Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 11 (13.3.1908)
- Date
- 1908-03-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Dr. Llocb s MocdeKscvrlN. Rr. 11 SHe m freUlicheS Mld ertT: ert-r Leistungen, nicht nur auf dem Gebiete der Bekleidung, s?/.dern auch Unterstützung dürftiger Greise und steht «MOiugS L^sem Bilde, gesteigerte Not und Hilflosigkeit gegenüber. DaS von dem Schriftführer Herrn Gustav Planer erstattete statistische Referat zeigt uns recht den oft unvermeidlichen Wechsel in den Verhätuissen der Menschen. Einst im Berufe stehend, arbeitsam und erwtrb. ahig, jetzt alt und krank, ohne Nahrung, ohne Obdach. KultusvoiKche. Herr Adolf S ch r a m e k kennzeichnete in warmen Worten das i^enSreiche Wirken, des Vereines und versicherte die weitgehendste Forderung. seitens des Vorstandes. Ueber Antrag des Mitgliedes Herrn Ignaz Deutsch wurde in besonderer Würdigung seiner um die Gründung, Entwicklung und erhöhte Leistungsfähigkeit unseres Bereiues das wohlverdiente Mitglied und Vizepräsident Herr Karl Fuchs einstichAig zum Ehrenmitgliede ernannt. Zum Schluß des offiziellen Teiles hielt Herr Rabbiner Dr. E. David einen Vortrag, der von der Versammlung mit lebhaftem Beifall begleitet wurde. Die Wahl ergab folgendes Resultat: Zsidor Schwarz, Präsident; Karl Fuchs, Vizepräsident; Gustav Planer, I. Schriftführer; Alois T h e i: m a n n, 11. Schriftführer; Edmund H o l m a n n, Kaffier; S. P ollitzer, Kassier-Stellvertreter; Beiräte: Moritz Breitner, Isidor Goldblatt, Anton Schneider, Josef Peßl, Josef F l e s ch, Leopold L i b e s n y. Martin R o s e n b e r g, Dr. Julius Weiß, Salomon Simon; Revisoren: Antal Neurath, Ferdinand Popper, Jakob Kann. (Tauttätsrat Dr. Friedrich Ster», Karlstadt. So ist denn der Wiffenschastsathlet. deffen Leben dem unerbittf'*-» Kan pfe mit dem wilden Knochenmann geweiht war, von diesem doch niedergerungen worden. Unzählig sind die Menschen, die Dr. Stern dem .sicheren Tode entrissen, und hatte er sein eigener Arzt sein können, io würde er trotz seines hohen Alters vielleicht noch lange unter den Lebenden geweill haben. Der Begriff, daß Dr. Stern in das Schattenreich hinadgestiegen, ist für olle, die ihn kannten, unfaßbar, denn von solchen Menschen sollte das Naturgesetz nur bei der alleräußersten Grenze der möglichen Lebensdauer den schuldigen Tribut fordern, damit die kläffende Lücke, die sie hinrerlaffen, von ihrem Mitmenschen nicht so schmerzlich empfunden wird. Das Judentum zählt wenige so ausgezeichnet Stammesgenossen in seinen Rechen und verhüllt trauernd das Haupt ob dieses schwer ersetzlichen Verlustes. Wir erkannten die ihm angeborene Edelheit des Herzen- und. des Geistes, wir bewunderten seine hohen Fähigkeiten, wir sahen ihn bis zum letzten Atemzuge so frisch und kräftig, so lebhaft utt| unermüdlich und deshalb hat uns sein unverhoffter Tod, der nicht üyr. ange'-hene Familie, sondern die ganze Stao^ -dejonddrs aber hunderte und yi.'derte Jener, die jemals Gelegenheit hatten, sich an dem glutvollen Glanze der wundervollen Seele des Verstorbenen zu erwärmen, desto schmerzlicher berührt. »Der Arzt soll vor Allem und immer Men ch sein"; dieser erhabene Gedanke fand in dem Verstorbenen seinen ' euestcn und aufrichtigsten Verfvchter. Und fürwahr — in der Erfüll, ng seiner edlen Aufgabe konnten ihn weder Tag noch Nacht, weder