Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 14 (3.4.1908)
- Date
- 1908-04-03
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 256 sr. Lloco s MlocvenscdrLrr. Nr. 14 dank dem Entgegenkommen der Repräsentanz der israelitischen Kultusgemeinde — eine Baracke errichtet wurde, die lediglich zum Aufenthalte und zum Unterrichte der Schülerinnen bestimmt ist. Anfangs 1908 wurde der theoretische Unterricht durch eine Rede des Herrn Hofrates Oser begonnen, der in nicht zu übertreffender Weise die Aufgaben und Pflichten des Pflegerinnenberufes darlegte. Den eigentlichen Unterricht haben die Primarärzte Professor Zuckerkandel und Doktor Fleischmann übernommen. Welches Verständnis und welchen Anklang die Gründung des Vereines im jüdischen Publikum gefunden haben, zeigt das Verzeichnis der Gründer, Stifter und ordentlichen Mitglieder, das dem Gemeinsinne jüdischer Bürger zur Ehre gereicht. Daß die israelitische Kultusgemeinde den Verein mit einer namhaften Subvention unterstützt, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Der vom Kassier des Vereines Theodor W a n t o ch vorgetragene Kaffebericht wurde zur Kenntnis genommen. Mit lebhaftem Beifalle wurden über Antrag des Vizepräsidenten Dr. Julius Z a p p e r t die Herren Dr. Alfred Stern und Hoftat Direktor L. O s e r zu Ehrenmitgliedern des Vereines ernannt. An dieser Stelle soll auch der besonderen Verdienste gedacht werden, die sich Herr Dozent Dr. Zappert um das Zustandekommen des Vereines erworben hat. Schließlich wurde die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes per aeelamationsm vorgenommen. Der Verein „Eintracht B'nai Brith" darf auf die Gründung des Kaiserin Elisabelh-Jnstitutes für israelitische Krankenpflegerinnen mit Recht stolz sein. Hilfsvereirr für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien. Am letzten Sonntag fand die Generalversammlung des Hilfsoereines für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien in den Räumen der B'nai B'rith-Vereinigungen, IX., Universitätsstraße 4, statt. Den - Vorsitz führte der Präsident des Vereines Herr Sigmund Mayer. Nachdem er die Versammlung eröffnet und die Anwesenden, insbesondere die Delegierten der Ortsgruppen, die stimmberechtigten Mitglieder des Aufsichtsrates und des Schiedsgerichtes, dann die Vertreter jener Körperschaften, die zur Generalversammlung geladen waren, herzlichst begrüßt"und vornehmlich jenen Herren, die aus der Ferne gekommen' waren, für ihr Erscheinen den Dank ausgesprochen Ijcftft, teifte^der Sekretär Dr. Wilhelm L ö w y die eingelangten BögxüßunM^Uyd Entschuldigungsschreiben mit und erstattete sod^in^Mer"dw/Dätigkeit des Vereines einen längeren Bericht. ^' ^"Mit^RÄWi^darauf, daß der erste Teil des gedruckten WhtMeHchtr^ für''Ws letztverflossene Jahr sich bereits seit lÄrMei^Jeft'^m^ Besitze der Vereinsmitglieder befindet, konnte fEÄ'Dkftetär Darauf' ^schränken, bloß das zu erwähnen, * -Be Ai n u' d'es laufenden Jahres au§» J J 3 Dr hebt' zümicE heWö-, daß die Befürchtung, welche die VeremMrtung' in rhrem^Berschke für das Jahr 1907 ausgesprochen Hatte, es werdenLch die Bestellungen von Häkels'p^tze «‘ 'irrt; Ahre'^ ^jfOöL rn' engeren Schranken bewegen, erfteuftcherwelse vMädflg^ nicht in Hollem Umfange eingetreten sei! »tzh Februar dieses Jahres aAf Ärun^on Best^flunHen eMkUlngten irischen Spitzen repräsentierÄ einen Lohnwert''Don 'L 1^70,0.—, also eine höhere Ziffer,'HE wir zu EpEtÄ.'vötigen James voraussetzen konnten. AHersiW Herrscht im' % nf? ^enträl-Spitzenkurse, der die Auft^e^nach Galizien' dgs'lebyqfte Bemühen, nicht bloß neüe Wüster in sonÄrnHuch neue Genres von HUeffdltzen äÄ den Märkt zu HÄngen. ^So arbeiten die galizischenW^dHey ÄHett HäkeWitzeH aus 'Weide und Gold. Es ist'Hoffesi,' Haft auch im Läuft'diests Jahres ein ziemlich cftrsehÜnMr LWbeEg" füi!^MkeWtzen"nach' Galizien geschickt werden wird.-. Nichtsdestoweniger bleiben wir darauf bedacht, nach^^en. MMorten aüch^E SÄitzeMchst>ekei zu verpflanzen. M?''MWHie^MKörhM^dÄß wft' zri'^öÜt Kosten, welche die ^mmÄ^LDEitUsi^As^vMMHen"'dost' der Israelitischen Allianz zu Wien eine Subvention im Betrage von K 5000.