Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 47 (22.11.1907)
- Date
- 1907-11-22
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 47 Dr. Äloch's Woxlrri^-^cift. Seite 787 Advokaten, Techniker, Geschäftsleute rc. die dringliche Bitte, sich seiner kostenlosen Vermittlung zu bedienen, falls ein Hofmeister, Hauslehrer, Stenograph, Zeichner rc. gesucht wird. Der Verein hat es sich stets zum Prinzip gemacht, nur verläßliche und würdige Kräfte zu empfehlen und ist daher während seines zweijährigen Bestandes ein Bedürfnis für beide Parteien geworden. Es ergeht schließlich nochmals an jedermann die dringende Bitte, den gefertigten Verein in seinem humanitären Bestreben zu unterstützen und sich im Bedarfsfälle an ihn zu wenden. Der Lohn ist das erhebende Bewußtsein, einem armen, arbeitswilligen Studenten das Studium teilweise zu erleichtern. Der Verein für unentgeltliche Arbeitsvermittlung an jüdische Ho ch sch üler, Wien, IX, Liechtellsteinstraße 11. Bureaustunden: 11 bis 12 Uhr Vormittags. Für den Vereinsvorstand: Dr. Josef Grünfeld, Präsident. Allgem Kranken- und Unterstützungsverein — Witwen- und Waisenfond „Montesiore . Dieser Verein tritt heuer in das 25. Jahr seines Bestandes. Von einer geringen Schar wackerer Männer ins Leben gerufen, haben es die zielbewußten Leitungen verstanden, aus der kleinen Gemeinschaft einen angesehenen Verein zu entwickeln, welcher heute einen Stand von nahezu 700 Mitgliedern aufweist. Die Statistik dieses Vereines zeigt Leistungen auf humanem Gebiete, welche glänzende genannt werden müssen; mit Stolz können die Mitglieder und der Vorstand auf das Wachstum des Vereines, auf die mit Erfolg gekrönten Bestrebungen blicken. Diesen denkwürdigen Abschnitt in der Geschichte des Vereines gebührend zu feiern, hat sich der Vorstand zur Aufgabe gestellt, und zwar wird die Jubiläumsfeier mit der Abhaltung eines Festgottesdienstes Sonntag den 34. November l. I., halb 6 Uhr abends, im Tempel der israelitischen Kultusgemeinde, II, Tempelgasse, eingeleitet; anschließend an diese Feier gibt der Vorstand um 8 Uhr abends ein Subskriptions-Bankett. Der Verein veranstaltet ferner zugunsten seiner Wohlfahrtseinrichtungen Sonntag den 8. Dezember l. I., halb 3 Uhr nachmittags, eine Wohltätigkeits-Vorstellung im Deutschen Volkstheater; zur Aufführung gelangt der Verschwender mit 2 Konzerteinlagen unter Mitwirkung des Fräulein Elsa Blandk. k. Hofopernsängerin, und des Herrn Alfred Grünfeld, k. k. Kammervirtuose. Wien. (Todesfall.) Am 13. d. M. starb Frau Henriette Biachi geb. Sulzev im 75. Lebensjahre. Sie war die Tochter des sel. Professors Oberkantor S. Sulzer und Schwester der seinerzeit berühmten Sängerin Maria v. Bellard-Sulzer, des Hofburgtheater- Kapellmeisters Professor I Sulzer und des Hofmusikers Professor Joseph Sulzer. Bei dem Leichenbegängniffe, welches am 15. d. M. stattfand, versammelten sich distinguierte Persönlichkeiten aus der Kunstwelt. Oberkantor Josef Singer, assistiert von den ersten Kantoren Schiller und Jurberger und den Mannerchören, sang die ergreifenden Sulzer'schen Trauer-Psalmen. Dann widmete der Oberrabbiner Dr Güdeman» der Verblichenen einen warmen Nachruf. Hierauf trat der Religionsprofessor Herr Emil Frankel, ein Neffe des alten Sulzer, an