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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1907-11-22 · 47 (22.11.1907) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
24 (1907)
Issue
47 (22.11.1907)
Date
1907-11-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Dr. Lwcb's Mocbenscbrm. Rr. 4- Sette 730 Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Festschrift zur Einweihung des eigenen Heims von I. Elbogen und I. Höniger. Berlin, am 22. Oktober 1907. KriefKafte«. „Ger." Auch unseren Antisemiten sei ins Stammbuch geschrieben, was eine Pariser Korrespondenz der „Köln. Ztg." vom 4. November meldet. Dort lesen wir: „Der Pere Lachaisc war am Tage Allerheiligen von nicht weniger als 25.000 Personen besucht. Eine kleinere Zahl besuchte den Friedhof Montmartre, den zweiten unter de» beriibmten Pariser Friedhöfen. Er wird für uns Deutsche des Heine-Grabes wegen immer das Ziel unserer Wallfahrten sein, nicht bloß an: Totensonntag. Es ist eine wohltuende Erscheinung, zu bemerken, daß fast nie die frischen Blumen am Grabe Heines fehlen, auch während des Restes des Jahres. Die deutschen Reisenden vergessen ihn nicht. Aber ich habe auch Franzosen, die zufällig zu meinen Bekannten gehörten, am Tage Allerseelen Kränze an Heines Grab niederlegen sehen; sie sprachen mir mit Tranen in den Augen davon, welche Eindrücke sie Heines Poesien zu verdanken hätten. Für die Franzosen, für die Schiller und Goethe fernstehende Erscheinungen sind, ist Heine einfach „der" deutsche Dichter. Wenn man weiß, daß in jeder Woche mindestens einmal die großen Pariser Zeitungen Heine zitieren, daß erst jetzt wieder ein ganz allerliebster französischer „ealendrier äs Heine" mit einer Auswahl seiner Gedichte herausgekommen ist, und wenn man dann liest, was noch heute in Deutschland gegen Heine gedruckt wird, dann schämt man sich, wenn man in der Fremde lebt. . . . Aber laffen wir das. Auf dem Friedhof Montmartre, der an künstlerischen Denkmälern nicht arm ist, locken noch andere berühmte Dichternamen: Murger, Meilhac, Emile Zola, Dumas Fils; das Grabmal des letzteren ist vielleicht das vollendetste, was man auf Pariser Friedhöfen finden kann. Der Tag neigt sich zu Ende; wir hören die Glocke des Wärters, die den Torschluß verkündet". P. S. Die neue Duma zählt im ganzen zwei jüdische Deputierte, einen von den kurländischen Juden — Rechtsanwalt Nisse l o w i tz — und einen von dem Kownoer Gouvernement — Rechtsanwalt Friedmann aus Ponewesch. Diese beiden Gouvernements, wo die Juden stets mit den Letten und Littauern blockieren, bleiben der jüdischen Vertretung treu! Das Blockieren der jüdischen Wahlmänner mit den Rusien, Polen und anderen Majoritätsvölkern hat leider zu keinem günstigen Resultate geführt. Beide obengenannte jüdische Deputierte nennen sich Anhänger der Kadettenpartei, in der jüdischen Frage vertreten sie das Programm des Verbandes für Vollbercchtigung, das sich bis auf einige Details mit unserem Helsingforser diesbezüglichen Programm deckt. B. N. Das vor einiger Zeit erschienene „Jewish Iear Book" für das Jahr 5688/9, das vor einiger Zeit in London erschienen ist, enthält auch eine statistische Tabelle über die jüdische Bevölkerung auf der ganzen Erde. Die kontinentale Presse, auch die nichtjüdische, hat die in diesem Jahrbuch angegebenen Ziffern als authentische Daten übernommen, und so machte die Mitteilung die Runde, daß die Gesamtzahl der Juden der ganzen Welt, 11,059.967 ansmacht. Der Statistiker Maurice Brodsky in London hatte ebenfalls Daten über die Statistik der Juden gesammelt, und da seine Ergebnisse von denen des Jahrbuches stark abwichen, unterzog er die Daten des letzteren einer Kontrolle, und machte hiebei die überraschende Beobachtung, daß das Jahrbuch krasse Widersprüche und Fehler aufweise. Einige dieser Entdeckungen hat Brodsky jetzt in einem englischen Blatte veröffentlicht. In der „Tabelle über die Verhältniszahlen der Juden in den einzelnen Ländern zur Gesamtzahl" wird behauptet, daß Belgien 4000 Juden answeise. (Pag. 243.) In der „Tabelle über die jüdische Bevölkerung in den einzelnen Städten" (Pag. 245) figuriert Brüssel allein mit 6500 Juden. Es sei jedoch Jedermann klar, daß' Industriestädte, wie Liege, Gent, Verviers 2c., auch eine nicht unbedeutende jüdische Bevölkerung haben werden. Hiernach würden in Brues Sel allein mehr Juden wohnen, als im Jahrbuche für ganz Belgien ausgewiesen würden. Denselben Fehler hat Brodsky auch bezüglich Dänemark entdeckt. Dänemark habe (Pag. 241) 3476 Juden, behauptet das Jahrbuch, während (Pag. 24») für Kopenhagen allein 3500 Juden angegeben werden. Aber nicht die Ziffern betreffend der kontinentalen Länder weisen solche bedenkliche Jrrtümer auf. sondern