Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 13 (27.3.1908)
- Date
- 1908-03-27
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seitt 244 L»r. jsiocd’s Miocvenscbrlrr. Nr. 13 daß die Toleranz und der Wille des Volkes endlich gesiegt. Sie wollten auch dagegen protestieren, daß die Juden selbst kein lebhaftes Jutereffe daran nähmen, ob Rothschild durchfiele oder nicht. Dr. van Orle präsidierte. Der Antrag des Aldermans Phillips, der dem Lord-Mayor am nächsten stand, das innige Dankesgefühl jenen trefflichen und edlen Männern auszudrücken, welche inner- und außerhalb des Parlaments für die Zulassung von Juden zur Legislatur gekämpft, wurde einstimmig angenommen. Mit Recht hat man dieses Jahr 1858 als das Jahr der Gegensätze in der jüdischen Zeitgeschichte bezeichnet. In England hatte das Prinzip des Liberalismus gesiegt, zweihundert Jahre, nachdem Menaffe ben Israel für die Ansiedlung der Jude« in dem Jnselreiche gekämpft, und in demselben Jahre war im Süden Europas, im Kirchenstaate zu Bologna, eine furchtbare Gewalttat gegen die Juden ausgeführt worden. 1858, Jahr der Gegensätze, hie Freiheit in England, hie in Bologna—Mortara. Literatur. E. Ben Jehouda, Thesaurus der hebräischen Sprache. Vollständig in 150 Lieferungen von je 48—52 Seiten oder zwölf Bänden von je zirka 600 Seiten. Preis jeder Lieferung 170 M., jedes Bandes geheftet 20 Ll. Zwei Bände zu einem L oppelband vereinigt, in Halbfranz gebunden 45 LI. — Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langenscheidt), Berlin-Schöneberg. Wer Gelegenheit hatte, sich mit der Geschichte der Hebräer, ihrer Sprache. Literatur usw. zu beschäftigen, wird es oft bitter empfunden haben, wie sehr es bisher an einem umfaffenden Wörterbuch des Hebräischen mangelte. Wohl hat die hebräische Sprache schon früher ihre berufenen Bearbeiter gefunden, aber alle bisherigen Werke behandelten nur einen begrenzten Teil der Sprache. Diesem Mangel abzuhelfen, erscheint nach langen, mühevollen Vorarbeiten die erste Lieferung des „Thesaurus der hebräischen Sprache". Der „Thesaurus" erstreckt sich auf sämtliche Gebiete der hebräischen Literatur. Die Terminologie der Philosophie und der exakten Wissenschaften, die Sprachblüten der alten und neuen Poesie, die Neubildungen des in unseren Tagen zu den Rechten einer lebenden Sprache hinausstrebenden modernen Hebraismus, kurz alles ist berücksichtigt, was die innerhalb der jüdischen Gemeinschaft als Literaridiom immer lebendgebliebenc hebräische Sprache in Wortformen und Wortbedeutungen unter den mannigfaltigsten Einflüffen aus sich heraus hervorgebracht hat. Jedem Titelkopf ist die genaue Bedeutung beigefügt und überall, wo es angebracht war, die Uebersetzung ins Deutsche, Englische und Französische angegeben. Dem Umfange und der Bedeutung des Werkes entsprechend, ist die Semasiologie, Phraseologie, Synonymik und Etymologie eingehend berücksichtigt worden. Der Verfaffer hat zu seinem Werke, seiner Lebensarbeit, alle in Bettacht kommenden Werke und Manuskripte benutzt, in mehr als zwanzigjähriger Arbeü den Wortschatz zusammengetragen und bearbeitet, so daß man behaupten kann: „Was hier durch hingebungsvolle Arbeü die ausgebreitetsten Lüeraturkenntniffe mit philosophischer Gründlichkeit vereinigt, den Hebraisten vorbereitet und was mit rastlosem Eifer der Vollendung entgegengeführt wird, ist ein Thesaurus der hebräischen Sprache im vollsten Sinne des Wortes." Die einzelnen Lieferungen des in großem Stile angelegten Werkes erscheinen zunächst in monatlichen Zwischenräumen, so daß der erste Band gegen Ende des Jahres vorliegen wird. Für die weiteren Lieferungen ist eine schnellere Erscheinungsweise vorgesehen. Das vollständige Werk wird im Jahre 1914 fertiggestellt sein. Die Weisheit Israels, in Spruch, Sage und Dichtung von Profeffor Dr. I. Meinhold in Bonn. Gr. 8 VIII. u. 343 S. Gehestet Mk. 4.40, in Originalleinenband Mk. 4.80. Verlag von Quellen. Meyer in Leipzig. Die Spruchsammlungen des Asten Testaments leben auch heute, noch im Bewußtsein unseres Volkes. In den Dichtungen unserer Klaffiker haben sie ihre Spuren hinterlaffen. So manches uns vertraute Sprichwort entstammt dieser Quelle. Bilden diese Schriften doch den Ertrag einer langen und reichen Lebenserfahrung, wie sie nicht bloß Einzelne, sondern viele Generationen, ja ein ganzes Volk gesammelt hat. Und welch einer