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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-31 · 5 (31.1.1908) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
5 (31.1.1908)
Date
1908-01-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 88 Dr. Llocv s MocdenscbrLN. Nr 6 faden der Volksdichter (jüdisch). 6. Konzertsänger Uhrich: Einige Lieder von Goldfaden. 7. D e k l a m ation. 8. Klaviersolo aus den musikalischen Werken Goldfadens. 9. Absolvierter Konservatorist Axelrad: Violinsolo. 10. Schlußwort. Beginn 8 Uhr abends. Entree frei. Wien. (Vortrag.) Der Israelitische Religionslehrer-Verein «Esra" veranstaltet Sonntag den 9. Februar d I., 7 Uhr abends, in der Religionsschule der Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse 2, einen Vortragsabend. Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. M. Rosenmann wird über „Die jüdisch-aramäischen Papyrifunde in Assuan und Elephantine und deren Bedeutung für die Bibelkunde" sprechen. Gäste herzlichst willkommen. Wie«. (Vorlesung.) Am 5. Februar, 8 Uhr abends, findet in der Urania, I., Wollzeile 24, der I. Klinstlerobend des Mädchen- und FcauenvereineS „Krankenbesuchs, („Liüur-6bs.u1im") unter freundlicher Mitwirkung der k. k. Hofburgschauspielerin Fräulein Lia Rose«, sowie des Herrn Ferdinand Gregori, Mitglied des k. k. Hofburgtheaters, statt. Da sich für diese vornehme Veranstaltung sehr reges Interesse kundgibt und keine weiteren Einladungen ergehen, werden die P. T. Mitglieder höflich aufmerksam gemacht, sich rechtzeitig für Sitze vormerken zu wollen. Karten zu K 10, 6, 5, 4, 3, 2, 1 erhältlich bei: Lea Bondi, II., Untere Augartenstraße 38, Telephon 22157; Betty Leuchtmann, II., Stephaniestraße 10, Telephon 15736; Musikalienhandlung Hugo Knepler, I., Habsburgergasse 2, Telephon 3103, und beim Komitee. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien. IX., Grüne Torgasse 34. Zu der am 5. Februar in den Sofienfälen stattfindenden Akademie der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler haben unter anderen folgende Künstler ihre Mitwirkung zugesagt: Fräulein Hoff, Frau Pepi Kramer-Glöckner, Fräulein Lia Rosen, Violinvirtuose Herr Franz Oudrieek, Herr Hofschauspieler Otto Trestler und Herr Hofopernsänger Friedrich Weidemann. Das Interesse für diese Veranstaltung ist bereits sehr rege, so daß diese akademische Feier, die schon in den früheren Jahren einen Platz in der ersten Reihe der Winterfeste zu behaupten wußte, auch heuer ihren alten Ruf aufs Neue bekräftigen wird. Für den würdigen Verlauf dieser Veranstaltung spricht auch der Umstand, daß die Herren Rektoren und Dekane der Wiener Hochschulen ihr Erscheinen in sichere Aussicht gestellt haben. Auskünfte erteilt das Komitee täglich von 3—5 Uhr nachmittags im Vereinslokale, IX., Grüne Torgasie 34, wo auch der Kartenvorverkauf stattfindet. Wien. Allgemeine Teilnahme erregte der plötzliche Heimgang des Herrn Philipp Oehler, seit zirka 20 Jahren Religionslehrer in Wien und Ortsschulrat im VL Bezirk, der nach kaum dreitägiger Influenza einem Herzschlage erlag. Er war ein aufrichtiger Freund der Jugend und einer der tüchtigsten Lehrer, der mit innigster Liebe an seinem Berufe hing, für welchen er ein vielseitiges Wissen als Rüstzeug mitbrachte und den er in aufrichtiger treuer Pflichterfüllung ausübte Bri der Beerdigungsfeierlichkeit am 26. d. M wurden dem Heimgegangenen außerordentliche Ehren erwiesen. Außer dem Rabbiner Dr. Grnnwald, welcher den Verdiensten des Verewigten in beredten Worten Ausdruck lieh, sprachen die Rcligionsschulinspektoren Prof. Langselder und Prof. Kanitz, Religionslehrer Breuer (im Namen des Vereines „Esra"), der Nikolsburger Rabbiner Tr. Lewin und Rabbiner Kramer. Die Trauerpsalmen exekutierte Herr I. Kantor Schleiffer. Wie«. (Spenden.) Für die in größter Notlage befindliche Familie (Mutter mit 7 minderjährigen^ Kindern, von denen ein brustkranker Knabe bereits in der Heilanstalt für Tuberkulose in Alland Aufnahme gefunden hat) kamen uns unter «Blumen zum 21. Jänner" K 10.