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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-03-06 · 10 (6.3.1908) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
10 (6.3.1908)
Date
1908-03-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 10 E Llocv s MocbenacDrm. Seite 185 ihre irdischen Ueberreste zur ewigen Ruhe gebracht wurden, da mußte ich unwillkürlich an Ihr Urteil denken. Ganz Paris huldigte dem Genius der Frau, die als Elisabeth Felix noch vor einigen Jahren für Kupfermünzen auf den Straßen und in den Höfen von Paris gesungen hat. Die Bahre wurde von Baron Taylor, August Magnet, Alexander Dumas Vater und dem Präsidenten des Theatre Francais getragen. Der Verleger Michael Levy ging an der Spitze des Trauerzuges und an ihrem Grabe in Pore Lachaise standen Männer wie Scribe, Alfred de Vigne, Dumas Sohn, Halevy, Rothschild, Theophile Gautier und Sainte-Beuve. Fould vertrat den Kaiser. Alle Redner betonten, daß eine Rachel nimmer wiederkehren würde und daß mit ihr auch der Geist Corneilles und Racines begraben worden sei." Bubokratisches. Das offizielle Organ der Wiener Bubokratie beehrt wiederum einmal die „Oest. Wochenschrift" und ihren Herausgeber mit einem unflätigen Schmähartikel, der vermöge seines Inhaltes und seines Verfassers kaum eine ernstliche Erwiderung beanspruchen darf. Nur ein einziger Satz soll hier niedriger gehängt werden: „Als unser Herzl daranging, der zionistischen Bewegung ein publizistisches Organ zu schaffen, da erbot sich die „Oest. Wochenschrift" für den jämmerlichen „Ehrensold" von 1200 fl. Oe. W. und gegen Baarersatz für jeden verscheuchten Abonnenten, die Sache Zions zu ihrer eigenen zu machen. Herzl war leider so pedantisch, zu erklären, „daß er nur auf ein reines Blatt reflektiere" und schuf die „Welt"." Es ist gewiß überflüsfig, hinzuzufügen. daß diese Erzählung vollständig erfunden ist. Es verbietet sich wohl von selbst diese halbwüchsigen „Geistesprodukte" ernst zu nehmen und ihretwegen etwas zu veranlassen. Wir begnügen uns damit, den „Fall" der Oeffentlichkeit zur Beurteilung zu überliefern. Die Redaktion der „Oest. Wochenschrift" Dr. I. S. B l o ch. Korrespondenzen. Israelitische Allianz zu Wien. Abschluß der Hilfsaktion für die Opfer der Exzesse in Rumänien. In der letzten Plenarsitzung der „Israelitischen Allianz zu Wien" machte der Vorsitzende Herr David R. v. Gutmann die Mitteilung, daß die gemeinsame Aktion der Hilfsorganisationen zugunsten der bei den Exzessen in Rumänien im Frühjahr 1907 geschädigten Juden bereits abgeschloffen ist und die Schlußabrechnungen sämtlicher rumänischer Komitees vorliegen. Dagegen sei die im Herbst begonnene Hilfsaktion für die aus den Dörfern vertriebenen Familien noch schwebend und es find an derselben mit je einem Drittel der Kosten beteiligt die „Israelitische Allianz zu Wien", die „Alliance Jsraslite Universelle" in Paris und die vereinigten deutschen Organisationen („Hilfsverein der deutschen Juden" in Berlin und „Hilfskomitee für die osteuropäischen Juden" in Frankfurt a. M.). Unabhängig von diesen Aktion wurde das separate Hilfswerk der Wiener Allianz aus eigenen Mitteln geleitet. Dem eingehenden Berichte des Sekretärs Herrn Doktor Kaminka über den finanziellen Stand der diversen rumänischen Hilfswerke ist zu entnehmen, daß die Aktion für die Geschädigten insgesamt K 584.304 85 erfordert hat. wovon ungefähr die Hälfte durch das Zentralkomitee in Jaffy und die ihm unterstehenden Subkomitees in Romay und Vaslui, ferner zirka 235.000 Francs durch Herrn Astruc und das Komitee in Bukarest, -87.000 K durch die Filiale der „Israelitischen Allianz" in Czernowitz für die Bezirke Burdujeni und Bucecea zur Verteilung gelangt find. Eingegangen find zugunsten der gemeinsamen Aktion für den rumänischen Zentralfond von der „Allianz" zu Wien Francs 87.500, von der „Alliance" in Paris Frcs. 87.500, vom „Hilfsverein" in Berlin Frcs. 58.334, vom „Hilfskomitee" in Frankfurt a. M. Frcs. 29.166, vom Komitee in London Kronen 30.829, aus New-Iork vom rumänischen Hilfskomitee Frcs. 176.591, aus Philadelphia Francs 19.520, mit Einrechnung der Sammlungen der Komitees in Jaffy und Bukarest zusammen Kronen 614.786 25, so daß die Restbeträge, welche teils bei der Zentrale in Wien, teils in Bukarest vorhanden