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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-12-13 · 50 (13.12.1907) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
50 (13.12.1907)
Date
1907-12-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 50 Dr. Llocb's Mocbenscbrttt. Sette 838 treue oblag. Derselbe erlag einem Herzleiden und ftaub im 80. Lebensjahre. Am 4. d. M. fand auf Veranlaffung der israelitischen Kultusgemeinde in Würdigung seiner Verdienste das Leichenbegängnis um 10 Uhr vormittags vom Trauerhause, VII., Neubaugasse 47, ans statt. Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann erschien persönlich bei demselben und hielt dem Verblichenen einen höchst ergreifenden und tiefempfundenen Nachruf, in welchem er die vortrefflichen Eigenschaften und den Charakter desselben in beredten Worten schilderte und die fast vierzigjährige Tätigkeit als Lehrer mit der vierzigjährigen Wanderung der Juden in der Wüste verglich, nur mit dem Unterschiede, daß derselbe nicht eine unfruchtbare Wüste verließ, sondern dieselbe in eine fruchtbare verwandelt und dann verlassen hat. Auch als zärtlichen Gatten und Vater, sowie als braven Kollegen und höchst achibaren» charaktervollen und pflichttreuen Menschen erwähnte ihn Herr Dr. Güdemann. In Vertretung der Kultusgemeinde erschienen die Vorstände, ebenso von der Cbewra-Kadischa und der Talmud- Thora, und zwar: Vorstand Dr. Alfred Berger und S. Steiner. Präsident M. Bondy. ferner Amtsleiter Freistadt,, die Herren Kommerzialrat Karl Kraus und Ed. Kraus. Chefs der Prag- Rudniker Korbwaarenfabrik, Steuerinspektor Dr. Oskar Max. akademischer Maler David Kohn, sowie viele seiner ehemaligen Schüler und Bekannten. Auf dem Gottesacker sprach im Namen der Lehrerschaft Herr Oberlehrer I. Kohn eine zum Herzen sprechende Nachrede über den schweren Beruf des Lehrers und wie derselbe unermüdlich gewirkt hat, was ihm auch die Liebe und Achtung seiner fast nach Tausenden zählenden Schüler erworben hat. Hierauf wurde der Verblichene in ein ihm von der israelitischen Knltusgemeinde gewidmetes Ehrengrab zur ewigen Ruhe bestattet. Friede seiner Asche Ein jüdischer „Feigling". Am 4. November l. I. wurde am Wiener Zentral friedhofe ein Greis zu Grabe getragen, der es verdient, daß an Stelle eines Nekrologes wenigstens eine kurze Zeitungsnotiz von seinem seltenen Wirken! und Wesen Aufschluß gibt. Wnjamin Rainer erblickte im Jahre 1827 in einem böhmischen Dorfe das Licht der Welt, trat in der Mitte der Vierziger-Jahre ins kaiserliche Heer ein und verbrachte die ersten Jahre seiner Militär- Dienstpflicht in der Bundesfestung Mainz. Als mustergiltiger Soldat wurde er dem Gendarmeriekorvs zugeteilt und stand durch 16 Jahre in Ungarn und Siebenbürgen in Verwendung. Unzählige Regimentsbefehle geben von seiner außerordentlichen Tüchtigkeit, Tapferkeit und Manneszucht Zeugnis und bringen wir im Nachfolgenden einen Regimentsbefehl zur Veröffentlichung, dessen Original uns vorliegt: „Der beim 1. Flügel zugeteilte Korporal zu Fuß, Benjamin Rainer des 5. Flügels, hat auf die erhaltene Nachricht, daß am 15. v. M. Nachts 4 berittene Räuber im Orte Maleniczfalva