— erhalten und beehren uns, ihr den innigsten Dank auszudrücken. Dort, wo schon früher die Spitzenklöppelei eingeführt war, (Kolomea, Peczenicyn, Delatyn, Gwozdziec, Ottynia, Jablonow, Pistyn) vermehrt sich stetig die Menge der ausgeführten Spitzen. Während ihr Gesamtwert im Jahre 1907 etwas überX 5000.— betragen hatte, beläuft er sich in den ersten 3 Monaten dieses Jahres bereits auf K 3000.—. Was die Kleiderkonfektion betrifft, so wird in Tarnow derzeit ungefähr in demselben Ausmaße gearbeitet wie in der letzten Hälfte des vorigen Jahres. Es sind durchschnittlich 52 bis 56 Arbeiter (a/3 männliche V3 weibliche) beschäftigt, und der Lohn, der an sie in den Monaten Jänner und Februar ausbezahlt wurde, beträgt K 6835.56. Nach unserem Vertrage sollten derzeit 80 Arbeiter tätig sein; die Depression, die jedoch in dieser Industrie in ganz Oesterreich sich fühlbar macht, hat zur Folge, daß der Unternehmer nicht so viel Arbeit bekommt, um jene Arbeiterzahl beschäftigen zu können. Demgemäß entfällt auch unsere Verpflichtung, ihm einen Zuschuß zu den von ihm ausbezahlten Löhnen zu geben. Hoffentlich wird der Geschäftsgang in dieser Industrie sich bald bessern; immerhin ist jedoch anzunehmen, daß der Lohnbetrag, der im vorigen Jahre ausbezahlt wurde (ungefähr K 42.000.—), auch im Jahre 1908 erreicht werden dürfte. - Haarnetzerei: Die bessere Konjunktur, von der wir in unserem Tätigkeitsberichte pro 1907 gesprochen haben, hat uns veranlaßt, mit jenem Unternehmer, der diese Industrie seinerzeit in Galizien eingeführt hat, zu dem Zwecke in Verhandlung zu treten und ihn zu veranlassen, in größerem Ausmaße als er dies in letzterer Zeit getan hat, dort Haarnetze Herstellen zu lassen. Die Besprechungen hierüber haben zu dem Ergebnisse geführt, daß der Unternehmer bereit ist. nach einer höchstens zweijährigen Vorbereitungszeit, die dazu verwendet werden soll, die Arbeiterinnen so weit zu bringen, daß sie tadellose Ware herzustellen im Stande sind, innerhalb eines Jahres mindestens K 100.000.— an Löhnen für die Haarnetze in Galizien auszubezahlen und die Produktion derart zu steigern, daß in den darauf folgenden 4 Jahren um je K 15.000.— Löhne mehr ausbezahlt werden sollen. Der Gesamtlohn, der — abgesehen von der Borbereitungszeit — in den 5 in Betracht kommenden Jahren mindestens auszubezahlen ist, wird demnach K 750.000.— betragen. Der Hilfsverein dagegen wird dem Unternehmer für seine Auslagen und Tätigkeit eine Jahressubvention von K 3000.— zusammen also K 15.000.— bezahlen, was im Durchschnitt einen Lohnzuschuß von 3'/^ % bedeutet. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß auf diese Weise die Haarnetzerei in Galizien feste Wurzel fassen wird, ohne daß die gegenwärtig bestehende Produktion, die wir auf mindestens K 100.000.— Lohnbetrag schätzen, erheblich beeinträchtigt wird. Eine neue Industrie, die Herstellung von Netzen für Gummiballons an Zerstäubungsapparaten, dürfte in kurzer Zeit in Janyczow entstehen. Es werden schon derzeit für einen Exporteur zur Probe 2 Gros solcher Netze gearbeitet; wenn diese Probe gut ausfällt, kann eine größere Anzahl Arbeiterinnen dortselbst fortgesetzt Beschäftigung finden. Gegenwärtig schweben Verhandlungen mit 2 Unternehmern, von denen der eine Kinderschuhe aus Leder, der andere Hunyaschuhe in einer großen Stadt Galiziens erzeugen will. In industrieller Hinsicht wäre noch mitzuteilen, daß die Produktivgenossenschaft der Bürstenbinder in Jaworow, wo ungefähr 10 Meister mit 50 Gehilfen sich befinden, sich am 25. März d. I. konstituiert hat. Diese Meister, die bisher einander Konkurrenz machten und nicht in der Lage waren, daS Rohmaterial entsprechend billig einzukaufen und Maschinen anzuschaffen, werden nunmehr auf Grund ihrer Statuten unter der genossenschaftlichen Firma zusammen produzieren und auch das Rohmaterial sich billiger verschaffen Anch werden wir darauf hinwirken, daß ihnen der k. k. Gewerbe-