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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-03-20 · 12 (20.3.1908) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
12 (20.3.1908)
Date
1908-03-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Dkite 216 Wr. Llocb's Mscvensevrrrk Nr. 12 Tausende von Jahren bewahren, verleugnen und lachet, wenn Buben den Namen Gottes lästern; ihr tötet im Volke das christliche Bewusstsein. Ist es wahr, dass AbrahamundDavid „Göt.zendiener“ waren, nun einen anderen Gott hat auch — Christus nicht als seinen „Vater“ angerufen. Lehret nur das Volk die Helden, Propheten und Gottesmänner des alten Bundes, weil sie Semiten waren, schmähen und lästern; ihr könnt es nicht ungeschehen machen, dass auch Christus und die Apostel, die Begründer und Märtyerer der Kirche dem semitischen Blute und der . semitischen Rasse angehören. Ihr könnt diese Tatsache unmöglich als ein Geheimnis dem Volke vorenthalten. Hat es erst gelernt, die „semitische“ Bibel verachten, dann wird ihm bald die Erkenntnis aufgehen, dass auch das Neue Testament dazu gehört. Verbreitet nur Wahrmundische Lehren und Wahrmundische Bücher und auch der „katholische Schul verein“ samt seinem Obmann, dessen Nase nach der Entdeckung des „Volksfreund“ ohnehin „höchst bedenklich nach Palästina schielt“, wird nicht mehr viel nützen. Ihr habt das Recht verwirkt, über „Christenhass“ zu deklamieren. Die schlimmsten, bösartigsten „Christenfeinde“ seid ihr selber. Und nun, wenn das Christentum wirklich beleidigt und geschädigt wurde, ist es nicht eine historische Rache, daß der Sohn desselben Mannes der Schuldige ist, der das Judentum so schwer beleidigt und geschädigt hat? Wenn Wahrmund sündigte, hat er den vom „Vaterland" so gepriesenen Gedank^ngang des Vaters nur fortgesetzt, er hat sich den Fluch des „Vaterlandes" zngezogen, weil er vor dem Neuen Testament nicht stehen blieb wie sein Erzeuger. Ganz und haargenau nach den Worten des Artikelschreibers der „Oesterreichiichen Wochenschrift", der ein politischer Seher war. Am Sohne sind seine gegen den Vater gerichteten Worte in Erfüllung gegangen. Vom Jahrmarkt des Lehens. Die J«denHerrschaft in de Bahnverwaltnng Oesterreichs und Ungarns Göding, am 17. März 1908. Löbliche Redaktion! Bezugnehmend auf den in Nr. 10 Ihrer geschätzten Wochenschrift vom 6. März a. c. erschienenen Artikel: „Die Jndenherrschaft in der Bahnverwaltung Oesterreichs und Ungarns" erlaube ich mir Einiges zu bemerken. Nicht nur daß die tarifarischen Bestimmungen der k. k. östcrr.-ungar. Staatsbahnen uns die höchsten Frachtgebühren für Osterbrot-Sendnngen aufrechnen, wollen sie auch noch überhaupt keine Garantie für die Sicherheit des Transportes dieser Waren übernehmen, denn seit zwei Jahren muß ich auf jeden Frachtbrief bei der Ausgabe von Osterbroterzeugnissen folgende Klausel unterschreiben: „In Papierpackung ans eigene Gcfahr der Bahn übergeben." Also die höchsten Frachtsätze muß man bezahlen und dennoch seine Waren, in denen zumeist das halbe Vermögen eines armen Mazzesbäckers steckt, ans Gnade und Ungnade den mcist antisemitisch gesinnten Bahnbediensteten zum Weitertransport übergeben. Die Osterbrote werden in der handelsüblichen Papierpacknng verfral tet und würde eine andere Emballageart dieselben sehr verteuern, da z. B. eine gewöhnliche einfache Holzkiste für 50 Lg Mazzes allein 20—30 kg tariert, was doch der Hälfte des effektiven Warengewichtes gleichkommt. Wenn nun die Bahnverwaltnng schon mit Rücksicht auf die große Zerbrechlichkeit der Mazzes die höchsten Frachtsätze für diese Waren ge" wählt hat, so wäre es recht und billig gewesen, auch die Verantwortung für den sicheren Transport zu übernehmen. Fast täglich laufen Beschwerden von den p. t. Kunden ein, daß die Mazzes in zerrissener Verpackung angelangt sind, und oft werden Gewichtsabgänge bei den jämmerlich zugerichteten Sendungen konstatiert und man hat in den meisten Fällen nebst den empfindlichen Warenschaden auch den Verlust der Kundschaft zu verzeichnen. Diesbezügliche Bitten und Beschwerden bei den betreffenden Bahndirektiouen hatten nur den Erfolg, daß derartige Warenbeschädigungen nur noch öfters