auch die Daten über die Juden in den Britischen Inseln. Brodsky kommt dann zu dem Schluffe, daß das „Jewish Mar Book" kein verläßlicher Führer auf dem Gebiete der jüdischen Statistik ist, und tröstet den Verfasser der Tabellen, Rev. Isidore Harris, mit der Versicherung, daß die jüdischen Statistiken in Amerika auch nicht viel verläßlicher find. K. L. in Kr. Der Verband galizischer und Bukowinaer Juden in Amerika, mit dem Sitze in New-Dork, entfaltet eine äußerst rege Tätigkeit auf dem Gebiete der Wohltätigkeit. Vorige Woche wurde mit dem Baue eines eigenen Hospitales begonnen, das den Namen „Har-Hamoriah-Spital" führen wird. Das Spital, in dem vo läufig 70 Betten belegt werden sollen, wird auch eine besondere Abteilung für Augen-, Ohren- und Hautkrankheiten haben. Das neue Krankenhaus ist in erster Linie für Unbemittelte gedacht, in denen die Kranken vollständig freier Pflege und Behandlung teilhaftig werden sollen. I. F. in Purgstall. Im Bezug auf Mädchenkonfirmation existieren keine Vorschriften, auch nicht über das Lebensalter, in welchem die Mädchen konfirmiert werden sollen. Ueber die Wiener Konfirmationsordnung hier.detaillierte Mitteilung zu machen, verbietet der Raum. Nähere Auskunft erhalten Sie vom Herrn Sekretär Julius Braun, Wien, I., Seitenstettengasse 4. B. L. in N. Der Brauch ist mehrere Jahrhundert alt. Die Gänse sind rituell geschlachtet. Oberrabbiner Fanny Güdemann-Stiftung für Kranke weiblichen Geschlechtes. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde in Wien bringt hiemit zur Kenntnis, dass mit den Zinsen der obigen Stiftung per K 80.— am Sterbetage der sei. Frau Fanny Güdemann, d. i. am 6 Schebat (9. Jänner 1908) ein oder zwei israelitische Kranke weiblichen Geschlechtes beteilt werden. Die Bewerberinnen haben ihre diesfälligen Gesuche, mit einem Armuts- und einem Krankheitszeugnisse versehen, bis 30. November 1907 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde, I«, Seitenstettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Moritz Perles'scbe Wohltätlgkeits-WIdmun.-. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien gibt hiemit bekannt, dass die Jahreserträgnisse dieser Widmung per K 475.— in Beträgen von mindestens K 50.— zur Verleihung gelangen. Anspruchsberechtigt sind verarmte jüdische Familien, welche durch das plötzliche Ableben ihres Ernährers (gleichgültig ob S c h 1 a g a n f a 11, Gewalttat, Krieg oderünglücksfall [Selbstmord ausgeschlossen]) aus geordneten Verhältnissen in drückende Not gestürzt wurden. Es bildet hiebei keinen Unterschied, ob der plötzlich verstorbene Ernährer das Haupt oder nur ein Mitglied der Familie war. Unter den Bewerbern um diese Widmung geniessen, das Zutreffen der oben angeführtenBestimmungen vorausgesetzt, Personen, welche in direkter Linie von dem Widmungserrichter Herrn Moritz Perles, oder dessen Gattin Frau Agnes Perles, geborene Schiller abstamm.en oder bis zum 5 Grade der Seitenverwandtschaft des Widmungserrichters oder dessen Gattin angehören, den Vorzug. Bewerber um diese Widmung haben ihre mit den Nachweisen der Armut, des Todes des Ernährers und ihrem Geburtsscheine, sowie eventuell mit dem Nachweise der Verwandtschaft mit dem Widmungserrichter oder dessen Gattin versehenen Gesuche bis 30. November 1907 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich verabfolgt werden, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemcinde Wien erscheinen als Gesucnsbelege nicht erforderlich, vielmehr genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Hermann Hescbeles-Ausstattungs-Stiftung. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien verlautbart hiemit, dass aus dieser Stiftung die sich ergebenden zweijährigen Zinsen per K 3000. - in erster Linie mit dem Stifter, Herrn Hermann Hescheles, in zweiter Linie an ein mit dessen Gattin verwandtes Mädchen israel. Konfession zur Verleihung gelangen. In dem F.Ile, als sich solche Bewerberinnen nicht melden sollten, werden die einjährigen Erträgnisse per K 1500 — an ein mit dem Stifter oder dessen Gattin nicht verwandtes, insbesondere elternloses Mädchen verliehen. Als Gesuchsbelege sind erforderlich: 1. Der Nachweis der allfälligen Verwandtschaft mit dem Stifter oder dessen Gattin, 2. das Armutszeugnis; dieser Nachweis hat bei Verwandten des Stifters oder dessen Gatttin zu entfallen, 3. der Nachweis über das zurückgelegte 16. Lebensjahr, 4. der Nachweis über den unbescholtenen Lebenswandel der Einschreiterin, 5. der Nachweis der allfälligen doppelten Verwaisung. Die mit den verzeichneten Beilagen versehenen Gesuche sind bis 30. N0V8mb6r 1907 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien,

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