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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-24 · 4 (24.1.1908) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
4 (24.1.1908)
Date
1908-01-24
Page
– (sequence 15)
Language
German
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m. JSlocb’s Mocdenscvrtrr Sette 71 88ien. Der bekannte Musikschulinhaber Professor Max Adler arrangierte am vergangenen Samstag in der Toynbee-Halle ein Konzert, welches überaus stark besucht war. Der Saal war Kopf an Kopf bis auf das letzte Plätzcheu gefüllt. Die vorgebrachten Musikpibcen fanden riesigen Beifall und gaben beredtes Zeugnis von der vortrefflichen Unterrichtsmethode des Arrangeurs. Besonders hervorzuheben wären die Leistungen des Frauleins Cornelli und des Herrn Sonnenfeld. Aber auch die anderen Mitwirkenden, darunter die Fräuleins Just und Kobn, sowie der Liedersänger Herr Markus, fanden ungeteilten Beifall. Herr Sonnenfeld mußte, unzähligen Hervorrufen nachgebend, eine seiner mit großer Verve und Innigkeit vorgetragenen Violinpiecen wiederholen. Nicht endenwolleuder Beifall lohnte das treffliche Arrangement des Professors Astax Adler, worauf der Vorstand des Vereines demselben in längerer, warmempfundener Ansprache den Dank im eigenen, sowie im Namen dieses überaus rührigen Vereines aussprach. Trauerfeier für Abraham Goldfaden. Die Trauerfeier für den verstorbenen jüdischen Dichter und Begründer der jüdischen Bühne A. Goldfaden findet am Samstag den 1. Februar 1908 im „Goldenen Widder") II., Taborstraße uni l/29 Uhr abends statt. Wien. Am 12. d. M. ist der jüdische Gelehrte Herr Adolf Auerbach, Privatier, IX., Waisenhausgasse 1t, im Alter vo.i 67 Jahren nach kurzem Leiden sanft entschlafen. Die Leiche wurde den lctztwilligen Verfügungen des Verblichenen entsprechend in seine Heimat nach Szenicz (Ungarn) überführt und am dortigen Friedhofe an Seite seiner Gattin und Eltern zur ewigen Ruhe bestattet. Am 14 d. M. fand das Begräbnis in Sze nicz statt. Die Leiche wurde vor dem Tempel aufgebahrt und hielt Se. Ehrwürden Herr Bezirksrabbiner Leopold Marmorstein einen ergreifenden Nachruf, worauf Oberkantor Kanner «LI lllole Raehamiiu“ rezitierte. Dem Sarge folgten seine vom Schmerze gebeugten Kinder, viele Angehörige und die ganze Ortsgemeinde ohne Unterschied der Konfession. Wien. (Spenden.) Für die in größter Notlage befindliche Familie (Mutter mit s i e be n minorennen Kindern, von denen ein brustkranker Knabe bereits in der Heilanstalt für Tuberkulose in A l l a n d Aufnahme gefunden hat) kamen mir direkt weitere milde Gaben zu: von Herrn Eduard Lurion, Wien, 6. Bez. X 2.—; von Herrn k. k. Ober-Revidenten der Staatsbahnen' Ed. Stein in Linz „In Erinnerung des Todestages seines unvergeßlichen uui heißgeliebten Kindes Ella" X 5.—. Den edlen Spendern sc i hier innigster Dank abgestattet und ihr Beispiel allen Menschenfreunden zur Nachahmung bestens empfohlen. Jos. Schwarz, Kommunal- und Religionslehrer, Wien, VI., Mariahilferstraße 125. Für die Mutter des Leopold Hilsner, Frau Maria Himmelreich in Gr.-Meseritsch, find uns unter „R. G. K." X 10.— zugekommen. St. Pölten. (Jüdischer Literatur-Verein.) Bei dem am 19. Jänner stattgefundenen II. Vortragsabende hielt Herr Carlo Felda, Schauspieler im hiesigen Stadttheater, einen Vortrag über das Thema: „Soll sich der Jude assimilieren",? und wurden seine trefflichen Ausführungen von den anwesenden Vereinsmitgliederu und Gästen mit reichen Beifall ausgezeichnet. Warnung! Ein gewisser Juda Büchler in Päszto, Hcveser Komitat, Sohn des seligen Rabbiners David Büchler, fährt fort, mit dem Namen seines seligen Vaters Mißbrauch zu treiben, indem er in ganz unberufener Weise Hechschorim für Koscherwaren ausstellt. Dieser Mann hat schon bei Lebzeiten seines ehrwürdigen Vaters mit dessen Siegel Mißbrauch getrieben, ist dieserhalb auch wiederholt mit den Gerichten in Konflikt gekommen und wird vor dessen Hechschorim, die absolut Vertrauens unwürdig und wertlos sind, gewarnt. Verein zur Wahrung der Jntereffen des orthodoxen Judentums. (Alle jüdischen Blätter werden ersucht, diese Warnung nachzudrucken.' Brünn. In G a y a starb der langjährige verdienstvolle Bürgermeister der dortigen Jsraelitengemeinde Herr Karl Müller im 58. Lebensjahre. Der Verstorbene erfreute sich in Gaya, wo er auch Obmann des Ortsschulrates war, allgemeiner Achtung. Jglau. Mit I. d. M. wurde Herr Lehrer Salomon Spielmann, Besitzer der Ehrenmedaille für 40 jährige treue Dienste, über sem Ansuchen in den dauernden Ruhestand versetzt. Ans diesem Anlasse versammelten sich die Lehrkörper der Knaben- und Mädchenschule des I. Bezirkes, denen Herr Spielmamt als Mitglied angehörte, Sonntag den 12. d. M. vormittags in der