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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-03 · 1 (3.1.1908) · page 21

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
1 (3.1.1908)
Date
1908-01-03
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Dv. Blocö's Mocvenscvrm. Gette 19 ^Nr. 1 Und nun begann sie von den großen Taten Kohans zu erzählen, indeß er selbst — als höre er ein ergötzliches Märchen — sie mit den Augen verz-hren zu wollen schien, mit dem Kopfe nickte, und zuletzt, als sie erwähnte, daß er einst ein Fuhrmann hatte werden wollen, in ein kinderhelles Lachen ausbrach. In seinem Hirn jedoch entrollten sich schon die lockenden Bilder der Abreise aus Rußland. „Warte, warte!" rief er, „etwas dämmert in meinem Kopfe. Wie hat Lejsor gesagt? Der Jankee Eleafar! Und wie werden sie mich nennen? Den Aankee Kohan? Ich sage euch, daß ich fahre. Für den Namen Jankee bin ich bereit, mein Leben zu opfern. Morgen gehe ich in die Stadt. Ich finde einen Beutel, voll mit Geld. Morgen gehe ich in die Stadt. Hunderte von Geschäften werde ich gleich haben. Unterbrich mich nicht, Chawa . . . Hört mir zu . . ." Er war erregt und erhob die Stimme. So heiß war sein Sehnen nach etwas Gutem, etwas Menschlichem, daß die ganze Wirklichkeit des fürchterlichen Lebens wie mit einem Zauberschlage verschwand, und alle, von seiner Stimme, seinen Bewegungen, dem Glanz seiner Augen augelockt, bedingungslos dem Zauber seiner Worte erlagen. Ja, in acht Tagen fahren alle, alle fahren sie! „Nu, nu," eiferte Lejsor ihn an, „sprecht weiter! Nu, nu . . ." Und Kohan, jedesmal neue, ungewöhnlichere Worte findend, fuhr fort, die Bilder seines Märchens in weiterer Folge zu entrollen, und so leidenschaftlich war sein Sehnen nach einem stillen, ruhigen Leben, daß er sogar Chawa mit sich fortriß . . . Ja, in acht Tagen fahren sie! Ende. Neue Bücher. Rabbiner Dr. Cohn, R a w i t s ch. U e b u n g sbuch zur Einführu ng in das Uebersetzen des Gebetbuches. Erster und zweiter Teil. Preis Mk. 1.20. Jakob B. B r a n d e i s, Verlagsbuchhandlung. Breslau 1907. Kriefkastrn. Jak. Taussig, Teplitz. General Schweizer ist Jude. ' L. R. P. in B. Die Jünger dieser „Anstalt" genießen die Notorität als „impotent und großmäulig, frech und unwissend und moralisch minderwertig". Jeder, der Gelegenheit hat, auch nur ein einziges Exemplare dieser Leutchen zu beobachten, findet dieses allgemeine Urteil als zutreff, nd. M. R. in Budapest. Wir bitten um den Artikel. R. S. Auf eine Anfrage erklärte Gorki: „Der Zar ist kein Schwachsinniger. Was ihm fehlt, ist Bildung und Mitleid. An jenem berüchtigten roten Sonntag wußte der Zar sehr wohl, daß sein wehrloses Volk niedergemetzelt wurde, aber er — beschäftigte sich mit seiner Jacht." „Zeit"warrdel Das „Wiener Montagsjournal" bringt folgende Meldung: „Gestern kursierte in Journalistenkreisen das bestimmte Gerücht, das Zeitungsunternehmen „Die Zeit" wäre um einen verhältniswäßig niedrigen Preis — man sprach von 120.000 Kronen — in den Besitz des Piusvereines übergegangen." Andere Blätter, wie die Grazer „Tagespost" und die Prager „Union,,, berichten folgendes: „Mit dem heutigen Tage ist die „Zeit" in das Eigentum eines Konsortiums übergegangen, an dessen Spitze die Minister Geßmann und Ebenhoch stehen. Die „Zeit" bat die Redaktions- und Administrations-Lokalitäten gekündigt und übersiedelt in die Redaktion der gewesenen „Deutschen Zeitung". Die „Zeit" soll unter dem neuen Konsortium das Organ jenes Blocks werden, der aus Christlich- Sozialen und Deutschnationalen gebildet werden soll." Die „Zeit" dementiert diese Mitteilungen und erklärt das Entstehen dieser Gerüchte in folgender Weise: „Als anfangs dieses Monats die christlichsoziale „Deutsche Zeitung" eingegangen und das von ihr gemietete Haus, Buchfeldgasse Nr. 6, daS eigens für Zeitungszwecke gebaut ist, frei geworden war, sind wir mit der Eigentümerin dieses Hauses Frau Gisela Wahner in Unterhandlungen getreten, um das Haus für die „Zeit" anzukausen." Daß aber diese Gerüchte allgemein geglaubt wurden, erklärt sich vielleicht ans der eigentüm.ichen politischen Haltung, welche die Leser in den letzten Monaten in der „Zeit" wahrzunehmen glaubten. Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Abonnemenisgebübr, damit dir Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich der in der vorigen Nummer beigelegten Pagfer»3ag« »ofoeii:-.-« bedienen. Die Administration der . Oesterr. Wochenschrift'*- isaias Skrainkasche Stiftung für Hochschöier. Vom gefertigten Kultnsvorstande wird hiemit bekanntgegeben dass die Zinsen aus obiger Stiftung im Betrage von 400 Kronen am Sterbetage des sei. Herrn Isaias Skrainka, -4. Ädar, 26. Februar 1*08, au zwei arme israelitische Hochschüler der Universität oder der technischen Hochschule aus Holleschau, respektive aus Mähren, ä 200 Kronen zu verleihen sind. Diejenigen, welche eine Verwamitsohaf' mit deii Stiftern, Herrn Simou nnd Adolf Skrainka sei. A. in Hoilesehau, nachweisen können, weiden in erster Reihe bevorzugt. Gesuche mit den Nachweisen der Mittellosigkeit, der lieimatszustäüdigkeit (bei Verwandten auch die Verwandtschaft) und über die orduungsmässig abgelegten Kolloquien oder Staatspiüfuugen sind bis 15. Febril?;? 1808 an den gefertigten Kultnsvorstand einzubringen. Später eingebrachte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Hollesehau im Jänner 1908. Der Kultusvorstand: Carl Beer. Isaias Skrainkasche Heiratsaussiaiiungs-StHiung. Vom gefertigten Kultusvorst ande wird hiemit bekanntgegebeu, dass die Zinsen aus obiger Stiftung im Betrage von 400 Kronen am Sterbetage des sei. Herrn Isaias Skrainka, 24. Adar, 26. Februar 1908, an eine arme israelitische Braut aus der Verwandtschaft der Stifter, der Herren Simou und Adolf Skrainka sei. A. in Hoilesehau, beziehungsweise an eine arme Braut aus Holieschau zur Verleihung kommen. Gesuche mit dem Nachweise der Armut, der Moralität, der Heimatszuständigkeit uud des Umstandes, dass die Bewerberin sieh im Brautstande befindet, sind bis 15. Febrüä? 1908 an den gefertigten Kultusvorstaud einzubringen. Später eingebrachte Gesuche bleiben unberücksichtigt. Holleschau im Jänner 1908. Der Kultusvorstand: Carl Beer. Saiomon Soldscbaiidi-Stiftung für Gjmnaslaiscb&ier. Vom Vorstande der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde wird hiemit bekannt gemacht, dass aus der obigen Stiftung 5 Stipendien je im Betrage von K 100.— an israelitische Gymnasialschüler zur Verleihung kommen. Erforderliehe Beilagen: 1. Zeugnis über guten Stndienfortgang. 2. Zeugnis über streng sittliche Haltung (von der Schuldirektion). 3. Zeugnis über Mittellosigkeit. 4. Diejenigen Schüler, welche die Stipendien erhalten, sind verpflichtet, am Vorabende nnd am Morgen des 22. Adar, das ist am Vorabende und am Morgen des 24. Februar 1908 beim Gottesdienste im Bethause der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, anwesend zu sein und sich hei dem jeweiligen Bethaus-Inspizienten zu melden, welcher schriftlich die Anwesenheit der Stipendisten zu bestätigen hat. Gev-en Vorweisung dieser Bestätigung erhalten sodann die Stipendisten den zugesprochenen Stiftnngsbetrag an der Kassa der Kultusgemeinde ausgezahlt. Diejenigen Stipendisten, welche vater-, mutter- oder elternlos sind, sind verpflichtet, nach dem Abend- und Morgengottesdienste das Seelengebet zu verrichten. Verwandte des Stifters, Herrn Moriz Ritter von Goldschmidt oder seiner Gattin, Erau Nanette geh. Landauer, und 'Waisen

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