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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-03 · 1 (3.1.1908) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
1 (3.1.1908)
Date
1908-01-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 1 Dr. LLocd s MscdelwcvrM. Sette 11 Die Goldene Medaille für ein jüdisches Bild. Die Londoner Royal Academy hat dem jüdischen Maler Samuel R. Samuel für sein großes Bild „David vor dem König Saul" die goldene Medaille und ein Reisestipendium von 200 Pfund Sterling zuerkannt. Mr. Samuel, der mehrere Jahre zu Studienzwecken in Indien weilte, hat die Absicht, wieder nach Indien zurückzukehren und einige begonnene Arbeiten zu Ende zu führen, die dann in London zur Ausstellung gelangen sollen. Jüdische Religionslehrerinnen in Rußland. Das russische Bildungsministerium hat im Einvernehmen mit dem Ministerium des Innern gestattet, daß in Mittelschulen für Mädchen Frauen für den Unterricht in jüdischer Religion angestellt werden. Die Sabbatruhe in Bosnien. Die Landesregierung für Bosnien und Herzegowina hat eine Verordnung erlassen, durch welche vorgeschrieben wird, daß den Arbeitern und Handelsangestellten ein Ruhetag in der Woche gewährt werden müsse. Die Durchführung dieser Verordnung ist dergestalt bestimmt worden, daß den christlichen Angestellten der Sonntag, den mohammedanischen der Freitag und den jüdischen der Sabbat freigegeben werden müsse. Den Arbeitern der letztgenannten zwei Konfessionen würde überdies das Recht Vorbehalten, mit ihren Arbeitgebern einen anderen beliebigen Tag der Woche als Ruhetag zu vereinbaren. Korrespondenzen. Israelitischer Tempelverein für Mariahils und Neubau. Montag den 30. Dezember 1907 fand im Vereinslokal VI., Schmalzhofgasse 3 die 34. ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. Das Vereinslokal präsentiert sich überaus freundlich mit einer schönen neuen Einrichtung, dem Geschenk eines munifizenten Vereinsmitgliedes, des Fabrikanten Herrn Heinrich Bäck (VI., Mariahilferstr.). Die Versammlung war überaus zahlreich besucht und gab Zeugnis von der allgemeinen Teilnahme und Sympathien, deren sich der Verein erfreut. Der Vorsitzende Herr Dr. Jakob Engel eröffnete die Versammlung, konstatierte die Beschlußfähigkeit, begrüßte den Delegierten des israelitischen Kultusvorstandes, den Präsidenten der Chewra-Kadischa Herrn Salo Cohn, den Kultusvorsteher Herrn S. S t e i n e r, den Obmann des Vereines „Nachlath Jeschurun" Herrn Dr. Karl L ö w y, die Vorsteherinnen des Frauen-Wohltätigkeitsvereines in Mariahilf, dann Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. T a g l i ch t und gibt seiner Genugtuung Ausdruck über das lebhafte Interesse für den Verein, welches die Vereinsmitglieder durch ihren zahlreichen Besuch der heutigen Generalversammlung an den Tag legen. Nach Verifizierung des Protokolls der letzten Generalversammlung erstattet der Präsident den Jahresbericht. Zunächst gibt Herr Dr. Jacob Engel der Trauer Ausdruck über den Heimgang des Kollegen Leopold Bauer, der dem Verein, seiner Familie, und seinem reichen, gemeinnützigen Wirkungskreise mitten im rastlosen Schaffen jäh entrissen wurde. „Er war uns ein treuer Freund, ein Vorstand, der aufs Gewissenhafteste seine Pflichten erfüllte, weil er unserer Korporation anzugehören stets als eine hohe Auszeichnung empfand und darnach auch seine Wirksamkeit einrichtete. Allezeit wird sein Andenken von uns in Ehren gehalten werden und sein Name wird in den Annalen unserer Vereinsgeschichte stets ein ruhmvolles Blatt bedecken". Der Redner erwähnt des