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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-17 · 3 (17.1.1908) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
3 (17.1.1908)
Date
1908-01-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. S Dr. Llocd s Mocdenscbrm. «eite LS „Dieser Reifmann", lächelte der Höcker mit seinem frömmsten Lächeln, „na, den könnten wir bald los sein!" „Wieso? Lossen Sie hören!" „Zu Ebren Gottes und zum Wohle der Gemeinde, warum nicht?" „Zur Sache! Zur Sache!" drängte Benzion, der an diese Phrase bis zum Ueberdruß gewöhnt war. Und „zu Ehren Gottes und zum Wohle der Gemeinde", beugte sich der Höckerige an Benzions Ohr und teilte ihm im Flüstertöne seinen Vorschlag mit. Benzion war sichtlich entzückt. denn er hörte ihm mit steigendem Interesse zn. bis er zu Ende war, dann klopfte er ihm wohlgemut auf die Schulter und rief einüber das anderemal: „Sehr gut! Sehr gut! Ist das aber auch ausführbar? ..." „Warum nicht? Tun Sie nur alles, was ich Ihnen gesagt habe — für das Uebrige lassen Sie mich sorgen!.." „Ich weiß", stimmt Beuzion zu, „Sie verstehen es schon, wie sich aus Verlegenheiten zu ziehen! . „Nichts für mich, alles nur zu Ehren Gottes und zum Wohle der Gemeinde", beteuerte die Frömmigkeit, indem sie die höckerige Schulter in die Höhe zog und sich mit einem frommen „Gott gebe Ihnen einen guten Tag!" ans dem Zimmer schob. (Fortsetzung folgt.) Literatur. „Revista Jsraelita." 1. Jahrg. (II Serie), Nr. I. Bukarest, beipr. von A M. Wien. Unter diesem Titel hat die altbewährte Streiterill für die Interessen des rumänischen Judentums, die seit Dezember 1892 nach siebenjährigem, mutigen Kampfe verstummt ist, wieder zu erscheinen begonnen. Sie weist auch heute jenes vornehme Kleid auf, in welchem sie sich seinerzeit präsentierte, entspringt aber heute einem tieferen Bedü'fnis als vor Jahren. Das Wiedererscheinen dieser Zeitschrift, ter, wie es zu Hessen und zu wünschen ist, nunmehr ein längeres Leben besch eden sein wird, begründet der Leitartikler mit der Tatsache, daß die Lage der Juden in Rumänien noch schlimmer ist, als die der russischen Juden. Diese werden, so weit sie keiner fremden Macht unter tänig sind, zumindest als antochthon betrachtet, wenn auch von minderer Kategorie; in Rumänien aber werden 200.000 Menschen wie Vagabunden behandelt, welchen jeden Augenblick mit der Ausweisung gedroht wird." Gegen diesen unerträglichen Zustand will die „Revista Jsraelita" kämpfen und als „nolwendige Tat" — so ist der zweite Artikel betitelt — betrachtet sie auch, intra rnuros zu wirken: durch Verbreitung jüdischer Kulturgüter dem rumänischen Juden einen festen Sriitzpunkt nach Innen zu verleihen. Wie sich die „Revista" ihren gerechten Kampf vorstellt, geht am deutlichsten hervor aus der mit spitzer Feder und in der wohlklingendsten rumänischen Sprache geschriebenen Betrachtung „Die antisemitische Theorie", eine scharfe Polemik gegen C. Stere, den Direktor der „Viata Romaneasca“, in welcher Zeitschi ist j ner die Juden als national-soziale Gefahr hingestellt hat. Mit bissiger Satire und überzeugender Wärme sind auch die Miszellen „La Taifas“ und ,Die interne Chronik" geschrieben. Die „Revista Jsraelita" wird sicherlich rasch in die Häuser der reichen Freunde und Feinde ihren Einzug halten. Ins Volk zu dringen, wird ihr der viel zu hohe Ladenpreis hinderlich sein. Es wäre erwünscht, daß diese ernste jüdische Halbmonatschrift, die allen großen Fragen des Judentums mil objektiver Unparteilichkeit und gediegener Sachkenntnis ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden verspricht, recht bald in die Lage versetzt werde, sich allen Bevötkerungsschtchlen, ohne Unterschied, zugänglich zu machen. Nene Bücher. Unsere Hoffnung. Redaktion und Administration: Wien, XI/3, Scholzgasse Nr. 11. V. Jahrg. Heft Nr. 1. Inhalt: An unsere Leser! — Leo Goldhammer: Der „Bund". — Dr. Josef Meist: Die Ausstellung jüdischer Künstler in Berlin. — H. Thaler: Das Ghetto New-York. — Ernst Müller: Nach den Kolonien. — Viktor Gomullcki: El mole rachmim. — Abraham Reisen: Flecke. — Wissenswertes: Eine deutsche Gratulation an der Kolonie Rischon le Zion. — Die Hedschabahn von E. Chosok. — Bücherschau: Golus von D. Rothblum, bespr. von Ben-Samuel. — Jüdischer Kalender von M. Frostig, bespr. von L. S. Makebeth. — David der Philosoph von Dr. Mifsak Khostikian, bespr. von F . . . l. — Rundschau: Kulturtätigkeit der Frau in Palästina. — Vom Bezalel. — Korrespondenzen: Wien. Antwerpen. Essen. Jassy. — Briefkasten rc. Palästina Organ für die wirtschaftliche und kulturelle Erschließung des Landes. Herausgegeben von der Kommission zur Erforschung Palästinas. Berlin W. 15, llhlandstraße 175. IV. Jahrgang. Dezember 1907. Inhalt: I. T.: Der achte Kongreß. Dr.