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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1908-01-03 · 1 (3.1.1908) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
25 (1908)
Issue
1 (3.1.1908)
Date
1908-01-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 6 Dr. Mocd's MocbenscbrLN. Nr. 1 Neuerrichteten Röntgen - Institutes enthalten. Wer unser Krankenhaus, diesen berechtigten, wenn auch etwas kostspieligen Stolz der Wiener Judenschaft gründlich besichtigt hat, weiß aus eigener Anschauung, daß es kein modernes Hilfsmittel, keinen Fortschritt der Wissenschaft gibt, den wir nicht in den Dienst unserer Kranken gestellt hätten. Und so durfte denn auch ein Röntgen-Institut nicht bei uns fehlen, die Apparate für jene wunderbare Entdeckung, die das Innere des menschlichen Körpers erst völlig dem Arzte erschließen. Möge es so segensvoll wirken, wie wir es erhoffen und erwünschen. Eine Anzahl höher als im Vorjahr budgetierte kleinere Posten betragen ca. L 4000. Dagegen sind in den Einnahmen K 10.000 auf Seite 74, Zahl 59/61, für Verpflegsgebühren mehr eingesetzt. Die ueu budgetierte Reserve Seite 69, Zahl 58, per E 10 000 kompensiert sich durch Entfallen der gleichhohen im Vorjahre eingestellten Reserve Seite 71, Zahl 70. Die in diesem Jahre so ungewöhnlich starke Steigerung des Zuschusses für unser Spital hat uns genötigt, eine wenn auch recht geringe Mehreinnahme zu schaffen, die wir in einer allerdings nur mäßigen Erhöhung der Verpflegsgebühren zu fiuden hofffn. Bei der gegen das Vorjahr um K 10.000 erhöhten, vorher erwähnten Post Seite 74, Zchl 59/61, kommt dies aber noch nicht zum Ausdruck, da der per 1907 budgetierte Betrag von K 45.000 sowohl in Anbetracht des Ergebnisses per 1906 als auch des ueunmonatlichen Ergebnisses im Jahre 1907 entschieden zu niedrig angenommen war. Eine Post, die aus fast den gleichen wie den oben angeführten Gründen auf Ihre Zustimmung sicher rechnen kann, ist die ebenfalls 18°/o betragende Steigerung des Zuschusses bei der Post Versorgungs- und Siechenhaus Abschnitt E ab Seite 78. Auch hier es moralische Pflicht der Kultusgemeinde, die sich ja als die Gemeinschaft der in Wien lebenden Judenschaft darstellt, für ihre erwerbsunfähigen und alten Leute, so weit sie es vermag, zu sorgen. Ein Institut, dessen Uranfänge sich auf 100 Jahre zurückverfolgen lassen, trägt ja die Rechtfertigung seines Bestandes in sich, und gerade Heuer haben wir Grund, mit besonderem Stolze von unserem Versorgungs- und Siechenhaus zu sprechen, weil wir uns entschlossen haben, einen Neubau aufzuführen und Tagräume, die bisher sehr mangelten, zu schaffen, da echt jüdische Großherzigkeit uns durch eine Spende von K 600.000 die Sicherheit für die Erhaltung von weiteren 40 Betten bot und es uns also ermöglichte, die unschätzbaren . Wohltaten dieser Anstalt 40 weiteren, arbeitsunfähigen und siechen Juden zugänglich zu machen. Ich benütze gerne die Gelegenheit, um unserem Komitee, insbesondere aber dem unermüdlichen Damenkomitee und dessen überaus rührigen und tatkräftigen Präsidentin Frau Jda Diamant für die in selbstloser Weise uns gewährte Mithilfe hier den herzlichsten Dank abzustatten. Ins Detail übergehend, berichte ich, daß für die Gehalte Seite 79, Zahl 1 ein Mehrbedarf von K 2000 entstanden ist, für Beheizung Zahl 16/17 ein solcher von K 4000, für Bandagen rc. Zahl 31 von K 1000, für Verköstigung Seite 81, Zahl 32/34, ein Mehrersordernis von K 3000, für Medikamente Zahl 37 von K 2000, für Wäschereinigung Zahl 39 von K 2000. In den Einnahmen sind diesmal K 3000 weniger angenommen und zwar deshalb, weil zwei Legate von K 89.000 für den Zubau zugewendet wurden und ferner die jährlich leider zurückgehenden Jahresbeiträge sich wieder vermindert haben. Die beiden Posten Seite 81, Zahl 56 per K 24.000 und Seite 83 per K 30.000 kompensieren sich mit den gleich hohen Eingangsposten auf Seite 84 per K 54.000. Wir gelangen nun zum Abschnitt F, Armen- und Wohltätigkeitswesen ab Seite 88, der einen Mehrbedarf von L 10.226 zeigt, hauptsächlich dadurch, daß in der Post Kaiserin Elisabeth-Institut für jüdische Krankenpflegerinnen Seite 111 gemäß Plenarbeschluß K 6000 mehr budgetiert sind, als per 1907. Die restlichen zirka K 4000 erklären sich aus dem Seite 91, Zahl 1/2/3 um K 2500 höher veranschlagten Betrage für Unterstützungen, aus der Erhöhung um K 2000 bei der Post Monats- und Quartals-Beteilungen Seite 91, Zahl 8 aus K 2000, welche Seite 99, Zahl 10, als Subvention für die neuerrichtete Zentralstelle für das jüdische Armenwesen eingesetzt sind, wogegen bei der Reserve Seite 91, Post 22 um K 3000 weniger veranschlagt sind als im Vorjahre. Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf Hinweisen, daß es noch eine Anzahl von Stiftungen und Widmungen bei uns gibt, die aus verschiedenen Gründen bisher noch nicht zur Verwendung gelangen konnten. Unsere Aufgabe wird es nach wie vor sein, uns mit dieser Angelegenheit eingehend zu beschäftigen und unseren Wohltätigkeits-Institutionen neue Einnahmsquellen zu erschließen. Einer dieser lange Zeit unbenützt gebliebenen Fonde ist gerade Heuer seinem Zwecke zugeführt worden, es ist jener, der zur Errichtung eines Kaiserin Elisabeth- Institutes für jüdische Krankenpflegerinnen bestimmt war. In Gemeinschaft mit dem Vereine „Eintracht" B'nai B'rith haben wir uns entschlossen, dieses Institut Heuer ins Leben zu rufen, und haben uns dabei nicht nur von dem Gesichtspunkte leiten lassen, daß es galt, eine alte moralische Pflicht einzulösen, sondern hauptsächlich weil wir hier die Möglichkeit sehen, armen jüdischen Mädchen und Frauen einen neuen und edlen Erwerbszweig zu schaffen, der dazu angetan ist, hebend und versittlichend auf breite Schichten unserer Bevölkerung zu wirken. Wir haben also in wahrhaft sozialpolitischer Weise gehandelt, indem wir wohltätig waren, ohne doch direkte Wohltaten zu erweisen, wir haben aber auch die Absicht, etwas Neues zu schaffen, indem wir beabsichtigen, unseren mittellosen Kranken, die pekuniär nicht imstande sind, die Kosten für eine Pflegerin zu erschwingen, eine solche, so weit es tunlich ist, unentgeltlich beizustellen. Der Abschnitt 6t Gemeindeverwaltung weist ein Mehrerfordernis von zusammen K 34.487*98 auf, welches sich aus folgenden Posten zusammensetzt: Gehalte an Personale Seite 113, Zahl 1, Plus infolge der durchgeführten Gehaltsregulierung K 34.000, außerordentliche Erfordernisse, Zahl 2, Plus K 2000, Requisiten rc., Zahl 11, Plus K 1000, Vorstandswahl und Auslage für die Kultussteuerregulierung, Zahl 32 und 34, Plus K 17.500, Matrikelamt Seite 117, Zahl 1/2, Gehalte und außer Plus K 4000, Stiegenhausreparatur Seite 121, Zahl 6, K 2400, Gebäudeerhaltung und Verwaltung Seite 17, Ausgaben in verschiedenen kleinen Posten K 1800, Gebäudeinspektion und technisches Amt Seite 129, Zahl 1. Personale Plus K 1500, ferner bei Zinsen und Koutokorreutfpesen Seite 131, ein Plus von K 14.800, hauptsächlich infolge der neu eingesetzten Post, Zahl 11, Zinsen für Floridsdorfer Sparkassa K 2520 und der Postzahl 17a K 13.200, als Zinsen und Amortisation eines aufzunehmeuden Darlehens für den projektierten Bau einer Mikwah und für die K 100.000, welche wir anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers zum Bau eines Knabenwaisenhauses gespendet haben. Dagegen sind in der allgemeinen Reserve, Seite 133, Post 8, jene bereits erwähnten K 40.000 weniger eingestellt, die wir im vorjährigen Budget wegen der damals schon im Prinzip beschlossenen Regulierung der Gehalte unseres Beamtenkörpers einzusetzen genötigt waren, und die also natürlich Heuer entfallen, ferner Mindererfordernis bei Gnadengaben, Seite 119 K 2000 und bei laufende Reparaturen, Seite 125, Zahl 52, K 1500. Die verbleibende kleine Differenz besteht aus vielen unbedeutenden Plus und Minuspvsten. Bei den Darlehensrückzahlungen und Annuitäten ist Seite 135, da ja die Kapitalsrückzahlung jährlich steigt, ein Mehrbedarf von K 1700, dagegen entfallen K 14.564*71, Annuitäten an die Kommune, weil wir diese Post auf Abschnitt C, Seite 61 übertragen haben, im Ganzen ist also in diesem Kapitel ein Miudererfordernis von K 12.804*71 gegen das Budget des Vorjahres.

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