Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 50 (13.12.1907)
- Date
- 1907-12-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 836 Dr. mocb’B Mocvenscvrrrr. Nr 50 A. Neuman it, Wien K 2, von Herrn Jiaias Weidmann, Kantor, Lomnitz bei Tischnowitz, 8 I. von Herrn Ignaz Gerstma n n, Lomnitz bei Tischnow'.tz K 1, von H rrn Georg Deutsch, Lomnitz bei Tlschnowitz. L 1. von Herrn Salonion Tauber, Mistek, X 10. Im Namen der unglücklichen Familie wird tiefgefühlter Dank abgestattet, der Empfang hiemit ansgewiesen und um weitere miide Spenden inständigst und dringendst gebeten. I. Schwarz, Kommunal- und Religionslehrcr, Wien, VI. In der Redaktion st»d folgende Spenden eingelaufen: Von Frau Irene L ö w y, Hotzniplotz, K 4, Herrn Heinrich Berger, städtischer und Religionslehrer in Wien K -i, von Liier!, Wali und Hansi Tritsch in Wien L 20.—, unter R. H X , A. S., Zwitiau X 5.—. Für die Mutter des Leopold H i l s n e r von Herrn Karl G. Bachen in Prag X -rt als Sammlung eines jüdischen Vereinsansschusses. von Herrn E. Czecww czka, Wien X 10 — DAten. M'ttwvch, 4. d. M., veranstaltete der Hietzing er Frauen- Wohltätigkeitsverein im großen Saale des Ottakring-r Bräu eine Chanuckafeier. Ein sehr distinguiertes Publikum a rs allen Bezirken wohnte der würdigen Feier bei. Herr Kantor Friedläuder entzündete die Chanuckalichter und brachte dis Chanuckalied mit einem Terzett zum Vortrage. Dan: hielt der Obmann des Hietzinger Tempelvereines Herr Dr. Krenberger eine kleine Ansprache an die Kinder, worauf die B scherung stattfand. 24 arme Schulkinder wurden vollständig mit Kleidern und Wäsche ausgestaltet und von den Bereinsdamen festlich bewirtet. Um das Gelingen des Festes waren b-sonders die Vorstandsdamen bemüht, allen voran Frau Zirner. Die zahlreichen Gäste konnten nicht umhin, den jungen Verein für sein eifriges und humanes Wirken zu beglückwünschen. Baden. Das aus Anlaß des Negierungsjubiläums Seiner Majestät des Kaisers von der israelitischen Kultusgemeinde Baden gestiftete „Kaiser-Jubiläums-Stipendium" im Betrage von 240 Kronen für würdige Schüler am hierortigen Gymnasium wurde Sonntag den 1. d. M.. 11 Uhr vormittags, an die Schüler Max Lackenbach-r, Robert Breuer, Rudolf Kohn und Paul Insel verliehen. Die Ueberreichung erfolgte in feierlicher Weise in der Direktionskanzlei des bezeichneten Lehrinstitutes in Gegenwart der Herren Gymnasialdirektor Julius Beneä, Rabbiner W. Reich, Kultuspräsident Moriz Leitncr, Beirates Dr. Emil Raab und der Väter der Stipendiaten. Herr Direktor Beneä richtete in seiner voll väterlicher Gesinnung gehaltenen Ansprache an die Schüler die Mahnung, auf ihrem Lebenswege sich stets das erhabene Bild Seiner Majestät des Kaisers vor Augen zu halten, in ihrem geistigen und sittlichen Streben nie zu ermüden und die Anerkennung ihrer Mitmenschen sich verdienstvoll zu erwerben. Diesem folgten die ebenfalls warmempsundenen Ansprachen Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners W. Reich und Kultuspräsidenten Herrn Moriz Leilner. worauf Herr Dr. Emil Raab die Stipendien an die Schüler verteilte. Strakouitz, 6. Dezember. Am 29. v. M. starb hier noch läsigerec Krankheit im 73. Lebensjahre Herr Moritz Saxl, ein durch sein humanitäres und gemeinnütziges Wirken allgemein geschätzter und geachteter Mann. Er war auch eine lange Jabrenreihe Vorstandsmitglied der Kultusgemeinde und nachher ihr Vorsteher, ferner allaemein bekannt und langjähriges Mitglied der Landesjudcnrepräsentanz, korresp. Mitglied des Zentralvereines zur Pflege jüdischer Angelegenheiten in