Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 11 (13.3.1908)
- Date
- 1908-03-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Dr. Lloeb's Mocbenscbrikk. 203 Kr.% befostders unter den Juden-Jmmigranten, hat eine Jahreseinnahme von 1OO.OOO Dollars und besitzt ein Palais im .Werte von 575.OOO Dollars. Die „Hebrew Technical Institute" hat den Zweck, das moderne Gewerbe, besonders das Kunstgewerbe, unter den Juden zu fördern. Die Anstalt hat ein Jahreseinkommen von 120.000 Dollars, während die Lehranstalt selbst einen Wert von über 100.000 Dollars repräsentiert. In der „Hebrew Technical School" für Mädchen werden unbemittelte jüdische Mädchen in der Schneiderei, Modisterei, Maschinschreiben rc. unterrichtet. Das Schulgebäude hat 360.000 Dollars gekostet. Ihre Jahreseinnahmen betragen 39.000 Dollars. Das „Montefiore-Haus" auf der -138. Straße, eine Anstalt für alte und. an chronischen Krankheiten Leidende, ist ein Riesengebäude, dessen Errichtungskosten 1V2 Millionen Dollars betrugen. Diese Anstalt hat auch auf Bedford- Station ein Heim für Schwindsüchtige. Die Jahreseinnahmen dieser Institution, deren Präsident der bekannte Philanthrop Jakob H. Schiff ist, betragen 140.000 Dollars. Das „Home for aged and infirms" ist ein modernes Versorgungs- und Siechenhaus, hat 350.000 Dollars gekostet und verfügt über Jahreseinnahmen von 50.000 Dollars Die „Hebrew Sheltering Guardian Society" besitztu. a. auf Broadway ein herrliches Gebäude, in welchem 7.00 Waisenkinder und verlassene Kinder erzogen werden. Das Gebäude hat einen Wert von 300.000 Dollars und arbeitet mit Jahreseinnahmen von 100.000 Dollars. Das „Hebrew Orphan Asylium", das auf der 137. Straße der Amsterdam- Avenue steht, ist ein Kolossalgebäude, in dem elfhundert Waisen Verpflegung und Erziehung genießen. Der Bau des Hauses hat 570.000 Dollars gekostet; die Anstalt hat ein Jahreseinkommen von 250.000 Dollars. Die beiden letzten Anstalten gewähren außerdem auch an außerhalb der Institute erzogene Waisenkinder Unterstützungen u. s. w. Außer den hier angeführten, dem Zentralrate angehörenden Anstalten gibt es eine große Anzahl sehr bedeiitender Institutionen. Wir erwähnen hier bloß die „Baron de Hirsch Trade School", die „Klara de Hirsch-Schule für Jmmigrantenmädchen", das „Jewish Maternity Hospital"/ das Altersversorgungshaus der „Töchter Jakobs", ferner die große Anstalt „Hachrossas Orchims und Moschab Zekenim", das Har Moniah-Hospital der galizischen Juden und noch viele andere. Dazu kommen noch die zahlreichen Unterstützungsvereine und Krankenkassen der verschiedenen Landsmannschaften für deutsche, russische, ungarische und rumänische Juden. Die Zahl der Spender ist so groß, daß ein Statistiker nachwies, daß ihre Namen hundert Quartseiten eng gedruckt füllen würden. Unter den Spendern findet man Tausende, die. jährlich 10.000 bis t 5.000 Dollars spenden. Außer den jüdischen Vereinen gibt es aber auch viele Wohlfahrtseinrichtungen, die von einzelnen Personen oder Familien erhalten werden. Wir erwähnen hier zum Beispiel die großartige pasteurisierte Gratismilchanlage, welche von Nathan Strauß ins Leben gerufen und erhalten wird. Unter den größten Spendern für alle möglichen Zwecke begegnet man am häustgsten den bekannten Namen Jakob H. Schiff, Handelsminister Oskar Straus, Cyrus Sulzberger, Richter am Obersten Gerichtshöfe, Adolf Lewison, Eduard Lauterbach, Nathan und Isidor Strauß. Seligmaun, Guggenheim u. a. ‘ Vermtscbtes. Kranzablösuugsspende« zugunsten der Chetvra-Kadischa i« Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Ignaz Rock: Bon Josefine Adler K 40—. ' _ , Anläßlich des Ablebens der sel. JdaReumannrBon Josef und Julius Neumann K 50.—, Ignaz und Jenny Frank 20.—, Sigmund und Therese Ratzersdvrfer M.—, Karl I. Thal 36.—, S. Kohn K 20.—. Zusammen K 140.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz L a arpt: Bon Familie Planer K 3.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Julius Durst: Bon Julius Markstein K 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Alice Bogyansky: Von Ignaz BogyanSky X 10.