Leichenbegängnisses, des feierlichen Trauergottesdienstes am 8. Dezember und gibt bekannt, daß der Name des Verblichenen im Maskirbuch verewigt werde. Redner fährt fort: „Wir beklagen weiters den Verlust eines verehrten Mitgliedes, das seit Bestand des Vereines, also durch volle 33 Jahre, zu uns gehört, die vortreffliche Gattin unseres allverehrten Herrn Vizepräsidenten. Frau Franziska P o l l a k war eine warme Verehrerin unseres Tempels, den sie stets freudig aufsuchte, eine opferbereite Gönnerin und Förderin alles Guten und Schönen". Der Bericht erwähnt ferner den Heimgang der Herren Ignaz Beer, Ludwig Pollitzer und Hermann Silberstern, durchwegs langjähriger, angesehener Mitglieder des Vereines, ferner den frühzeitigen Tod des jungen Richard M a n t l e r und die Versammlung ehrt das Andenken der Hingeschiedenen durch Erhebung von den Sitzen. Der Präsident erwähnt bei dieser Gelegenheit, daß der Rabbiner Herr Doktor T a g l i ch t eine Auslese seiner ausgezeichneten Grabreden publiziert hat, wodurch er mancher um unsere Gemeinde hochverdienten Persönlichkeit ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. Von den Mitgliedern zahlten: 1 Mitglied den Betrag von K 50.— 2 „ „ „ „ „ 40.— 4 „ „ „ „ „ 30.— 3 „ „ „ „ „ 24.— 53 „ „ „ „ „ 20.— 6 „ „ „ „ „ 16.— 1 „ „ „ „ „ 15.— und der Rest K 6.— Jahresbeitrag. Der Vereinsvorstand hielt 8 Plenarsitzungen und eine größere Anzahl von Sektions- und Komiteefitzungen ab. Die Zahl der erledigten Schriftstücke beträgt 475. Infolge der allgemeinen Verteuerung der Lebensmittel hat der Vorstand eine 10"/gige Erhöhung der Bezüge der Angestellten beschloffen. Um jenen Glaubensgenossen in dem Bezirke, die nicht in der Lage find, kostspielige Tempelfitze zu nehmen, einen billigen und würdigen Gottesdienst zu versorgen, hat der Verein die Einrichtung von Filialbethäusern übernommen und der Kultusvorstand ist auf diese Intentionen eingegangen und hat dem Verein zu diesem Zwecke das ausschließliche Recht zur Errichtung von Bethausfilialen in den Bezirken Mariahils und Neubau eingeräumt. So wurden im heurigen Jahre sämtliche Saallokalitäten des „Hotel Savoy" zum Zwecke der Errichtung eines Bethauses gemietet, welcher Versuch ein allseits günstiges Ergebnis gezeitigt hat, der auch in fiinanzieller Beziehung eine regelmäßige und mit den Jahren sich immer mehr steigernde Einnahme bringen wird. Von Widmungen erwähnt der Bericht: Eine Widmung der Familie des treuen Kollegen Leopold Bauer im Betrage von. 3000 K Eine Iahrzeit- und Maskir-Stiftung der Frau Franziska P o l l a k im Betrage von 2400 „ Eine I a h r z e i t- und Maskir-Stiftung für Herrn Richard M a n t l e r im Betrage von 2400 „ Eine Jahrzeit-Stiftung für Herrn Hermann S i l b e r st e i n im Betrage von . . . 400 „ Herr Rudolf W i n t e r n i tz spendete anläßlich der glücklichen Genesung der Frau Julie T i l l e r einen kostbaren Trauungsbaldackin, der bei Trauungen im Zeremonien-Saale Verwendung findet. Frau Amalie Popper spendete einen kostbaren Kiduschbecher. Die Versammlung votiert den Spendern den Dank. Im Vereinstempel wurden im abgelaufenen Jahre 62 Trauungen, 44 Barmizwahs und 11 Namengebungen abgehalten. Am 8. Mai wurden 24 Mädchen in der üblichen festlichen Weise konfirmiert, der 18. August durch einen wlennen Gottesdienst gefeiert. Am 6. Jänner wurde das Fleischer-Museum eröffnet. Die Sammlung, die gleichsam ein Spiegelbild seiner hohen künstlerischen Persönlichkeit bietet, kann tatsächlich als sehr gelungen bezeichnet werden. Sie ist in der Regel jeder

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