Prag, Vorstandsmitglied des Wohltätigkeitsvereines „Chewra-Kadischa", Kontrollor der städt. Sparkaffa, Verwaltungsrat des bürgerl. Bräuhauies rc. 2c. In Würdigung seiner Verdienste um die Gemeinde fand das Leichenbegängnis, das sich zu einer imposanten Kundgebung gestaltelc, vom hiesigen Gotteshause ans statt. Nach einem Trauer-Choral des Gesangvereines „Zvon“ hielt Herr Rabbiner Eduard Bachrach eine ergreifende Rebe. Nachdem Herr Oberkantor Vladimir Menkes die Trauerpsalmen mit Chor- und Orgelbegleitung rezitiert hatte, setzte sich der Trauerzug, an welchem die oberste» Spitzen der k. k. Behörden, die Gemeindevertretungen von beiden Städten Strakonitz, der Verein „Chewra-Kadischa" mit dem Vorstand, der Frauenvereiu mit seiner Präsidentin, der Gesangverein „Zvou“, die Deputationen der umi'egenden Kultusgemeinden und die Feuerwehren von Alt- und Neustrakonitz teilnahmen, in Bewegung. Ölmiitz. Wie alljährlich, veranstaltete auch dieses Jahr am Chanuckafeste der hiesige israelitische Frauenverein unter der musterglliigcn Leitung seines Präsidiums, der Damen Sophie Zweig und Sophie Kaufmann, uud in Anwesenheit des ganzen Komitees einen herzerfreue-den WohltätigkeilSakt durch Beschenkung von 34 armen Schulkindern mit guten, warmen Winteiklcidern und anderen nützlichen Sachen. Mehrere bedürftige Kreise wurden auch mit reichlichen Geschenken bedacht. Herr Rabbiner Dr. Oppenheim hielt nach einigen ermahnenden Worten an die Kinder eine die überaus segensreiche Wirksamkeit dieses humanitären Vereines beleuchtende und feiernde Ansprache. Herr Vizepräsident Josef Löw, der diese wie alle änderen wohltätigen Anstalten in unserer Gemeinde durch Rat und Tat jederzeit unterstützt, dankte mit herzlichen Worten namens der Gemeinde. Lomnitz. Anläßlich der Genesung Sr. Majestät fand im Tempel der hiesigen Kultusgemeinde am Samstag, Sabbath-Chanucka, ein feierlicher Dankgottesdienst statt. Nach dem Vorlesen aus der Thora tr g Herr Kantor Jsaias Weißmann den Psalm 111 höchst ergreifend vor. Hierauf verrichtete Se. Ehrwürden unser Rabbiner Herr Tokior Simon Wolffsohn ein eigenst zu diesem Zwecke in deutscher Sprache verfaßtes Dankgebet. Die Gesamtfeier machte auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck. Trebitsch. Unter dem Protektorate unseres Rabbiners Doktor I. Stöstler. sowie des Kultnspräses Josef Taufsig fand hier am 7. Dezember 1907 zum erstenmale eine öffentliche Makkabbäerfeier statt. Nach der Begrüßung durch den Obmann des Festkomitees, Herrn Lehrer Jak. Koratek, der in schwungvollen Worten auf die Bedeutung der Feier hinwies, sprach Fräulein H. Triescher — als Channcka in altorientalischer Rüstung — den von Rabb. Dr. I. Stöstler verfaßten stimmungsvollen Prolog, worauf Oberkantor M. Fuchs mit Chorbegleitung die Menorah zündete. Dann sprach Rabbiner Doktor I. Stöstler und seine Rede erntete reichen Beifall, der sich erst legte, als der Männerchor zum Vortrag von I. Brüll's ..Ein Hauch weht durch die Lande" antrat, den er sehr wirkungsvoll exekutierte. Eine nachhaltige Wirkung erzielten die vollendeten Rezitationen aus jung-jüdischer Dichtung durch Herrn Prokuristen EmilWersz („Sturm" von M. Rosenfeld) „Beruria" von FeiwT) und Fräulein Camilla Stöstler („Landstreicher" von M. Rosenfeld, „Vom hohen Rabbi" von H. Salus). Oberkantor M. Fuchs, der den gesanglichen Teil unter seine bewährte Leitung genommen hat, entzückte durch den künstlerischen Vortrag der großen Arie aus Halevy's „Die Jüdin", die dem bekannten Sänger Gelegenheit gab, seine prächtigen Stimmittel voll zur Geltung zu bringen. Den Schluß