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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-24 · 4 (24.1.1908) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
4 (24.1.1908)
Date
1908-01-24
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 4 Vr. Lloch's Wochenschrift Seite 75 I H Schwarz, Rabbiner und Prediger in Kladno. AlumiM. Band I. Gelstesgarben auf dem Gefilde der Homiletik. Patriotische Festreden mit Zugrundelegung der Geschichte des Vaterlandes und des Kaiserhauses in den letzten fünfzig Jahren. Band II. Gelegenheitsreden für Tempel, Schule und Haus. Band III. Liturgisches Handbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche. Band IV. G e l e g e n h e i t s-, S a b b a t-, F e st t a g s-, Halbfesttags- und Trauerreden. Aus Einzelreden zusammengestellt. Verlag von M. W. Kaufmann, Leipzig. Der I. Band enthält fünfzig patriotische Festreden und sieben Gebete für patriotische Feiertage. Eine reiche Auswahl nueressanten Stoffes in schöner Behandlung. Der II. Band enthält mehrere Probepredigten. Antritts- und Prvgrammreden, eine Anzahl Predigten zur Grundsteinlegu> g und Tempelcinweihung, eine Rede zur Einweihung eines Fried- Hofes, mehrere Schuleröffnungs- und Schlußreden, eine große Zahl von Ansprachen an Konfirmanden und außer anderen recht schönen Gelegenheitsreden auch Neujahrswünsche in Prosa und Poesie, hebräische und deutsche Grabsteininschriften, welche alle gut gelungen sind und eine willkommene Gabe für Lehrer und Seelsorger bilden dürften. Der III. Band enthält ein vollständiges liturgisches Handbuch, welches wegen seiner Reichhaltigkeit sich besonders empfiehlt. Wir haben da Gebete am Vorabende des Sabbats und besondere Gebete für den Vorabend eines jeden Festtages, ein Gebet vor dem Schofarblasen, ein Gebet am Kol nidre und Gebete für jede besondere Gelegenheit des Lebens. Es ist ein überaus brauchbares Handbuch für den Seelsorger. Selbst ein Gebet zur Einsegnung von Pcoselyten fehlt nicht. Auch der IV. Band umschließt eine Auswahl von Predigten, welche nicht bloß von der Begabung und Belesenheit des Verfassers ein rühmliches Zeugnis oblegen, sondern auch geeignet find, den Berufskollegen nützliche Winke und Vorbilder zu bieten. Eine schöne Predigt ist „Salomo und Moses" oder „Die Sünden der Ahronföhne" oder „Echte Gastfreundschaft". Einzelne dieser Predigten waren im „Israelit" als Musterreden abgedruckt, eine nicht unverdiente Anerkennung. Von den Grabreden des IV. Bandes möchten wir als besonders interessant hervorheben die an der Bahre der Mutter des Versqssers in Neutra gehaltene. Indem wir diese Predigtsammlung empfehlen, bemerken wir, daß ein V. Band, eine Sammlung von Leichenreden, vom Verfasser vorbereitet ist. Sobald eine genügende Anzahl von Subskribenten und Anmeldungen vorliegt, hinreichend, die Druckkosten zu decken, wird die Herausgabe erfolgen. Subskriptionspreis 4 Kronen. Ladenpreis 6 Kronen. Neue Bücher. Camilla Theimer. Antisemitismus und Nationaljudentum. Ein arischer Beitrag zur Lösung der Judenfrage. Preis 1 Krone. Selbstverlag, Wien, VIII. Bezirk, Josefstädterstraße 23. gmfbaflctt. Spector, Karlstadt. Stets willkommen. Ad. Singer in R. Der 8. Februar 1891 war Sonntag den 80. Schebat 5651. „Sem". Was Sie vom „jüd. Antisemitismus" erzählen, ist leider nichts Neues. Ein drastisches Vorkommnis ereignete sich kürzlich in Hagen i. W. Im städtischen Musikoerein sollte über die Aufnahme einer jüdischen Dame abgestimmt werden. Der genannte Verein setzt sich fast nur aus christlichen Mitgliedern zusammen; eine einzige jüdische Dame gehört ihm an. Bei der heutigen Zeitströmung wäre es nun selbst im „liberal" denkenden Hagen nicht verwunderlich gewesen, wenn man bei der Wahl die zweite jüdische D»me einfach nickt aufnahm. Wer aber beschreibt das Erstaunen der Anwesenden, als sich nach der Wahl herausstellte, daß sämtliche christliche Mitglieder für und nur die jüdische Dame gegen die Aufnahme der Jüdin gestimmt hatten. Nach dem Grunde dieses sonderbaren Benehmens gefragt, antwortete jene, daß eS nicht angängig sei, die Glaubensgenossin aufzunehmen, .weil der Gatte der Dame seinem Berufe nach — er ist Viehhändler — V nicht gefalle. Die christlichen Mitglieder des Vereines ober nahmen daran nicht den geringsten Anstoß. Wenn man noch berücksichtigt, daß die protestierende Dame Vorsteherin