Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 7 (14.2.1908)
- Date
- 1908-02-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 7 Dr. Llocd's MocdenscbrM. Seite 133 Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Schlesinger: Von Dr. Ernst Schlesinger K 50.—, Eduard Schweinburg 25.— , Karl Schostal K *0.-. Zusammen K 95.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Robert Tauß: Von Familie Heinrich Glücksthal K 10 —, Dr. Adler K 10.—. Zusam. L 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Julius Frankl: Von Sigmund Sorec K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Wolf B i a ch: Von Heinrich Burian K 10.—, Wilhelm Fürth K 5 - . Zusam. L 15.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Friedrich Sträußler: Von Josef und Emilie Schlesinger L 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Hermann Pohl: Von Friedrich Pohl K 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Fanny Jellinek: Von Anton Hopp K 10.-, Gustav Schlesinger 10.— , Max Schwarz 2.—, Adolf Kohn 5.—, D. Langer 5.—, Ungenannt K 10.—. Zusammen K 42.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Salomon Spitzer: Von Julius Schlesinger K 20.— , Konsul Julius Grünbaum K 20.—. Zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Leopold Lewinger: Von Edmund von Goldberger K 20 —, Familie Benzion 20.—, Leopold Sachs K 20.—. Zusammen K 60. -. Anläßlich des Ablebens der sel. Anna Frösche!: Von Arthur Herzl K 10.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz Lustig: Von Frau M L. K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Max Beer: Von Jakob und Jlonka Karpeles K 10.—, Dr. Julius Fischer 10.-, Dr. Herm. Engel 5.—, Em. Beer 10.—, Sigm. Drab 10.—, Jakob Hermann 10.—, Heinrich Mayer 5.—, Jacques Schönmann 5.—. Josef und Paula Beer K 10. . Zusammen K 75.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Max Wilhelm: Von Bernhard Hirschbein K 5.—. Richtig st ellung des Ausweises vom Jänner 1908: Für weil. kais. Rat Salomon Kohnberger: Von Julie Mandl K 30.-, Max Mandl K 20.-. Die öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstetten gasse 4, II. Stock, findet Sonntag den 16. Februar 1908, präzise 10 U h r vormittags, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Einlauf; 2. Präfidialbericht; 3. Berichte des Vertreterkollegiums: a) Periodische Unterstützungen und Gnadengaben (Budgetüberschreitung, b) Aufnahmen in die Versorgungsanstalh (Siechenabteilung), e) Koscher- Selchwarenerzeugung. ä) Aenderung des Tax- und Gebührentarifes. s) Subventionen, f) Eventualia. Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Donnerstag den 20. Februar 1908, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten- Vereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabb. Dr. David Feuchtwang statt. Thema: „Ninives Glück und Ende." Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Jüdische Toynbee-Halle XY., Herklotzgasse 21 Der Vortrag des Präsidenten der Jüdischen Toynbee-Halle Herrn Dr. I. Samuely am 8. d. M. «Von der ältesten Kultur* beschäftigte sich mit dem durch die Ergebnisse der babylonischen Ausgrabungen erbrachten Beweise von dem Hochstande der babylonischen und jüdischen Kultur Jahrtausende vor der heutigen Zeitrechnung, und insbesondere die vorgezeigten Abbildungen erweckten das hochgradige Interesse der Zuhörer, die den instruktiven Ausführungen des Redners lebhaften Beifall zollten. Namens des Lokalkomitees sprach Herr Kommerzialrat Baß dem um das Wirken und Gedeihen der Toynbee- Hallen in Wien so hochverdienten Präsidenten den Dank aus. In der dem Vortraqe folgenden musikalischen Veranstaltung trugen Fräulein Adele Leibl am Klavier Chopins Ois-woll-Polonaise und Herr Leo Goldis (Violine) Tschaikowskis Barcarole und Raffs Cavatine sehr bravourös vor Zum Schluffe entzückte Fräulein Laura Kraus die Zuhörer durch einige meist>.rhaft vorgetragene und von Herrn Ingenieur Baß akkompagnierte Lieder. Zur Resorm der jüdischen Armenpflege. Der israelitische Hilfsverein „Maskil el bol" geht daran, in der Armenversorgung eine nützliche Verbesserung einzuführen. Statt die armen Familien mit Geld zu unterstützen und Almosen zu verabreichen, will er Lebensmittel zu billigsten Preisen abgeben an arme