eigenartigen Welt sind die entsprungen, wie verschiedene Gottes- und Wettanschauungen, Ereignisse und Stimmungen spiegeln sich in ihnen wieder. Als eine treffliche Einführung in die Fülle der hier austauchenden Probleme wird das obgenannte Werk, dessen Verfasser zu den besten Kennern astisraelitischer Literatur gehört, jedem religiös interessierten Leser willkommen sein. Ein erster allgemeinerer Teil macht uns zunächst mit der Weisheitsliteratur Israels überhaupt bekannt, mü der jüdischen Gottes- und Weltanschauung, in der alle religiösen Pflichten, alle Gesundheits-, Klugheits¬ und AnstaudSregel« verankert find, mögen sie sich beziehen auf das Verhalten der Söhne Israels in der Fremde, in Verkehr mit Frau und Kind oder mit dem Gesinde und den Fre nden des Hauses. Es ist ein lebensvolles Gemälde, das sich da vor unseren Augen entrollt. So weit der christliche Standpunkt (x+1) es gestattet und ermöglicht, ist die Zeichnung auch gerecht und getreu! Auf welchem Wege ist Israel zu einer solchen Weisheit, zu einer solchen Theologie gekommen? Darauf antwortet der zweite Teil unseres Buches. Wir sehen die Weisheit Israels im engsten Zusammenhänge mit dem Werden und Wachsen des Volkes. Aus der historischen Entwicklung der jüdischen Religion in ihrem Verhältnis zum Heidentum, ihrer Fortbildung durch die Propheten bis zum Einströmen griechnch-orientalischer Lehre erklären sich uns all die scheinbaren Widersprüche und wir blicken, vom Verfasser geleitet, in die größten Zusammenhänge geistlichen Lebens. Mit immer wachsender Spannung folgt der Leser diesen Ausführungen und legt das Buch nur mit dem Gefühl des Dankes für die reiche Belebrung aus der Hand. _ Neue Bücher. Edgar Kolmar. Moritzchens Tagebuch. Preis Mk. 2.—, geb. Mk. 2.70. Verlag von Hermann Seemann Nachs. Berlin 0 und Leipzig. Eugen Doetor. Emigration und Immigration. Ein Wort zur jüdischen Auswanderernot. Verlag Louis Lamm, Berlin 1908. Grunwald M. Oesterreichs Juden in den Befreiungskriegen. Leipzig 1908. M. W. Kaufmann. Mk. — .80. Grunwald M. August von Henning, der Freund Moses Mendelssohns. Leipzig 1908. M. W. Kaufmann. Mk. —.60. ** George Sand. Meine Lebensbeichte. Nach dem Französischen. (L’histoire de ma vie.) Von R. I o low i c z. Mit Einleitung von Dr. Ella Mensch. Verlag von Hermann Seemann Nachs. Berlin und Leipzig. Unsere Hoffnung. Redaktion und Administration: Wien, II/3, Scholzgasse Nr. II. V. Jahrgang. Heft Nr. 3. Inhalt: Leo Goldhammer: Siedlungsgenossenschaft und Palestine Land Development Co. Dr. I. Mei s l: .Erwidee rung. Rabb. Dante A. Lattes: Sozialismus und Zionismus. E. Tisch: I. Ch. Brenner. Oskar Stein: Ahasver am Wege. Hugo Zuckermann: Prolog zur Purimfeier. Salom Asch: Ein Frühling. Wissenswertes: E. Chosok, Die wirtschaftliche Lage der Juden in Palästina. Jüdische Patriarchen in der türkis Heu Legende. Bücherschau: Die Geschichte der hebräischen Sprache von Dr. Metmann, bespr. von H. Torcziner. B e r u r i a von Dr. M. Grunwald, bespr. von Ben Samuel. Rundschau: Von Bezalel. Hebräische Kulturtätigkeit. Korrespondenzen: Stanislau, Jerusalem. Briefkasten usw. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegeben von Leo Win z. Verlag Ost und W e st. Berlin W 8. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der „Alliance Jsraelite Universelle". 8. Jahrgang. Heft 3. März 1908. Inhalt: Dr. Simon Bernfeld: Die Konsistorial-Verfassung in Frankreich vom 17. März 1908. (Mit 3 Illustrationen.) H. W.: James Israel. (Mit Porträt.) K.: Werke von Leopold Pilichowski. (Mit 13. Illustrationen) Abraham Goldfaden. Bar Ami: Aus der jüdischen Sagen- und Märchenwelt. Benjamin Segel: Die Einweihung des Tempels. (Novelle.) A. Weißenberg: Die Widerspenstige. (Eine Dorfgeschichte.) Des Müllers Tränen. (Jüdische Volksmelodie.) (Noten.) MitteilungenausdemDeutschen Bureau der „Alliance Jsraelite Universelle": Die fünfte Tagung der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Jsraelite Universelle am 25. Februar 1908 in Berlin. II. Das Lehrerseminar der Alliance Jsratzlite in Auteuil bei Paris. (Mit 12 Illustrationen.) III. Vortrags- Zyklus. IV. Das Hilfswerk in Marokko. V. Notizen. Aufrufe. Inserate. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Dr. Z. F r a n k e l. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Brann. 52. Jahrgang. Neue Folge, sechzehnter Jahrgang. Heft 1/2. Jänner-Februar