find, rund 30.000 K ausmachen. Es wird beschlossen, den Anteil der Wiener Allianz an diesem Saldo dem neuen Fonds zugunsten der vertriebenen Familien zu überweisen und einen dahin gehenden Antrag auch den anderen beteiligten Organisationen unter Erstattung eines ausführlichen Berichtes über die abgeschloffene Aktion zu stellen. Der Vorstand nimmt ferner den Bericht des Sekretärs zur Kenntnis, wonach zu Lasten des neuen Fonds an Herrn Astruc zur Unterstützung vertriebener Familien bereits 32.000 Fr. überwiesen wurden, für welchen Fonds außer den Restbeträgen der früheren Aktion noch die von der „Allianz" in Wien, von Paris und von Berlin (in Verbindung mit Frankfurt) bewilligten je 22.500 Frcs. zur Verfügung stehen. Die separate Aktion der Wiener Allianz für die Unterstützung der Flüchtlinge im Frühjahr 1907, sowie für die Subventionen an Schulen und gemeinnützige Anstalten hat über 60.000 Frcs. erfordert, so daß die von Wien für rumänische Zwecke verausgabten Gelder zirka 170 000 Frcs. betragen. „Verein für Krankenpflege und Unterstützung Handlungsangehöriger Israeliten." Am 10. d. M. abends Uhr findet im Sitzungssaals der Israelitischen Kultusgemeinde, I.” Seitenstettengasse 4, die 81. Generalversammlung des „Vereines für Krankenpflege und Unterstützung handlungsangehöriger Israeliten" statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Neuwahl von 4 Vorsta»dsmi:gliedern und des Revisionskomitees. 2. Vortrag des Jahresberichtes pro 1907. 3. Erstattung des Revisionsberichtes. 4. Diskussion über die Berichte und 5. Promulgierung des Wahlresultates. Laut dem von der Vereinsleitung herausgegebenen Jahresberichte zählte der im Jahre 1844 gegründete Verein mit Schluß des Jahres 1907 insgesamt 5.-8 Mitglieder, n. zw. 1 Ehrenmitglied. 53 unterstützende und :VJ4 ordentliche Mitglieder. Die Unterstützungsstatistikergibt, daß» MitgliederKrankenägnivalente zur Selbstverpflegung. 5 Mitglieder die Naturalverpflegung in den im Spitale der israelitischen Kultusgemeinde reservierten Zimmern und 37 Mitglieder die Pensions-Unterstützungen genossen. Dem Berichte des Vereinsarztes ist zu entnehmen, daß im abgclaufeneir Vereinsjahre an 121 Vereinsmitglieder ärztlicher Beistand geleistet wurde, welche 486 Ordinationen in der Wobnnng des Arztes und 74 Visiten in den Wohnungen der erkrankten Vereinsmitglieder, zusammen 540 Ordinationen in Anspruch nahmen. Der Vereinsvorsta. d spricht allen jenen Herren, welche in Spezialfällen in- und außerhalb Wiens den unbemittelten Vereinsmitgliedern in hochherziger Weise unentgeltlichen ärztlichen Beistand leisten, den aufrichtigen Dank aus. ES sind dies die Herren Primararzt Dr. Siegrmmd Kornfeld, Wien, Dr. Otto Leipeu, Svezialarzt für Kehlkopf- und Ohrenkiankbeiten in Baden bei Wien. Dr. B. London in Karlsbad, Hofrat Prof. Dr. A. Politzer in Wien, Dr. Wilhelm Pollak in Hall, Dr. Emannel Raab in Baden bei Wien (Weikersdorf), Dozent Dr. Wilhelm Roth in Wien und Dr. Josef Steinbach in Franzensba^. Zum Schluffe bespricht der Bericht noch einen vitalen Punkt des Vereines. Es handelt sich um die wiederholt angeregte Anwerbung von neuen ordentlichen Mitgliedern für den Verein. Hierbei müssen zwei Gesichtspunkte im Auge behalten werden, die schon in der Firma des Vereines gezeichnet sind: a) Krankenpflege, h) Unterstützung unserer Mitglieder. Die Erfahrung hat gezeigt, daß unsere jetzigen (neuen) Mitglieder vom Krankenäquivalent ausgiebigen Gebrauch macken — das ist ihr volles Recht und soll kein Vorwurf sein Wenn aber dies geschieht, dann werden die Einnahmen mit den Ausgaben nicht in Einklang gebracht werden können und es wird mindestens das Budget für die Pensionen sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Es darf nicht vergessen werden, daß der Verein, der bereits Jahre begeht, daran denken muß, einen großen Teil seiner Emnah.ne-i für erwerbsunfähig gewordene V'-einsmitglieder zu reservieren. Ter Ver-iusvo-stui d konkludiert daher, daß in der Wihl der Aufnahme neuer Mitglieder äußerst ri.zoros vorgegangen werde und daß namentlich Per'onen. die an der Altersgrenze stehen, nicht ausgenommen werden mögen. Es ist selbstverständlich, daß der Eintritt unterstützender Mitglieder jedes Alters mit Freuden begrüßt wird.

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