Sturm noch Kalte zurückbaften, wenn es galt, die Leiden seiner Mitmenschen zu lindern. Immer war Dr. Stern auf seinem Platze, eifrig, gewissenhaft und unermüdlich. Wie sein ganzes Leben rnhig und bescheiden war, so gdm er auch ruhig von dannen. An seinem frischen Grabe weint unsere Kultusgemeinde, weint ganz Karlstadt, trauert die Wissenschaft. Doch wenn wir ihn auch zur ewigen Ruhe begleiteten, sein Andenken bleibt ewig unter uns. hell, glanz- und ehrenvoll. Dr. Steru wurde im Jahre 1628 zu Groß-Kanizsa geboren. Nachdem er das Gymnasium absolviert hatte, widmete er sich dem Studium der Medizin auf der Universität zu Wien. Im Jahre 1862 wurde er als Privatarzt nach Karlstadt berufen, wo er sich schon als junger Arzt durch feine bewunderungswürdige Geschicklichkeit auszeichnete. Im Jahre 1868 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Karlstadt gewählt. Zur Zeit der Okkupation Bosniens (1878) erwarb er sich große Verdienste durch seiu aufopferndes Pflegen der Verwundeten im Krankenhause, ebenso zeichnete er sich im Jahre 1886 aus, als ihn die Regierung als Bezirksarzt auf das »Grobniöko polje" bei Fiume sandte, wo zu jener Zeit die Cholera viel Unheil stiftete. Für diese Verdienste erwarb er sich das Ritterkreuz des Franz Joseph-OrdenS und wurde unter der Regierung deS Grafen Pejacsevics zum königlichen Sanitätsrat ernannt. Im Iah'e 1877 wurde er per Ak lamation zum Vorsteher der hiesigen KultuSg-meinde gewählt, 1886 lvurde er ihr Ehrenpräses und im Jahre 1^98, nach dem Tode weil id des Herrn Philipp Reiner, übernahm er abermals die Agenden .er Gemeinde, die er bis zur letzten Stunde mit Freude und Liebe in ausgezeichneter Weise versah.W^ DaS Begräbnis fand Montag den 24. v. M. halb 4 Uhr'nachmittags statt, ar welchem sämtliche Vereine, die ganze Schuljugend, der Gemeinderat mit dem Bürgermeister Dr. Banjavei« an der Spitze, Deputation«! ar wärtiger Kultusgemeinden, sowie tausende, tausende Mens he.i teilttahi'ien. Vor dem Trauerhause sang der I. kroatische Gesangs oerein „Zora" einen Trauerchor. In der Zeremonienhalle wurde t rie rituellen Trauergebete von Herrn Oberkantor David Meisel mit t'm TemPelchore vorgetragen, worauf Herr Rabbiner Professor Dr.- Ä»ro Schwärz aus Agram eine herrliche Leichenrede hielt. Am Gral,' sprach Herr Rabbiner Dr. Schick ein Gebet, wonach Herr Dr. Haslinger in« Namen der Aerzte in ergreifenden Worten vom Dahingrfchiedenen Abschied nahm. D. Meisel. Wi tu. (Auszeichnun g.) Se. Majestät der Kaiser hat dem Obmanne des Schulkuratoriüms des Wiener Kaüfmännichul Vereins Herrn Isidor Popper daß Ritterkreuz des F au) Joseph-Ordens verliehen. Diese Ordensauszeichnung wird in weiten Kreisen der Kaufmannschaft mit Gefühle» aufrichtig, r S ympathie begrüßt werden. Beth Hamidrasch „Montefiore". II., Taborstraße 38. vermag, den 15. März l. I., 6 Uhr abends. Midrasch. Vortra, li.r Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Fenchtwang. LOrgnügungs-Kornitee des »Humanitären ■di*f!tte$ der Mattersdorfer in Wien". Vv tgjag den 17. März a. c., abends 9 Uhr, findet in den Souter i. -Lokalitäten des Cafs Prückel (Inhaber Stern) I., Stubenring 24, Ecke Wollzeile, „Eine gemütliche Purim-Unterhaltung mit Vorträgen und Tanz" statt. Zwanglose Toilette. Regiebeitrag 1 K. Masken und Kostüme erwünscht. Das Reinerträgnis fließt dem Fonds zur Unterstützung