Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1907)
- Issue
- 47 (22.11.1907)
- Date
- 1907-11-22
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite^766 Dl. JSiocD's Mlocvenscbrm. ^r. 47; ZVien (T r q u u n g.) Sonntag den 17. November 1907, 2 Uhr nachm., fand im Stadttempel die Trauung des Herrn Josef Popper, Beamter im Spitele der israelitischen Kultusgemeinde Wien, mit Fräulein Eugenie Klein statt Der von einem distinguierten Publikum gefüllte Tempel, gab Zeugnis von der Beliebtheit, deren sich das Brautpaar und deren Angehörigen erfreut. Unter den Anwesenden bemerkte man: I. Bize-Prasidenten Dr. Gustav K oh n, viele Beamte der israelitischen Kultusgemeinde unter Führung des I. Sekretärs, kais. Rat Dr. Lieben und Sekretär Dr. Adler, Hosrat Direktor Dr. O s e r, Verwalter Dr. K o r a n y i, sowie die Aerzte des Rothschild-Spitales u. a. m. Rabbiner Dr. Bach hielt an das Brautpaar eine herzliche Ansprache. Oberkantor-Stellvertreter Fuchs versah die kantorale Funktion in feierlicher Weise. Wien. (Silberne Hocbzeit.) Am vergangenen Sonntag feierte der ob seines humanitären Wirkens in jüdischen Kreisen bestbekannte Herr Isidor Schwarz, der verdiente und hingebungsvolle Präsident des „Vereines für Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer", mit seiner trefflichen Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. Verein znr Hebung der Gewerbe. Am 1. Dezember d. I. findet im Festsaale des Nieder- Oesterr. Gewerbe-Vereines, I., Eschenbachgasse Nr. 11, präzise 7 Uhr abends, eine Plenar-Versammlung des Vereines mit folgender Tages-Ordnung statt: 1. Bericht des Präsidenten; 2. Vortrag des Herrn Josef Beck aus dem Zyklus: Orientreise nach Egypten, Palästina, Syrien und Griechenland. Am 1. Dezember d. I. I. Egypten mit Vorführung von auf den Reisen des Vortragenden, von ihm selbst aufgenommenen zirka 120 Skioptikonbildern. Damen und Gäste willkommen. Vortrag für jnuge Leute im Beth-Hami rasch , Talmud Thora". II. Malzgasse 16. Wie in den alten Räumen, veranstaltet der Verein des obigen Beth-Hamidrasch auch in seinem neuen stattlichen Heim außer den alltäglich abends und Samstag mittags stattfindenden allgemeinen jüdischen Vorträgen solche auch für j u n g e Leute, u. zw. allsäbathlich von V211— 7^12 Uhr und Sonntag von 3-4 Uhr durch Herrn Vereinsräbbiner Schenk. Außer diesen sollen an Sonntagen auch populäre wissenschaftliche B o r t r ä g e abgehalten werden, und beginnen dieselben Sonntag den 24 d. M. abends von 6 bis 7 Uhr. diesmal durch Herrn Prof. Mor. A n t s ch e r l, der über das Zeitalter des Has mo n ä ers Mattath ias sprechen wird. Das Bekleidungsfest des Vereins zur Bekleidung armer alter Männer. Sonntag, den 17. d. M., versammelte sich nun znm zehntenmale in den weiten Räumen der „Landwirtschaftlichen Börse" ein überaus zahlreiches, glänzendes Auditorium, durchaus Freunde und Förderer der Humanitären Bestrebungen dieses eminent wohltätigen Vereines, bei besten-Festen die Kunst, die Rhetorik und gesangliche Darbietung sich gemeinsam dem philanthropischen Dienste unterstellen und den Veranstaltungen dieser sich immer erweiternden Bereinigung ein großzügiges Gepräge verleihen. Im harmonischen Zusammenwirken aller Faktoren und des Vereinsprästdiums, Präsidenten Isidor Schwarz, der Herren Karl Fuchs, Edm. Hofmann, Planer, Alois T heu m a n n, gewinnt dieser Verband immer größere Bedeutung und Würdigung, deren äußere Beweise durch die Anwesenheit illustrer Persönlichkeiten erbracht wurde. Auch bei dieser am 17. November a. e. abgehaltenen Bekleidnngsfcier von mehr als hundert armen Greisen erschienen Abordnungen und-Vertreter a»er humanitären Vereine und offizielle Persönlichkeiten, die leitenden Kreise der Börse, die ihre Räume in dankenswerter Weile wie alljährlich dem Vereine kostenfrei zur Verfügung stellten und ein^Kreis holder Damen. Die Vertretung des zweiten Bezirkes entsendete die Herren Bezirksobm^nnstellvertreter Jerzabek, Bezirksräte Heß, Mensch, Otto. Obmann der Bezirksscktion Dr. Josef Winternitz, - Kl >-bind er, der Knltusvorstand war vertreten durch den ö'ilTi:i.r. Banrat R tter v. Goldschmi d t, Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn, die Knltnsvorsiände kaiserl. Rat K a u d e r s, Dr. Löwi, Dr. S v i tz e r, Ad. Schramek. Bethausvorsteher Karl Le m berge r, kaiserl. Rat I. Sekretär Dr. Lieben. Die humanitären . Vereine repräsentierten „Montefiore" Herr Obmann W e i n w n r m, „Selbsthilfe" Herr F e l d b a u e r, „Nächstenliebe" Herr R o s e it b l a t t, der Frauenverein durch das