die Bahre und schilderte in ergreifender Weise den Lebenslauf der Verblichenen. Er schilderte sie als feine, liebenswürdige, hochgebildete Weltdame, die seinerzeit in den Musikerkreisen der alten und neuen Welt sehr gefeiert wurde. Schon im Alter von 18 Jahren sang sie in Spanien, Madrid, Barcelona und Cadix, in der großen Oper, dann erntete sie' große Triumphe in Italien im Opernhause Fenice in Venedig und Scala in Mailand. Dann war Henriette Sulzer Mitglied des k. k. Hofoperntheaters in Wien an der Seite der Künstler Ander, Erl, Walter Beck, der Damen Cillag, Dustmann, Liebhard, Titiens und Wildauer und hatte als Altistin vollste Anerkennung und großes Repertoire. Als praktische Natur begab sie sich dann nach Amerika, wo sie in den größten Städten, in den ersten Opernhäusern von New-Iork bis San Francisco, sich Lorbeeren und Vermögen erwarb. Dann heiratete sie den vorzüglichen italienischen Baritonisten Anibale Biachi und übernahm mit ihm die k. Hofoper in Mexiko unter der Regierung weil. Kaisers Maximilian und der Kaiserin Charlotte. Als Frau Biachi nach Wien zurückkehrte, hatte sie die hohe Ehre, von weiland Erzherzogin Sophie, der Mutter unseres Kaisers, eine Einladung zu erhalten, wobei sie ihre Erlebnisse mitteilen durfte. Sie lebte dann in ihrer Villa in Florenz, wo sich die Knnstwelt bei ihr einfand. Nach dem Ableben ihres Vaters, des Meistersängers Salomon Sulzer, errichtete sie sich in Wien ein vornehmes Heim, lebte für ihre Geschwister, denen sie mit Rat und Tat beistaud. Es war keine Premiere in den Theatern und Konzertsälen, keine Kunstausstellung, wo die imposante Erscheinung der Sulzer, die wie ein Gemälde, von den großen Meistern erschien, nicht anwesend gewesen'wäre. Diese edle Dame wird in der Wiener Kunstwelt vermißt werden! Ehre ihrem Andenken! Privat-Turnschnle. Einem besonderen Bedürfnisse Rechnung tragend, hat der städt. Lehrer Leopold Richter eine vom k. k. n -ö. Landesschulrate konzessionierte Privat-Turnschnle für Knaben und Mädchen in dem Prachtturnsaale der neuerbauten Vereinsvolksschule im II. Bezirk, Malzgaffe Nr. 16 (Haltestelle der Elektrischen Malzgaffe-Obere Augartenstraße) errichtet, die trotz des kurzen Bestandes schon von vielen Kindern der vornehmsten Familien, zumeist Professoren und Doktoren, aus dem I., II. und IX. Bezirke besucht wird. Die P. T. Eltern, die den Turnunterricht als einen wichtigen Erziehungsfaktor anerkennen, werden zur Besichtigung des Turnsaales und des zweckentsprechenden Turnunterrichtes höflichst eingeladen. Die Turnzeiten sind Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von ',46 bis 1li7 Uhr abends, in welcher Zeit auch Anmeldungen zu Herren- und Damenriegen entgegengenommen werden. Das monatliche Turnhonorar beträgt X 4.—. Theologischer Verein der Hörer an der Israelitischen theologischen Lehranstalt in Wie» II. Tempelgasse Nr. 3. Die Ausschußwahien für das Wintersemester 1907/8 ergaben folgendes Resultat: Dr. Kalman Kupfer: Präsident; Avram Zifriuowitsch: Vize-Präsident; Gustav Kohn: 1. Schriftführer; Zolkie Brandes: 2. Schriftführer; Josef Löwy: Kassier; Harry Torezyner: I N. F. Kommissär. Israelitischer humanitärer Verein zur Ausstattung heiratsfäh ger Mädchen in Wien. Der rührige Vorstand dieses Vereines