Vorkommen, und es wäre nötig, daß man für sein schweres Geld noch extra jeden Bahnbediensteten kniefällig um glimpfliche Behandlung seines Eigentums, fär dessen Beschädigung, ja sogar Vernichtung die Bahn keinen Schadenersatz leistet, bitten möchte, und das soll die so sehr ausgeschrieene Judenherrschaft sein? Kuriose Begriffe das. Indem ich um freundliche Veröffentlichung dieser Zeilen höflichst bitte, zeichne Hochachtungsvoll Erste Gödinger Osterbrotbäckerei Bernhard Glaser, Göding, Bahnstraße 62. Die Statue des Nimrod. In seinem jüngsten, höchst lehrreichen Buche „Emlekezzimk a reiekröl“ („Gedenken wir der Alten") gibt der ungarische Gelehrte Eduard Somogyi, ein Jude, einige interessante Details über die Aufdeckung der wundervollen großen Stadt Niniveh. Im Februar des Jabres 1846 hatte der berühmte englische Gelehrte Layard den ältesten der Nimrod-Paläste, voll mit gut erhaltenen, vom Feuer vollständig nerschont gebliebenen Statuen, entdeckt. Layard gibt von der an spinnenden Episoden reichen Arbeit eine geradezu dramatische Schilderung : Am Morgen vor dieser bedeutsamen Entdeckung machte ich zu Pferde dem Scheck Abd-er Raman in seinem Zelte einen Besuch. Ich war eben im Begriffe, zum Hügel zurvckzukehren, als zwei Araber in starkem Galopp mir entgegengeritten kamen. Als sie in meiner Nähe waren, hielten sie an: Eile, oh Beg, — sprach der eine hastig — eile hin zu den grabenden Männern, denn sie haben den Nimrod gefunden. Ballah, wir melden Dir wohl ein Wunder, aber es ist Wort für Wort wahr. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen! Einzig ist Gott und Mohammed sein Prophet! Ohne weiter ein Wort zu reden, ritten die Araber in der Richtung ihrer Zelte fort. Ich ging zu den Ruinen und fand dort die Arbeiter neben ihren übereinander gelegten Körben und Mänteln gelagert. Avad, der Aufseher, kam auf mich zu und verlangte zur Feier des Ereignisses ein Extra-Geschenk. Inzwischen entfernten die Araber dP in Eile angefertigte Hülle und bald erblickte ich einen riesenhaften, aus dem in jener Gegend heimischen Alabaster angefertigten Menschenköpf. Sie hatten den obersten Teil eines menschlichen Körpers bloßoelegt, der untere Teil stak noch in der Erde. Ich sah sofort, daß dieser Kopf einem geflügelten Löwen oder Stier gehören müsse, ähnlich denen, die in Korsabad und Persepolis gefunden wurden. Der Kopf war wunderbar gut erhalten. Sein Ausdruck war ruhig, aber die Linien seines Gestchtsausdruckes waren majestätisch und verrieten eine solche Kenntnis künstlerischer Technik, wie man sie in jener uralten Zeit gar nicht hätte vermuten können. Aufdem Haupte befanden sich drei Hörner, der Kopf selbst war, im Gegensätze zu dem in Affyrien bisher gefundenen menschenköpfigen Stieren, oben abgerundet und bar jeden Schmuckes und jeder Verzierung. Mich wundert es gar nicht, daß die Araber durch diesen Anblick so erschreckt wurden. Es bedurfte gar keiner besonders lebhaften Einbildungskraft dazu, uw die unglaublichsten Fantasmagorien entstehen zu lasten. Dieser riesenhafte Kopf, den das große Alter gebleicht hat und der plötzlich sich an dem Boden erhebt, konnte es nicht eines jener grauenhaften Geschöpfe sein, die, nach einer Volkslegende, langsam aus dem Innern der Erde emporschweben und Schrecken verbreitend unter den Sterblichen erscheinen?! Als einer der Arbeiter dieses Ungeheuer zum ersten Male erblickte, schleuderte er, furchtbar erschrocken, seinen Korb in weitem Bogen von sich und floh in der Richtung von Mossul. Diese Nachricht hatte mich sehr unangenehm berührt, denn ich sah ihre Folgen voraus. Während ich nun die Arbeiten selbst überwachte und den Befehl gab, die Grabungen fortznschen, hörte ich den Lärm nahender Reiter und bald darauf erschien Abd-er Raman, mit der Hälfte seines Stammes. Als nämlich der fliehende Araber die Zelte des Stammes erreicht hatte, und die Leute die Erzählung hörten, beschlossen sie, sofort sich eilends von der Wahrheit der unglaublichen Mär zu überzeugen. Als sie den aus der Erde starr-mden Kopf erblickten, riefen sie alle, wie im Cbore: Außer Gott gibt es keinen Gott. Mohammed ist sein Prophet!

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