—. Anläßlich des Ablebens deS sel. Dr. Leopold Spitzer: Von Julius Bella! K 20.-, M. u. C. Steinhart 10.— , B. Rothziegel 10.—, Dr. Maxim. Saxel K 10.—. Zusam. X50—. — Nachtrag zum Ausweise vom 26. Februar 1908: Goldner K 8.—, Aloi» Lemberger und Frau 30.—, Ludwig Lazar und Frau 5.—, Joief Stein L 10.—, zusam. K 58.—, dazu die früheren K 60.—, zusam. K 103.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Moriz Kolisch: Bon I. und M. Spira K 10.—, Adolf Spira 6.—, Eduard Weih K 6.—. Zusammen K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Adolf Löwenstein:Bo« Gottlieb Kantor K 20.—, Gebrüder Adler und Karl Flandrak 20.—, Julius Neumann 20.—, N. Jerusalem K 30.—. Zusam. K 90.—. Moritz Knöpflmacher. Am 16. März d. I. begeht Herr Moritz Knöpflmacher (!!., Rembrandtstraße 16) seinen 80. Geburtstag. Dieser wackere Mann entstammt einer sehr ölten, weitbekannten Patrizier-Familie, welche historisch begründet dem Koryphäen des hohen Rabbi Löw genealogisch fich anschließt. Dem Vater Knöpflmachers, Jakob, wurden kraft der Vornehmheit, vom Staate und der Behörde in jener Zeit, wo noch lange nicht dem Judentume die Sonne der Freiheit leuchtete, Vorrechte bei seinen industriellen und geschäftlichen Unternehmungen willfährig eingeräumt. Herr Moritz Knöpflmacher war viele Jahre Bürgermeister der Jsraelitengemeinde Holleschau und wirkte in einer Zeit, wo noch im Nebelgefilde historische Vorurteile und Jrrtümer walteten, mit Mannesmut und festen Charakter. . Die Rückficht für den einzigen Sohn, der in.geachteter Stellung fich befindet, veranlaßte Herrn Knöpflmacher, mit seiner früh verstorbenen Gattin nach Wien zu ziehen. Herr Moritz Knöpflmacher, ein eifriger FLcderer der Wiffenschast und Kunst, begründete in Wien eine Buchdruckerei, in welcher sehr viele bestredigierte jüdisch-literarische Werke, mehrere Jahre hindurch auch die „Oesterreichische Wochenschrift" gedruckt wurden. Albert Löw. Jüdische Toynbee Halle XV., Herklotzgasse 21. Der Vortragsabend am 7. d. M. war ausschließlich der Mufik gewidmet. Ein großes Konzert eines Orchesters, bestehend aus Mitgliedern vornehmster Familien der westlichen Bezirke, - verstärkt durch Künstler des Hofopernorchesters, bot den Besuchern, die den Saal bis aufs letzte Plätzchen füllten, einen seltenen Genuß. Herr Pafchka als Kapellmeister und die Mitglieder der Familie des Herrn Kommerzialrates Baß, vor allem das reizende Töckterchen Fräulein Grete Baß auf der Primgeige heimsten die reichen Ebren des Abends ein. Ein zum Jubel sich steigender Beifall lohnte jedes der vorgetragenen Musikstücke Einen heiteren Einschlag brachten ,n den Kunstpausen wirkungsvolle humoristische Vorträge des Herrn „W. Felben", unter welchem Pseudonym ein tüchtiger und zu besten Hoffnungen berechtigter Künstler sich birgt. Am 14. d. M. spricht Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Schneeberger über „Wahrheit im Recht", worauf Fräulein Gisela Ellenbogen einige Lieder vortragen wird. Der Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession hielt am 1. März l. I. im Sitzungssaale der israelitischen KultuSgemeinde Wien, I., Settenstettengaffe 4. seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Präsident Herr Isidor Schwarz begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder, die Delegierten des Kultusvorstandes Herrn Adolf S ch r a m e k und Herrn Dr. Markus Spitzer, ferner Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. E. David und gedachte in ergreifenden Worten der in der abgelaufenen Vereinsperiode durch den Tod entrissenen Mitglieder, in erste? Linie des Ehrenmitgliedes Herrn Michael Back, dessen Edelsinn in unserem Vereine in einer seinen unvergeßlichen Namen tragenden Stiftung niedergelegt ist, deren Zinsen für immerwährende Zeiten dem unserer Institution innewohnenden Zwecke zu dienen haben, ferner der Mitglieder Herren Karl Goldstein, Samuel Linzer, Ernst Neurat, Hugo Neurath. Josef Pollak, M. PordeS und Hermann Spitzer. Der vom Sekretär de» Vereines Herrn Gustav L i b e s n y erstattete Rechenschaftsbericht bot ein er-