veranstaltete Dienstag, den 12. November a. c., die Einweihung seiner neu bezogenen Vereinskanzlei, II., Große Sperlgasse Nr. 32—34, welche jetzt ans Parteieuzimmer, Kanzlei und Sitzungssaal besteht und entsprechend eingerichtet ist. Die Vergrößerung der Räumlichkeiten war ein unbedingtes Erfordernis, nachdem die persönlichen Mitglieder-Anmeldungen von Tag zu Tag stärker und die frühere Kanzlei sich als ein zu beengender Raum erwies. Mitglieder-Aufnahme täglich, außer Freitag. Abcnds von 8—13 Uhr Vormittag und 3—8 Uhr Abends. Verein zur Ausspeisnng armer israel. Schulkinder für den XYI. und XY1I. Bezirk Wien, XVI. Bezirk, Hubergaffe Nr. 8. Sonntag, den 17. November a. c., vormittags 10 Uhr, fand im nearenovierten Ausspeisungs-Lokale, XVI. Bez., Grüllemeiergaffe 5 die feierliche Eröffnung des Knaben- und Mävchenhortes für den XVI. und XVII. Bezirkes statt. Es waren hiezu erschienen vom Zentralhorte Herr Dr. Saumely, Herr Karl Freund und Herr Kollischer» ferner Se. Ehrwürden Herr Dr. Bach samt Frau, sämtliche Mitglieder der Bezirks-Kommission für den XVI. und XVII Bez.. der Obmann des Vereines der Kinderfreunde Herr Dr. Jakob Deutsch mit dem Stellvertreter Herrn Hahn, der Präses der „Chewra- Kadischa" des XVI. und XVII. Bezirkes Herr Weiler, der Tempelvorstand, der Obmann des Vereines „Hninor", in Pertretung des Frauenvereines Frau Trebitsch und der Gesamt-Ausschuß des Vereines zur Ausspeisnng armer israel. Schulkinder des XVI. und XVII. Bezirkes. Der Obmann des Vereines, Herr Trebitsch, begrüßte die Erschienenen und gab ein Bild der Tätigkeit des Ausspeisungs-Vereines bis zur Schaffung des Hortes, welcher ein dringendes Bedürfnis dieser Bezirke für die israel. Jugend war. Hierauf ergriff Se. Ehrwürden Herr Dr. Bach das Wort und schilderte in beredten Worten die Notwendigkeit einer solchen Institution im Bezirke. da dieser gewiß auf die sittliche und .religiöse Erziehung der jüdischen Jugend, der Zukunft unseres Volkes, den gebührenden Einfluß üben wird. Nun nahm Herr Dr. Saumely das Wort, entwickelte die Notwendigkeit solcher Institution und versprach, nach Kräften aus den Ausbau dieser Institution zu wirken, da es ja das Bestreben deS Zentral Hortes ist, voll und ganz seine Pflicht bezüglich der geistigen Erziehung unserer Jugend zu erfüllen. Mit dem Danke an die Erschienenen von Seite des Herrn Trebitsch schloß die schöne Feier. Der Verein zur Ausspeisnng armer israel. Schulkinder des XVI. und XVII. Bezirkes speist täglich 120 Kinder aus. Im Knabenhorte sind 35 Kinder, im Mädchenhorte auch 35 Kinder. Wir appellieren an das jüdische Herz um Unterstützung dieser edlen Institution. Allgemeiner Krankenunterstützungsverein „Menschenliebe", Wien, IX. Samstag den 30. November 1907, 8 Uhr abends, findet im Festsaale des »Hotel Franz Josefs-Bahn", IX., Alferbachstraße vis-ä-vis der Ankunftshalle ein Unterhaltungs- Abend statt. Ein eventuelles Reinerträgnis fließt den humanitären Zwecken des Vereines zu. Regiebeitrag per Person 1 Krone. Beginn 8 Uhr abends. Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten. Der enorme Andrang von Knaben, welche sich aus ollen Ländern der österreichisch-ungarischen Monarchie an den Verein wenden, und die bedeutenden Auslagen, welche die Bekleidung