Familien derart, daß der Verein mit Kaufleuten die Vereinbarung trifft, daß sie den Familien, die die Lebensmittel mit Anweisungen des Vereines beziehen, diese zu einem um ein Drittel ermäßigten Preise ausfolgen und dieses Drittel vom Vereine ersetzt erhalten. Um die Mittel für seinen humanitären Zweck zu kräftigen, veranstaltet der Verein im Raimundtheater am 18. Februar d. I. eine Wohltätigkeitsvorstellung. Als Premitzre gelangt an dieser Bühne Sudermanns „Die Ehre" zur Aufführung. Die Karten zu gewöhnlichen Abendpreisen gelangen an der Tbeaterkaffe zur Ausgabe. Humanitätsverein sür die westlichen Bezirke Wiens „Nachlat Jeschurun". Anläßlich seines vierzigjährigen Bestandes, sowie zur Feier des sechzigjährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers beschloß die Frauen-Sektion des genannten Vereines die Gründung einer Koch- und Wirtschaftsschule für arme jüdische Mädchen. Der erste Schritt zur Realisierung dieses Projektes ist die Veranstaltung einer Vorstellung für Kinder und Erwachsene, die im Apollotheater Samstag den 22. Februar, 3 Uhr nachmittags, stattfindet. Das Programm ist abwechslungsreich und unterhaltend und richtet der Verein an alle Wohlgesinnten die Bitte, durch Kartenabnahme den gedachten Zweck zu fördern. Karten erhältlich bei: Frau Dr. Sidonie Kahn, VII., Neubaugasse 11, Frau Sofie Bäck, VII., Mariahilferstraße 74 a, Herrn Hermann König. VII., Seidengaffe 28, und an den Kaffen des Apollotheaters, I., Rothenthurmstraße (Bazarl und VI., Gumpendorferstraße. Heine Vortrag. Vor einem distinguierten Publikum sprach am 10. d. M. im Verein zur Abwehr des Antisemitismus Herr Bibliothekar Dr. Bernhard Münz über Heine als Denker. Auf diesen Vortrag werden wir noch zurückkommen, wir erwähnen nur, daß er sehr weitausgreifend gewesen, um zu dem Schluffe zu gelangen, daß der Dichter Heine noch höher stehe als der Denker Heine. Der Präsident Prof. Dr. S e b e r i n y i sprach tiefempfundene Worte sowohl bei der Begrüßung wie auch am Schluffe, um dem Redner zu danken. Nach dem Vortrag teilte der Schriftführer Herr Oberinspektor F. R. Engel mit, daß der bekannte Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Friedrich E l b o g e n, der bereits im Jahre 1906 einen zündenden Vortrag über Hilsner gehalten, neuerdings sich für diesen in einer Rede am 2. MäiH d. I. einsetzen werde, zu welcher zu erscheinen es Jedermanns Pflicht sei. Wien. (Trauung.) Sonntag den 16. d. M. um l3/4 Uhr nachmittags findet im Tempel, I., Seitenstettengaffe, die Trauung des Fräulein Jella Zerkowitz, Tochter des Architekten und Stadtbaumeister Herrn Julius Zerkowitz, mit Herrn Michael Duschinsky statt. Wien. Die Präsidentin des Frauen-Wohltätigkeitsvereines Franz Joseph-Kinderhort, Frau Dr. Frischauer, und der Gymnafialprofeffor Dr. Leopold Goldhammer haben einen schmerzlichen Verlust erlitten. Ihre Mutter Frau Fanny Goldhammer ist am 10. Februar nach langem Leiden im 76. Lebensjahre gestorben. Wien. In der sonst ernster Wissenschaft und breitester Volksaufklärung gewidmeten Stätte, dem Uraniatheater, versammelte sich den 5. Februar abends im Zeichen der Wohltätigkeit eine elegante und glanzvolle Gesellschaft. Galt es doch dem Mädchen- und Frauenverein „Krankenbesuch", der in den weitesten Kreisen durch seine außerordentlichen Wohltaten, armen Kranken zu helfen, bekannt und beliebt ist. Zuerst verstand es Mary Mell vom k. k. Hofburgtheater durch den Vortrag ernster Dichtungen die Gemüter der Zuhörer zu erschüttern^und durch die Wiedergabe des finnigen Gedichtes „Selig" von ihrem Bruder Max Mell zu erfreuen. Dann kam Meister Gregori — nicht endenwollender Beifall lohnte den Künstler. Besonders die Satyre „Was Tante Röschen nicht leiden kann" von Orfini fand besonderen Anklang und wollte das Lachen nicht verstummen. Wärmste Anerkennung fand die Interpretierung von „Simon Gnu", einer neuen Dichtung von Ginzkey, welche aus dem sonst so stiefmütterlich behandelten Wiener Sagenkreis herausgegriffen ist. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern. Herrn Josef Eisler v. Ferramare, Herrn Kaltusvorsteher Adolph Schramek und den Dichter Ginzkey u. a. Das rührige Komitee konnte mit dem Erfolge dieses literarischen Abends sehr zufrieden sein.