Vorstandsmitglied Frau Dr. W i n t e r n i tz, „Kinderichutz" durch Frau Zer n e r rc. Es erschienen nächst dem Festredner Herrn Oberrabbiner G ü d e m a n n die Rabbiner Dr. A b e l e s. Dr. Back, Dr. David, Dr. F e u ch twang nebst ihren Gattinnen, ferner Herr Negierungsrat Doktor Schlag, die leitenden Kreise der landwirtschaftlichen Börse, kaiserl. Rat Weil, Generalsekretär Dr. Horowitz, der Börserat Breitn c r, Ortsschulrat Sekretär Fuchs rc., die Oberkantoren G u t t m a n n und Flau und Herr Jakob Bauer. Nach einem von Willy L ö w i t auf dem Harmonium zur Geltung gebrachten Präludium dirigierte Herr Kantor L ö w i t den von ihm komponierten Festchoral, dest.'n Soli der Oberkanlor Guttm n uit mit den Sängern des Synagogenverbandes mit hinreißender Wirkung vortrng. Als Interpret des herrlichen von dem durch Krankheit verhinderten Rabbiner Schmied! verfaßten Festprologs — Weihegedichtes „Nathan der Weise" — betrat, von herzlichem Applaus begrüßt, Herr Direktor Adolf W c i s s e die Estrade und entfesselte mit seiner Rezitation einen Sturm von Beifall, der dem ehrwürdigen Autor sowohl als auch dem künstlerischen Vermittler galt. Der nimmermüde begeisterte Präsident Isidor Schwarz hatte in einer ausgezeichneten Rede Ziele und Bestrebungen des Vereines gekennzeichnet und klang diese eminente Rede in einem Dankgebete für die Wiedergenesung Sr. Majestät des Kaisers aus und mit einer mächtiges Echo weckenden Huldigung für den Herrscher schloß der Redner und erteilte das Wort dem Oberrabbiner Dr. Güdemann, der zum erstenmale innerhalb dieses Vereines die Festrede hielt. Es war diese rhetorische Meisterleistung geradezu eine mit allen blendenden Lichtern von Humor und Ernst ausgestattete, wertvolle Gabe, die der Redner bot. Und als er, in geistvoller Weise auf die Räume hinweisend, de» politischen Handel und Schacher in den Bereich seiner Rede miteinbezog, da erdröhnte ein frenetischer Jubel, in dem sich der gerechte Zoll der Bewunderung des großen Auditoriums auch äußerlich abspiegelte. Nach den trefflichen Reden der Herren R. v. G o l d s ch m i d t, Bezirks-Obmann -Stellvertreter Jerzabek, Regierimgsrat Doktor Schlag sang Oberkantor G u t t m a n n mit oftgerühmter Meisterschaft zwei Lieder und mit dem herrlichen Psalm 23 von Schubert, von dem vierfachen Männerquartett des Wiener Synagogensänger- Vercines in vorzüglichster Weise zu Gehör gebracht, schloß die in allen" Teilen glänzend gelungene Feier. Wien. (Sp editeur Adolf Jellinek g est o r b c n.) Am 17. d. M. starb hier Herr Adolf Jellinek, Alleininhaber der Firma Caro u. Jellinek, die er vor 25 Jahren im Vereine mit Herrn Paul Caro gegründet hatte. Durchseine eminenten Fähigkeiten, seinen Fleiß und seine kaufmännische Coulance hat er es verstanden, diese Firma aus kleinen Anfängen zu einer der geachtetsten und größten in der ganzen Branche empor zu bringen. Der Verstorbene war Vizepräsident des Deutschösterreichischen Möbeltransportverbandes, Verwaltungsrat des Kreditinstitutes „Zentralverkauf", beeideter Sachverständiger beim Handelsgericht, Ausschußmitglied der Spediteurvereinigung rc. und erfreute sich bei allen, die mit ihm beruflich oder privat zu tun hatten, allgemeiner. Hochachtung und Beliebtheit. An seiner Bahre trauern seine Gattin und fünf unmündige Kinder. Dienstag, den 19. d. M. fand unter außergewöhnlich großer Teilnahme aller Kreise das Leichenbegängnis statt. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang hielt dem Verblichenen einen ergreifenden Nachruf. An die P. T. jüdischen Ettern. Advokaten, Techniker, Geschäftsleute rc. Die Tatsache, daß der größte Teil der jüdischen Hochschüler aus armer Familie stammt, ist allgemein bekannt. Dem jüdischen Studenten stehen nicht die Unterstützungsquellcn seiner christlichen Studienkollegen zu geböte; er kann nur aus einige Philanthropen und wenige Wohltätigkeitsvereine rechnen. Er ist also größtenteils auf sich selbst angewiesen und muß sich seinen bescheidenen Lebensunterhalt selbst verdienen. Wenn dadurch auch oft das Studium verzögert wird, braucht der arme Student, falls er eine Nebenbeschäftigung besitzt, wenigstens nicht mit den drückendsten Nahrungs- und Wöhnungssorgen zu kämpfen. Wie schwer es aber oft ist, eine Beschäftigung zn finden, besonders heute, wo sogar Juden lieber einen Nichtjuden in ihren Bureaus rc. beschäftigen, ist leicht zu ersehen. . Daher richtet der ergebenst gefertigte V er ein sü-r n n entgeltliche Arbeitsvermittlung an jüdische Hochschüler, Wien, IX., Lstchtensteinstraße II, an alle jüdischen Eltern,