Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 10 (6.3.1908)
- Date
- 1908-03-06
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 188 Dr. Llocd's Mocdenscbrirr. Nr. 10 Das Haus war ausverkauft. Was Wien und besonders die westlichen Bezirke an Rang und Namen aufzuweisen haben, war im Hause vertreten und so gestaltete sich das Ganze zu einer wahren Festvorstellung, auf deren Erfolg der Verein und seine tüchtige Leitung, insbesondere Herr Präsident Mohr, Frau Margarethe Grunwald als Vizepräsidentin, Vizepräsident Herr Weinberger, vor allem aber der unermüdliche und tüchtige Säckelwart Herr Isidor Duschiusky, Herr Gehlbart und das Damenkomitee umio mehr stolz sein können, als das überaus reiche Reinerträgnis eine namhafte Stärkung der Vereinsmittel brachte. 8—od. Kaiser Jubiläums Wohltätigkeitsvorftellung iw Deutschen Volkstheater. Am 2 9. März d. I., nachmittags halb 3 Uhr,' veranstaltet der Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien eine Wohltätigkeits-Matinee, deren Reinerträgnis einer Stiftung zur Unterstützung und Prämiierung braver Lehrlinge zugeführt wird, unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte. Zur Aufführung gelangt nebst einiger Solonummern das beliebte Volksstück „Onkel Toni". Kartenvormerkungcn nimmt der Obmann des Exekutivkomitees Herr Leopold G u t t m a n n, VI. Mariahilserstraße la, entgegen. Nachdem bereits eine große Anzahl von Logen und Sitzen vorgemerkt wurden, bittet die Vereinsleitung um rechtzeitige Anmeldungen für den Bezug der Karten. Jüdische Toynbcehatte. XV., Herklotzgasse 21. Oberlehrer Rieseufeld hat es durch seine schönen volkstümlichen Vorträge verstanden, sich schnell znm Liebling seiner zahlreichen Zuhörer in der Toynbeehalle für die westlichen Bezirke zu machen. Minutenlanger Applaus brachte ihm schon ein herzliches „Willkommen", als er die Rednertribüne betrat. Sein Vortrag. den er über das „Judenstatut des Herzogs Friedrich II., seine Wirkungen und Folgen" am 29. Februar d. I. hielt, brachte einen von geistreichen Apercus gewürzten Umriß der Geschichte des jüdischen Volkes. Ueberhaupt hatten die Zuhörer an jenem Abend reichliche Gelegenheit zu dankbarem Beifall, denn nach dem glänzenden Vortrage Riesenfelds hatten die Zuhörer Gelegenheit, in der Person des Fräuleins Gisela Ellenbogen eine mit herrlicher Stimme begabte Sängerin kennen zu lernen, die mit echter Kunst und innigem Empfinden eine Reihe reizender Lieder vortrug. Nur das Versprechen der Künstlerin, bald wieder einmal in der Toynbeehalle zu singen, ließ die stürmischen Beifallssalven endlich zur Ruhe kommen. Die künstlerische Begleitung der Sängerin auf dem Klavier besorgten abwechselnd die Herren Part und Ingenieur Baß. Für den 7. März ist ein großes Konzert in Aussicht genommen, bei dem die Salonkapclle Paschka und die Sänger Herren R. «. M Felde« Mitwirken. Am 14. März soricht Herr Hof- und Gerichtsadvokat Doktor Schneeberger über das Thema „Die Wahrheit im Rechte". Am 2l. März Vortrag des Herrn Samuel Strauß „Jungjüdische Dichtungen" (von Rosenfeld, Perez, Asch, Pinski, Aork- Steiner u. A.). Wie« Mittwoch den 11. März, präzise 7 Uhr abends, findet im Saale des Wisienschaftlichen Klubs, I., Eschenbachgaffe 9, ein vom „Ersten Zionistischen Frauenvereiue" veranstalteter intereffanter Vereinsabend statt, an dem Herr Reichsratsabgeordneter Dozent Dr Mahler über „Jüdische Berufswahl" sprechen wird. Gaste herzlich willkommen. Wie». (Israelitischer Tempelverein für den XIä. Bezirk in Wien.) Sonntag den 8. März 1908 findet im Tempelgebäude XIX., Dollinergaffe 3, präzise '/z10 Uhr vormittags, eine ordentliche Generalversammlung statt. — Montag, den 9. März 1908 um 7i/4 Uhr abends veranstaltet der Vorstand dieses Vereines im Vereiustempel, XIX., Dollinergaffe 3, eine Trauerfeier für die im vergangenen Jahre dahingeschiedeven Vereinsmitglieder. Huruauitäts-Bereiu „G onrle Chesed" (Wohltätigkeit aus Pietät.) Die 42. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines findet morgen Samstag, den 7. März um 7 Uhr abends, im großen Sitzuvgssaale der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengaffe 4, 2. Stock, statt, und wird in Anbetracht der Wichügkett der Tagesordnung um möglichst zahlreiches und pünktliches Erscheinen gebeten. Jüdischer Turnverein in Fünfhaus Wien, XV., Herklotzgasse 21. Bei der am 33. Februar a. e. abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder wurden die Neuwahlen vorgenommen und wurden gewählt: Obmann: Rudolf Elkan; I. Obmannstellvertreter: Leopold Baß, Kommerzialrat; II. Obmannstellvertreter: Solomon Beer, Börsenrat; Turnwart: Theodor Steinherz, 8tuä. ing.; I. Schriftführer: Gustav Waldmann, Privatbeamter; ll. Schriftführer: Friedrich Baß, Ingenieur; I. Kassier: Josef Kirschmann, staä. in».; II. Kassier: Fräulein Helene Abeles; I. Materialverwalter: P. F. Lengsfelder, stuä. ing.; II. Materialverwalter: Hans Wassing, dtuä. ms,!.; Revisor: Isidor Gelbhard; Beiräte: Alfred Bonhardy, Felix Popper, Fräulein Emma Bandler, Fräulein Anna Kirschmann, Fräulein Gisela Neichenfeld. Bet Hamidrasch „Talmud-Thora" II., Malzgasse 16. Sonntag, den 8. März d. I., 6'/a Uhr abends, spricht Prof. A n t s ch e r l über „Hebräische Gesänge und Dichter". Mit besonderer Beziehung auf das Pesachfest. Wien. (Verlobung.) Fräulein Helen e Donn eb a u m, Tochter des Herrn Adolf D ö n n e b a u m, hat sich mit Herrn Abraham Dänemark, Sohn des Herrn Markus Dänemark, Restaurateur in RoLnau (Mähren), verlobt. Wien. Sonntag am 7. März findet im „Bayrischen Hof" der Ballabend der „Eisenstädter" in Verbindung mit einer Akademie statt. Karten in Htrschs Restauration, II., Kaiser Josefsstraße, oder am Abend an der Kasse. Wien. Dienstag den 17. März findet im Festsaale des „Hotel Zentral". II., Taborstraße 5, das Gründungsfest des „Humanitären Unterstützungsvereines der Kolomeaer" statt. Die Veranstalter haben für die Unterhaltung des Publikums in ausreichendem Maße gesorgt, rüdem sie ein sehr hübsches und reichhaltiges Programm unter Mitwirkung jüdisch-polnischer Schauspieler und anderer Kunstkräfte zusammengestellt haben. Das Fest ist mit einer Purimfeier und einem Tanzkränzchen verbunden. Karten ä 1 K 50 h sind zu erhalten: bei Herrn A. Hecht, Mariahilferstraße 138; S. Meininger, Salzgrics Nr. 15; Cafe Stefanie, Stefaniestraße 2; Restaurant Barschak, Obere Donaustraße 81 und bei allen Komiteemitgliedern. Beginn präzise 8 Uhr abends, kein Toilettenzwang. Wien. Verein jüdischer Mädchen „Mirjam" in Wien. Am Sonntag den 15. d. M., 4 Uhr nachmittags, findet im Kongreßbureau. IX., Türkenstraße 9, ein Vortrag des Herrn Moritz Ehrlich über „Die Megilla Esther" statt. Gäste, Damen und Herren, herzlich willkommen. Wien. Der „Humanitäre Geselligkeitsverein der Pohrlitzer" veranstaltet Samstag den 7. d. M. im „Hotel Central", II. Taborstraße, eine Wohltätigkeitsakademie mit anschließendem Tanzkränzchen. Karten zu haben bei Bondi, Restauration, I. Schottenring 29, und beim Obmann Direktor B. Waffan, II. Czerninpatz 4. Wien. (Jubiläum) Am 16. März 1908 feiert Herr Tempelinspektor Ignaz Hahn sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der israelitischen Kultusgemeinde. Derselbe erfreut sich der Gunst des Vorstandes und ist bei den Tempelbesnchern allgemein beliebt. Anläßlich dieses Jubiläums dürften dem Jubilar vielseitige Ehrungen zuteil werden. Wien. Der Jüdische Kolonisatio ns verein in Wien hielt am 27. Februar im Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereines seinen dritten Vortragsabend ab. Derselbe war außerordentlich zahlreich besucht, so daß zu der für den Beginn festgesetzten Stunde der Saal und die Galerien bereits überfüllt^ waren. Unter den Anwesenden bemerkten wir viele Herren des Vorstandes der Kultusgemeinde sowie die Vertreter der bedeutendsten Korporationen und Vereine. Dieses lebhafte Interesse galt dem angekündigten Vortrage des bekannten Nationalökonomen Dr. Artur RuPPin aus Berlin über das Thema: „Die wirtschaftliche Lage der Juden in Palästina." Der Redner schilderte in ausführlicher Rede die ökonomischen Verhältnisse der Juden sowohl in den Städten als auch in den Kolonien, welche zu studieren er im letzten Jahre auf einer Forschungsreise durch Palästina Gelegenheit hatte. Im Gegensatz zu den Kolonien, wo die Juden es schon zu einem gewissen Wohlstand gebracht haben, findet er. daß die Armut der Juden in den Städten, speziell in Jerusalem und Safed, eine erschreckende ist, der auch die Chaluka trotz ihrer.großen Sammlungen nicht zu begegnen vermag. Redner kommt daher zu dem Schluffe, daß es dringend notwendig ist, hier durch Jnangurierung einer Haus-und Kleinindustrie helfend einzugreifen. Der Vortragende schloß mit-einem Appell, diese Aktion, die demnächst begonnen werden soll, nach besten Kräften zu fördern. Der mit stürmischem Beifall aufgenommene Vortrag zeichnete sich durch sachgemäße Schilderung der einschlägigen Verhältnisse sowie durch besondere Objektivität aus und wird derselbe auch weiteren Kreisen zugänglich sein, da er demnächst als Broschüre des Vereines erscheinen wird.