eines jiidiichen Frauenvereines zur Förderung von Liebeswerken ist, so erübrigt sich wohl eine weitere Bemerkung. K. L. Die jüdische Gemeinde in. Belgrad zählt zirka 35CO Seelen. Sie erhält von der serbischen Regierung eine jährliche Subvention von 50.00 - Frcs. Die Gesauitseelenzahl der jüdischen Kolonien in Palästina beträgt 6500 und die Gesamtfläche L5.5U0 Hektar. F E. Der Urheber des Pogroms hon Siedlce, Oberst Tschanowskri, ist im Warschauer Militärhospital gestorben. Vor einigen Wochen hatte ec sich in einem Anfall von Versolgungswahn eine Kugel in ein Bein gejagt. Im Militärhospital mußte ihm das Bein abgeuommeu werden. Bald darauf verfiel er wieder in Versolgungswahn, gl rnbte sich von blutigen Gestalten verfolgt und wollte ihnen enifliehev, so daß er ans Bett gefesselt werden mußt'. Er g.ng an Wnndbrand zugrunde. N. Die jüdische Gemeinde in Houston, Trxas. hatte vor einiger Zeit eine größere Summe zu Zwecke» eines Synagogcubaues gesammelt und die gesammelten Spenden in zwei größere Banken in Depot gegeben. Da jedoch die eine der Banken, in welcher die Gemeinde 12.000 Dollars angelegt hatte, infolge der Finanzkiiie bankerott wurde, verlor die Gemeinde das Geld und der Syiiagogenban muß vorläufig unterbleiben. B. R. Von der Londoner Zentrale der Jüdisch-territorialistischkn Organiiation erhalten wir die folgende Mitteilung: Mit Rücksicht ans die allmälige Besserung der Lage der amerikanischen Industrie bat das Departement der Regulierung der Auswanderung der „Jto" seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Die Emigranten werden in dem Maße befördert werden, wie es die gegenwärtige Situation gestaltet. Kundmachung. In dem der israel. Kultusgemeiude gehörigen, neu ei bauten Jüdischen Gemeindeuud Nat.onalhause* m Czernowitz gelangen zum Termine des 1- Mai d J. folgende Lokalitäten zur Vermietung resp. Verpachtung: a) zwei im Parterre gelegene Froutgeschäftslokale, und b) eine Koscherrestautation, bestehend aus vier Räumen, darunter ein grosser Saal, samt Restauratiousküche und Speisekammer nebst einer ans zwei Zimmern und Vorzimmer bestehenden Restaarateursw »bnung, weiters Souterrain-Restau^ationslokalitäten samt Kegelbahn, Küehe, Dienstb teuzimmer, Speisekammer, Bier-, Wein- und Holzkeller, zwti getrennten Kellerräumen und Gemüsekeller; in allen diesen Räumen ist elektrische Beleuchtung und Zentralheizung eingerichtet. Ordunngsmässige, mit den nötigen Bebelien adstruierte Offerte sind bis spätestens 14- Februar 1903 in der israelitischen Kuitus Gemeiadikanzlei Czernowitz, Schillerpia.z, zu nbmeichen. Die Geschäftslokale ad a) werden entweder getrennt oder zusammen an Einen Abnehmer auf die Dauer von einem, zwei und eventuell drei Jahren, ebenso die Restauratiouslokalitäten ad b) für ein, eventuell drei oder sechs Jaiie vermietet, diese letzteren Objekte jedoch nur an Einen Abnehmer. In den Restaurationsräumeu stellt die Verpächterin etwa 200 Sessel, ferner gewöhnliche Tische, einige gepolsterte und einfache Wandbänke sowie Spiegel bei und werden diese Einrichtnngsgegenstände mitvermietet. Bewerber um das Restaurant müssen Restaurateure, bezw. Gastwirte sein und habtn den Nachweis über ihre bisherige Tätigkeit in dieser Branche und fachliche Eignung zu erbringen Au Vadium in Barem oder öffentlichen Wertpapieien sind folgende Beträge zu erlegen, u. zw.: ad a). Für das grössere Geschäftslokale ein Betrag von K 200; für das kleinere Geschäftslokal hingegen ein solcher von K 100; für die Restaurationslokalitäten ein Betrag von 1000 Kronen. Weiters wird hervorgehoben, dass sich im *Gemeinde- und Nationalhause“ ein in die Vermietung nicht embezogener vornehmer, grosser Festsaal mit Speisenaufzug in alle Stockwerke befindet, welcher Saal zu festlichen Veranstaltungen und Versammlungen von der Gemeinde selbst benützt oder auch au Andere gegen Entgelt überlassen werden wird. Etwaige auf diese Vermietungen Bezug habenden Auskünfte werden jederzeit während der gewöhnlichen Amtastunden (9—1 Uhr vorm, und 3—6 Uhr nachm.) in der Kanzlei der Unterzeichneten Kultusgemeinde, Czernowitz, Schillergasse 3 erteilt nnd können während dieser Zeit .die zur Vermietung gelangenden Ubikatiouen besichtigt werden. ßzernowltz. 8. Jänner 1908. Tom Torstande der Israel. Kultusgemeinde: Der Präses: Dr. Stranctier.

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