Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1908)
- Issue
- 5 (31.1.1908)
- Date
- 1908-01-31
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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-rai-OT-ri-am—rTW-f”XTrfr-'"*'-rTr,~' Sette 90 ein ihm befreundeter, christlicher Beamter vorbei, der die gereizte Menge von ihm abwehrte und ihn mit sich nach Hause nahm, wo er ihm gastlich in seiner Wohnung ein abgesondertes Zimmer zum einstweiligen Aufenthalte anbot. . . . — Bei einem Christen, er verließ seine Mutter und quartierte sich bei einem Christen ein — kalkulierte die Menge — braucht es noch mehr Beweis, daß er getauft ist? . . . (Fortsetzung folgt.) Literatur. Dr. M. Berkowicz, Studien über Strophenbau und Responsion in den Psalmen. lieber die strophische Gliederung der Psalmen gehen die Ansichten der Exegeten zur Zeit noch sehr auseinander. Kein Kommentar stimmt in dieser Hinsicht mit dem anderen überein, jeder zeigt ein anderes Strophenmaß der Lieder auf. Der Grund für diese Erscheinung liegt darin, daß man bislang noch kein Prinzip oder kein Gesetz hat entdecken können, welches für die alten hebräischen Dichter bei der Bildung der Strophen maßgebend gewesen ist. Umso dankenswerter wird man zwei kleine Abhandlungen von Dr. M. Berkowicz begrüßen dürfen, die derselbe in der „Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes" im 17. Bande, S. 232—245 und im 21. Bande, S. 178—190 veröffentlicht hat. Angeregt durch das vortreffliche Werk von D. H. Müller: „Die Propheten in ihrer ursprünglichen Form" hat der Verf. das von diesem gefundene Gesetz der Responsion auf eine Reihe Psalmen angewendet und ist dabei zu glänzenden Resultaten gelangt. Die Responsion zeigt sich, wie der Verf. scharfsinnig nachweist, teils in wörtlicher Wiederholung des sprachlichen Ausdrucks, teils in sinnverwandten Wiedergaben des Gedankens; bisweilen aber ist es auch-die Antithese, d. h. die gegensätzliche Redewendung, welche die Responsion bedingt. Da die Responsion regelmäßig an bestimmten Stellen wiederkehrt, so unterliegt es keinem Zweifel, daß sie für die Dichter wirtlich ein metrisches Gesetz gewesen ist, unter dem sie bei ihrem dichterischen Schaffen gestanden haben. Dabei ergibt sich zugleich der andere wichtige Punkt, daß für die Psalmensänger nicht der Vers, sondern der Stichos die rhythmische Einheit gewesen ist, nach der sie die Strophenglieder gezählt haben, eine Tatsache, auf die seinerzeit schon von Joh. Georg Sommer in seinen biblischen Abhandlungen (Bonn 1646) aufmerksam gemacht worden ist. Durch die Anwendung der Responsion gliedert sich beispielsweise der 21. Psalm in sechs Vierzeiler, Vers 14 ist wegen seines doxologischen Charakters als Choral- oder.Schlußvers zu betrachten. Bei Psalm 77 gewinnt Dr. Berkowicz durch Ergänzung von LXX und Targum 7 Strophen, von denen jede aus sechs Stichen besteht. Die Strophe 1 und 2 haben ihre Gegenstrophe. Die letzte Strophe ist nach Vers 21 abgebrochen. Psalm 51 wieder zerfällt in drei Teile zu je zwei Sechszeilern. Aehnliche solche Ergebniffe springen bei Psalm 3, 18 und 44 heraus. Berkowicz würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn er »ach dem Gesetze der Responsion das ganze Psalmenbuch behandeln wollte, in jedem Falle wäre für eine sichere Durchführung des Strophenbaues der Lieder viel gewonnen. Aber schon die gegebenen Beispiele genügen, daß Andere den vom Berf. eingeschlagenen Weg*) weiter verfolgen können und sicher auch werden. Dresden. Prof. Dr. tbsol. et phil. Aug. Wünsche. Aumerknng der Redaktion. Die oben besprochene Studie enthält nur Proben. Eine größere Publikation des Verfassers, die eine weitere Anzahl strophisch gegliedeter Psalmen, nebst einer allgemeinen Abhandlung über die Prinzipien der hebräischen Rhythmik und Strophik bringen wird, soll in nächster Zeit erscheinen. Nr. 5 Neue Bücher. Monatsschrift für Geschichte uud Wissenschaft des Judentums. Begründet von Dr. Z. F r a n k e l, fortgesetzt von Professor Dr. H. G r a e tz und Dr. P. F. Frankel, neue Folge, im Vereine mit Professor Dr. David Kaufmann ins Leben gerufen und herausgegeben von Dr. M. B r a n n. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wiffenschaft des Judentums. 51. Jahrgang. Heft 11/12. November- Dezember 1907. Breslau. Koebnerfche Verlagsbuchhandlung. (Barasch und Riesenfeld.) Inhalt: S. M a yb aum: Die Wissenschaft des Judentums. Sigmund Jamp e l : Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre. I. Baßfreund: Zur Redaktion der Mischna. (Schluß.) Heinrich Malter: Der Tod Moses in der äthiopischen Ueberlieferung. Samuel Pozmanski: Miszellen über Saadja. V. A. M a r m o r st e i n: Beiträge zur Geschichte und Literatur der gaonäischen Periode. II. Besprechung: Kaufmann David und Freudenthal Max. Die Familie Gomperz. Von M. N. Nathan. M. B r a n n : Bibliographische Uebersicht. Oft und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum. Herausgegeben von Leo Win z. Verlag Ost und W e st. Berlin W-. 8. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der „Alliance Jsraolite Universelle". 8. Jahrgang. Heft 1. Jänner 1908. Inhalt: M. A. K l a u s n e r: Das Jahr 1907. Lector: In fremdem Spiegel. Eröffnung der Ausstellung jüdischer Künstler. G. Kutna: Zur Ausstellung jüdischer Künstler (mit 13 Illustrationen). Urteile der Presse über die Ausstellung jüdischer Künstler. A. B e n e S r a: Jüdische Büchersammlung in alter und neuer Zeit. (I.) Bar-Ami: Aus der jüdischen Sagen- und Märchenwelt. (Als der Baal-Schem zur Welt kommen sollte.) Jakob B e y m e l: Chassidische Gesänge. Gesang der „Chabad" Chassidim (Noten). Gesang der „Bescht" Chassidim (Noten). Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der „Alliance Jsraslite Universelle": 1. Die Zustände in Odessa seit November 1905. II. Die Israeliten inBagdad. (Spezialbericht für die „A. I. U." von Schuldirektor Albala. 111. Notizen. Illustrationen nach Kunstwerken aus der „Ausstellung für jüdische Künstler". Synagogale Gegenstände. Briefkasten. G. P. Nr. 26. „Gor" bedeutet „Volk", was jedes hediäische Wörterbuch Jhuul bestätigt. „Speetator". Den Artikel „Rom und Jerusalem" finden wir für uns nicht geeignet. Ein amerikanischer Rabbiner knüpft an die Wahl des Juden Ernesto Nathan zum Bürgermeister von Rom folgende Ihren Ausführungen kongruente Bcitterkungeii: „Der wunderbare Lauf der Dinge, welcher einen Juden auf den Bücgermeifteriessel der Stadt gebracht hat, wo noch vor etwa vierzig Jahren die Juden in dem etelhaslesten Ghetto des Kontinents eingepfercht waren, eröffnet dem jüdischen Geschichtsforscher so romantische Möglichkeiten, daß er nicht umhin kann, einen Vergleich zu ziehen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Er läßt vor seinem geistigen Auge vorüberziehen die traurige Geschichte des Aufenthaltes der Juden m Rom, und er wird sich sagen: „Betrachte dieses Bild der vergangenen Tage mit seinem Elend, seinem Ghettoleben und das Bild der Freiheit mit einem Juden an der Spitze der bürgerlichen Geschäfte und freue dich über die Aenderung, welche die neuere Zeit für die Verbesserung des Loses des alten Volkes in vielen Teilen der Welt gebracht hat." Sofort überschaut er die Vorgänge und die Ereignisse der Geschichte der Juden in Rom, der ältesten Gemeinde in Europa, und Mit den Wechselsällen dieser Gemeinde offenbart sich ihm die Tragödie und die Trübsal der jüdischen Vergangenheit. Der moderne Hauch der Freiheit wehte über das Ghetto von Rom, und dieses alte Monument menschlicher Unmenschlichkeit zerfiel rn Staub. Anderswo befindet sich dieser Hauch noch auf dem Wege. Gewiß gibt es noch genug Unmenschlichkeit, Haß und Verfolgung in der Welt. Aber gerade so sicher wie das römische Ghetto gefallen ist und seine Bewohner genießen dürfen das Licht der Welt, wann nnd wo es ihnen beliebt, ebenso sicher wird dasselbe geschehen in den kommenden Tagen in den Ländern, wo noch heute die Juden seufzen unter der aus den Zeiten der Finsternis ererbten Unterdrückung. Hätte emand vor vierzig Jahren zu prophezeien gewagt, daß im Jahre 1907 Kr. Moch*s WochrnjchrM