Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 52 (27.12.1907)
- Date
- 1907-12-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021710-3021763--16955-3041804- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 52 Vr. BLoEs WochrnsArrM Seite 867 Deutschland, wo er in Bremen als Schriftsteller und Redakteur wirkte. In seinen alten Tagen zog es ihn wieder nach der Heimat, er lebte hier in dem Dorfe Rausnitz, wo einst Kaiser Josef II. einmal den Pstug geführt hat und trat nur selten in die Oeffentlichkeit. Vor einigen Jahren wurde er von den Deutschen Mährens und im Jahre 1898 aus Anlaß der nach fünfzig Jahren stattgefundenen Versammlung der alten Legionäre vielfach geehrt. Oppenheimer hat als Honvedoffizier auch eine Pension genossen. Korrespondenzen. Ans der öffentlichen Plenarsitzung des Wiener israelitischen Kultusvorstandes vom Sonntag den 22. Dezember 1807 unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Dr. Alfred Stern. Beginn 10 Uhr vormittags. Im Einlaufe wurde eine Anzahl Spenden verlern, darunter von einem Anoymus.K 5000.— von Herrn Heinrich Eisler.K 800.— von Herrn Dr. Winternitz uoe, der Verlasseuschaft zur Errichtung einer Karl und Betti Weißmandl- Stiftuug.Nominale K 4000.— Zinsen K 14 *.— K 4140.— Von einem Anonymus in Budapest anläßlich des 50jährigen Jubiläums des Herrn Präsidenten D r. Alfred Stern eine Bibel, ge d ruckt i m Jahre 1587. Es befinden sich weiters im Einlaufe ein Dankschreiben des Vorstandes der Kultusgemeinde L e m b e r g für die erfolgreiche Intervention des Kultusvorstandes in der Schächtangelegenheit. Dankschreiben des Synagogenvereines „B e t b Israel" säe den Beschluß des Kultusverstandes, betreffend die Erbauung einer Mikwah und Kollektiv-Kundgebung einer Reibe anderer Bethansvereine ähnlichen Inhaltes. A b w e i s l i ch e Entscheidung des Ministeriums für Kultus und Unterricht, betreffend den Verein Marpe L a n e f e s ch gegen den Kultnsvorstand. Mitteilung des nüderösterreichischeu L a n d e s a u ss ch u s) e s, daß in einem konkreten Falle über die vom Kultusvorstande erhobene Reklamation eine neue Ko uk u r s a u s s ch r e i b u n g erfolgte, in welcher als zulässiger Altersnachweis Gebnrts- oder Taufschein und nicht — wie in der ursprünglichen Ausschreibung — bloß Taufschein angeführt erscheine. Der Vorsitzende, Präsident Dr. Alfred S tern, teilt im Präsidialberichte mit, daß in der soeben stattgthabteu, vertraulichen Plenarsitzung des Knltusvorstandes einhellig beschlossen wurde, den im Jahre 1888 verstorbenen Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Moriz Ritter v. G o l d s ch m i d t in Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um die Gemeinde in die Haskarah der Gemeiudebethäuser Stadt und Leopoldstadt aufzunehmen. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Theodor Ritter von G o l d s ch m i d t erbittet sich das Wort, um im Namen der Familie und im eigenen Namen den innigen Dank für diese außergewöhnliche Ehrung seines verewigten Vaters Ausdruck zu geben. Wenn es ihm, Redner, gelungen sei, im Laufe seiner mehr als 20jährigen Tätigkeit im Vorstande der Kultusgemeinde Ersprießliches zu leisten, so verdanke er dies einerseits dem unentwegten Streben, in den Traditionen seines verewigten Vaters und seines seligen Bruders zu wirken, anderseits der wohlwollenden Unterstützung, welche ihm jederzeit seitens des Vorstandskollegiums entgegengebracht wurde. Gelegentlich der vor kurzem stattgehabten Feier seines 70. Geburtstages habe er wieder Gelegenheit gehabt, sich von diesem Wohlwollen zu überzeugen. Die herzliche