— zu. Rozsahegy. Die Rozsahegyer israelitische Kultusgemeinde hielt am 19. d. M. ihre ordentliche Generalversammlung, aus welchem Anlässe die versammelten Mitglieder den Präsidenten Jakob Klein, der von einer schweren Krankheit vollkommen genesen, beglückwünschten. Der in Italien zur Kur weilende Präsident der Schulkommission wurde telegraphisch begrüßt. Zum Vizepräsidenten der Gemeinde wurde Herr Dr. David Szilagyi, zum Präsidenten der Steuerrepartierungskommisiion Herr Dr. Eduard Fischer und zum Tempelkurator Herr Paul Horowitz gewählt. Das Präliminare des Budgets beträgt 20.000 Kronen. Dem Jahresbericht wurde entnommen, daß der im Vorjahre dahingeschiedene Vizepräsident der Gemeinde Jakob Fuchs zugunsten der Gemeinde 25.000 Kronen hinterließ. Ein Kaiser-Jnbiläums-Ferienheim für Waisenknaben. Das israelitische Kaiser Franz Joseph 1. JubiläumS- Knabenwaisenhaus für Böhmen in der Stadt Weinberge, welches anläßlich des 50jährigen Regierunzsjubiläums des Kaisers im Jahre 1898 mit 15 Zöglingen eröffnet wurde, beherbergt bereits die vierfache Zahl und hat während seines zehnjährigen Bestandes schon 220 Zöglinge als tüchtige Menschen entlassen. Um nun auch das 60jährige Jubiläum des Kaisers würdig zu feiern, hat der Verein zur Erhaltung dieses Waisenhauses in Ausgestaltung dieser Institution beschloffen, ein Ferienheim für seine Zöglinge zu errichten, da ja naturgemäß die meisten in körperlich bedauernswertem Zustande der Anstalt anvertraut werden. Es ist der Direktion des Vereines gelungen, ein größeres Anwesen in Luck bei Buchan mit 20 teils größeren, teils kleineren Zimmern, einem 6400 Qudratmeter großen, schattigen Garten, eigener Wasserleitung allerbester Qualität in Verbindung mit Brausebädern zu erwerben. Das Anwesen soll zugleich in absehbarer Zeit, sobald es die Geldmittel gestatten, in eine Filiale der Anstalt umgewandelt werden, und zwar um einerseits einer größeren Zahl von Waisenknaben die Aufnahme zu ermöglichen, andererseits die körperlich zurückgebliebenen durch Unterbringung in gesunder Landlust zu kräftigen. Rimburg. (Trauung.) Sonntag den 9. Februar l. I. um 1 Uhr nachmittags findet im hiesigen Tempel die Trauung des Fräulein Zdenka Gold st ein, Tochter des Herrn Rabbiners Jakob Goldstein, mit Herrn Robert Hoch Sohn des Herrn Rabbiners Simon Hoch aus Czaslau, statt Tod des Marienbader Kuttuspräsidenten. In Wien verschied vorigen Mittwoch nach kurzem Leiden einer der angesehensten Bürger Marienbads. Herr Ignaz F i s ch l, im§74. Lebensjahre. Der Verstorbene, Chef des Leinen- und Spitzenhauses Jakob Fischl Sohn, nahm durch Jahrzehnte eine hervorragende Stellung im öffentlichen Leben der Kmstadt Marienbad ein und hatte an ihrem Aufblühen einen wesentlichen Anteil. Durch ein Vierteljahrhundert bekleidete er das Ehrenamt des Vorstehers der israelitischen Kultusgemeinde und hat als solcher die Erbauung der sehenswürdigen Synagoge angeregt und durchgeführt. Ignaz Fischl war auch einer der Gründer der städtischen Sparkassa und bis vor wenigen Jahren Mitglied deS Aussichtsrates derselben. Ebenso gehörte er lauge Zeit als Stadtverordneter der Gemeindevertretung an und war auch Obmann deS Marienbader Lokalkomilees für daS israelitische. Kurhospital. Der Verstorbene hinterläßt drei Töchter und einen Sohn, Josef, der mit einer Tochter des Industriellen Josef Lazansky in Reichenberg verheiratet ist. Die Leiche wurde nach Marienbad überführt und dort Sonntag den 26. d. M. beerdigt. Koste!. Am 26. d. M. wurde Ehrw. Herr Rabbiner Jakob Hoffman« mit einstimmiger großer Begeisterung zum Rabbiner der biesigen Kultusgemeinde gewählt. Herr Rabbiner Jakob Hoffman« war ein Jahr als Rabbiner des Bethausvereines. „Montefiore" in Wien tätig und hat sich während dieser kurzen Zeit einen vorzüglichen Ruf erworben. Feuilleton. Zwischen Hammer und Amdos. Eine lustige Geschichte aus Galizien. Von Nathan Samuely. (Fortsetzung.) Viertes Kapitel. Ueber ein breites, weit in die Berge sich verlierendes Stoppelfeld, das im Zwielichte der soeben ausgehenden Morgenröte wie aus einem wogenden Schattenmeere emportaucht, schleppt sich langsam und mit lautem Gerassel ein großes, schwerfälliges Fahrzeug hin, das zur Hälfte mit Glanzleinwand überwölbt ist. Der einzige Insasse des Wagens ist ein junger Mann in den Zwanziger-Jahren, dessen schönes Gesicht von den Reisestrapizen etwas stark hergenommen erscheint. Müde und schlaftrunken sinkt dem jungen Reisenden das Haupt jedesmal schlaff auf die Brust, um jedoch bei jedem erneuerten Stoß des Wagens auf der holperigen und unebenen Straße heftig und erschreckt

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