Kanzlei der erstgenannten Schule, in welcher sich noch der k. k. Bezirksschulinipektor Prof. Ignaz Brauhofer, der Ortsschulinspektor Gemeinderat Franz Tertsch. Bürgerstbuldrrektor Hans Schweigert sowie Fachlehrer Emil Srna en fanden. Oberlehrer Jak. Pistauer würdigte die Verdienste, die sich der Scheidende während ferner ^5 jährigen Dienstzeit, von denen 34 allein auf Jglau entfallen, un> die Schule und den Lehrerverein „Diesterweg" erworben, und überreichte ihm zur Erinnerung ein sinniges Ehrengeschenk. Frl. Hermine Hammer drückte sodann im Namen der mit ihm gedienten Lehr perionen der Mädchen'chule die aufrichtigsten Glück- und Segenswünsche für einen friedlichen Lebensabend aus. Nachdem auch der Ortsschulinspektor Gemeinderat Franz Tertsch den Jubilar beglückwünscht hatte, gab der k. k. Bezrrkstchulinspektor Brauhofer seiner Freude darüber Ausdruck, daß das langjährige W rken des Scheidenden als Lehrer und Erzieher die Anerkennung der Vorgesetzten Schulbehörde gesunden habe. Mit tränenerstickter Stimme dankte der geehrte Schulmann allen, allen für die Beweise herzlicher, wohltuender Teilnahme ui d für die Ehrenbezeugungen und versprach, nach wie vor die Standes- und Vereinstreue hochzuhalten. Sodann wurde diese einfache und schlichte, aber erhebende und würdige Feier vom Oberlehrer Pistauer g schlossen. Radnitz. Herr Karl K a tz wurde dieser Tage einstimmig zum siebenten Male zum Vorsteher der politischen Gemeinde Chomle bei Radnitz gewählt. Eibenschih. (Verlobung.) Fräulein Alice Wald mann. Tochter des Herrn Julius W a l d m a n n, Oberlehrer i. R.. hat sich mit Herrn Max S i n a i b e r g e r, in Firma Gersou S i n a ib e r g e r aus Eibensch tz, verlobt. Agram. Am 19. d. M. hielt in unserem israelitisch-kroatrschliterariichen Vereine Herr Rabbiner Dr. M. Marge! aus P o z e g a einen fesselnden Vortrag über die „n euhebräiscve Literatu r". Schon bei seinem Erscheinen wurde Herr Dr. Marge! vo» einem zahlreich erschienenen Publikum mit begeistertem Applaus empfangen. Es war ein enthusiastischer Ausdruck voller Verehrung für seine am 15. d. anläßlich des zum vierzigjährigen Jubiläum unseres Herrn Oberrabbiners Dr. Hosea Jacobi veranstalteten Banketts gehaltene hebräische Rede. Wir nehmen auch hier freudigen Anlaß, ihm auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank abermals auszusprechen. Prag. Der Kaiser ernannte den Zivilingenieur Herrn Julius Reiniger in Premysl zum Baurate. Herr Baurat Reiniger ist ein aeboiener Prager, von einer hochachtbaren jüdischen Familie, Schwiegersohn des Putzwollfabrikanten Herrn Moritz Schwarz. Prag- Holc'chowitz. Derselbe war längere Zeit k. u. k. Marine,ngenienr in Pola und ist jetzt Bauunternehmer und Gemeinderat in Premysl, durch sein humanes Wirken und seine streng jüdische Gesinnung überall beliebt und in besonderem Ansehen. Karlstadt. (Generalversammlung.) Die am 5. d. M. abgehaltene Generalversammlung der hiesigen israel. Kultusgemeinde wählte einstimmig und mit Begeisterung den bisherigen Präsidenten Herrn Sanitätsrat Dr. Friedrich Stern zum Vorsteher. Die übrigen Mitglieder des Vorstandes wurden, mit Ausnahme des Herrn Samuel Kramer, wiedergewählt. An Stelle des Genannten kam Herr Romeo Fischt, welcher sich schon in früheren Jahren um die Gemeinde verdient gemacht hat. Wie wir vernehmen, wurde die Wahl seitens einiger Mitglieder beanständet und auch der Rekurs erhoben. Karlstadt. (Beerdigung.) Am 11. d. M. wurde hier die Witwe Antonie Bach unter großer Beteiligung der hiesigen Bevölkerung zu Grabe getragen. Nach der unter großer geistlicher Assistenz vollzogenen Einsegnung der Leiche exekutierte der Gesangsverein „Zora" einen Trauerchoral, an welchem auch der hiesige Oberkantor Herr David Meißl mitwirkte. Es fiel auf, daß derselbe nicht auch in feinem Ornate erschien. Der „Jüdische Bildungs- und Geseüigkeitsverein für den XVl. und XVII. Bezi k veranstaltet- Dienstag den 21. d. M. im Ziehrer-Saal des Etablissements Stalehner zur Eröffnung seines zweiten Vereinsjahres eine literarische Akademie, welche sich den im vorigen Jahre von diesem Vereine veranstalteten Vortragsabenden würdig anreiht; und ein erfreuliches Zeichen für das stete Anwachsen und die wirksame Tätigkeit dieses jungen Vereines bietet. Ueber 400 Personen füllten den Saal und folgten den durchwegs glänzenden Darbietungen mit lebhaftem Interesse. Die Eröffnungsansprache des Ehrenpräsidenten Sr. Ehrwürdeu Herrn Rabbiner Dr. I. M. Bach fand stürmischen Beifall, ebenso die virtuosen Leistungen des Herrn Ernst Hohenberg der Klavierstücke von Liszt und Strauß glänzend spielte/ Den Höhepunkt des Abends bildeten Wohl die glänzenden Gesangsdarbietungen des Fräulein

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