bildete ein effektvoller Damenchor „Judenhoffnung", zu dem Herr Dr. I. Stöstler den Text lieferte. Sodann dankte noch der Obmann Herr I. Koratek den Erschienenen, unter denen sich auch viele Vertreter aus Brünn, Jglau 2c. befanden, in warmen Worten und schloß mit einem begeisterten Hoch auf Se. Majestät; die Anwesenden erhoben sich und sangen die Volkshymne. Prag. (Verlobung.) Fräulein Friederike Lieben, Tochter des Herrn Samuel Lieben in Prag, hat sich mit Herrn Prof. Dr. Leo Singer, Direktor und Mitinhaber eines jüdischen Privatgymnasiums in Budapest, verlobt. Nachod. Im festlich beleuchteten Saale der israelitischen Kultusgemeinde, in welchem der prachtvolle elektrische Luster, eine Spende der Kinder des Herrn Vorstehers, zum eistenmale in Verwendung kam, wurde am 3. Dezember d. I. die Chanuckafeier der Schuljugend in Anwesenheit zahlreicher Gäste abgebglten. Schon im voraus wurden alle armen Schüler mit warmen Winterkleidern beschenkt. Herr Rabbiner Dr. Sicher erklärte den Kleinen in leichtfaßlicher, doch gediegener Weise die Bedeutung d-s Fest s. Darauf wurden die Chanuckalichter angezündet und aus frohen Kinder kehlen erklang das Lied „Moos zur“. Um die Freude der Kleinen roll zu machen, wurde jedes Kind mit einer Bonbonniere beschenkt. Daran reihte sich eine ebenso erbauliche, als seltene Feier. Der Schulleiter Herr A. Bäumel und Lehrer L. Hirsch feierten ihr dreißigjähriges Dienstjublläum. Der Vorstand, die Gemeindemitglieder, die zahlreichen Schüler, die aus dieser Schule hervorgegangen, wetteiferten miteinander, diesen Tag recht festlich zu gestalten. Der Vorsteher Herr Jakob Pick hielt eine herzliche Anrede an die beiden Jubilanten, von welcher nicht nur diese, sondern auch alle Anwesenden tief erqriffen wurden. Er schilderte das hingebungsvolle Wirken der beiden Lehrer, die durch ein Menschenalter ihr bestes Können und Wollen zum Wähle der Schuljugend verwendet haben. Ihrem eifrigen Streben entsprach auch der Erfolg; denn Hunderten von Schülern ist durch diesen grundlegenden Elementarunterricht der Weg zu ihren« Fortkommen, zu höheren Schulen gebahnt worden. Er wünschte schließlich den beiden Herren noch viele Jahre zur Fortsetzung ihrer gesegneten Tätigkeit Dann überreichte er jedem der beiden Lehrer ein ansehnliches Festgeschenk als Ehrengabe von der Gemeinde und von den ehemaligen Schülern. Hierauf ergriff Herr Rabbiner Dr. Sicher das Wort, um in einer unvergleichlich schönen Rede die Wichtigkeit des Lehrberufes zu schildern. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten die Zahlreichen, anwesenden Ehrengäste den überaus interessanten Ausführungen. Hierauf trugen zwei Schülerinnen, Grete Weistenstein und Lotte Goldschmid. allerliebste und herzliche Gedichte vor, die dem Gedenktage entsprachen. Herr Richard Lewith sprach im Namen der ehemaligen Schüler und auch seine Worte fanden vielen Beifall. Gerührt dankten die beiden Jubilare dem Herrn Vorsteher, dem Herrn Rabbiner, dem löblichen Vorstande, den gewesenen Schülern und Allen, die an diesem Ehrentage ihrer freundlich gedachten. Amstetten. Sonntag den 1. Dezember wurde in unserem Tempel eine Chanuckafeier veranstaltet Nach dem Minchagebete zündete der Tempelvorsteher Herr Alexander Deutsch die Chanuckalichter an und trug das „Moos zur“ tu würdigster Weise vor. Hierauf hielt unser Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Ch. G. Bertisch eine Rede über die hohe, geschichtliche Bedeutung des Chanuckafestes für das jetzige Judentum, welche auf die Zuhörer einen tiefen, nachhaltigen Eindruck machte. 2. 8.