabbiner Dr. M. G ü d e m a n n, Dr. Alois Klemperer, Isidor Popper, Leopold Sachs, kais. Rat Dr. Alfred Stern, Julius Wolf und Josef Zucker, sämtlich aus Wien. Zu bemerken ist, daß die in die Vereinsleitung gewählten erstgenannten 10 Herren nur den dritten Teil dieser Körperschaft ausmachen, da jährlich bloß eine Dritteterneuerung stattfindet. Hierauf wurde die Generalversammlung geschlossen. Die Redaktion kann nicht umhin, die Aufmerksamkeit der Leser auf das eminent wohltätige Wirken des galizifchen Hilfsvereines zu lenken. Nur dadurch, daß den 600.000 armen galizifchen Juden Arbeit und Verdienst zugefichert wird, werden diese unsere Glaubensgenosien nicht nur auf ein besseres materielles, sondern zugleich auch auf ein höheres kulturelles und moralisches Niveau gebracht. . Dieser großartige Gedanke, den der Galizische Hilfsverein in die Tat umzusetzen fich bestrebt, bedarf zu seiner Verwirklichung sowohl einer fortgesetzten, unermüdlichen Tätigkeit der Vereinsleitung als auch der reichlichen Unterstützung der Juden in ganz Oesterreich. Wir bitten daher unsere Leser, ohne Unterschied des Geschlechtes, diesem Vereine als Mitglieder beizutreten und auf diese Weise dieses segensreiche Werk zu fördern. Der mindeste Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich X 4.—; Beitrittserklärungen find an die Adresse des Hilfsvereines, Wien, IX., Berggafse 4, zu richten. Wien. Sonntag den 15. v. M. um 3 Uhr nachmittag fand im Sitzungssaale des Synagogenvereines Beth Israel nach polnisch-jüdischem Ritus die Enthüllung des vom Vorstände gewidmeten künstlerisch hergestellten Bildes seines verewigten Obmannes Herrn Salo Landau statt. Es erschienen der gesamte Vorstand und die Funktionäre des Vereines, viele Familienmitglieder des Verblichenen, ferner Kultusvorsteher Herr Dr. Alfred Berger, erster Sekretär Herr kaiserlicher Rat Dr. Th. Lieben, Herr Sekretär Dr. Emil Adler, Herr Dr. S. I. Bloch, Herr Herm. E l t b o g e n, sowie zahlreiche Vereinsmitglieder. Herr S. M e i s e l s und der Sohn des Verstorbenen Herr Fritz Landau, Berlin, haben ihr Fernbleiben entschuldigt. Eingeleitet wurde die Feier durch einen Psalm, den Herr Oberkantor S ch o r r in Begleitung des Chores vortrug. Der Obmann-Stellvertreter Herr Max R o s e n f e l d richtete an die Versammlung folgende Ansprache: „Verehrte Anwesende! Mit dem Gefühle der Bedrückung stehen wir heute vor der Enthüllung des Bildes unseres Heimgegangenen Obmannes Salo Landau. Bei der vorjährigen Generalversammlung erst überbrachte ich Ihnen seine Grüße, als er krankheitshalber im Süden weilte; niemand hätte damals daran gedacht, daß wir ihn nach einer so kurzen Spanne Zeit das letzte Geleite geben sollten. Die glänzenden Eigenschaften des Verblichenen wurde» von dem Präsidenten der löblichen Kultusgemeinde und von Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann, wie auch von unserem Rabbiner Herrn Mayersohn nach Verdienst in schönen Warten gewürdigt. Mein Herzensbedürfnis ist es heute, das Charakterbild des Heimgegangenen noch naher zubeleuchten und dies fasse ich in den Worten zusammen : Er war ei» guter, grotz-

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