erschienen sind und daselbst von den zur Gegenwehr sich gestellten Nachtwächtern einen erschossen haben, sich sogleich am Orte der Tat verfügt und von da aus, der rückqebliebenen Spur von Huftritten folgend, die flüchtigen Räuber durch 3 Stunden durch Sumpf und Feld, über Watina bis Groß-Gaja verfolgt und selbe in ihrer Wohnung arretiert. Für diese rühmliche, rastlose und erfolgreiche Tätigkeit bei Verfolgung und Zustandebringuna einer der öffentlichen Sicherheit in sehr hohem Grade gefährlichen Ränberrotte fanden sich Se. Exzellenz, der Herr Gendarmerie-General-Jnspektor Feldmarschall-Lieutenant Freiherr von Rempen mit dem hohen Erlasse Nr. 994/G. I. vom 28. Februar 1857 bewogen, — diesem braven Unteroffizier eine Remunerazion von S e ch z i g G u l d e n C. M. zuzuwenden, und anzuordnen, demselben auch den Ausdruck der hohen Zufriedenheit Se. Exzellenz über seine gute Haltung auszusprechen. Indem ich mir es Vorbehalte, dem Korporalen Rainer den gleichzeitig herabgelanaten Remunerazionsbetrag Pr. 60 Gulden C. M. eigenhändig zu übergeben, kann ich nicht umhin, demselben auch Seitens des Regimentskommandos für diese Tat das öffentliche Lob zu erkennen zu geben, mit dem Beisatze, daß derselbe schon während der kurzen Zeit seiner Zuteilung beim 1. Flügel durch die erzielten Erfolge das Vertrauen des Regimentskommandos, welchts man bei seiner außergewöhnlichen Kommandierung in ihn gesetzt, vollkommen gerechtfertigt hat." Beth-Hamidrasch „Montefiore" II., Taborstraße 38. Wegen des sonntägigen Fasttages (10. Tewes) findet der Vortrag aus Midrasch-Rabba Nachmittag V24 Uhr statt. Mittwoch wie gewöhnlich 725 Uhr Psalmen. Chanuckafeier in der ifrael. Bersorgungsanftalt. Am Sabbath-Chanucka (7. Dezember 1907) fand in der israelitischen Versorgungsanstalt, IX., Seegasse 9 die diesjährige Chanuckafeier statt. Das Ehren-Damenkomitee, bestehend aus der Präsidentin Frau Jda Diamant und den Damen Nanny David, Jda Eisenschitz, I. Feuchtwang und Marie Teleky, machte in liebenswürdigster Weise die Honneurs. Es waren unter anderem erschienen: die Herren I. Vizepräsident Dr. Gustav Kohn, die Vorsteher Salo Cohn, Emanuel G r ü n w a l d, Hofrat Dr. B. R a p p a p o r t, kais. Rat Leopold S a ch s, S. S t e i n e r, Dr. Hermann L ö w i u. m. A. Die Festgäste, sowie die meisten männlichen und weiblichen Insassen des Versorgungshaufes versammelten sich in der Anstaltssynagoge, woselbst Oberkantor Bela Guttmann unter Mitwirkung seines Chores mit dem Dirigenten H e i m a n n die vorgeschriebenen gottesdienstlichen Gesänge in musterhafter Weise zum Bortrage brachte. Hierauf hielt Herr k. k. Professor Doktor Heinrich P o l l a k eine gehaltvolle, der Gelegenheit angepaßte Feflpredigt. Nach Schluß des Gottesdienstes wurden, einer alten, schöner Einrichtung entsprechend, sämtliche Insassen der Anstalt festlich bewirtet und beschenkt. Hiermit schloß die würdige Feier. Jüdische Toynbee-Halle Bei dem Konzertabende, welcher Samstag den 8. d. M. in der Toynbee-Halle stattfand, erntete die jugendliche Pianistin Fräulein Helene Lampl für ihr meisterhaftes Spiel verdiente Anerkennung. Bela Külmar. ein sehr begabter Tenorist der Haböckschen