-Jur. B. Tannenwald, Hamburg: Das türkische Strafgesetzbuch von 1858. S. Rawikowitsch, Berlin: Die Aktiengesellschaft „Geulah", ihre Entstehung, Bedeutung und bisherige Tätigkeit. I. A h a r o n i, Jerusalem: Wie entstand die naturhistorische Kollektion am Bezalel. Ben Haarez: Die nationale Arbeiterfrage in Palästina. Felix Theilhaber. München: Jüdische Organisationen in Palästina. Mitteilungen und Miszellen. Im „Modernen Berlagsbureau" Curt Wigand, Berlin-Leipzig sind erschienen: Dr. Julius Moses. Hebräische Melodien. Eine Anthologie. Die Lösung der Judensrage. Eine Rundfrage, veranstallet von Dr. Julius Moses. Illustrierter jüdischer Familienkateuder für das Jahr 5668 (1907—1908). Krirfkasterr. F. Lin G. Die Behauptung, ..der Religionsunterricht liegt in einem gioßen Teil Oesterreichs in den Händen solcher Lehrer, denen hebräisch und alles, was daran nnd drum hängt, terra incognita ist", — farfn doch unmöglich wahr sein und wir müssen den Abdruck des Aufsatzes ablehnen. „Alter Abonu." Ihr Sohn ist als vollberechtigter Jude anzusehcn — auch in Berng ans Barmizwah und Haftoroh. I. Z., Oderberg. In der Regel muß der Bewerber die Lehrbefähigung für das allgemeine Lehrfach beibringen und außerdem ein Zeugnis von einem Rabbiner, welcher ihm die Erteilung der Religionsunterrichtes gestatte!. Die angefragten Anstalten existieren in Wien und Prag bei den Kiiltusgemeinden. S. H. in N. Maqgy Suppenwürze ist nicht koscher. M. Schwarz in E. Die Abhaltung einer Barmizwah in irgend einer Gemeiiroe eignet sich als Thema der Berichterstattung nicht. D. in Chicago. Denen, die in Amerika nach einem strengen Eii'wanderuligsgtletz schreien, wird eine gute Lehre gegeben dadurch, daß ekn ans Strelno in Polen eingewanderter Jude vor kurzem den Nobelpreis gewonnen und dadmch die amerikanische Wissensckast zu hoben Ehren gebracht hat. Es ist dies Professor Albert Abraham Michelson in Chicago, der mit seinem Vater Samuel Michelson vor -.0 Jahren nach Amerika kam und als Professor der Ptchsik an der Universität Chicago zu großem Anseben gelangt ist. Michelson ist erst nach einem ungkwöhnlichen Umwege auf die w'ssenichafltiche Laufbahn geraten. Mit 17 Jahren ward er Unteroffizier der amerikanischen Marine und bl'eb 12 Jahre in dieser Stellung. Dann ward er Instruktor der Physik und Chemie an der Naval-Äcademy zu Annavous in Maryland, 1889 wcrd Michelson, der in,wischen in New^ork und Washington w'sstnschajtlich tätig gewesen war, zum Professor ernannt, seit U93 lehrt er in Chicago. Er hat hauptsächlich ans dem Gebiete der Optik und besonders der Interferenz des Lichtes gearbeitet. Seine wichtigste Eifindung ist das sogenaiiiite Stlifeiispektio'kop. ein Apparat, der das Licht sehr weitgehend spektral zerlegt. Berühmt ist auch sein Versuch, den Einfluß der Erdbewegung auf die Fortpflanzung d«-s Lichtes sestzustellen, der freilich nur einen negativen Erfolg hatte. Michelson ist Mitglied der Akademien zu London und Paris; er hat auch vor einigen Jahren die große Rumford-Medaille erhalten. Mazzoth-Lieferung. Die Armenanstalt der israelitischen Knltnsgemeinde gibt bekanut, dass sie Offerte fiir die Lieferung von zirka 250 Meterzentner Mazzoth entgegennimmt Die Mazzoth müssen unter strenger Beobachtung der rituellen Vorschriften hergestellt werden, viereckig, 22—2a Stück per Kilo. Der Schluss des Einreichungstermines ist an 20. Jänner 1908. Offerte bleiben bis 31 Jänner 1908 in Kraft. Dia Lieferung wird im (Ganzen oder teilweise vergeben. Nähere Auskünfte in der Kanzlei, I., Seitenstettengasse 2, von 10—11 Uhr vormittags. Der Vorstand der Armenanstalt der isr. Kultusgemeinde in Wien.

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