Freude, welche er über die vielfachen ihm aus diesem Anlässe gewordenen Ehrungen empfand, werden, so hoch er diese auch schätze, übertroffen von der innigen Genugtuung über den heutigen Beschluß, durch welchen der Kultnsvorstand das Wirken seines in Gott ruhenden Vaters so außerordentlich geehrt habe. (Lebhafter Beifall.) Nach U'oergang zur T igesordunng werden die Anträge, betreffend die Derlei mng der Schorr'schen Stipendien und die Gewährung von Teuerungszulagen an Lehrer und niedere Beamte genehmigt und es gelangt sodann die Angelegenheit des Vereines „Schomre-Hadas" zur Verhandlung. Die Kommission beantragt, mit Rücksicht darauf, daß das Bet haus dieses Vereines nicht einem rrligiöskn Bedürfnisse sein Entstehen veedankt, dasselbe behördlich sperren zu lassen. Es behauptet zwar die Vereinsleitnng, daß ihre Mitglieder nach sephardischem Ritus beten und schon deswegen ein eigenes Bethaus brauchen, allein dieses Argument wurde früher nicht vorgebracht. Kultusvorsteher Dr. Markus Spitzer hält es für odios, Bethäuser zu sperren, und möchte lieber aus gütlichem Wege die Angelegenheit geordnet sehen. I. Vizrpräsident Dr. Gustav Kohn: Diese Beihäuser sind Sezessionssprößlinge anderer Vereine, Kinder des Trotzes. Wenn einmal eine Wahl in den Vereinsvorstand nicht nach Wunsch ansfällt, tritt eine Anzahl Mitglieder aus und diese begründen sodann ein neues Bethaus mit neuen Vorstehern. Wir haben uns viele Mühe gegeben, zwischen den beiden orthodoxen Vereinen ,,Bne Brith" und „Schomre Hadas" eine Einigung zu erzielen, leider waren die Bemühungen vergebens. Redner empfiehlt den Antrag der Kommission, der auch angenommen wird. Nunmehr gelangt der Finanzvorauschlag zur Verhandlung. Finanz-Referent Kultusvorsteher Max Frank: Geehrte Herren! Ich beehre mich, Ihnen hiermit den Voranschlag für die Gememdebedürfnisse im Jahre 1908 zu unterbreiten. Die Gesamtsumme der Ausgaben stellt sich auf K 3,1 \ 0.744 90, denen Einnahmen von K 2,912,705*39 gegenüber gestellt sind, so daß unser Budget mit einem rechnungsmäßigen Fehlbeträge von K 197.979*51 abichließt. Der Referent beleuchtet in eingehender Weise die einzelnen Ziffern und hebt Mindererfordernisie in Abschnitt A (Bethänser und rituelle Angelegenheiten) hervor; beim Abschnitt 6, Unterricht, ist ein Mehrbedarf von K 25.780 eingestellt, — (K 15.000 Beitragsrate au die Talmud Thora - Schule; K -100 Mehrbedarf an Lehrerdesoldnug; K 2500 für Bibliothek-beamte; K 2500 für Unterstützung armer Schüler). Eine um den Betrag von X 8000 erhöhte Reserve wurde für Teuerungszulage n an den Lehrkörper bestimmt. Referent fügt hinzu: Eine definitive günstigere Regulierung der Lehrergehalte wird sich nicht mehr lange aufhalten lassen mit Rücksicht ans die steigende Tendenz aller Lebensmittelpreise. Das Friedhofswesen weist ein Mindererträgnis von K 23.582, das Kapitel Spital ein Mehrerfordernis von K 34.354 gegen das Vorjahr auf; diese Ausgaben, welche den Aermsteu der Armen, den mittellosen Kranken, gewidmet sind, wird gewiß keine Kritik erfahren. In dem präliminierten Betrage sind K 2080 als Betriebskosten des neuerrichteten Röntgeninstitutes enthalten. Unser Krankenhaus, welches den Stolz der Wiener Gemeinde bildet, darf keines der Fortschrilte aus dem Gebiete der medizinischen Wissenschaft entbehren. Eine 18"/oige Steigerung des Zuschusses findet sich bei der Post Versorgung»- und Siechenhaus. Eine echt jüdische Großherzigkeit hat uns durch eine Spende von K 000.000 die Erhaltung von 40 neuen Betten ermöglicht und zwingt uns, einen Neubau auszuführen. Referent benützt die (Metier*'’-'!.