Schule, sowie der Baritonist Herr S. Nrich der New-Dorker Oper, fanden für die Wiedergabe von Arien und Liedern vielen Beifall. Sonntag den 15. d. M. findet die zweite Kinderjause statt, bei welcher 300 arme Kinder der Brigittenau belustigt bewirtet und beschenkt werden. Wien. Samstag, den 14. Dezember 1907 veranstaltet der akademische Verein „I ü d i s ch e K u l t u r" im Lokale des Cafe Dohan (II., Untere Augartenstraße 26) eine Gedenkfeier für den verstorbenen jüdischen Dolksdichter und Volkssänger M. M. Warschawski mit folgendem Programm: 1. Gedenkrede. 2. Dr. N. Birnbaum: „Ueber jiddische Lyrik". 3. Kantor I. Grob: „Vortrag einiger Lieder von Warschawski. 4. N. Lubetzky: „Warschawski als Dichter und Musiker". 5. Konzertsänger S. U h r i ch: „Vortrag einiger Lieder von Warschawski. Beginn '/,9Uhr abends. Entree frei. Gäste willkommen. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien. Herr MI. Isidor T h o r 2 wird in der Lese- und Rede- Halle jüdischer Hochschüler, IX., Grüne Torgasse 34, am 14. Dezember 1907, 8 Uhr abends, einen Vortrag halten unter dem Titel: „Die theologischen Disputationen, ihre Bedeutung für das jüdische Volk". Wien. Der Theologische Verein veranstaltete am 5. Dezember l. I. im großen Festfaal des Hotel „Bayrischer Hof" eine Chanuckafeier, die einen glänzenden Verlauf nahm. Nach Eröffnung des Abends durch den Herrn Präsidenten Dr. K. Kupfer trug Herr Karpeles in wirkungsvoller Weise den von Herrn L ö w y verfaßten Prolog vor, der reichen Beifall fand. Aus dem überaus reichhaltigen Programm wären ferner hervorzuheben: Die beiden formvollendeten und gefühlvoll vorgetragenen Festreden, die deutsche des Herrn M. Halbe r st a m und die hebräische des Herrn A. Z i f r i n o w i t s ch. Die Redner ernteten stürmischen Applaus. Zum Gelingen des Abends trugen insbesondere viel bei die mitwirkenden Künstler: Oberkantor Guttmann, Oberkantor K w a r t i n, Komponist Dr. Leo Ascher. Konzertmeister I. Z i m b l e r, Konzertsänger S. U r i ch, Cellist H. K r e i s l e r und Schauspieler Theodor Weiß, welch letzterer ganz besonders durch die glänzende Rezitation jung-jüdischer Gedichte das Publikum begeisterte. Den Abschluß des schönen Abends bildete der von Herrn Dr. V. K u r r e i n zu diesem Zwecke verfaßte und von Vereinsmitgliedern aufgeführte Ulk: „Im Konkurs", der viel zur Belustigung des Publikums beitrug. Der Feier wohnten u. A. bei die Herren: Rektor Dr. A. Schwarz, Hofrat Prof. Dr. D. H. M ü l l e r, Prof. Dr. S. Krau ß, Rektor F r i e d m a n n, die Reichsratsabgeordneten Doktor Strauche r, Dr. Mahler und Dr. Gabel, die Herren Rabbiner Dr. Bauer, Dr. Feuchtwang, Dr. T a g l i ch t und M a y c r s o h n, der Präsident der Toynbee-Halle Doktor S a m u e l y. Dr. Leopold Kahn, Dr. Isidor S ch a l i t, Ortsschulrat Oskar Heit, Dr. Zipfer, Oberkantor Bauer, Sekretär Fuchs. Wien. In Folge des in Nr. 48 vom 29. November 1907 erschienenen Aufrufes zur Unterstützung für eine verschämte, arme, notleidende Familie, Mutter mit sieben minderjährigen Kindern, find nachstehende Spenden direkt bei mir eingegangen: Von Frau

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