Armer und Kranker zu. Bemerkt wird, daß dieser humanitäre Verein seit seinem kurzen Bestände bereits eine sehr große Anzahl in Wien ansässige Arme und Kranke mit Geldbeträgen unterstützt hat und daß die fortwährend einlaufenden Gesucht um Unterstützung die Mittel des Vereines ganz erschöpfen. Es wäre daher eine recht zahlreiche Beteiligung an der Purim - Unterhaltung erwünscht. Karten ä i K sind bei Herrn Julius Philipp, II., Obere Donaustraße 61. im Gabriel Spitzers Theaterkartenbureau. I Bezirk, Morsinplatz 5 und am 17. März abends an der Kassa Cafö Prückel, I., Wollzeile 24, zu haben. Hebräischer Konversationsklub. Bei der nächsten Zusammenkunft, Samstag den 14. März, präzise 7 Uhr abends, die, wie üblich, im Cas6 Brammer (Liechtensteinstraße 1) stattfindet, wird Herr Rafael Sw erd low (Lehrer im „Dstb-busMsr l’bänöth“ in Jaffa) einen zweiten Vortrag über »die Arbeiterfrage in Palästina" halten. Gäste herzlich willkommen! Das Jubiläum eines jüdischen Dienstmannes. Dieser Tage feierte der Dienstmann Adolf Zelinka sein 25 jäbriges Jubiläum als Dienstmann. Während dieser Zeit steht er ununterbrochen auf seinem Standplatz Ecke Mariahilftrstraße—Gerstnerstraße. Der Jubilar erfreut sich im Kreise seiner Bekannten und Kollegen der lebhaftesten Sympathien. Während dieser Zeit versieht er auch das Amt eines Schmiramannes bei der Kultusgemeinde. Wien. Der Brigittenauer israelitische Unterst L tz u n g s v e r e i n, XX., Wallensteinstraße 19, veranstaltet Dienstag den 17. März im Knrsalon (Stadtpark) eine geschlossene Maskenredoute. Die Ballmusik besorgt die Kapelle des k. k. bosnisch-herzegowinischen Infanterie-Regimentes Nr. 1. Beginn 9 Uhr. Masken- oder Soireetoilette. ' — Da der Reinertrag wohltätigen Zwecken gewidmet ist, sei der Besuch dieser Veranstaltung wärmsten? empfohlen. Wie«. Der Verein jüdischer Mädchen „Mirjam" in Wien, gibt bekannt, daß Sonntag den 15. d. M., 4 Uhr nachmittags, im Kongreßbureau, IX., Türkenstraße 9, ein Vortrag des Herrn Moritz Ehrlich über „Megilath Esther" stattfinden wird. Gäste, Damen und Herren, herzlich willkommen. Wien. (Jüdischer Wählerverein.) Die konstituierende Generalversammlung dieses neugegründeten Vereines findet Donnerstag den 19 d. M. in Horvaths Gasthaus-Lokalitäten, XVI., Hubergossstatt, und zwar mit folgender Tagesordnung: I. Begrüßung der Versammlung durch den Obmann des Proponenten-Komitees. 3. Verlesung der Statuten. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Anträge. Wie«. Der israelitische Humanitäts-Verein zur Auöstattung heiratsfähiger Mädchen in Wien veranstaltet Sonntag den 32. März 1908, präzise 2 Uhr nachmittags im «Hotel Bayrischer Hof", II., Taborstrahe 39, die I. ordentliche Generalversammlung. Wien. (Purimball des Vereines der Kolom e a e r.) Bei dem am 17. d. M. im »Hotel Central", Taborstraße stattfindenden Purimballe werden außer den in der vorigen Hummer genannten Kräften nachstehende Personen an der Akademie teilnehmen: Herr Oberkantor Josef Buffer, die Pianistin Fräulein Erwine Grab und Kantor Herr S. M. Perlmann, wie auch dessen Gemahlin Frau Perkuann. Die Feier verspricht recht amüsant i.nd gemütlich zu werden. Wien. Frau Autonie Graf, die Gründerin der Damensektion des Wiener Schwimmklub „Austria" und deren Präsidentin' durch 13 Jahre, hat ihre Prästdentenschaft niedergelegt und ist aus der