Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 48 (29.11.1907)
- Date
- 1907-11-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 48 Vr. Bloch's Wochrnsttzrist. Sette 797 Die Bewachung, Erziehung und Besserung verwahrloster Kinder und jugendlicher Verbrecher wurde ursprünglich durch Mrs. Salome Foft er in ein System gebracht und organisiert, und sie hat sich dafür den Namen „Tombs Angel“ (Gefängnisengel) erworben. Dieser Name wird heute allen jenen beigelegt, die sich mit dieser Art Jugendfürsorge beschäftigen. Ihre Nachfolgerin an der Spitze der Bewegung ist gegenwärtig Mrs. Sophie C. Axmann, die besonders bei dem New-Dorker City-Gerichte wegen ihrer hervorragenden Leistungen in hohen Ehren steht. Es gibt noch viele andere jüdische Frauen, die an der Erleichterung menschlichen Leids werktätig Mitarbeiten. Mrs. Oskar S. Straus, die Frau des Handelsministers, des ersten Juden, der eine Stelle im Kabinett des Präsidenten der Vereinigten Staaten einnimmt. Mrs. Straus ist die Wohltäterin einer Anzahl von Wohlfahrtsanstalten und ist als Präsidentin des Clara de Hirsch'schen Mädchenheims auch aktiv tätig. Der Anregung der Mrs. Nathan Straus ist es zu danken, daß ihr Mann die überaus humane Institution geschaffen, welche durch Verabfolgung pasteurisierter Gratismilch an arme Mütter allsommerlich Hunderten von Säuglingen das Leben rettet. Zu den tätigsten Wohltäterinnen der Stadt zählt noch Mrs. David L e w e n t r i t t, Gattin des Richters am Obersten Gerichtshof. Der Ankauf des Jumel-Palais zu Zwecken eines historischen Museums ist hauptsächlich den Bemühungen der Mrs. N. Taylor Philipps, der Gattin des Deputierten-Kontrollors von New- Äork, zu danken. Als Damen der Gesellschaft und gefeierte Schönheiten sind die jüdischen Damen ebenso hervorragend, obgleich sie sich zumeist unter ihren Glaubensgenossen bewegen. Mrs. Ernest L i m b e r g ist eine gefeierte Persönlichkeit der hohen Gesellschaftskreise. Sie ist jung, schlank und hat ein Gesicht, das durch seine rein klassischen Züge fesselt. Zu den gefeierten Schönheiten New-Iorks werden auch die Damen Mrs. Jeffersohn S e l i g m a n, Mrs. Charles Minzesheimer, Mrs. Philipp L e w i s o h n und Mrs. S. F. Harris geborene Edna M. L e v i, vier junge Damen gezählt, in deren herrlicher brünetter Schönheit der traditionelle, liebreiche jüdische Frauentypus verkörpert erscheint. Einen eigenen glänzenden Gesellschaftskreis liefern die G u g g e n h e i m s, sechs von sieben Brüdern find verheiratet, und ihre Frauen, alle jung, schön und an weiblichen Tugenden reich. Bier Brüder haben sich in Elberton eigene Palais errichtet, in denen ihre Frauen ihrem Range entsprechend herrschen. Oesterreichs Juden 1818 bis 1815. Eine Umfrage« Von Dr. M. Gr. (Schluss.) Dokumente. (Aus dem k. u. k. Kriegsarchive,) 1813. L. 1. Wien, 10. July 1812. Bellegarde FM. Allerunterthänigster Vortrag. In dem nebenruhenden Gesuche bittet der israelitische Spitals-Verwalter Ascher Matzel (s. oben unter „Patriotische Spenden“) um die Verleihung der Ehren-Medaille für seine in den beiden feindlichen Invasionen um das kranke Militair und auch bei anderen Gelegenheiten sich erworbenen Verdienste. Es ist zwar vor kurzem der allerhöchste Befehl erflossen, dass bei Anträgen auf Verleihung von Ehren- Medaillen an Zivilpersonen vorher das Einvernehmen mit der politischen Behörde gepflogen werden soll. Da jedoch der Bittsteller von den unter dem Vorsitze des Hofkriegsraths -Vizepräsidenten Feldzeugmeister Baron Kerpen bestandenen mit der Untersuchung des Zustandes der hierländigen Spitäler während der letzten französischen Invasion beauftragten Kommission wegen seinen bei dieser Kommission erhobenen ganz besonderen und vorzüglichen Verdiensten in dem an Euere Majestät erstatteten Vortrage zur allerhöchsten Belohnung mit der mittleren goldenen Ehren-Medaille bereits empfohlen worden ist, so glaubt der Hofkriegsrath jenen allerhöchsten Befehl hier nicht anwenden zu müssen, vielmehr verpflichtet zu sein, Euere Majestät mit Beziehung auf den erwähnten Vortrag und die besondere Empfehlung der benannten Kommission die gegenwärtige in jedem Anbetrachte der vorzüglichsten Rücksicht würdige Bitte gehorsamst vorzulegen und den bestimmten gründlich motivierten Antrag der Kommission, welche über das besondere Verdienst des Bittstellers das kompetenteste Urteil zu fällen in der Lage war, so viel möglich auch von seiner Seite zu unterstützen und Euer Majestät demnach um eine allergnädigste, willfährige und belohnende Entschliessung zu bitten, welche nach allen Daten mit der grössten Gewissheit, dass sie zu Gunsten des wahren unbestrittenen Verdienstes erfolge, gefasst werden kann. Wien, am 10. July 1812. v. Bellegarde FM. Am Rand: Was Ich in dieser Sache verfüget habe, zeiget die Beilage. Wien, den 31. Dezember 1811. Franz m. p, Beilage: Dem Ascher Matzel verleihe Ich die mittlere goldene Zivil-Ehrenmedaille, um deren Ueberkoramung sich an Meinen geheimen Zahlmeister Hofrath v. Mayer zu wenden ist. Wien, am 31. Oktober 1812. # Franz m. p. 1813. J. 1, 87. Dem Juden Vorsteher von Zmigrod und Rabbiner des Jasloer Kreises Moises Landau ist die mittlere goldene Zivil-Ehrenmedaile d. 19. Jan. 1811 zugedacht worden, weil er zur Zeit des vorletzten Krieges i. J. 1809 bey Durchzügen von Truppen Transporten denselben unentgeltlich Victualien abgereichet hat, die nötige Unterbringung bewirket, Bettfonrnituren herbeygeschaffet, dem Feldspitale vom Inf.-Regiment Mittrovsky ansehnliche Geschenke gemacht, einen Ausländer-Rekruten für das galizische Freybataillon aus Eigenem gestellet und bey der jährlichen Konskriptionsrevision sowie bey jeder Rekrutierung durch vorzüglichen Eifer sich ausgezeichnet hatte, derselbe auch wegen seiner patriotischen Handlungen von den polnischen Insurgenten arretiert, ganz ausgeplündert, bis nach Tarnow geschleppt und mit der Todesstrafe bedrohet worden war. Gerühmet wird besonders seine Tätigkeit bey Einführung der jüdischen deutschen Schulen, seine ausgezeichnete Menschenliebe und bewiesene Unterthanstreue. G. 10. N. 58. 25. Dezember 1814. Das mährische General-Kommando in einem Schreiben vom 25. Dezember 1815 „unterlegt das vom Inf.-Rgt. Coburg einbegleitete Gesuch des Kromauer jüdischen Schullehrers Jakob Fuchs um eine Gratifikation für seine Unterrichte einiger Individuen des Regiments in Rechnen, Schreiben, Lesen“. Er hat 1810 vom damaligen Kommandanten Erzherzog Ferdinand 40 fl. erhalten. Für seinen „mit rühmlichem Eifer und Hintansetzung seines eigenen Nahrungserwerbs und bestem Erfolg“ erteilten Unterricht erhält er statt der angesuchten Zivil-Verdienstmedaille 100 fl. aus der Brünner Kriegskasse. 30. Juni 1813. Dem Wundarzt Anton Hirschmann zu Sinzheim nächst Baden wird Kr die mehreren k. k. Soldaten geleistete Hilfe ein Gnadengeschenk von 100 fl. bewilligt. 1806 und 1809 hat er einen österr. Soldaten hergestellt und auf eigene Kosten verpflegt.